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Veröffentlicht am 29.08.2025

Wer hat welches Geheimnis?

Halloweenkind
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Drei befreundete Familien treffen sich an Halloween, um mit den Kindern für Süßes oder Saures durchs Viertel zu ziehen. Plötzlich ist Joshua verschwunden, nachdem er mit Erik verabredet hatte, getrennt ...

Drei befreundete Familien treffen sich an Halloween, um mit den Kindern für Süßes oder Saures durchs Viertel zu ziehen. Plötzlich ist Joshua verschwunden, nachdem er mit Erik verabredet hatte, getrennt zu laufen, um mehr Häuser abklappern zu können. Alle Erwachsenen sind geschockt, denn das erinnert an Vincent, der genau vor 2 Jahren an Halloween mit dem identischen Geisterkostüm verschwand. Bei der Suche nach dem Jungen sind federführend das Ehepaar Fuchs mit dem Kriminalbeamten Olli und seiner Frau Lea, die schon damals bei der Opferhilfe tätig war. Bei ihren Nachforschungen erfahren sie Geheimnisse innerhalb dieses Freundeskreises, die sie in den harmonischen Familienidyllen nie für möglich gehalten hätten. Aber das Wichtigste werden sie Joshua lebend finden?


Der Autor hat einen absolut fesselnden Thriller geschrieben, der sich flüssig lesen läßt und ich bin förmlich durch das Buch geflogen. Die Anzahl der Figuren ist überschaubar, es handelt sich nur um die besagten drei Familien nebst Kindern und einigen Randfiguren. Sie alle wurden facettenreich ausgearbeitet. Die Schauplätze sowie die Atmosphäre wurden bildhaft beschrieben. Ich fühlte mich mitgenommen in diese gruselige Nacht und auch die folgende Zeit. Als Krimifan konnte ich hier sehr gut eigene Vermutungen anstellen und Lars Engels hat es geschafft, an einigen Personen Zweifel zu säen, aber schlußendlich überraschte er immer wieder mit unerwarteten Twists.

Das Cover hat die passenden Halloween-Farben und ist damit perfekt!

Für mich ein sehr spannendes Leseerlebnis und ich hoffe auf weitere Bücher des Autors. Ich selbst habe mir gleich einer früheres Buch von ihm „Totes Moor“ einen Reihenauftakt gekauft.

Von mir bekommt dieser Thriller auf jeden Fall eine Leseempfehlung und vor allem sollte man genügend Zeit einplanen, denn das Buch läßt seine Leser nicht mehr los!

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Eigenheimtraum "Auf Mons"

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Ines und Marco Winkler mit der 4jährigen Tochter Emilia beziehen ihr Haus in der Neubausiedlung „Auf Mons“. Bei ihrem ersten Rundgang durch ihr Viertel lernen sie gleich sehr nette Nachbarn kennen, alle ...

Ines und Marco Winkler mit der 4jährigen Tochter Emilia beziehen ihr Haus in der Neubausiedlung „Auf Mons“. Bei ihrem ersten Rundgang durch ihr Viertel lernen sie gleich sehr nette Nachbarn kennen, alle duzen sich und scheinen sich prima zu verstehen. Die Familie ist sehr glücklich und die Welt ist noch in Ordnung. Allerdings fällt Winklers auf, daß es nur eine Zu- bzw. Abfahrt zur Siedlung gibt, wenn ein Auto bzw. Lkw den Weg blockieren sollte, könnte es sehr schwierig werden weg zu kommen. Während der ersten Nacht, gibt es seltsame Geräusche, die Elektrik streikt und Hund James knurrt. In der zweiten Nacht bemerkt Ines jemanden neben ihrem Bett, der Strom ist wieder weg und Hund James schläft tief und fest. Bei den Eltern kommt eine leichte Unruhe auf. Dann bemerkt Ines nachts im noch unbewohnten Nachbarhaus eine Taschenlampe aufleuchten und bei einem Kontrollgang entdecken Hund James bzw. Marco eine Frauenleiche, die kopfüber aufgehängt ist. Die Kripo Würzburg mit KHK Jessica Gräfen und Kollege Georg Heilmann übernehmen den Fall. Bei der Toten handelt es sich um die Ehefrau des Bauunternehmers der Siedlung – Elisabeth Kamper. Marco berichtet nun den Ermittlern von den seltsamen Begebenheiten während ihrer ersten Nächte und tauscht, leider erfolglos, sämtliche Schlösser aus. Aber trotz einer aufgestellten Bürgerwehr bleibt es nicht bei der einen Leiche, es folgen weitere nach dem gleichen Schema. Ein Zusammenhang können die Ermittler nicht festgestellen. Als allerdings Ines tot aufgefunden wird und Tochter Emilia verschwunden ist, nimmt das Ganze andere Dimensionen an und vor allem Zeitdruck wächst ins Unermeßliche. Können sie Emilia noch lebend finden?



Kursiv gedruckt erfährt der Leser in einem zweiten Strang mysteriöse Informationen vom Täter, die mich anfangs verwirrt haben.





Arno Strobel hat schon erfolgreich sehr viele Thriller geschrieben und auch dieser hat wieder einen innovativen Plot. Das gefällt mir. Er schreibt so fesselnd, ich habe das Buch an einem Sonntag komplett gelesen. Das soll für den Autor ein Kompliment sein, wenn er so packend schreibt, daß man als Leser alles andere ausblendet und nur liest. Die Atmosphäre wurde durch den ständigen Nebel verwaschen und düster. Das konnte man spüren und das trug obendrein zur Erhöhung der Spannung bei. Die einzelnen Bewohner der Siedlung wurden facettenreich charakterisiert und ich hatte ein klares Bild vor Augen. Das Motiv des Täters konnte man am Ende nachvollziehen und ich habe durch den Autor so au passant interessante Details zu Synästhesie erfahren. Das Finale und die Auflösung fand ich sehr speziell – mehr sage ich dazu nicht.



Von mir bekommt dieser Thriller eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Packender Thriller

Schwüre, die wir brechen
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Die Geschichte beginnt mit einem Schiffsunglück im Jahr 1980. Die Ruderanlage des Frachters Star Clipper blockierte, deshalb kam eine Brücke zu Schaden und Autos stürzten ins Wasser.

Aktuell wird eine ...

Die Geschichte beginnt mit einem Schiffsunglück im Jahr 1980. Die Ruderanlage des Frachters Star Clipper blockierte, deshalb kam eine Brücke zu Schaden und Autos stürzten ins Wasser.

Aktuell wird eine männliche Leiche nur mit Lendenschurz bekleidet gefunden. Statt des Kopfes wurde ein Krokodilkopf angenäht, dem Toten wurde das Herz herausgerissen und auf seinem Körper befinden sich Hieroglyphen. Das Opfer war Reidar Sjöbäck, Chef der Wasserwerke, war politisch vernetzt. Er führte eine offene Ehe und hatte eine Geliebte in Kopenhagen. Reidar war schon 8 Tage verschwunden, aber erst seit ca. 15 Stunden tot. Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu müssen den Mord aufklären. Aber es bleibt nicht bei dieser einen Leiche. Es scheint ein Serientäter unterwegs zu sein, denn es folgen genau nach diesem Schema weitere Morde. Zusätzlich ist jetzt auch noch ein 16jähriges Mädchen verschwunden. Die Ermittler stehen unter großem Zeitdruck, denn sie hoffen, wenn der Täter sein Vorgehen beibehält, daß Charlotte lebend gefunden werden kann.

In einem kursiv gedruckten Strang geht die Geschichte zurück ins Jahr 1973 nach Colonia Dignidad in Chile und dann weiter auf See und endet in Ägypten 1985.

Wie findet das Puzzle zusammen?


Leider habe ich Band 1 nicht gelesen. Das war jetzt nicht unbedingt notwendig, um der Story zu folgen, wäre aber schöner gewesen. Das Vorleben der beiden Ermittler wurde zwar mit den wichtigsten Punkten eingeflochten, aber mich hätten mehr Details interessiert. Hier hilft nur, das Lesen des ersten Bandes nachzuholen. Die Ermittler haben beide einen wahrhaft schweren Rucksack zu tragen und mir waren beide jeder auf seine Art sympathisch.

Das Autorenduo hat spannend, aber auch brutal geschrieben, also nichts für schwache Nerven. Der Fall war flüssig zu lesen und die Atmosphäre wurde bildhaft geschildert. Ich fühlte mich mitgenommen und habe etliches zum Thema Ägypten/Hieroglyphen/Götter gelernt. Dieser „Ausflug“ gefiel mir gut, dadurch hebt sich dieser Fall von „normalen“ Krimis ab. Auch die Machtverhältnisse innerhalb der Polizei fand ich gut dargestellt. Da nicht alle Fragen geklärt wurden bin ich neugierig auf Band 3 und ebenso wie sich das Privatleben der Ermittler weiter entwickelt.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Berührender Abschluß der Trilogie

Wir sehen uns wieder am Meer
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Nach einem Prolog beginnt die eigentliche Geschichte im Jahr 1944 und endet nach Kriegsende 1952. Bisher hatten die Freundinnen Birgit, Tekla und Annelise ihre Sommerferien immer am Meer verbracht und ...

Nach einem Prolog beginnt die eigentliche Geschichte im Jahr 1944 und endet nach Kriegsende 1952. Bisher hatten die Freundinnen Birgit, Tekla und Annelise ihre Sommerferien immer am Meer verbracht und hoffnungsvolle Zukunftspläne geschmiedet. Hierzu paßt auch das Cover sehr gut. Nun herrscht Krieg und Birgit ist als Krankenschwester in Bodo/Norwegen eingesetzt. Bei einem Krankheitsfall wird sie als Russisch-Übersetzerin hinzugezogen und lernt dabei die Ukrainerin Nadia kennen. Sie wurde von Deutschen verschleppt und muß unter schwersten Bedingungen in einer Fischveredelungsfabrik arbeiten. Birgit will Frauen und Kinder im Lager helfen, schließt sich einer Widerstandsbewegung im Krankenhaus an und wird später selbst bedroht. Vorsicht ist geboten, denn unter den Norwegern gibt es auch Personen, die die deutschen Besatzer unterstützen. Aber Birgit gibt nicht auf. Durch ihre Russisch-Kenntnisse, die nur einigen wenigen Menschen bekannt sind, gerät sie später in das Netz der Geheimdienste und ihre Loyalität wird auf eine Probe gestellt.


Die Autorin kann hervorragend schreiben. Das beweist sie nicht nur mit dieser Trilogie, sondern, das muß ich hier unbedingt erwähnen, auch mit ihren Krimis. Sie schreibt bildhaft, so daß man sich als Leser mitgenommen fühlt und so mit den Protagonisten fühlt, leidet und aber sich auch mit ihnen freut. In diesem Band legt die Autorin ihr Augenmerk auf die starken Frauen während des Krieges, die sonst unerwähnt bleiben, sowie die Freundschaft unter den jungen Frauen.

Birgit war für mich eine tolle Figur mit ihrem Willen, ihrer Durchsetzungskraft, Loyalität, Empathie, Wärme und ihrer freundlichen Ausstrahlung. Andererseits mußte sie auch eine enttäuschte Liebe verarbeiten. Aber ich fühlte auch mit Nadia, dem „Deutschenmädchen“ Tekla und den anderen, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Die Frauen mußten Grausamkeiten über sich ergehen lassen und haben diese gerade mit ihrer Stärke durchgestanden. Und die Autorin schreibt für mich tolle Sätze, wie z.B. „Wir sind wie die Ähren, die beugen sich dem Wind, aber sie brechen nicht so leicht“ und „Kein Mensch kann sich von der Verantwortung für sein Tun freisprechen“.

Trude Teige hat wahre Begebenheiten mit Fiktivem zu einem bewegenden, berührenden, aufwühlenden und auch erschütternden Roman zusammengeführt. Auf jeden Fall würde ich empfehlen, alle drei Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Für das Verständnis ist es zwar nicht zwingend notwendig, aber so wird eine runde Sache aus der Geschichte.

Für mich war dieser Abschlußband ein echtes Highlight!

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Suizid oder Mord in der Idylle Schwedens?

Das Paradies verrät man nicht
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Jeder mag sich unter Paradies etwas Anderes vorstellen. Für die 30jährige Lena scheint es ihr derzeitiges Leben nicht gewesen zu sein. Die junge Witwe hat augenscheinlich Suizid begangen. Sie lebte auch ...

Jeder mag sich unter Paradies etwas Anderes vorstellen. Für die 30jährige Lena scheint es ihr derzeitiges Leben nicht gewesen zu sein. Die junge Witwe hat augenscheinlich Suizid begangen. Sie lebte auch nach dem Tod ihres Ehemannes weiterhin in einem eigenen Haus auf dem großen Familienhof der Brüder ihres Mannes. Der gemeinsame Sohn wurde tot geboren. Ihre Eltern können nicht glauben, daß sie sich selbst das Leben genommen hat, wo sie doch in letzter Zeit sehr zuversichtlich war und glücklich schien. Sie engagieren die Privatdetektivin Ingrid Wolt.

Ingrid Wolt, ehemals Polizistin, ist vor ihrem Polizisten-Ex-Ehemann Kjell abgetaucht raus aufs Land in das Sommerhaus ihres früheren Freundes und Kollegen Benny. Dieser unterstützt sie auch, in dem er die Post an ihrer alten Adresse abholt und den Anrufbeantworter abhört. Ingrid arbeitet momentan als Zimmermädchen in einem Hotel. Sie trägt sie stets eine Perücke und gibt über ihr Privatleben nichts preis. Ihre Tochter Anna lebt zur Zeit bei Pflegeeltern und sie hat nur ein vom Jungendamt geregeltes Besuchsrecht. Als nun Lenas Eltern an sie herantreten, rafft sie sich auf und übernimmt den Auftrag, den Tod von Lena aufzuklären.

In den kurzen Kapiteln wechseln die Perspektiven zwischen der Gegenwart (1983) und Tagebucheinträgen der letzten Lebensmonate von Lena.

Der Cliffhanger am Ende läßt mich jetzt mit Spannung auf den nächsten Band warten.



Der Fall ist in Schweden in den 80er Jahren angesiedelt und die Umsetzung fand ich absolut gelungen. Ich fühlte mich mitgenommen in eine Zeit ohne Internet, Handy und Social Media, dafür mit Songs auf Kassetten und einer Atmosphäre, die den Zeitgeist widerspiegelt.

Leider hatte ich Band 1 nicht gelesen. Es war zwar kein Problem der Geschichte zu folgen, nur hätte es mir besser gefallen, Details über das Ehe-Aus, den Gefängnisaufenthalt von Ingrid, sowie die Rachegedanken von Kjell zu kennen.

Die Autorin hat sehr spannend, packend und anschaulich die Ermittlungen geschildert. Ich fühlte mich mittendrin im Geschehen. Mir gefiel Ingrid gut, vor allem ihre Liebe zu ihrer Tochter Anna und auch den Wunsch, sie zurückzubekommen und mit ihr ein normales Leben zu führen, war nachvollziehbar. Im Gegensatz dazu war mir Kjell von Anfang an unsympathisch auch mit seinen Manipulationsversuchen bei Anna, seinen andauernden Rachegedanken sowie seinen Gewaltausbrüchen. Lena war für mich eine brave und leider zu naive Frau. Ich konnte zwar ihre Sehnsucht nach Familienglück verstehen, aber mit ihrer Gutgläubigkeit hätte ich sie gerne oftmals wach gerüttelt und in ihr Zweifel gesät.

Die angesprochenen gesellschaftlichen Themen bestehen heute noch genauso wie damals.

Von mir bekommt dieser Pageturner auf jeden Fall eine Leseempfehlung und ich werde Band 1 „Den Tod belauscht man nicht“ mit Sicherheit noch lesen!

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