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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein intensives, unvergessliches Leseerlebnis, das unter die Haut geht und die Kraft von Liebe und Familie spürbar macht.

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Darum geht es:
Der Roman erzählt von den Folgen des Krieges und den Spuren, die er über Generationen hinweg hinterlässt. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ohne Erinnerung ...

Darum geht es:
Der Roman erzählt von den Folgen des Krieges und den Spuren, die er über Generationen hinweg hinterlässt. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ohne Erinnerung an seine Herkunft gefunden wird. Er erhält den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, das von Strenge und Härte geprägt ist. Dort begegnet er der älteren Margret, einer Kriegswaise, die ihm Schutz und Nähe bietet. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe Bindung, die ihr weiteres Leben prägt. Trotz ihres Wunsches nach einem normalen Dasein werden sie immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Viele Jahre später beginnt ihre Urenkelin Emily, das Schweigen innerhalb der Familie zu brechen, und entdeckt, wie sehr die Erlebnisse ihrer Urgroßelter das Leben der nachfolgenden Generationen beeinflusst haben.

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch ist für mich ein absolutes Jahreshighlight. Die Geschichte ist mir von der ersten Seite an so sehr unter die Haut gegangen, dass ich durchgehend einen Kloß im Hals hatte.
Das Schicksal, das über Generationen eine ganze Familie prägt, hat mich zutiefst sprachlos gemacht. Immer wieder wechselt die Erzählung zwischen Rückblicken in die Vergangenheit und der Gegenwart, wodurch die Entwicklungen und Zusammenhänge der Figuren sehr eindringlich werden. Was Hartmut und Margret erlebt haben, überschreitet jede Grenze des Menschlichen. Gedemütigt, Gewalt und Entwürdigung prägen ihre Kindheit in einem System, das eigentlich Schutz versprechen sollte, stattdessen aber zerstört. Dabei wird sehr deutlich, dass wir uns nicht aussuchen können, in welche Umstände wir hineingeboren werden, und wie prägend diese für unser Leben sein können. Die Autorin beschreibt all dies so authentisch, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Figuren sind mir dabei besonders ans Herz gewachsen. Egal, ob ich Hartmut (Hardy) als kleinen Jungen im Heim begleitet habe oder ihn später als Urgroßvater erlebt habe, seine Entwicklung und seine Verletzlichkeit berühren tief. Auch seine Urenkelin Emily ist eine beeindruckende Figur. Schon als junges Mädchen zeigt sie Stärke und Entschlossenheit, trotz der belastenden Vergangenheit ihrer Mutter, ihrer Großmutter und ihrer Urgroßeltern. Ihre Geschichte verbindet Gegenwart und Vergangenheit auf eindrucksvolle Weise und macht die familiären Verstrickungen sowie die Auswirkungen von Hardy und Margrets Schicksal greifbar und lebendig

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein intensives, unvergessliches Leseerlebnis, das unter die Haut geht und die Kraft von Liebe und Familie spürbar macht. Chapeau, liebe Susanne Abel, für diese meisterhaft erzählte Geschichte! ❤️❤️❤️

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Ein wundervoller, bewegender Roman!

Traummomente in der Bergpraxis
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Darum geht es:

Nach vierzehn Jahren kehrt Marie nur widerwillig in ihre Heimat zurück. Zu tief sitzen die Erinnerungen an das Unglück, das damals alles verändert hat. Doch als ihre Großmutter Fanny Hilfe ...

Darum geht es:

Nach vierzehn Jahren kehrt Marie nur widerwillig in ihre Heimat zurück. Zu tief sitzen die Erinnerungen an das Unglück, das damals alles verändert hat. Doch als ihre Großmutter Fanny Hilfe braucht, zögert Marie nicht lange. Für sie ist klar: Familie geht vor. Schon bald findet sie sich in dem kleinen Dorf Waldkirch wieder und in einer neuen Stelle als Arzthelferin. Ihr Chef, der Kinderarzt Simon Thaler, verkörpert alles, was Marie hinter sich lassen wollte. Verbundenheit mit den Bergen, Vertrauen ins Leben und die Fähigkeit, zu fühlen. Mit seiner ruhigen Art und seinem offenen Herzen bringt er sie immer wieder aus dem Gleichgewicht. Doch Marie hat sich geschworen, nie wieder jemanden in Waldkirch ihr Herz zu schenken. Wird sie erneut davonlaufen?

Mein Leseeindruck:

Ich habe den zweiten Band der Bergpraxis-Reihe sogar noch mehr geliebt als den ersten! Jana Lukas versteht es, Emotion, Tiefe und Lebensnähe miteinander zu verbinden und mich als Leserin mitten ins Herz zu treffen. Marie Brunner hat es alles andere als leicht, als sie nach Waldkirch zurückkehrt. Nicht nur die Erinnerungen an die Vergangenheit machen ihr zu schaffen, auch die Vorurteile und das Gerede im Dorf setzen ihr zu. Zu sehen, wie sie mit dieser Ablehnung umgeht, hat mich sehr berührt. Trotz der Kränkungen und Ablehnungen bleibt sie sich irgendwie selbst treu, zeigt Stärke, wo andere längst aufgegeben hätten, und wächst über sich hinaus. Ich habe sie vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen und unheimlich mit ihr mitgelitten. Und können wir bitte über Simon Thaler sprechen? Was für ein toller Mann! Warmherzig, authentisch und mit einer ruhigen Tiefe, die einen sofort beim Lesen erreicht. Durch den Perspektivenwechsel zwischen Marie und Simon konnte ich Gefühle, Ängste und Hoffnungen noch intensiver nachempfinden. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig, bildhaft und voller Gefühl. Man fliegt nur so durch die Seiten, spürt die klare Bergluft, das Kribbeln erster Gefühle und den Schmerz vergangener Wunden.

Fazit:

5/5 Sterne! Ein wundervoller, bewegender Roman über Mut, Vergebung und die Kraft, wieder an das Gute zu glauben. Für mich das bisher schönste Buch der Reihe.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Ein Buch, das man nicht einfach weglegt, sondern das einen begleitet.

Freitags um fünf
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Darum geht es:
Bundeskanzler Ernst Meister verläuft sich eines Tages im eigenen Amt und landet unvermittelt draußen, wo ein zehnjähriges Mädchen namens Emma mit Murmeln spielt. Eine handgeschriebene Karte ...

Darum geht es:
Bundeskanzler Ernst Meister verläuft sich eines Tages im eigenen Amt und landet unvermittelt draußen, wo ein zehnjähriges Mädchen namens Emma mit Murmeln spielt. Eine handgeschriebene Karte mit „Freitag um fünf“ und eine beigefügte Murmel markieren den Anfang einer ungewöhnlichen Freundschaft. Zwischen Aktenbergen und Termindruck erinnert Emma den Kanzler daran, was wirklich zählt.
Die Welt mit neugierigen Augen zu sehen und die kleinen Wunder des Lebens nicht aus dem Blick zu verlieren. Manchmal braucht es nur eine Begegnung, um alles zu verändern.

Mein Leseeindruck:
Auf knapp 160 Seiten erzählt der Autor Thomas Montasser eine warmherzige und zugleich tiefgründige Geschichte, die mich vom ersten Satz an gefesselt hat. Montasser versteht es meisterhaft, mit einem feinfühligen, flüssigen Schreibstil Szenen so lebendig zu zeichnen, dass man als Leser das Gefühl hat, direkt neben den Figuren zu stehen. Besonders das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt hat mich tief berührt. Durch eine zufällige Begegnung entsteht eine Verbindung, die beiden neue Perspektiven schenkt. Die Geschichte strahlt unheimlich viel Wärme aus, ohne je ins Kitschige zu rutschen. Sie erinnert daran, was im Leben wirklich zählt: Zeit füreinander, ein offenes Herz und der Blick für die kleinen Wunder.
Das Ende war für mich ein besonderer Höhepunkt. Leise, aber kraftvoll, und es hinterlässt ein wohliges Gefühl, das man nur bei Büchern hat, die noch lange im Herzen nachhallen.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein Buch, das man nicht einfach weglegt, sondern das einen begleitet. Still, schön und unvergesslich ♥️

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Ein Familienroman voller Stärke, Verlust, Hoffnung und Wahrheit!

Die Akte Schneeweiß
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Darum geht es:
Bielefeld 1963: Katja Schilling träumt davon, Ärztin zu werden, doch ihre Herkunft steht dem im Weg. Als ihr Großvater spurlos verschwindet und sein Name zum Tabu wird, bleibt sie mit vielen ...

Darum geht es:
Bielefeld 1963: Katja Schilling träumt davon, Ärztin zu werden, doch ihre Herkunft steht dem im Weg. Als ihr Großvater spurlos verschwindet und sein Name zum Tabu wird, bleibt sie mit vielen offenen Fragen zurück.
Bielefeld 1936: Mathilde Schneeweiß arbeitet als Sprechstundenhilfe bei einem Arzt, mit dem sie heimlich Frauen in Not hilft. Doch ihr Engagement bleibt nicht unbeobachtet und stellt sie vor eine gefährliche Entscheidung Zwei Lebenswege, die über Jahrzehnte hinweg miteinander verknüpft sind.

Mein Leseeindruck:
Große Liebe für diesen Roman! Wieder einmal eine Geschichte, die mich vollkommen eingenommen und emotional bewegt hat. Auf zwei Zeitebenen, Bielefeld 1936 und 1963, entfaltet sich ein bewegendes Familiengeheimnis, das über Jahrzehnte hinweg nachwirkt. Im Mittelpunkt stehen zwei mutige, starke Frauen: Mathilde, die in dunkler Zeit Frauen hilft obwohl sie dabei alles riskiert. Und Katja, die in der Nachkriegszeit mit einem großen Traum und vielen offenen Fragen aufwächst. Besonders Katja ist mir sehr ans Herz gewachsen, eine beeindruckende Protagonistin, deren Weg ich mit großer Anteilnahme begleitet habe. Die Autorin hat den Zeitgeist unglaublich authentisch und einfühlsam eingefangen. Es berührt mich immer wieder zutiefst, welches Leid Menschen, besonders Frauen, während und nach dem Krieg ertragen mussten. Ein Familienroman voller Stärke, Verlust, Hoffnung und Wahrheit. Und das Ende? Hat mich mit einem warmen, zufriedenen Gefühl zurückgelassen. Ganz, ganz große Leseempfehlung! ♥️

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein bewegender, klug erzählter Roman über Mut, Schweigen und das Weitergeben von Wahrheit, berührend bis zur letzten Seite.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Ein unheimlich menschliches Buch!

Vergiss mich
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Darum geht es:
In Alex Schulmans autobiografisch geprägtem Roman steht das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Sohn im Zentrum. Der Erzähler blickt zurück auf eine Kindheit voller emotionaler Unsicherheit ...

Darum geht es:
In Alex Schulmans autobiografisch geprägtem Roman steht das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Sohn im Zentrum. Der Erzähler blickt zurück auf eine Kindheit voller emotionaler Unsicherheit und dem Schweigen über die Alkoholerkrankung der Mutter In einem von Sprachlosigkeit geprägten Familienklima lernen die Kinder, auf jede Regung der Mutter zu achten, immer in der Hoffnung, ihre Liebe zu gewinnen. Jahre später kehrt der Sohn als Erwachsener ins Sommerhaus der Mutter zurück, um sie vom Trinken abzuhalten und zu einem Entzug zu bewegen. Diese Begegnung wird zur schmerzhaften Rückschau. Wie wurde aus der einst lebensfrohen Frau ein Schatten ihrer selbst?

Mein Leseeindruck:
Alex Schulman legt mit diesem Buch ein Werk vor, das man nicht einfach liest, sondern es wird erlebt, durchlitten und nachempfunden. Selten gelingt es Autor:innen, familiären Schmerz so ungeschönt und gleichzeitig so literarisch stark greifbar zu machen. Der Autor schreibt mit einer Ehrlichkeit, die fast weh tut. Seine Sprache ist klar, zurückhaltend und gerade dadurch so wirkungsvoll. Jeder Satz trägt die Schwere der Erinnerung, und doch klingt nichts pathetisch. Was dieses Buch so besonders macht, ist seine emotionale Wucht. Es geht nicht um lautes Drama, sondern um das leise Zerbrechen zwischen den Zeilen. Eine Mutter, die sich über Jahre hinweg verliert, in sich selbst, im Alkohol, und ein Sohn, der nie aufhört, sich nach ihrer Liebe zu sehnen. Die Schilderung dieser Beziehung trifft ins Mark. Trotz aller Schwere hat das Buch auch helle Momente. Es ist der Blick des Erwachsenen, der versucht zu verstehen, der dem Schmerz Worte gibt und dem Schweigen der Vergangenheit endlich eine Stimme. Genau darin liegt etwas Tröstliches „Vergiss mich" hat mich gefesselt, berührt und überwältigt. Wer sich auf diese Geschichte einlässt, wird nicht unberührt bleiben. Es ist ein tieftrauriges, gleichzeitig aber auch sehr menschliches Buch.
Und vielleicht gerade deshalb: WUNDERSCHÖN! ♥️

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein schmerzlich ehrliches, berührendes Buch über familiäre Wunden.
Still, stark und lange nachhallend.

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