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Veröffentlicht am 09.07.2025

Der nächste Einsatz für das Ermittlerduo Käthe & Hinnerk

Die eiskalte Strohwitwe von Sylt
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Nachdem der erste Küstenkrimi „Der tote Kurschatten von Sylt“ so ein großer Erfolg wurde, hat Dany R. Wood nun sein neustes Werk „Die eiskalte Strohwitwe von Sylt“, dass im Juni 2025 im Arturo – Verlag ...

Nachdem der erste Küstenkrimi „Der tote Kurschatten von Sylt“ so ein großer Erfolg wurde, hat Dany R. Wood nun sein neustes Werk „Die eiskalte Strohwitwe von Sylt“, dass im Juni 2025 im Arturo – Verlag erschienen ist, vorgelegt. Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Fall für Oma Käthe, die mit ihrem Lebensgefährten und Ex- Inselkommissar Hinnerk auf eigener Faust, ermittelt. Seit Jahren bin ich ein riesengroßer Fan von Familie Backes, aber genauso liebe ich es, wenn Oma Käthe als Miss Marpel unterwegs ist und so zog es mich erneut auf die schöne Insel Sylt.

Tipp: Zwar kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen, aber dabei gehen wichtige Hintergrundinformationen verloren. Besser ist es, wenn man bei den Dorfkrimis um Familie Backes anfängt. Die Reise ins Saarland lohnt sich definitiv!

Wer schon einmal das eine oder andere Buch des Autors gelesen hat, weiß den leichten und humorvollen Schreibstil zu schätzen. Ganz egal, wie viele Jahre bereits vergangen sind, ich liebe ihn immer noch. Dieser Humor, denn Dany R. Wood immer wieder zu Papier bringt, ist einfach einzigartig und ich kann einfach nie genug davon bekommen. Keine Ahnung, woher er immer wieder seine Pointen herholt, aber eines weiß ich: diese Quelle darf nie versiegen! Zudem dürfen seine authentischen und lebensnahen Charaktere den Humor in vollen Zügen ausleben wodurch eine wundervolle und brillante Situationskomik entstehen kann, die einem die Lachtränen in die Augen schießenlassen.

Oma Käthe verweilt mal wieder bei ihrem Lebensgefährten Hinnerk auf Sylt, aber eine richtige Urlaubsstimmung will sich einfach nicht einstellen. Der Stimmungskiller ist auch rasch gefunden und hat sogar einen Namen: Ellen, die Schwester von Hinnerk, die normalerweis in Amerika lebt. Für ein paar Wochen hat sie sich jetzt bei Hinnerk und Käthe eingenistet und das sorgt für Zündstoff. Permanent geraten sie und Käthe aneinander und genau in diesem Moment kommt Käthes Chance um die Ecke. Anstatt sich nur an zu zicken ergreift sie die Flucht und nimmt den Job als Haushaltsdame bei den Lindholms an. Das bisschen Putzen wird wohl zu schaffen sein, wäre da nicht die hübsche Brasilianerin Fernanda. Eine ziemlich temperamentvolle junge Frau, die ebenfalls gerne aneckt. Das erste Opfer ist ausgerechnet Oma Käthe, aber die verweist sie sofort in ihre Schranken. Am nächsten Morgen liegt Fernanda ermordet und im Sand verbuddelt am Strand. Der Mörder ist auch schnell gefunden: ihr Stalker! Soll es wirklich so einfach sein? Oma Käthe will dies nicht glauben und ermittelt in der Villa Lindholm. Was sie allerdings sehr stutzig macht, dass keiner Fernanda eine Träne nachtrauert. Eher im Gegenteil! Dies ist aber nicht das Einzige, was Käthe auffällt: das gesamte Verhalten unter den Lindholms ist recht eigenartig. Käthes und Hinnerks Neugierde ist mehr als nur geweckt und das Ermittlerduo will der Ursache auf den Grund gehen.

„Die eiskalte Strohwitwe von Sylt“ ist erneut ein Meisterwerk von Dany R. Wood. Sein Cosy Crime Krimi hat wieder alles, was ein guter Krimi ausmacht: ein unschlagbares Ermittlerteam, eine gute Prise Humor, ein gut durchdachter spannender Fall, mehrere Verdächtige und die entsprechenden Wendungen, die jedem Leser die Tätersuche erschwert. Während des Lesens versuche ich, auf den oder die Täter zu kommen, aber leider muss jedes Mal passen. Erst im letzten Drittel löst sich der Fall nach und nach auf und genau dies liebe ich. Spannung bis zum Schluss!

5 von 5 Sternen und ich hoffe und wünsche mir, dass Ermittlerin Oma Käthe noch lange nicht in Rente geschickt wird. Sie ist definitiv zu jung für die Rente!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2025

Zwei Frauen kämpfen für ihre Freiheit

Die Frauen vom Rosenhag. Traum vom Neubeginn
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Karlskrona 1910:

Liv Boregard ist mit dem Reeder Sten verheiratet, aber ihre Ehe ist nicht glücklich. Ihr langersehnter Kinderwunsch blieb unerfüllt und zudem fühlt sie sich in ihrer Rolle als Ehefrau ...

Karlskrona 1910:

Liv Boregard ist mit dem Reeder Sten verheiratet, aber ihre Ehe ist nicht glücklich. Ihr langersehnter Kinderwunsch blieb unerfüllt und zudem fühlt sie sich in ihrer Rolle als Ehefrau immer mehr und mehr eingeengt. Am liebsten würde sie ausbrechen und alles hinter sich lassen. Eines Tages trifft sie Marlene. Marlene ist genau das Gegenteil von Liv. Eine junge Arbeiterin, die ihren Mann beim einen Schiffunglück verlor. Als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, wird sie auch noch von den anderen Seemannsfrauen, deren Männer ebenfalls bei diesem Unglück ums Leben kamen, angefeindet, denn an dieser Katastrophe soll Marlenes Mann Bjarne schuld sein. Obwohl die beiden Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen, entsteht eine wunderbare Freundschaft. Als Liv unverhofft ein Haus erbt, planen die beiden dort einen Rückzugsort für Frauen zu erschaffen. Dies alles geschieht hinter dem Rücken von Sten. Als er von diesem Geheimnis erfährt zeigt er sein wahres Ich und dies nicht nur Liv gegenüber.

Nachdem zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. die Waldfriede – Saga oder „Der Mondscheingarten“) hat Corina Bomann nun ihre neue Dilogie „Die Frauen vom Rosenhag – Traum vom Neubeginn“, die Mai 2025 im Penguin Verlag erschienen ist, vorgelegt. Seit Jahren liebe ich ihre Romane und so freute ich mich auf etwas Neues von ihr.

Bereits ab der ersten Seite konnte mich ihr leichter und wunderschöner Schreibstil verzaubern. Der bildhafte Erzählstil trug dazu bei, dass ich sofort in die Geschichte um Liv und Marlene ein und abtauchen konnte. Die kurzen Kapitel sorgten ebenfalls dafür, dass ich dieses Buch nicht so schnell aus den Händen legen konnte. Immer wieder erwischte ich mich dabei, dass ich das eine oder andere Kapitel noch lesen musste, bevor ich den Roman endgültig beiseitelegte. Hinzu kamen noch die authentischen und lebensnahen Charaktere, die die Geschichte perfekt abrundeten.

Zur Handlung: Liv Borgegard lebt mit ihrem Ehemann in einer schönen Villa. Eigentlich sollte sie glücklich sein, ist sie aber nicht. Ihr herrischer Mann Sten lässt sie das immer wieder spüren, gerade beim Thema Kinderlosigkeit, kennt er keine Gnade. Liv hingegen fühlt sich wie in einem goldenen Käfig und nichts liegt ihr ferner, als aus dieser Ehe auszubrechen. Als sie Marlene trifft, lernt sie auch die andere Seite des Lebens kennen. Marlene stammt zwar aus ärmlichen Verhältnissen, aber gerade das macht sie zu einer Kämpferin. Allein die Anfeindungen in ihrem Wohnort lassen sie nicht unterkriegen. Als Liv das Häuschen am Rosenhag erbt, wissen beide, dass dies ein Rückzugsort für Frauen werden soll, die unter der Gewalt ihrer Männer leiden. Als Sten davon Wind bekommt, wird der Plan kurzerhand zunichte gemacht.

Mit „Die Frauen vom Rosenhag – Traum vom Neubeginn“ hat Corina Bomann nicht nur eine Geschichte geschrieben, nein, sie entführt ihre Leserschaft in eine Welt um die Jahrhundertwende. Hier wird schnell klar, wie Frauen damals unter ihren Ehemännern kurzgehalten wurden. Kein Mitspracherecht, kein Verfügungsrecht über Erbschaften oder selbst das Recht auf Selbstbestimmung gab es nicht. Alles lief oder fiel über den Ehemann. Heute ein Ding der Unmöglichkeit. Mit ihrem Roman hat die Autorin auch gezeigt, dass es schon damals gelohnt hat, zu kämpfen. Zwar war dieser Weg mehr als steinig und führte nicht immer zum Ziel, aber einiges änderte sich. Ob und wie der Kampf sich bei Liv und Marlene gestaltet bzw. ausgehen wird, werde ich natürlich nicht verraten, aber so viel kann ich verraten: ich habe die beiden sehr gerne auf ihren Weg begleitet. Selbst die 585 Seiten haben mich nicht davon abgeschreckt, dieses Buch in wenigen Tagen „durch zu suchten“. Was mir nicht so gut gefielen, waren die vielen detaillierten Sexszenen. Meiner Meinung nach, könnte man sie ruhig weglassen. Aber dieses kleine Manko schmälerte meinen Lesegenuss nicht im Geringsten. Eher das Gegenteil trat ein. Sehnsüchtig warte ich auf den Herbst 2025, denn da soll der zweite Band dieser wunderschönen Saga erscheinen. Diesen lasse ich mir definitiv nicht entgehen, denn ich will wissen, wie die Geschichte um Liv und Marlene weitergehen wird, die hier mit einem fiesen Cliffhanger geendet ist.

Ein sehr unterhaltsamer Roman, der Lust auf die Fortsetzung macht. Dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen.

5 von 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2025

Anni und der tote Reporter

Hering, Strandluft, Mordgeflüster - Anni Gade und die Fördemorde
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Inhalt:
Stadtführerin Anni Gade bekommt die Chance ihres Lebens: sie soll als Praktikantin beim hiesigen Lokalsender arbeiten und diesen Job lässt sie sich natürlich nicht entgehen. Obwohl sie gar keine ...

Inhalt:
Stadtführerin Anni Gade bekommt die Chance ihres Lebens: sie soll als Praktikantin beim hiesigen Lokalsender arbeiten und diesen Job lässt sie sich natürlich nicht entgehen. Obwohl sie gar keine Erfahrung im Gebiet des Journalismus vorweisen kann, ist sie mit Feuereifer dabei. Bevor sie sich aber richtig eingearbeitet konnte, geschieht das Unfassbare: Reporter Timo Feddersen liegt tot vor der Wendeltreppe! Ist er betrunken die Treppe heruntergefallen? Wäre möglich, aber was nach einem Unfall aussieht, entpuppt sich als Mord. War es einer seiner Kollegen und falls ja, mit welchen Motiv? Nicht nur Kommissar Jan Christiansen beginnt mit seinen Ermittlungen, sondern auch Anni versucht auf eigene Faust den oder die Täter zu überführen. Ob es ihr gelingen wird oder ob sie sich erneut in Gefahr bringt, bleibt abzuwarten…

Nach dem Auftaktband „Ostsee, Klönschnack und ein Mord“ – Anni und die Fördemorde“ hat Inga Schneider nun den zweiten Fall „Hering, Strandkorb, Mordgeflüster“, der im Juni 2025 im Saga Egmont Verlag erschienen ist, vorgelegt. Ich muss gestehen, dass ich den ersten Fall von Anni (noch) nicht gelesen habe, aber die Fälle werden jeweils abgeschlossen und somit ist es kein Problem, als Quereinsteigerin zu starten (vielleicht fehlt die eine oder andere Hintergrundinformation zu dem jeweiligen Charakter). Der Klapptext des aktuellen Buches hat meine Neugierde mehr als nur geweckt. Zudem bin ich ein großer Fan von Cosy Crime Krimis und so wollte ich mir diesen nicht entgehen lassen. Also, ab zum Flensburger Lokalsender

Bereits ab der ersten Seite konnte mich der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin in seinen Bann ziehen. Die Seiten flogen förmlich nur so dahin. Zudem mochte ich die bildhafte Kulissenbeschreibung. Während des Lesens entstand das Gefühl, als ob ich live vor Ort wäre. Dank Inga Schneider, die mir Flensburg (wenn auch nur buchtechnisch) ein wenig näherer gebracht hat. Ihre Stadtbildbeschreibungen machen Lust, die Stadt einmal selbst zu erkunden. Zu den oben genannten Punkten dürfen sich auch die sympathischen Charaktere gesellen. Mit ihrer authentischen und lebensnahen Darstellung konnten sie sehr schnell mein Herz erobern. Besonders witzig fand ich Annis Haustier: Erpel Hugo!

Die Handlung ist ein witziger, aber durchweg spannender Cosy Crime Krimi. Die aufgeschlossene Anni scheut keine Herausforderungen. Ihre mutige und neugierige Art und Weise gefiel mir auf Anhieb, aber auch Kommissar Jan Christiansen mochte ich von Beginn an. Zwar ist er genau das Gegenteil von ihr, etwas reserviert und meistens schlecht gelaunt (was aber u.a. durch seine neuen Lebensumstände hervorgerufen wird), dennoch scheint er das Herz auf dem rechten Fleck zu haben. Vielleicht gelingt es Anni, diese Stelle bald zu finden? Wer weiß…wer weiß…

Während des Lesens habe ich den Versuch gestartet, den oder die Täter zu ermitteln, aber Pustekuchen. Inga Schneider hat (besonders am Schluss) einige Wendungen so brillant eingeworfen, dass ich keine Chance hatte, den Fall vorzeitig zu lösen. Kompliment und ich liebe Krimis, die bis zum Schluss spannend bleiben.
Einziges Manko: die knapp 352 Seiten waren leider sehr schnell ausgelesen.

Dies wird definitiv nicht der letzte Fall von Anni Gade sein. Den ersten Teil habe ich schon hier liegen, aber genauso neugierig warte ich auf den dritten Fall, der voraussichtlich im Frühjahr 2026 erscheinen soll.

5 von 5 Sternen und ein Muss für alle Cosy Crime Fans.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Wer braucht schon die Karibik

Aber bitte mit Sonne
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Inhalt:
Lucy hat Geburtstag, aber groß feiern möchte sie nicht. Ihre Freundin Jacky macht ihr einen dicken Strich durch die Rechnung, denn sie hat eine Überraschungsparty organisiert. Diese Feier wird ...

Inhalt:
Lucy hat Geburtstag, aber groß feiern möchte sie nicht. Ihre Freundin Jacky macht ihr einen dicken Strich durch die Rechnung, denn sie hat eine Überraschungsparty organisiert. Diese Feier wird sie definitiv nicht so schnell vergessen, denn Jacky eröffnet ihr, dass sie von München wegziehen will. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, ertaste Lucy auch noch einen kleinen Knoten in ihrer Brust. Was nun? In einer Kurzschlussreaktion beschließt sie, ihr Leben neu zu ordnen. Sie kündigt ihren Job, ihre Wohnung und will, die ihr noch verbleibende Zeit, mit Reisen verbringen. Bevor es für sie in die Karibik geht, fährt sie noch ein paar Tage zu ihrem Onkel Mike. Kurz vor ihrem Urlaubsantritt passiert das, was eigentlich nicht passieren sollte: Lucy hat einen Unfall und kommt mit Gipsbein nach Hause. Traumreise ade! Um Lucy ein wenig aufzuheitern organisiert Mikes Koch Matteo ihr einen unvergesslichen Strandurlaub in Bayern. Ob es ihm gelingen wird, sie auch noch für weitere Ideen begeistern zu können, bleibt abzuwarten.

Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. „Das Weihnachtslied“ oder „Ziemlich hitzige Zeiten“) hat Angelika Schwarzhuber nun ihr neustes Werk „Aber bitte mit Sonne“, dass im Juni 2025 im blanvalet – Verlag erschienen ist, vorgelegt. Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher und wer bei diesem Anblick kein Urlaubsfeeling bekommt, ist selber schuld. Der Klapptext versprach mir eine humorvolle Geschichte mit ernstem Hintergrund. Ich liebe, die Art und Weise, wie die Autorin sensible Themen so herzerfrischend „verpackt“. Eins kann ich versprechen: die Unterhaltung kommt hier definitiv nicht zu kurz. Eher im Gegenteil!

Wer schon das eine oder andere Buch der Autorin gelesen hat, weiß ihren flüssigen und leichten Schreibstil mehr als nur zu schätzen. Bei ihren Romanen muss ich immer aufpassen, dass ich langsam lese und die Geschichte genieße. Die Gefahr, dass man nur so durch die Seiten rauscht, ist verdammt groß. Der bildhafte Erzählstil beschert mir immer wieder ein grandioses Kopfkino und so war es auch hier: eine wunderbare Kulisse mit sehr sympathischen Charakteren, die authentischer nicht hätten sein können. Was will der Leser mehr? Nichts!

Die Handlung ist zwar fiktiver Natur, aber dennoch kann dieses reale Ereignis jeden treffen. Wer kennt sie nicht, die Angst vor einer Diagnose, die einem Angst und Bange macht und einem so weit treibt, dass man sein Leben überdenkt. Was mache ich mit meiner noch verbleibenden Zeit? Was will ich noch erleben? Lucy hat genau das erlebt und sich die diese Frage gestellt, um kurz darauf alles auf Anfang zudrehen. Was sie allerdings versäumt hat, sich jemanden anzuvertrauen, um den einen oder anderen guten Ratschlag zu beherzigen. Ihr Leben wäre ein wenig leichter geworden. Deshalb sollte man nie vergessen, dass es Menschen gibt, die einem den nötigen Halt geben und für einander da sind. Gerade in schwierigen Situationen.

„Aber bitte mit Sonne“ ist ein unterhaltsamer und humorvoller Roman, der aber auch zum Nachdenken anregt.
Was mir nicht so gut gefallen hat, dass die 318 Seiten wieder viel zu schnell ausgelesen waren. Ganz egal, wie langsam ich lese, dieser Roman ist definitiv zu schnell zu Ende.

Wer beim Lesen Lust auf die eine oder andere kulinarische Köstlichkeit bekommen haben sollte, der findet am Ende des Buches einige Rezepte zum nachkochen bzw. – backen. Viel Spaß und gutes Gelingen!!

5 von 5 Sternen und dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen (und nicht nur als Urlaubslektüre).

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Eine bewegende Geschichte, die einen nicht so schnell loslässt

Am Meer ist es schön
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Inhalt:
Die achtjährige Susanne wird, auf Anraten des Arztes, in eine Kurklinik geschickt. Sechs Wochen soll ihr Aufenthalt in St. Peter Ording dauern und auf den ersten Blick klingt dies verlockend. Mit ...

Inhalt:
Die achtjährige Susanne wird, auf Anraten des Arztes, in eine Kurklinik geschickt. Sechs Wochen soll ihr Aufenthalt in St. Peter Ording dauern und auf den ersten Blick klingt dies verlockend. Mit anderen Kindern den ganzen Tag am Meer zu verbringen, wer möchte da nicht tauschen. Die Wirklichkeit sah leider anders aus: wer nicht hören will, der bekommt es auch zu spüren! Unartige Kinder wurden gedemütigt, in den Keller gesperrt oder mussten stundenlang auf einen Stuhl stehen. Ihre Briefe wurden kontrolliert und wenn der Text den Erziehern nicht gefiel, wurde dieser zerrissen und musste nach Vorgaben neu geschrieben werden. Was eigentlich zur Erholung dienen sollte, war der pure Horror und die zarten Kinderseelen wurden mehr und mehr vergiftet. Spätfolgen wurden in Kauf genommen.

Mittlerweile ist Susanne erwachsen, alleinerziehend und lebt mit ihrer Tochter Julia in München, wo auch ihre Mutter in einem Seniorenheim lebt. Als Louise im Sterben liegt, bittet sie Susanne um Entschuldigung, woraufhin Susanne erstmals über die schreckliche Zeit an der Nordsee berichtet. Schockierend hören Mutter Louise, Bruder Wolfgang, Schwester Edith und Tochter Julia zu und sind über die Verhaltensregeln in der Kur herrschten, entsetzt.

„Am Meer ist es schön“ ist das neuste Werk von Barbara Leciejewski, dass im Mai 2025 im List Verlag erschienen ist. Ich liebe die bewegenden Romane der Autorin, aber dieses ist mit keinem der Vorherigen zu vergleichen. Zwar sind Charaktere sowie der Handlungsort „Haus Morgentau“ hier fiktiver Natur, aber die Handlungen basiert auf wahre Begebenheiten. In vielen Verschickungsheimen herrschten solch herzlose und grausame Erziehungsmaßnahmen und keiner konnte was dagegen tun. Die absolute Verschwiegenheit und auch das alles unter den berühmten Teppich gekehrt wurde, trugen dazu bei, dass nichts an die Öffentlichkeit drang. Erst nachdem Betroffene ihr Schweigen gebrochen und von ihren Erlebnissen erzählt haben, wurden diese schrecklichen Zustände publik. Dank einer Reportage, die die Autorin per Zufall im Fernsehen gesehen hatte, beschloss Barbara Leciejewski sich dieses Thema anzunehmen und eine Geschichte zu kreieren. Ich muss gestehen, dass ich mit dem Thema „Verschickungskindern“ rein gar nichts anfangen konnte, aber der Klapptext und die dazugehörige Leseprobe haben meine Neugierde mehr als nur geweckt. Obwohl der Schreibstil flüssig und auch leicht zu lesen ist, musste ich dieses Buch mehrfach aus den Händen legen. Ich war einfach nur schockiert und unfassbar wütend, was man Schutzbefohlenen alles antat. Anstatt ihnen zu helfen, wurde ihnen noch mehr Leid zugefügt. Für mich ist es immer noch völlig unvorstellbar, dass solch grausame Zustände bis weit in die 80er Jahre unentdeckt blieben. Obwohl mich dieser Roman noch lange noch beschäftigen wird, werde ich das eine oder andere Buch zu diesem Thema garantiert noch lesen.

5 von 5 Sternen und dieser Roman muss gelesen werden.


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