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JuliaRiccarda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2025

ein unverschämter Ermittler und rätselhafte Morde

Alex Brandt
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Inhalt:
Alexander Brandt und sein Team stehen vor einem Rätsel. Fünf Menschen wurden grausam ermordet, ihrer Herzen beraubt und doch tragen sie alle ein seliges Lächeln im Gesicht. Die Ermittler stoßen ...

Inhalt:
Alexander Brandt und sein Team stehen vor einem Rätsel. Fünf Menschen wurden grausam ermordet, ihrer Herzen beraubt und doch tragen sie alle ein seliges Lächeln im Gesicht. Die Ermittler stoßen auf eine Mordserie, die ihren Anfang vor langer, langer Zeit hatte.
Cover und Titel:
Schon das Cover macht echt was her, schlicht und wie man es in dem Genre erwartet doch düster: Ein menschliches Herz auf rot-schwarzem Hintergrund, passend zum Titel „Blutige Herzen“. Sowohl Cover als auch Titel passen prima zum Inhalt und haben mich neugierig auf den Thriller gemacht.
Meine Meinung:
Alexander Brandt ist sicher nicht der typische Sympathieträger, eher ein echtes Ekelpaket. Doch ein Ermittler muss meiner Meinung nach beileibe nicht immer nett sein, um interessant zu wirken, im Gegenteil. Die arrogante, sarkastische Art von Alex finde ich spitze. Das ist mal was ganz anderes. Nicht selten musste ich über seine doofen Sprüche und den unmöglichen Umgang seinen Mitmenschen gegenüber grinsen. Begegnen würde ich ihm im realen Leben nicht wollen, aber gelesen habe ich gern über ihn. Auch die anderen Teammitglieder sind keine Null-Acht-Fünfzehn-Charaktere, sondern gut ausgearbeitete, spannende Figuren.
Der Prolog beginnt schon mal sehr ungewöhnlich, anders als erwartet und lässt den Leser mit Fragen zurück. Auch die Geschichte an sich ist spannend, voller Rätsel und endet schließlich mit einem fulminanten Finale. Die historischen Bezüge sind eine Besonderheit und gut in die Story eingebettet. Die Mordschauplätze sind zum Teil recht ausführlich und grausam beschrieben. Nichts für schwache Nerven, also auch nichts für meine Nerven. Aber solche Passagen überfliege ich dann eben, von dem her hat es mich auch nicht gestört.
Das Buch liest sich zunächst wie ein „normaler“ Thriller. Erst nach über der Hälfte macht er seinem Namen Mystery-Thriller alle Ehre, denn ab hier kommen stimmungsvolle, mystische Elemente hinzu, die mir auch den einen oder anderen Gänsehautmoment beschert haben.
Der Schreibstil ist sehr detailliert wie ich finde und erzeugt damit zwar auf jeden Fall Atmosphäre. Mir war er jedoch etwas zu ausführlich, fast langatmig, und teilweise auch zu schwülstig.
Der Thriller spielt zum großen Teil in Frankfurt. Gegen Ende werden ein paar Orte dort erwähnt. Da ich selbst noch nie in Frankfurt war, hatte das für mich jetzt nicht unbedingt einen Mehrwert. Für diejenigen, die Stadt schon einmal besucht haben, wird das aber durchaus ein kleiner Bonus sein, denke ich.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

albtraumhafte Ferien

Tell Me Lies
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Cover und Titel:
Das Cover ist recht düster und zeigt das Ferienhaus, in dem die Protagonisten Urlaub machen. Insofern passt es sowohl zum Genre als auch zur Story. Allerdings wäre es mir jetzt nicht besonders ...

Cover und Titel:
Das Cover ist recht düster und zeigt das Ferienhaus, in dem die Protagonisten Urlaub machen. Insofern passt es sowohl zum Genre als auch zur Story. Allerdings wäre es mir jetzt nicht besonders ins Auge gestochen, hätte ich das Buch im Laden entdeckt. Was mir gut gefällt, ist die Schrift des Titels. Sie weiß-grau, glitzert und ist aufgeraut. Das wirkt edel.
Der Titel „Tell Me Lies“ passt zwar zum Buch, würde aber auch zu vielen anderen passen. Ich hätte eher „Owl Cottage“ oder etwas anderes mit Eulen gewählt.
Inhalt:
Hannah und Sam machen gemeinsam mit ihrer achtjährigen Tochter Urlaub in Cornwall in dem wunderschönen Owl Cottage um ihre Ehe zu retten. Doch schon bald findet Hannah tote Eulenküken im Haus und andere merkwürdige Dinge geschehen. Kann sie Sam wirklich trauen? Und sich selbst?
Meine Meinung:
Die allermeisten Kapitel der Geschichte sind in der Ich-Form aus Hannahs Perspektive geschrieben. Soweit, so gut. Allerdings redet sie von ihrem Ehemann nicht in der dritten Person, sondern spricht ihn direkt an. Es heißt also nicht „Sam tat das und das“, sondern „Du tatest das und das“. Wohlgemerkt findet man diese Formulierungen nicht nur in der wörtlichen Rede, wo man sie ja erwarten würde, sondern im ganzen Buch. Das fand ich doch sehr gewöhnungsbedürftig und ehrlichgesagt habe ich mich bis zum Schluss nicht wirklich daran gewöhnt. Zwischendurch gibt es auch einzelne Kapitel aus der Sicht anderer Personen wie beispielsweise von Sam.
Was mir besonders gut gefallen hat, waren die eingeschobenen Kapitel aus der Vergangenheit. Zum Teil beziehen sich diese auf Hannahs Kindheit und Jugend, wo der Leser erfährt, dass sie etwas Schreckliches erlebt hat als sie klein war, sich aber nicht richtig daran erinnern kann und bis heute damit zu kämpfen hat. Zum anderen Teil beziehen diese Kapitel sich auf die jüngere Vergangenheit und die Story, was zu den Eheproblemen von Hannah und Sam führte. Allerdings erfährt man alles immer nur stückchenweise und hat genug Raum um selbst zu spekulieren.
Und was ist eigentlich im Owl Cottage los? Wer oder was steckt hinter all den seltsamen Vorfällen? Eigentlich war ich mir ja sicher die Lösung zu kennen, nur um dann doch wieder zu zweifeln, genau wie Hannah auch. Es ist wirklich grandios wie die Autorin es hier schafft Hannahs Unsicherheit auf den Leser zu übertragen.
Was die Spannung angeht bin ich etwas zwiegespalten. Grundsätzlich ist das Buch auf jeden Fall spannend, keine Frage. Dafür sorgen kurze Kapitel, Rätselraten und überraschende Wendungen. Allerdings waren mir manche Passage zu lang. Man dreht sich mit Hannah und ihren Gedanken im Kreis, was natürlich einerseits ihre Zweifel gut veranschaulicht, andererseits aber auch leicht langweilig wird. Für den Part von Hannahs Kindheit und das dort Erlebte hätte ich mehr erwartet und war von der Lösung fast ein wenig enttäuscht.
Das Setting im Owl Cottage, das wie der Name schon sagt komplett im Eulenstil eingerichtet ist, hat mir gut gefallen. Eine schöne Idee ein Ferienhaus zu einem bestimmten Thema einzurichten.
Fazit: Den Thriller empfehle ich auf jeden Fall weiter. Und die Autorin werde ich im Blick behalten.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Was ist böse?

All das Böse, das wir tun
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Vor dreißig Jahren verhaftet die Polizistin Itala Caruso einen vermeintlichen Serienmörder, der dann im Gefängnis stirbt.
Nun wird Amala, die Nichte der Anwältin Francesca Cavalcante, die den damals unschuldig ...

Vor dreißig Jahren verhaftet die Polizistin Itala Caruso einen vermeintlichen Serienmörder, der dann im Gefängnis stirbt.
Nun wird Amala, die Nichte der Anwältin Francesca Cavalcante, die den damals unschuldig Verhafteten erfolglos verteidigte, entführt. Gibt es einen Zusammenhang? Unerwartet taucht der mysteriöse Gerry auf und hilft Francesca bei der Suche nach ihrer Nichte. Doch was sind seine Motive?
Ich habe eine Ausgabe im wunderschönen Farbschnitt ergattert. Das Cover ist schlicht schwarz mit roter Schrift und kleinen lila Vögeln: Wirkt bedrohlich und einfach schön!
Der doch etwas sperrige Titel „All das Böse, das wir tun“ ist Programm. Fast jeder in dem Thriller hat etwas Böses getan, der eine mehr, der andere weiniger. Zentrale Themen sind mafiöse Strukturen, Korruption und Schlimmeres. Aber niemand wird moralisch verurteilt. So bleibt es dem Leser selbst überlassen, wen er als böse oder nicht böse einstuft.
Die Geschichte, die in und um das Örtchen Cremona nahe Mailand spielt, wird in zwei Zeitschienen erzählt, was ich ja sowieso immer sehr gerne mag: Zum einen ist da die Story von vor dreißig Jahren und zum anderen die der Gegenwart. Die jetzige Geschichte wird zum großen Teil aus Francescas Sicht erzählt. Es gibt aber auch immer wieder einzelne Kapitel aus Amalas Sicht, in denen der Leser erfährt, was die Schülerin in ihrer Gefangenschaft erlebt.
Die Hauptfiguren zeichnen sich alle durch besondere Tiefe aus und sind auch sehr verschieden. Francesca, die ich am meisten mochte und mit der ich mich auch gut identifizieren konnte, beispielsweise ist die erfahrene Anwältin aus reichem Haus. Sie will einfach nur ihre Nichte finden. Verständlich und menschlich.
Itala ist irgendwie das krasse Gegenteil. Sie ist jung, korrupt und kommt eher aus der Unterschicht. Aber auch sie hat ihre Geschichte, die sie zu dem gemacht hat, was sie ist. Und im Gegensatz zu manch anderem Kollegen hat sie ein Gewissen. Den Unterschied zwischen den beiden Frauen macht der Autor sogar noch durch die Sprache deutlich, die er in den jeweiligen Handlungseben wählt. Einerseits störte mich die manchmal doch recht derbe Ausdrucksweise in den Itala- Kapiteln etwas. Andererseits ist es ein geniales Stilmittel.
Und dann gibt es da noch Gerry. Es macht großen Spaß nach und nach herauszufinden, was ihn antreibt und woher er so plötzlich kommt. Zudem sei gesagt: Er ist ein wahnsinnig spannender, interessanter Charakter. Und ja, ich mochte ihn.
Besonders mochte ich es, die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen. Wenn dann Personen von „Damals“ im „Heute“ wieder auftauchten, freute mich das immer. Es war einfach interessant, zu sehen, wie sie sich in den dreißig Jahren weiterentwickelt haben.
Einzige Minuspunkte von meiner Seite sind die Geschichte um die Hornissen, die ich manchmal doch etwas eklig fand, und das „agentenhafte“ Vorgehen von Gerry. Er wird so ein bisschen wie Superman dargestellt, was ich dann doch recht unrealistisch fand.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

tolle Madrider Schauplätze

Roter Sommer
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Im Park Juan Carlos I in Madrid wird die Leiche eines Jugendlichen gefunden. Während ganz Spanien vor dem Fernseher sitzt und der Nationalmannschaft zujubelt, ermittelt Comissaria Maria Ruiz. Bald schon ...

Im Park Juan Carlos I in Madrid wird die Leiche eines Jugendlichen gefunden. Während ganz Spanien vor dem Fernseher sitzt und der Nationalmannschaft zujubelt, ermittelt Comissaria Maria Ruiz. Bald schon gibt es einen zweiten Toten. Kannten sich die zwei? Und was hat es mit dem rätselhaften Tattoo auf sich, das beide trugen?

Den Schreibstil fand ich angenehm und flüssig zu lesen. Die Story hat mir sehr gut gefallen. Spannend ist der Krimi auf jeden Fall, auch wenn mir die Spannung zwischendrin manchmal etwas zu kurz kommt. Das Finale ist dafür umso fulminanter.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven verschiedener Personen erzählt. Leider konnte ich mich mit niemandem so recht identifizieren. Ich fand die Kommissarin zwar nett, hätte aber gern noch mehr über ihre Gedanken und Gefühle gewusst, um mich mehr in sie hineinversetzen zu können.

Gleich zu Anfang wird aus Sichtweise eines Mannes geschrieben, von dem der Leser nicht weiß, welche Rolle er spielt. Dieser Mann taucht immer wieder auf. Das hat mir sehr gut gefallen. Es wird nicht zu viel verraten, man fragt sich aber natürlich immer, wie er in die Geschichte passt.

Ich war noch nie in Madrid, aber die Schauplätze sind so anschaulich beschrieben, dass ich mir alles bestens vorstellen kann. Das Buch macht richtig Lust in die spanische Metropole zu reisen und zu gucken, wo Maria ermittelt. Dass es zur Zeit der Fußball-WM spielt, die Spanien dann auch noch gewonnen hat, ist ein zusätzliches Plus. Der Autorin gelingt es hervorragend, die Ausnahmestimmung im Land rüberzubringen.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Geheimnis in den Bergen

Der Pfad
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Cutters Pass ist berühmt berüchtigt für die Touristen, die hier immer wieder verschwinden. Von bereits sieben Menschen verlor sich hier jede Spur. Der letzte, der verschwand, war Landon West. Abby lebt ...

Cutters Pass ist berühmt berüchtigt für die Touristen, die hier immer wieder verschwinden. Von bereits sieben Menschen verlor sich hier jede Spur. Der letzte, der verschwand, war Landon West. Abby lebt seit zehn Jahren in dem Ort und arbeitet in einem Hotel. Eines Tages checkt Trey West, der Bruder von Landon, ein und versucht herauszufinden, was mit Landon geschah. Je mehr Abby über Treys Recherchen herausfindet, desto mehr fragt sie sich, ob sie die Menschen in Cutters Pass überhaupt kennt oder ob sie ein düsteres Geheimnis hüten.

Das Cover zeigt die Gegend vor dem Hotel. Die düstere Atmosphäre und das Geheimnisvolle, das der Ort mit sich bringt, kommen richtig gut rüber. Daher finde ich, dass das Cover sehr gut passt und auch total Lust auf das Buch macht. Auch der Titel „der Pfad“ passt gut zu der Geschichte und hat mich gleich angesprochen.

Erzählt wird aus der Perspektive von Abby, die mir sympathisch war. Ich habe mit ihr mitgefiebert und mitgezittert.

Die ersten zwei Drittel des Buchs waren mit Längen durchzogen, was vielleicht auch der detailliierten Ortsbeschreibungen geschuldet war. Einerseits mochte ich die detaillierten Beschreibungen. Man konnte so richtig schön in das Setting eintauschen und die Atmosphäre von dem Ort in den Bergen und das Unwetter nachempfinden. Andererseits kam so nur bedingt Spannung auf. Im letzten Drittel ist es dafür super-spannend. Ein Rätsel jagt das nächste, der Leser stellt sich tausend Fragen, versucht Zusammenhänge herzustellen. Das hätte ich mir schon früher gewünscht. Wenn die Spannung sich durch das ganze Buch gezogen hätte, hätte es von mir eindeutig 5 Sterne gegeben. Da dies aber erst gegen Ende passiert, werden die Rätsel naturgemäß schnell wieder aufgelöst. Ich hätte gerne länger gerätselt. Am Ende gibt es noch überraschende Wendungen, trotzdem ist alles logisch aufgelöst und ich bin mit dem Ende sehr zufrieden.

Alles in allem ist das Buch angenehm zu lesen, auch wenn lange Sätze den Lesefluss manchmal etwas erschweren. Außerdem gibt es Worte, die ich so gar nicht kenne. Letzteres dürfte allerdings der Übersetzung geschuldet sein, wie ich vermute.

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