Profilbild von Lise_liest

Lise_liest

Lesejury Profi
offline

Lise_liest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lise_liest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2026

Spannendes Fußballabenteuer mit wichtiger Botschaft

Fußball Academy 7: Ein wahres Wunder
0

Der siebte Band der Fußball Academy "Ein wahres Wunder" hat meinen Sohn von Anfang an gefesselt, vor allem, weil er die vorherigen Teile bereits kannte und sich gefreut hat, die Geschichte weiterzuverfolgen.
In ...

Der siebte Band der Fußball Academy "Ein wahres Wunder" hat meinen Sohn von Anfang an gefesselt, vor allem, weil er die vorherigen Teile bereits kannte und sich gefreut hat, die Geschichte weiterzuverfolgen.
In diesem Band findet Yao einen geheimnisvollen Talisman, den er von da an immer bei sich trägt, beim Training, in der Schule und natürlich bei den Spielen. Der Talisman scheint ihm Glück zu bringen, doch als er ihn aus Versehen beim Spiel im Tor liegen lässt und verliert, gerät alles durcheinander. Ohne ihn kann sich Yao plötzlich nicht mehr richtig konzentrieren und schreibt sogar eine schlechte Note. Man fiebert richtig mit und fragt sich, ob er seinen Glücksbringer wiederbekommt.
Zum Glück wendet sich das Blatt, und Yao findet den Talisman wieder. M ihm kehrt auch sein Selbstvertrauen zurück. Die Geschichte zeigt dabei schön, wie wichtig der Glaube an sich selbst ist, auch wenn ein bisschen „Glück“ manchmal hilft.
Besonders gut gefallen haben mir die Illustrationen, die die Geschichte auflockern und lebendig machen. Außerdem ist es ein großer Pluspunkt, dass man zu dem Buch bei Antolin Punkte sammeln kann, was zusätzlich zum Lesen motiviert.
Insgesamt ist das Buch ideal für Fußballfans und für Kinder, die spannende Abenteuer lieben. Eine klare Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2026

Mit Witz und Feingefühl geschrieben

Mirabellentage
0

Mirabellentage von Martina Bogdahn ist ein Roman, der sich anfühlt wie ein langes, vertrautes Gespräch mit einer guten Freundin an einem sonnigen Nachmittag, bei duftendem Kaffee und einem köstlichen ...

Mirabellentage von Martina Bogdahn ist ein Roman, der sich anfühlt wie ein langes, vertrautes Gespräch mit einer guten Freundin an einem sonnigen Nachmittag, bei duftendem Kaffee und einem köstlichen Stück Kuchen.
Schon nach wenigen Seiten schafft es die Autorin, eine ländliche Idylle entstehen zu lassen, die nicht kitschig wirkt, sondern lebendig und ehrlich. Gerade diese Naturbeschreibungen haben mir besonders gut gefallen. Sie geben der Geschichte von Beginn an eine ruhige, entschleunigende Atmosphäre.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Anna, die Haushälterin des Pfarrers Josef, der gerade erst viel zu früh verstorben ist. Dabei war er nicht nur ihr Arbeitgeber, sondern auch ein enger und guter Freund, dem sie einen letzten Wunsch erfüllen soll, der sie allerdings vor einige kleine Herausforderungen stellt und die Frage aufwirft, wann eigentlich der richtige Moment ist, mutig zu sein. Bevor sie auch nur richtig durchatmen kann, steht außerdem schon sein Nachfolger Fridtjof vor der Tür. Bei all diesen Ereignissen begleite ich Anna als Leserin und genieße es, an ihren Gedanken, Erinnerungen und Erlebnissen, durchzogen von humorvollen, aber auch nachdenklichen Anekdoten, teilzuhaben.
Die Figuren in Mirabellentage wirken durchweg authentisch und greifbar. Man begegnet ihnen nicht wie Romanfiguren, sondern wie echten Menschen, vielleicht sogar wie Nachbarn. Besonders durch Annas Erzählungen entsteht ein lebendiges Bild des Lebens in Blumfeld, das von Gemeinschaft, Eigenheiten und kleinen Geschichten geprägt ist. Gerade diese Nähe macht die Figuren so sympathisch.
Der Schreibstil ist angenehm locker und amüsant, ohne dabei die ernsteren Töne zu verlieren. Diese Mischung gelingt der Autorin bemerkenswert gut, so habe ich geschmunzelt, inne gehalten und mich selbst in manchen Gedanken wiedererkannt.
Mit ihrer freundlichen, offenen Art wirkt Anna inspirierend und ihre Erkenntnis, dass Freiheit nichts Fernes oder Spektakuläres sein muss, sondern oft in den kleinen, mutigen Schritten des eigenen Weges liegt, klingt noch lange nach. Ein warmherziger Roman, der mit viel Witz und Weisheit zeigt, wie viel Tiefe in einem scheinbar einfachen Leben stecken kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Gefühlvolles Debüt

Restsommer
0

Wenn ich Restsommer von Kea von Garnier mit nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es wohl ein leises, aus tiefstem Inneren kommendes „Hach“.

Im Mittelpunkt des Coming of Age Romans steht der ...

Wenn ich Restsommer von Kea von Garnier mit nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es wohl ein leises, aus tiefstem Inneren kommendes „Hach“.

Im Mittelpunkt des Coming of Age Romans steht der 16-jährige Dominik, den wir durch einen Sommer begleiten, der mehr verändert, als er selbst zunächst ahnt. Während das Ende der Schulzeit näher rückt, steht für ihn eigentlich schon fest, wie sein Leben aussehen soll: Er soll später einmal das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen. Doch mit jedem Tag wächst die Frage, ob dieser Weg wirklich seiner ist. Dominik spürt immer deutlicher, dass er, bevor er sich ein Leben lang mit dem Tod anderer beschäftigt, erst einmal selbst richtig leben möchte. Als Biff neu in seine Klasse kommt, nimmt seine Leben plötzlich eine ganz neue Wendung an.

Besonders berührt hat mich, wie feinfühlig Kea von Garnier die Figuren in ihrem Debütroman zeichnet, nahbar und authentisch. Besonders die Unsicherheiten, Zweifel und vorsichtigen Hoffnungen von Dominik beschreibt sie sehr real. Ich konnte mit ihm in seine Gefühlswelt eintauchen und war berührt von der Liebesgeschichte, die sich vollkommen ohne Kitsch zwischen ihm und Biff angebahnt hat. Sie entwickelt sich genau im richtigen Tempo, wodurch sie ihren Zauber und gleichzeitig eine schöne Ernsthaftigkeit behält.

Ein Aspekt, der mich zusätzlich überrascht hat, waren die Einblicke in das Bestattungsinstitut. Dieses Setting ist ungewöhnlich und wird hier mit viel Respekt und Sensibilität behandelt. Der Roman schafft es, den Tod als Teil des Lebens zu zeigen, ohne schwer zu wirken, dafür ruhig, würdevoll und nachdenklich.

So entsteht insgesamt eine zarte, stimmungsvolle Geschichte über einen Sommer voller erster Male, Entscheidungen und leiser Aufbrüche.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.07.2025

Eindrucksvolles Debüt

Im Leben nebenan
0

„Im Leben nebenan“ war für mich ein Wechselbad der Gefühle. In Anne Sauers Romandebüt erwacht die kinderlose Toni plötzlich in einem alternativen Leben. Eins, in dem sie sich vor Jahren, als ...

„Im Leben nebenan“ war für mich ein Wechselbad der Gefühle. In Anne Sauers Romandebüt erwacht die kinderlose Toni plötzlich in einem alternativen Leben. Eins, in dem sie sich vor Jahren, als sie noch Antonia war, anders entschieden hat und nun Mutter ist.
In der “Was-wäre-gewesen-wenn“-Geschichte betrachtet Anne Sauer die unterschiedlichen Facetten einer Frau, wenn sie auf einmal nicht mehr die Frau ist, die sie vorher war, sondern als Mutter Verantwortung für ein neues Leben trägt, während sie sich von ihrem alten Leben innerlich sowie äußerlich immer weiter entfernt.
Zunächst spürte ich beim Lesen eine gewisse Distanz, denn Anne Sauer spart nicht mit den Ambivalenzen der Mutterschaft, und manches davon wirkte aufrüttelnd und unbequem. Doch mit jeder Seite wurde klarer: Diese Schonungslosigkeit ist notwendig, um die inneren Spannungen und Zerreißproben ihrer Figuren Toni/Antonia greifbar zu machen. Erreicht hat sie dies mit ihrer starken Ausdrucksweise und den damit erzeugten Bildern.
So bleibt „Im Leben nebenan“ nicht nur ein eindrucksvolles Debüt und Gedankenspiel, sondern stellt auch im eigenen Inneren die leise Frage nach dem „Was-wäre-gewesen-wenn…?“.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2025

Hitzige Mörderjagd mit unerwartetem Ende

Aschesommer
0

In Benjamin Cors neuem Thriller Aschesommer ermittelt zum zweiten Mal das Ermittlerteam der Gruppe 4. Nach den grausamen Krähenmorden steht es erneut vor einem rätselhaften Fall: Zwei Leichen ...

In Benjamin Cors neuem Thriller Aschesommer ermittelt zum zweiten Mal das Ermittlerteam der Gruppe 4. Nach den grausamen Krähenmorden steht es erneut vor einem rätselhaften Fall: Zwei Leichen werden umschlungen und tiefgefroren in einem alten Bauernhof entdeckt, begleitet von der unheilvollen, mit Asche geschriebenen Botschaft »Das Sterben hat begonnen«. In der sengenden Sommerhitze beginnt eine gnadenlose Jagd auf einen hochintelligenten Mörder, der der Polizei stets einen Schritt voraus ist und selbst ihre tiefsten Geheimnisse zu kennen scheint. Die Ermittlungen spitzen sich zu, als sich herausstellt, dass der Hauptverdächtige ausgerechnet in einer geschlossenen Psychiatrie einsitzt. Allein das gibt den Ermittler:innen und Leser:innen schon Rätsel auf, sorgt allerdings auch für die nötige Spannung. Das Team um Mila Weiss und Jakob Krogh mag ich und ich fand es hochspannend, sie bei der Lösung des Falls zu begleiten. Mit der Geschichte ist dem Autor ein echter Pageturner gelungen, der am Ende noch mit einem unvorhergesehenen Twist überrascht. Dieser Fall gefiel mir deutlich besser als sein Vorgänger Krähenmorde, deshalb bin ich gespannt auf den nächsten Einsatz für das Ermittlerteam der Gruppe 4.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere