Zwischen Abgründen und der eigenen Sinnfindung
KatabasisNach Babel ist Katabasis nun mein zweites Buch der Autorin und die Vorfreude war groß, da Babel noch immer nachklingt und ich mich gerne an die Lesestunden erinnere - auch wenn sie mit viel Konzentration ...
Nach Babel ist Katabasis nun mein zweites Buch der Autorin und die Vorfreude war groß, da Babel noch immer nachklingt und ich mich gerne an die Lesestunden erinnere - auch wenn sie mit viel Konzentration und einigen Fragezeichen verbunden waren.
Auch Katabasis it eine Reise für sich und ich habe das Buch sogar noch mehr als Babel gemocht, da die Autorin hier ihren akadmischen Schreibstil mit viel Sarkasmus durchbricht. Alice und Peter machen sich also in die Hölle auf, um ihren verstorbenen Professor aus der Hölle zu befreien. Dabei steckt deutlich mehr hinter der Geschichte, die sich Stück für Stück offenbart. Stichwörter: Sexismux, ungesundes Arbeitssetting, Missgunst und vieles mehr erwartet einem in diesem Buch.
Die viele (unter anderem philophischen) Konzepte sind manchmal schwer greifbar und machen das Buch zu einem recht anspruchsvollen Leseerlebnis. Nicht alles habe ich verstanden, aber das geht Protagonistin Alice ebenso, weshalb es sich für mich nicht so schlimm angefühlt hat. Manche Sachen habe ich dann eigenständig recherchiert und konnte einiges beim Lesen lernen, andere habe ich so hingenommen. Das Magiekonzept war auf jeden Fall spannend, es gab hier einige Grenzen, die es Alice und Peter durchaus schwer gemacht haben.
Die beiden haben sich auf jeden Fall in mein Herz geschlichen. Peter hat es mit seinem stets freundlich-charamanten Charakter leichter, aber eben das ist auch der Knackpunkt, auf den Kuang hinauswill. In Alice hat sie eine nicht immer sympahtische, aber durch und durch echte Protagonistin gezeichnet, was ich so grandios fand! Sie traut sich hier, auch unangenehme Charakterzüge aufzuzeigen, real zu bleiben, und ich hab es ihr (und Alice) einfach durchweg abgekauft.
Das Konzept der Hölle beziehungsweise die Ideen, die dahinterstanden, wurden mir durch das Buch ebenfalls deutlich und das ein oder andere wird mir noch eine Weile hängen bleiben. Es gibt auch unerwartete Wendungen und Charaktere, die neu auftauchen und die man so zunächst nicht auf dem Schirm hatte. Diese Verwirrungen brachten viel Spannung mit rein und ergaben zum Schluss ein großes Bild.
Bleibt noch Grimes selbst, den Professor, den es zu retten gilt. Die Hintergründe hierzu waren sehr komplex und für mich und meinen Hintergründen nicht immer verständlich, aber aus Alice Perspektive sehr nachvollziehbar dargestellt. Hier ergibt sich auch eine Entwicklung in Alice selber, die so wahrscheinlich nur in der Hölle durchlebt werden kann.
Also - große Empfehlung!