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Veröffentlicht am 13.07.2025

Humorvoll

Preston Brothers, Band 1 - Loving Lucas
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„Loving Lucas“ von Jay McLean ist ein gefühlvoller und tiefgründiger Jugendroman, der von der langjährigen Freundschaft und aufkeimenden Liebe zwischen Lucas und Laney erzählt. Die beiden kennen sich seit ...

„Loving Lucas“ von Jay McLean ist ein gefühlvoller und tiefgründiger Jugendroman, der von der langjährigen Freundschaft und aufkeimenden Liebe zwischen Lucas und Laney erzählt. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und stehen kurz vor Laneys 18. Geburtstag endlich an dem Punkt, an dem sie ihre unausgesprochenen Gefühle füreinander zulassen könnten – doch dann nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung.

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren erzählt, wobei Lucas‘ Sichtweise im Vordergrund steht. Besonders gelungen sind dabei die emotionalen Rückblicke in ihre gemeinsame Vergangenheit, die die Tiefe ihrer Verbindung authentisch und nachvollziehbar machen. Jay McLean schreibt in einem angenehm flüssigen, gleichzeitig aber auch sehr gefühlvollen Stil, der einen beim Lesen mitreißt und mit den Charakteren mitfühlen lässt.

Ein besonderes Highlight ist die lebendige und liebevoll gezeichnete Großfamilie der Prestons, die mit Humor, Chaos und ganz viel Herz überzeugt. Diese Nebenfiguren bringen Wärme und Leichtigkeit in die Geschichte und sorgen für viele unterhaltsame Momente. Gleichzeitig greift die Autorin auch tiefere Themen wie Verlust, familiären Zusammenhalt, Gewalt in Beziehungen und persönliche Entwicklung auf – ein Balanceakt, der ihr gut gelingt.

Dennoch gab es auch kritische Momente: Während Laney zu Beginn als starke und eng verbundene Figur erscheint, verliert sie im Laufe der Geschichte etwas an Eigenständigkeit. Ihre Handlungen waren nicht immer nachvollziehbar, insbesondere da sie zunehmend als passives Anhängsel von Lucas dargestellt wird. Auch Lucas’ überfürsorgliches Verhalten wirkte stellenweise zu dominant. Hier hätte man sich gerade für die junge Zielgruppe mehr Gleichgewicht und ein zeitgemäßeres Rollenverständnis gewünscht.

Optisch ist das Buch ebenfalls ein Hingucker: Das Cover mit seinen Blautönen und goldenen Sprenkeln sowie der passende Farbschnitt machen es zu einem echten Schmuckstück im Regal.

Insgesamt ist „Loving Lucas“ eine berührende Geschichte voller Emotionen, Echtheit und jugendlicher Intensität. Trotz kleiner Schwächen bleibt der Roman lesenswert – vor allem dank seiner starken Nebenfiguren, dem realitätsnahen Erzählstil und der besonderen Atmosphäre. Eine klare Empfehlung für alle, die Jugendromane mit Herz, Tiefe und Humor lieben – und Lust auf weitere Bände der Reihe haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2025

Düster

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Bereits das Cover von „Loverboy“ hat mich neugierig gemacht: Düster, geheimnisvoll und atmosphärisch – es verspricht eine Geschichte, die unter die Haut geht. Dass es sich um die sogenannte „Loverboy-Methode“ ...

Bereits das Cover von „Loverboy“ hat mich neugierig gemacht: Düster, geheimnisvoll und atmosphärisch – es verspricht eine Geschichte, die unter die Haut geht. Dass es sich um die sogenannte „Loverboy-Methode“ drehen könnte, war mir vorab schon bewusst, trotzdem hat mich die emotionale Wucht und die psychologische Tiefe des Buches vollkommen überrascht.

Antonia Wesselings Schreibstil ist angenehm flüssig und sehr bildhaft. Die Handlung wird nicht nur aus der Sicht einer einzelnen Figur erzählt, sondern aus mehreren Perspektiven. Dadurch erhält man als Leserin oder Leser Einblicke in die Gedanken und Gefühle verschiedener Charaktere, was besonders bei einem so sensiblen Thema enorm zur Spannung und Empathie beiträgt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lola, eine junge Frau, die gemeinsam mit Vivian, einer Studentin, in einer WG lebt. Als Vivian sich in den charmanten, aber undurchsichtigen Pascal verliebt und kurze Zeit später spurlos verschwindet, beginnt für Lola eine verzweifelte Suche. Unterstützung bekommt sie dabei von Elias, Vivians Halbbruder, der selbst von inneren Konflikten und einer schwierigen Vergangenheit geprägt ist. Gemeinsam stoßen sie auf Lügen, Manipulationen und erschütternde Wahrheiten.

Die Handlung entwickelt sich rasant, bleibt durchgehend spannend und wirft immer wieder neue Fragen auf. Es gibt unerwartete Wendungen, die die Lesenden bis zum Schluss miträtseln lassen. Gleichzeitig wird die Geschichte nie oberflächlich – im Gegenteil: Die psychologische Manipulation, emotionale Abhängigkeit und die schleichende Gewalt, die Pascal über Vivian ausübt, werden sehr eindringlich dargestellt.

Besonders stark finde ich, dass das Buch nicht nur Spannung bietet, sondern auch zum Nachdenken anregt: Über Machtstrukturen in Beziehungen, über die Gefahr emotionaler Abhängigkeit und darüber, wie schnell man in toxische Dynamiken geraten kann – oft ohne es selbst zu merken. Antonia Wesseling schafft es, die Warnung vor solchen gefährlichen Beziehungen eindringlich zu vermitteln, ohne dabei belehrend zu wirken.

Ein kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang bei Nebenfiguren oder in Bezug auf Vivians Innenleben gewünscht. Dennoch bleibt „Loverboy“ ein fesselndes, intensives und wichtiges Jugendbuch, das sensibel mit einem schwierigen Thema umgeht.

Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternen – wegen der spannenden Handlung, der wichtigen gesellschaftlichen Botschaft und der emotionalen Intensität, die lange nachwirkt.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2026

Gelungenes Setting

And they were roommates
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And They Were Roommates erzählt die Geschichte von Jasper und Charlie, die sich Jahre zuvor in einem Sommercamp an der Valentine kennengelernt haben. Nun kehrt Charlie als Exzellenzstipendiat an die Akademie ...

And They Were Roommates erzählt die Geschichte von Jasper und Charlie, die sich Jahre zuvor in einem Sommercamp an der Valentine kennengelernt haben. Nun kehrt Charlie als Exzellenzstipendiat an die Akademie zurück und ausgerechnet Jasper, der ihm damals nicht nur seinen ersten Kuss gestohlen, sondern auch das Herz gebrochen hat, ist sein neuer Mitbewohner. Das Problem: Jasper erkennt Charlie nicht einmal wieder.

Ganz besonders überzeugt hat mich die Atmosphäre des Buches. Der Autor fängt das akademische Setting der Eliteakademie sehr gut ein und zeigt realistisch, wie viel Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und Selbstzweifel mit so einer Umgebung einhergehen. Vor allem Charlies Situation ist dabei sehr greifbar: Er muss am Ende des Jahres zu den fünf Besten seines Jahrgangs gehören, um sein Stipendium nicht zu verlieren. Dieser Druck begleitet ihn konstant und macht seine Sorgen und Ängste sehr nachvollziehbar.

Auch das Setting mochte ich insgesamt sehr gerne. Die Academy-Vibes, kombiniert mit der klassischen Roommate-Situation und der gemeinsamen Vergangenheit der Protagonisten, schaffen eigentlich eine starke Grundlage für eine emotionale Geschichte. Besonders schön fand ich zudem, dass Charlie im Laufe der Handlung einen unterstützenden Freundeskreis um sich aufbaut. Es hat dem Buch sehr viel Wärme verliehen. Ebenso hat mir gefallen, dass Jasper Dichter ist und Literatur sowie Poesie eine wichtige Rolle in ihrer Annäherung spielen.

Charlie war für mich definitiv die stärkere Figur. Seine Gedanken, Unsicherheiten und sein innerer Druck waren glaubwürdiger und für mich auch emotional greifbarer. Mit Jasper hingegen hatte ich eher Schwierigkeiten. Seine Persönlichkeit wirkte teilweise ziemlich überzogen, und gerade sein Verhalten am Ende des Buches passte für mich nicht ganz zu dem Bild, das zuvor von ihm gezeichnet wurde.

Das Buch kann definitiv dem Trope Slow Burn zugeordnet, was grundsätzlich auch passt. Leider hat mir persönlich aber etwas der eigentliche „Burn“ gefehlt. Die romantische Spannung und Anziehung zwischen Charlie und Jasper konnte ich nur kaum spüren, was ich schade fand, da ihre gemeinsame Vorgeschichte und die Roommate-Konstellation eigentlich viel Potenzial geboten hätten.

Ein großes Highlight ist dafür die Gestaltung des Buches. Die glänzenden Prägungen, liebevoll gestalteten Kapitelaufhänger und hübschen Paginas zeigen, wie viel Wert auf Details gelegt wurde. Auch der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen: angenehm flüssig, humorvoll und gleichzeitig spannend genug, sodass ich schnell durch die Geschichte gekommen bin.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Humorvolle MM Romance

Jonah Goes Off Script
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Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch lieben oder hassen soll, ob mir die Charaktere sympathisch waren oder nicht, ob die Liebe zwischen ihnen nur Lust oder auch Gefühl war…

Im Mittelpunkt steht Jonah, der ...

Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch lieben oder hassen soll, ob mir die Charaktere sympathisch waren oder nicht, ob die Liebe zwischen ihnen nur Lust oder auch Gefühl war…

Im Mittelpunkt steht Jonah, der im West End in einem renommierten Theaterstück die Rolle des Achilles spielt. Als Dexter neu zum Ensemble stößt und ebenfalls eine Rolle übernimmt, entsteht schnell eine spürbare Spannung zwischen den beiden. Allerdings ist Dexter nicht an Jonah interessiert, er hat ein Auge auf dessen Rolle geworfen.

Jonah als Protagonist konnte mich teilweise für sich gewinnen, gleichzeitig wirkte er auf mich jedoch häufig etwas zu naiv und stark von Dexters äußerer Erscheinung beeinflusst. Dexter hingegen blieb für mich lange Zeit schwer greifbar und eher unsympathisch. Auch die spätere Erklärung für sein Verhalten konnte mich nicht vollständig überzeugen, da sie für mich nicht ganz logisch und nachvollziehbar wirkte.

Besonders positiv hervorheben möchte ich jedoch das Theatersetting der Geschichte. Die Atmosphäre hinter den Kulissen des West End bringt eine besondere Stimmung in die Handlung. Sehr gelungen fand ich außerdem, wie sich die Emotionen der Figuren, die Jonah und Dexter auf der Bühne verkörpern, nach und nach mit ihren eigenen Gefühlen vermischen. Dadurch entsteht eine poetische Ebene, die der Geschichte eine schöne Tiefe verleiht.

Auch Jonahs familiäre Situation trägt zu einer stärkeren emotionalen Dimension bei. Diese Aspekte lassen die Figuren einander näherkommen und geben der Handlung zusätzliche Intensität.

Der Schreibstil der Autorin liest sich flüssig, ist stellenweise sehr metaphorisch und wird immer wieder durch humorvolle Momente aufgelockert. Dadurch bleibt die Geschichte trotz der teilweise schwierigen Dynamik zwischen den Figuren angenehm zu lesen.

Auch das Cover gefällt mir sehr gut, da es die Stimmung und das Setting der Geschichte passend widerspiegelt.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Wichtiges Thema

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Vorab möchte ich sagen, dass ich vermutlich schon zu alt für dieses Buch bin und mich deshalb nur bedingt in die Lebenssituation der Charaktere und ihrem Verhalten hineinfühlen konnte.

Der Debütroman ...

Vorab möchte ich sagen, dass ich vermutlich schon zu alt für dieses Buch bin und mich deshalb nur bedingt in die Lebenssituation der Charaktere und ihrem Verhalten hineinfühlen konnte.

Der Debütroman „Und alles zerbricht“ erzählt die Geschichte von Mila, die aufgrund des Jobs ihrer Mutter Berlin verlassen muss und in die Schweiz zieht. Ohne ihr gewohntes familiäres Umfeld fällt sie in eine Essstörung und muss schließlich in einer Klinik. Dort lernt sie einen Jungen Nicolas kennen, der ihre Welt ordentlich auf den Kopf stellt.

Positiv hervorzuheben ist der schöne, flüssige Schreibstil von Maxine Reuker. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und besitzen Tiefe. Besonders gefallen hat mir, dass auch die Nebencharaktere eigene Hintergrundgeschichten bekommen, das macht die Welt des Buches lebendig und glaubwürdig. Außerdem finde ich es sehr gut, dass die Autorin solch wichtigen Themen wie Essstörungen eine Plattform gibt. Das Schulsetting ist gut umgesetzt und dürfte besonders für eine jüngere Zielgruppe sehr gut funktionieren.

Für mich persönlich gab es allerdings einige Kritikpunkte: Nicolas, der zentrale Protagonist der Liebesgeschichte, wird viel zu spät eingeführt. Dadurch wirkt die Beziehung zwischen ihm und Mila abrupt und zu schnell, sodass ich ihre Entwicklung nicht richtig nachvollziehen oder mitfühlen konnte.

Insgesamt ist „Und alles zerbricht“ ein gut geschriebenes Buch mit interessanten Charakteren und relevanten Themen. Wer sich für Jugendromane mit emotionalen Herausforderungen interessiert, findet hier auf jeden Fall schöne und wichtige Inhalte.

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