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Veröffentlicht am 21.07.2025

grausige Einblicke in eine fremde Glaubenswelt

Aschetod
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Polizeichefin Kate Burkholder ist eine Abtrünnige. Mit 18 Jahren ist sie aus der Glaubensgemeinschaft der Amischen ausgetreten. Nicht alle sehen das mit Wohlwollen und doch bringt die Gemeinde der Amisch ...

Polizeichefin Kate Burkholder ist eine Abtrünnige. Mit 18 Jahren ist sie aus der Glaubensgemeinschaft der Amischen ausgetreten. Nicht alle sehen das mit Wohlwollen und doch bringt die Gemeinde der Amisch ihr und wie sie ihren Job ausführt Vertrauen entgegen. Denn eines ist für diese Gläubigen bezeichnend, sie bleiben unter sich, reden nicht mit Englischen und schon gar nicht über ihre Glaubensbrüder.
Doch nun wird Kate zum Brand in einem Waldstück gerufen. Ein exkommunizierter Glaubensbruder wurde an einen Pfahl gefesselt und auf einem Scheiterhaufen verbrannt, ein grausiger Anblick. Wofür wurde er bestraft?
Die Autorin schafft es dem Leser sehr detailliert die Grundsätze des Zusammenlebens in der Gemeinschaft der Amische zu vermitteln, so dass man deren Handlungsweisen nachvollziehen kann. Gleichzeitig baut sich die Spannung auf, da auch Kates Bruder zu den möglichen Verdächtigen gehört. Im Gegensatz zu ihr hat er am Glauben festgehalten und ist nicht gewillt Kate zu unterstützen. Was Kate über das Opfer herausfindet, hat mich entsetzt. Ein gläubiger Mensch und doch so grausam. Ich habe mich spannend unterhalten gefühlt und gebe daher 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

dunkle Geschichte der Nachkriegszeit

Der Sommer am Ende der Welt
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Die Journalistin Hanna Lorenz reist nach Borkum, um über das Schicksal der Verschickungskinder in den 60er Jahren zu recherchieren. Auch wenn ihre Mutter nicht darüber spricht, auch sie war im Alter von ...

Die Journalistin Hanna Lorenz reist nach Borkum, um über das Schicksal der Verschickungskinder in den 60er Jahren zu recherchieren. Auch wenn ihre Mutter nicht darüber spricht, auch sie war im Alter von 5 Jahren auf Borkum zur Kinderkur. Warum ihre Mutter nicht mit ihr darüber spricht, bleibt offen. Vielleicht war sie zu jung, um sich noch daran zu erinnern. Vielleicht aber war sie auch zu traumatisiert und verdrängt die Erinnerungen daran. Ganz anders geht Sabine mit der Hanna in regem Austausch steht, damit um. Sie stellt sich ihren Erinnerungen, lässt Hanna daran teilhaben.
Das ehemalige Kinderkurheim ist jetzt ein Luxushotel und die Inhaber stark daran interessiert durch die dunkle Geschichte des Hauses nicht den Ruf des renommierten Hotels zu beschädigen. Worüber keine spricht, sind die Verwicklungen der Großeltern, damals als das Haus noch Villa Aurelia hieß.
Eva Völler hat hier sehr eindringlich geschildert wie brutal der Ablauf dieser Kinderkuren in den 60er Jahren war. Es waren nicht Kinder, die hier ihre Zeit verbrachten. Es waren Nummern. Ihre Namen und auch ihre mitgebrachten Sachen haben sie beim Ankommen abgegeben. Ich fand es sehr grausam, wie die Kleinen hier drangsaliert, ja zum Teil dressiert wurden und ihre Kindlichkeit im Keim erstickt wurde. Dabei gibt es im Buch immer einen Wechsel zwischen den Ereignissen von damals, gespeist aus den Erinnerungen von Sabine und den Ergebnissen von Hannas Befragungen vor Ort. Das hat mir sehr gut gefallen. Wie sich die Geschichte schlussendlich entwickelt empfand ich als sehr unterhaltsam und spannend. Irgendwie hat mich der Inhalt an das kürzlich erschienene Buch „Am Meer ist es schön“ von Barbara Leciejewski erinnert. Ich gebe diesem Buch 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

historisch fundiert und unterhaltsam zu lesen

Schwestern des brennenden Himmels
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Als junge Frau hat Ann Miller in London an der Flak gestanden um die Angriffe der deutschen Flieger auf ihre 2. Heimat, London, zu vereiteln. Nun ist der Krieg beendet, aber noch ein wichtiger Schritt ...

Als junge Frau hat Ann Miller in London an der Flak gestanden um die Angriffe der deutschen Flieger auf ihre 2. Heimat, London, zu vereiteln. Nun ist der Krieg beendet, aber noch ein wichtiger Schritt für einen dauerhaften Frieden fehlt noch. Die Siegermächte, England, Russland und Amerika, müssen über die Aufteilung und damit über die Zukunft Deutschlands und seiner neuen Grenzen entscheiden. Zu diesem Zweck treffen sich Churchill, Stalin und Truman in Potsdam. Auch Ann ist mit dabei als ATS-Mitglied ist sie dem britischen Heer unterstellt und muss für die reibungslose Versorgung und Unterkunft der Herren sorgen. Aber eigentlich hat Ann sich auf diese Aufgabe beworben, weil sie Cousine Charlie, ihre Begleiterin in Kindertagen, finden will….
Beim Lesen habe ich gemerkt, wieviel Hintergrundrecherche die Autorin betrieben haben muss, um die Handlung authentisch in die historischen Gegebenheiten einzubetten. Ob es nun die Befindlichkeiten der einzelnen Entscheider der Konferenz und ihre Taktiken um die Ziele ihres Landes bestmöglich zu sichern, alles passt zusammen. Und vieles war mir bisher auch so noch nicht bekannt. Die Warnung von Anns Vorgesetzter, dass niemand, besonders nicht als Frau, alleine durch die zerstörte Stadt gehen darf, missachtet Ann und bringt sich damit in bedrohliche Situationen. Denn eines ist klar, wenn Hunger das beherrschende Gefühl des Lebens ist, die Besatzer noch immer die Gräueltaten der Deutschen vor Augen haben bleibt die Menschlichkeit oft auf der Strecke.
Doch ungeachtet dessen hat Ann, eigentlich heißt sie ja Annegret Müller, ihrer Cousine damals vor ihrer Flucht versprochen, sich um sie zu kümmern. Nur wie? Es darf ja niemand wissen, dass sie eine Deutsche ist, selbst Jackson Power, dem GI zu dem sie sich hingezogen fühlt, nicht. Der Roman liest sich wunderbar. Gefühlvoll, historisch fundiert und neue Sichtweisen aufzeigend hat er mich wunderbar unterhalten. Darum gebe ich auch 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

spannende Ermittlung

Schwüre, die wir brechen
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Der Krimi beginnt mit einem Schiffunglück bei dem durch den Zusammenprall mit den Brückenpfeilern die Fahrbahnen ins Meer stürzen und einige Autos wegen der schlechten Sicht in den Abgrund stürzen. Es ...

Der Krimi beginnt mit einem Schiffunglück bei dem durch den Zusammenprall mit den Brückenpfeilern die Fahrbahnen ins Meer stürzen und einige Autos wegen der schlechten Sicht in den Abgrund stürzen. Es dauert einige Zeit bis man den Zusammenhang mit den aktuellen Morden als Leser erkennt. Aber genau darin liegt ja auch die Spannung.
Die beiden Ermittler Svea Karhuu und ihr Kollege Jon Nordh haben eine sehr schwierige Mordserie aufzuklären. Dabei ist Jon Nordh ein eher schroffer Typ, der aber noch immer mit dem Tod seiner Frau nicht abgeschlossen hat. Über Privates spricht er nicht im Team, dabei hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass er das Herz am richtigen Fleck hat und auch die Kompetenz seiner Mitarbeiter kennt. Doch auch Svea hat private Sorgen, die niemand wissen darf. So ist es auch bei ihr eine Gradwanderung, die Ermittlungen im neuen Fall voranzubringen und gleichzeitig die Drohungen wegen ihrer Vergangenheit als verdeckte Ermittlerin in den Griff zu bekommen.
Den Opfern wird bei lebendigem das Herz herausgerissen und anstelle des Kopfes wurde ein Tierkopf angenäht. Einfach grausam und unter die Haut gehend. Zusätzlich hinterlässt der Täter auch am Opfer oder am Tatort Hieroglyphen, für deren Entschlüsselung erst noch ein Schlüssel gefunden werden muss. Gelungen dargestellt fand ich auch die Macht der Presse und der sozialen Medien, die die Arbeit der Polizei mitunter erschweren, wenn nicht gar dem Täter in die Hand spielen. Die Rückblenden in die Vergangenheit triggern die Spannung beim Lesen zusätzlich.
Ich fand diesen Schwedenkrimi spannend und gebe 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Fall ist spannend und damit kurzweilig

Nach dem Leben
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Helmut Gepken ist eine traurige Figur. Nicht nur, dass er jetzt im Alter von 75 Jahren mit einer Überdosis Insulin ermordet wurde, bereits als Kind musste er unter dem tyrannischen, gewaltbereiten, alkoholkranken ...

Helmut Gepken ist eine traurige Figur. Nicht nur, dass er jetzt im Alter von 75 Jahren mit einer Überdosis Insulin ermordet wurde, bereits als Kind musste er unter dem tyrannischen, gewaltbereiten, alkoholkranken Vater leiden, der bei jeder Kleinigkeit zu drastischen Strafen griff, leiden. Auch Helmuts Ehe ging vor etwa 10 Jahren in die Brüche und mit seinem Sohn hat er kaum Kontakt. Er war ein einsamer, alter Mann und hatte kaum soziale Kontakte. Wer also steckt hinter der Tat???
HK Hanna Will und der Kriminalpsychologe Jan de Bruyn können lange Zeit kein Motiv erkennen. Ihre lockere Art beim Gedankenaustausch zwischen Jan und Hanna habe ich als sehr erfrischend empfunden. Dieser herzliche, neckende Schlagabtausch zeigt, wie sehr sie sich mögen, sich wertschätzen und zueinander passen. Und das nicht nur dienstlich.
Es stellt sich die zentrale Frage, warum Helmut nach der Scheidung sein Haus verkauft und in sein Elternhaus zieht. Das Haus in dem es für ihn so viele schlechte Erinnerungen gibt und von den Einwohnern des Dorfes immer noch das Gerücht aufrecht gehalten wird, dass sein Vater ein Kriegsverbrecher war. Hängt Helmuts Tod damit zusammen?
Schlussendlich muss ich sagen, dass ich so einige Wendungen im Buch nicht ganz glaubwürdig finde. Warum z.B. gibt er einer Bekannten den Erlös seines Hausverkaufs.
Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne und hoffe auf noch mehr Fälle mit den beiden Ermittlern.

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