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Lust_auf_literatur

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2025

Vielschichtig, interessant und gesellschaftlich und für mich persönlich relevant!

Heimat
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Der neue Roman von Hannah Lühmann hat mich in vielerlei Hinsicht thematisch sofort angesprochen. Das tolle Cover schadet natürlich auch nicht.
Ich fand, dass „Heimat“ meine Erwartungen nach dem vielversprechenden ...

Der neue Roman von Hannah Lühmann hat mich in vielerlei Hinsicht thematisch sofort angesprochen. Das tolle Cover schadet natürlich auch nicht.
Ich fand, dass „Heimat“ meine Erwartungen nach dem vielversprechenden Klappentext und dem Blurb von Daniela Dröscher gut getroffen hat!

Lühmanns Protagonistin Jana ist mit ihrem dritten Kind schwanger. Überfordert davon, die zwei Kinder und die neue Schwangerschaft mit ihrer Berufstätigkeit zu vereinbaren, hat sie impulsiv ihren Job gekündigt.
Jetzt hätte sie zwar theoretisch mehr Zeit, aber die Finanzen sehen schlecht aus.
Das lässt sie auch ihr Freund Jonah spüren, mit dem sie erst ein Haus in einer ländlich gelegenen Neubausiedlung gekauft hat.
Das Paar ist nicht mehr glücklich.

„Was vielversprechend geklungen hatte, stellte sich mehr und mehr als ein Albtraum der Spießigkeit und Langeweile heraus.“


Jana sucht nach Anschluss in ihrer neuen Nachbarschaft und kommt schließlich zufällig mit Karolin in Kontakt.

Die unkonventionell wirkende junge Frau hat fünf kleine Kinder und ihr Lebensstil ist alternativ, um nicht zu sagen völkisch inspiriert. Auf ihrem Instagram Account inszeniert sie sich als rechtsgerichtete „Tradewife“, teilt Apfelkuchenrezepte neben spirituellen und esoterischen Lebensweisheiten.

Jana ist von Karolins Lebensstil und ihrer Familie extrem fasziniert und schließt sich der selbstbewussten Frau und ihrer Gruppe an.

„In Karos Welt gab es überhaupt nichts, das sich nicht durch einen Aufenthalt im Wald oder eine Apfeltarte klären ließ. Jana spürte eine große Sehnsucht in sich.“

Lühmann zeigt in ihrem Roman für mich sehr nachvollziehbar und nachfühlbar, wie Jana durch ihre eigene Überforderung und Unsicherheit immer weiter ihre alten Wertevorstellungen in Frage stellt. Während ihre Beziehung und ihre Karriere zerbröseln, findet sie in der wesentlich einfacheren Weltordnung und Rollenverteilung von Karolin Trost und Gemeinschaft.

Dabei vermeidet Lühmann selbst Vereinfachungen und legt die Figuren von Karoline und ihren Freundinnen ambivalent an. Unsere Gesellschaft lässt gerade junge Familien und Mütter allein mit der Aufgabe, den Anforderungen einer immer komplexeren Welt und einem Arbeitsleben gerecht zu werden.
Der Wunsch nach einer klaren Aufgabenverteilung und Benennung ist nachvollziehbar. Lühmann zeigt allerdings auch, wie der Wunsch nach der vermeintlich einfacheren Welt von Rechten oft für ihre Hetze gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt, instrumentalisiert wird.

Auch Jana merkt, wie sie sich unter dem Einfluss und dem Vorbild von Karoline verändert.
Aber ist es ein Weg zu mehr Unabhängigkeit von Männern, Staat und Kapitalismus oder nur eine neue Form der Unfreiheit?

Ich fand “Heimat” einen mehrschichtigen und sehr interessanten Roman, der viele aktuelle Fragen auf spannende Weise aufgreift. „Heimat“ hat mich auch auf persönlicher Ebene sehr stark angesprochen hat und in meiner aktuellen Lebenssituation abgeholt.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Wunderbares Highlight

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Hast du noch deine Urgroßmutter kennengelernt? Ich denke mal, das haben die wenigsten von uns. Bei mir ist es so, dass ich nicht einmal meine Großmutter richtig kennengelernt habe, geschweige denn ihre ...

Hast du noch deine Urgroßmutter kennengelernt? Ich denke mal, das haben die wenigsten von uns. Bei mir ist es so, dass ich nicht einmal meine Großmutter richtig kennengelernt habe, geschweige denn ihre Mutter. Ich weiß nicht einmal ihre Namen.

Auch Henning Sußebach hat seine Großmutter Anna, die 1866 geboren wurde, nicht kennengelernt. Sie starb noch vor dem zweiten Weltkrieg.

„Unsere Urgroßeltern erscheinen bereits unendlich weit weg, sind nahezu verschwunden hinter einer Bruchkante in ein dunkles Nichts.“

Um Anna für sich und uns Leserinnen aus diesem dunklen Nichts zurückzuholen, hat sich Henning Sußebach auf eine Spurensuche begeben. Er hat seine ältere Verwandtschaft befragt, Fotos und Erbstücke und ihre Geschichten gesichtet, er hat sich mit Heimatpflegerinnnen und Historiker*innen unterhalten und er hat in Stadtarchive und Katasterämter geforscht.

„Im Dunkel dazwischen hier und da Hinweise auf eine Frau namens Anna Raesfeld, geborene Kalthoff, verwitwete Vogelheim, die eine wie keine war und eine wie viele.“


So viele Spuren gab es nicht mehr und vieles muss im Dunklen bleiben. Anna hat nie ein Tagebuch geführt und so bleiben vor allem ihre Gedanken und Gefühle Sußenbachs Spekulation überlassen.

Dennoch schält sich der vage Umriss einer Frau heraus, die ihrer Zeit angehörte und doch daraus hervorstach. Eine Frau, die gegen große Widerstände ankämpfen musste, aber für sich einstand - in einer Zeit, als Frauen nicht einmal das Wahlrecht und wenig Möglichkeiten zur Eigenständigkeit hatten, versuchte sie, ihren eigenen Weg zu finden. Sowohl wirtschaftlich als auch privat.
Annas Leben fiel in die Zeit der Industrialisierung als große historische Zäsur, die die Geschichte und die Gesellschaft komplett veränderte.

Das ist das Besondere und Wunderbare an dem Buch von Henning Sußebach: Er vermittelt nicht nur das Gefühl, wie das Leben einer Frau wie Anna ausgesehen haben könnte, sondern auch ein einzigartiges Gefühl vom Verstreichen der Zeit und den historischen Veränderungen.
Er bettet Annas Leben in einen globalen und lokalen geschichtlichen Kontext ein, der sie selbst und ihr Umfeld, in dem sie gelebt hat, lebendig werden lässt.
Gleichzeitig lädt er mich dazu ein, mir selbst Gedanken darüber zu machen, in welcher Zeit ich lebe und ob wohl etwas von mir und meiner Lebensgeschichte bleiben wird, wenn die Kinder meiner Kinder meiner Kinder mich vielleicht längst vergessen haben.

Fast wäre diese wunderbare frühe Neuerscheinung aus dem Herbstprogramm an mir vorbeigezogen. Das Cover und der Titel hat mich spontan nicht besonders angesprochen. Die Leseprobe dann umso mehr.

Henning Sußebach hat hier in meinen Augen wirklich ein wunderbares Buch geschrieben, das mich sowohl historisch als auch emotional sehr begeistert hat.

Ich möchte es dir unbedingt weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Eine Stimme aus der Hölle

Hiroshima
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Dieses Jahr, am 6. August, ist es genau 80 Jahre her, dass US amerikanische Flugzeuge eine Atombombe auf Hiroshima abgeworfen haben. Die Bombenexplosionen töteten sofort insgesamt ca. 100.000 Menschen ...

Dieses Jahr, am 6. August, ist es genau 80 Jahre her, dass US amerikanische Flugzeuge eine Atombombe auf Hiroshima abgeworfen haben. Die Bombenexplosionen töteten sofort insgesamt ca. 100.000 Menschen – fast ausschließlich Zivilisten. Bis Ende des Jahres starben weitere 130.000 Menschen an den Folgeschäden. Auch in den Jahren danach forderte dieser atomare Angriff noch weitere Todesopfer.

Einer dieser "Hibakusha" (被爆者), so nennt man in Japan die direkten Überlebenden der Atombombe, war Hisashi Tôhara.
Er überlebt als 18-jähriger die Katastrophe in der Stadt und schreibt wahrscheinlich ein Jahr später seine Erinnerungen an diesen Tag nieder.
Zeit seines Lebens hat er diese Aufzeichnungen niemandem gezeigt. Übersetzer Daniel Jurjew nennt es in seinem Nachwort eine mögliche Form der Traumabewältigung.

Erst drei Jahre nach seinem Tod entdeckt seine Frau Mieko Tôhara das Heftchen und beginnt die Aufzeichnungen in kleinem Rahmen zu veröffentlichen.
Es ist vermutlich der emotionalen Intensität und der Authentizität seines Textes zu verdanken, dass er erst den Weg nach Frankreich und schließlich in eine deutsche Übersetzung fand.

Mich persönlich bewegt an Tôharas Text besonders, dass er mir eine Ahnung der Erschütterung vermittelt, die diese Bombe in dem jungen Mann und in seinem Weltbild ausgelöst hat. Auch ganz Japan war danach nie mehr dasselbe. Die Nachwirkungen und die Aufarbeitung dieser historischen Zäsur halten bis heute an.

“Der Egoismus beherrscht nunmehr die Gegenwart, und das Mitgefühl ist dünner als Papier geworden.
Die Tugenden der Japaner - so etwas ist weit und breit nicht mehr zu sehen. Alle sind mit dem eigenen Überleben voll ausgelastet.”

Neben dem puren Kampf ums Überleben, den viele in seiner Umgebung nicht gewinnen, beschreibt Tôhara nachfühlbar seine eigenen, zwiegespaltenen Gefühle.

“Genauso malt man die Hölle. Aber mein Herz war so gelähmt, dass es weder Elend noch Mitleid empfinden konnte.”

“Mein starkes, nahezu moralisch verwerfliches Festhalten am Leben macht mir Angst.”

Besonders gut gefallen hat mir an diesem schmalen Heft, dass es mit ein Nachwort des Übersetzters Daniel Jurjew enthält, das Tôharas Text interpretiert, einordnet und in einen geschichtlichen Kontext setzt. Diese Ergänzung hat meine Lektüre sehr bereichert und vertieft.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Unterhaltsam , feministisch, informativ

Witches, Bitches, It-Girls
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Oh, wie habe ich mich gefreut, als „Witches, Bitches, It-Girls“ endlich bei mir in der Post war! Seit ich das Buch in der Vorschau gesehen hatte, war ich in dieses wunderschöne Cover verliebt.
Ich habe ...

Oh, wie habe ich mich gefreut, als „Witches, Bitches, It-Girls“ endlich bei mir in der Post war! Seit ich das Buch in der Vorschau gesehen hatte, war ich in dieses wunderschöne Cover verliebt.
Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich da nicht die Einzige bin und dass wir das Buch jetzt ganz viel in unseren Feeds sehen werden.

Das hoffe ich zumindest, denn dem neuen Buch nach „Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt“ von Rebekka Endler wünsche ich ganz viele Leserinnen.

Für mich ist es das erste Buch der Autorin und ich bin sehr begeistert von dem äußerst unterhaltsamen Stil, mit dem Endler ihre Sachinformationen zu vermitteln weiß. Ich lese ziemlich gerne mal ein Sachbuch, aber umso lieber natürlich, wenn mir die Informationen so persönlich und kurzweilig vermittelt werden.


Endler beleuchtet, wie sich patriarchale Erzählungen und Rollenzuschreibungen über Jahrhunderte hinweg in unsere Gegenwart eingeschrieben haben – von der Hexenverfolgung über Sexismus in Popkultur und Wissenschaft bis hin zu modernen Bro Culture. Dabei ist sie bei aktuellen Debatten absolut on point und legt offen, wie wir noch heute von diesen Mythen geprägt sind.

Somit ist „Witches, Bitches, It-Girls“ natürlich auch thematisch perfekt auf mich und meinen feministischen Lesegeschmack zugeschnitten. Vielleicht sogar zu gut, denn so ganz viele neue Sachen erfahre ich daraus gar nicht. Gerade im Bereich „Witches“ fühle ich mich nach ausgiebiger Roman- und Sachbuchlektüre, wie beispielsweise das sehr empfehlenswerte „Hexen - Eine Weltgeschichte in 13 Prozessen vom Mittelalter bis heute“, bereits ganz gut informiert.

Besonders toll finde ich, wie Endler aktuelle und zeitgenössische Entwicklungen in Teilen der Gesellschaft und im Feminismus, wie beispielsweise Influencer
innen und Tradewifes, aufgreift und analysiert. Ich möchte hier betonen, dass Endler dabei wissenschaftlich vorgeht und ihre Analysen mit Quellen und Zahlen untermauert, auch wenn ihr Schreibstil sich in seiner Lockerheit angenehm von anderen Sachbüchern unterscheidet.
Ich mag es auch, wie Endler ihre Analyse mit persönlichen Ansätzen und Details ergänzt, seien es Anekdoten oder ihre eigene Meinung. „Witches, Bitches, It-Girls“ ist ein durchgängig feministisches Buch und macht daraus auch sicher kein Geheimnis.

Für mich war es ein großer, unterhaltsamer und informativer Lesespaß und ich finde es gerade für thematische Einsteigerinnen oder auch vielleicht gerade für jüngere Leserinnen perfekt geeignet.

Ich hoffe doch, dass es sich mit dem Cover und dem Titel verkauft wie warme Semmel (oder geschnitten Brot oder was du da sonst sagst, um eine große kommerzielle Nachfrage zu metaphorisieren).

Wenn du nach einem unterhaltsamen und feministischen Sachbuch für dich oder zum Verschenken suchst, ist „Witches, Bitches, It-Girls“ sicherlich eine große Empfehlung für dich.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Große Leseempfehlung für dieses Wahnsinns-Debüt!

Cinema Love
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Ich habe gerade einen dicken, fetten Kloß im Hals. Ich habe nämlich gerade die letzten Seiten von „Cinema Love“ gelesen, diesem schrecklich schönen, traurigen und so vielschichtigen Roman.

„Cinema Love“ ...

Ich habe gerade einen dicken, fetten Kloß im Hals. Ich habe nämlich gerade die letzten Seiten von „Cinema Love“ gelesen, diesem schrecklich schönen, traurigen und so vielschichtigen Roman.

„Cinema Love“ ist der Debütroman des chinesisch-amerikanischen Schriftstellers Jiaming Tang und ich hoffe und vermute, dass er auf großes und begeistertes Echo stoßen wird.

In den ersten Kapiteln steht verbotene, homosexuelle Liebe zwischen Männern im China der 80er im Mittelpunkt der Geschichte. Im Mawai Arbeiterkino haben sich die Männer einen privaten Safe Space geschaffen, wo sich treffen und sich in der Dunkelheit körperlich näher kommen können.

Viele der Männer sind verheiratet und leben nach außen ein heterornormatives Leben. Und viele können selbst nur schwer verstehen und akzeptieren, dass es die Liebe und die Körper von Männern ist, nach der sie sich sehen.

“Unsere Körper kannten die Wahrheit, aber unsere Köpfe konnten sie nicht akzeptieren.”

Auch Old Second und Shun-Er fühlen sich schon lange von einander angezogen und haben im Kino einen geheimen Zufluchtsort gefunden, wo sie sich begegnen können.

“Keiner von beiden spricht es aus, aber sie wissen, dass ihre Freundschaft nicht normal ist. Würde man sie erwischen, gäbe es Gerüchte.”

Doch der Zufluchtsort wird verraten und schließlich trotz Proteste und Demonstrationen zerstört. Es gibt schreckliche Verluste und Schmerz.
Danach wandern einige, Männer wie Frauen, nach Amerika aus, wo sie sich ein besseres und freieres Leben erhoffen.
Doch der amerikanische Traum platzt nach der Ankunft und stellt sich schnell als kapitalistische Lüge heraus. Jiaming Tang beleuchtet das traurige Leben der chinesischen Migrant*innen, die in China Restaurants und Shopping Malls als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden und trotzdem versuchen sich in ihren Community kleine Gemeinschaft aufzubauen, die an die verlassene Heimat erinnern sollen.
Gerade an die Heimat, die sie aus Not und Verzweiflung verlassen haben. Es ist nicht die einzige vielschichtige Ambivalenz, die Tang in seinem Roman aufgreift.

Während es im ersten Teil mehr um die verbotene Liebe und heimliche Leben der Männer ging, rücken im weiteren Verlauf zunehmend die Frauen in den Vordergrund. Ich lese wie sich Bao Mei, Yan Hua und ihren Freundinnen in den USA zurechtfinden. Einige waren und sind mit homosexuellen Männer verheiratet und sind ebenfalls die Leidtragenden eines gesellschaftlichen Standards, der nur die Verbindungen zwischen Mann und Frau kennt und akzeptiert.

“Er kam nie auf den Gedanken, dass Menschen wie wir überhaupt existieren. Dass es so etwas wie gleichgeschlechtliche Liebe geben kann.«”


Das Arbeiterkino in Mawei war ein Ort der Liebe für die Männer - und gleichzeitig Ort des Betrugs und der Demütigung für die Frauen.
Es ist für mich ein sehr wichtiger Punkt, dass Jiaming Tang diese Ambivalenz so deutlich herausarbeitet. Dass er nicht nur den Männer und ihren Geschichten eine Stimme gibt, sondern auch klar zeigt, dass sie nicht die einzigen Leidtragenden ihrer verleugneten und unterdrückten Sexualität sind.

Dass gefällt mir wirklich extrem gut und unterscheidet „Cinema Love“ von vielen Romanen ähnlicher Art. Gleichzeitig steckt noch so viel mehr in diesem bewegenden Roman, der seine Figuren über viele Jahrzehnte beim Älterwerden begleitet.
Es ist auch eine große, emotionale Geschichte über Verrat, Schuld und Vergebung.

Und am Schluss auch eine Geschichte von unerfüllten und zerstörten Leben und Träumen, die aber nicht unversöhnlich oder hoffnungslos endet.

Keine Frage, als Roman ist „Cinema Love“ großes Kino und in seiner Botschaft ein starkes Pläydoyer für eine bunte und freie Gesellschaft, etwas das heute eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber gerade leider wieder so notwendig und dringend gebraucht wird.

Große Leseempfehlung für dieses Wahnsinns-Debüt!

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