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AndyRiedl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2025

Ein Hit, der zum Nachdenken anregt

Das Geschenk
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Gaea Schoeters hat zuletzt mit „Die Trophäe“ einen Roman abgeliefert, der den Leser auf eine eindrucksvolle Reise nach Afrika mitgenommen hat. Das Buch war eines meiner Lektüre-Highlights in 2024. Die ...

Gaea Schoeters hat zuletzt mit „Die Trophäe“ einen Roman abgeliefert, der den Leser auf eine eindrucksvolle Reise nach Afrika mitgenommen hat. Das Buch war eines meiner Lektüre-Highlights in 2024. Die Vorfreude auf „Das Geschenk“ war entsprechend riesig.
Vom Cover weg, welches erneut toll ist, bis zur letzten Seite enttäuscht „Das Geschenk“ überhaupt nicht. Es kommt erneut mit einer sehr originellen Idee daher, die ich an dieser Stelle nicht spoilern möchte. Nimmt man diese Idee einfach hin und lässt sich von Gaea Schoeters mitnehmen, dann wird man diesen Roman sehr gern haben. Schoeters bringt ihre Charaktere erneut in Zwickmühlen. Die Welt steht Kopf. Und sie führt mit ihren klaren und präzisen Sprache durchs Chaos. Dabei regt sie einiges an eigener Reflektion an. Sie ist eine der Autorin, die durch ihr Werk, die Sichtweise ihrer Leser*innen auf die Welt ändert. Wenn man an diesem Roman etwas mäkeln möchte: der Spaß ist nach 140 Seiten schon zu Ende. Die Ideen hätten Stoff für mehr gehabt, aber ich mag es so lieber, als wenn sich ein Autor in der Länge und seinen eigenen Ideen verliert. Von mir gibt es volle Punktzahl und eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Ein spannendes Gedankenexperiment

Gesellschaftsspiel
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Dora Zwickaus Roman „Gesellschaftsspiel“ war ein Zufallsfund. Der Rezensionsstapel wurde immer dünner und ich habe in vielerlei Leseproben hineingelesen. Hier war mir schnell klar, dass ich dieses Buch ...

Dora Zwickaus Roman „Gesellschaftsspiel“ war ein Zufallsfund. Der Rezensionsstapel wurde immer dünner und ich habe in vielerlei Leseproben hineingelesen. Hier war mir schnell klar, dass ich dieses Buch gern lesen mag. Die Hauptfiguren Isabelle, Annika und Dagmar haben alle ihre Ecken und Kanten, sind aber jede auf ihre Art äußerst liebenswert und werden von mir schnell ins Herz geschlossen. Dazu ist Zwickaus Sprache sehr gut verdaulich und das gewählte Format zwischen Romanpassagen und Auszügen erdachter Social Media zu springen etwas, das genau zu meinem Leserhythmus passt.
Zum Inhalt des Romans mag ich dann gar nicht spoilern. Es geht um ein großes Sozialexperiment eines Milliardärs in Weimar und die Idee ist spannend und faszinierend. So faszinierend, dass diese Idee es ist, die hauptsächlich dieses Buch trägt und ein sehr solides Fundament durch diesen Handlungsstrang ist. Gerne würde ich einen zweiten Teil lesen, der die Idee weiterführt. Ähnlich geht es mir aber auch mit den Figuren. Die Frauen sind alle alleinstehend und stark und es wird das weibliche Leben der Unabhängigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Ich als Leser nehme auch durch die Perspektiven und das Leben der Frauen neue Impulse für mein Weltbild mit. Charaktere und Handlungsstränge sind klar und ausgewogen ausgearbeitet.
Insgesamt macht das „Gesellschaftsspiel“ zu einem meiner liebsten Bücher aus 2025. Es ist ein erstes Highlight meines Lesesommers und ich habe Angst, dass die nachfolgende Lektüre da leider nicht rankommen wird. Unverhofft ein Hit. Ich empfehle dieses Buch vollen Herzens weiter!

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Genreübergreifend beurteilt: Das ist großartig!

Lyneham
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Irgendwie ist das mit den Genres etwas Schwieriges. Nils Westerboers „Lyneham“ wird als Science Fiction eingeordnet. Und mir ist das in diesem speziellen Fall deutlich zu einschränkend. Lyneham hat einen ...

Irgendwie ist das mit den Genres etwas Schwieriges. Nils Westerboers „Lyneham“ wird als Science Fiction eingeordnet. Und mir ist das in diesem speziellen Fall deutlich zu einschränkend. Lyneham hat einen dystopischen Hintergrund, der mit den besten Dystopien mithalten kann. Klar ausgearbeitet sowohl im wissenschaftlichen Verlauf als auch in den Konsequenzen für die Menschheit. Vor diesem Hintergrund geht es ins Weltall. In der neuen Heimat gibt es zwei unterschiedliche Erzählstränge, deren Zusammenhang sich erst im Verlauf aufklärt. Die erzählerische Konstruktion ist sehr geschickt ausgearbeitet und befördert den Spanungsverlauf der Handlung entscheidend.
Und Spannung gibt es genügend, genau wie spannende wissenschaftliche Hintergründe (Entropie!). Lyneham nimmt einen mit, in eine perfekt konstruierte Welt in der Fremde, in der menschliche Expeditionen sowohl mit ihren alten gesellschaftlichen und moralischen Problemen konfrontiert werden, als auch die Frage aufgeworfen wird, was es über die Menschheit hinaus noch gibt. Am Ende geht es in Lyneham aber um familiäre Zusammenhänge, Zusammenhalt und eingeschränkte eigene Fähigkeiten. Lyneham ist vielschichtig und komplex. Ich kann gut zugeben, dass ich nicht alles in diesem Buch verstanden habe. Trotzdem hat mir bisher in 2025 kein Buch soviel Spaß bereitet und mich so berührt. Dieses Buch sollte ein internationaler Bestseller sein und von Christopher Nolan verfilmt werden. Es ist nicht nur so gut, es ist besser.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Sehr erinnerungswürdig!

Für Polina
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Ich habe eine klare Meinung zu Takis Würgers neuem Roman „Für Polina“ vom Cover weg, über die Leseprobe bis hin zum kompletten Werk. Ich mag dieses Buch sehr. Dies liegt sowohl an den Charakteren, an ...

Ich habe eine klare Meinung zu Takis Würgers neuem Roman „Für Polina“ vom Cover weg, über die Leseprobe bis hin zum kompletten Werk. Ich mag dieses Buch sehr. Dies liegt sowohl an den Charakteren, an den Kernmotiven als auch an der Handlung des Buchs. Hannes, Polina, Fritzi und Co. habe ich alle schnell ins Herz geschlossen, weil sie interessant und vielseitig und vor allem liebenswert sind. In Handlung geht es um Themen wie Erfüllung, Liebe und Heimat unter den unterschiedlichsten Vorzeichen. Die Handlung führt die Charaktere von ihrer Heimat auf dem niedersächsischen Land, über Hamburg, Istanbul und München wieder zurück zum Ursprung. In der Zwischenzeit passieren so viele denkwürdige und tiefgreifende Dinge, die Spuren hinterlassen und Richtungen verändern.
Insgesamt hat die Lektüre unter diesen Voraussetzungen einfach nur viel Spaß gemacht. Es war immer spannend, wie die Geschichte weiter verläuft und am Ende weiß man immer noch nicht genau, wie man diesen Zwischenpunkt einordnen soll, der zum Ende erreicht wurde. Insgesamt bisher eines der Lese-Highlights in 2025!

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Was für eine berührende Geschichte!

Death in Brachstedt
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Tobias Wagner erzählt in „Death in Brachstedt“ die Geschichte der Halbwaise Leo, nachdem sein Vater verschwindet. Zusammen mit seinem besten Freund Henri macht es sich auf, einen Kurzfilm zu drehen und ...

Tobias Wagner erzählt in „Death in Brachstedt“ die Geschichte der Halbwaise Leo, nachdem sein Vater verschwindet. Zusammen mit seinem besten Freund Henri macht es sich auf, einen Kurzfilm zu drehen und eine Party zu veranstalten. In einem zweiten Erzählstrang wird eingewoben, was in der Zwischenzeit mit seinem Vater passiert. Dies klingt erstmal recht banal. Tobias Wagner ist dabei handwerklich sehr geschickt vorgegangen. Er hat die Geschichte einerseits mit popkulturellen und anderen Details aufgeladen. Allein dieser Aspekt macht Spaß. Auf der anderen Seite schafft er es, ein ordentliches Spannungslevel über die gesamte Geschichte zu bewahren.
Das Buch hat ein jüngeres Zielpublikum. In diesem Zusammenhang gefällt mir sehr, wie seriös Tobias Wagner mit ernsthaften Gefühlen umgeht. Mir gefällt zudem, dass er trotz des Zielpublikums sich nicht vor schwierigen Themen weg duckt, sondern diese im Buch sogar eine prominente Rolle einnehmen (Trigger Warnung an Trauernde). Insgesamt hat mich das Buch dann sehr an ähnliche Bücher für Erwachsene erinnert wie Christian Hubers „Man vergisst nicht, wie man schwimmt.´“ Das habe ich damals auch sehr gemocht. Und „Death in Brachstedt“ ist mindestens genauso gut. Volle Empfehlung meinerseits!

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