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Veröffentlicht am 20.07.2025

Spannender Comic + interessante Fakten über die Tiefsee

WAS IST WAS Comic - Tiefsee
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Meine Kinder sind ja große Comic- und Sachbuchfans. Deshalb wollten sie auch gerne den neuen "WAS IST WAS Comic - Tiefsee - Urlaub am Abgrund" lesen. Die ersten beiden Bände hatten uns gut gefallen und ...

Meine Kinder sind ja große Comic- und Sachbuchfans. Deshalb wollten sie auch gerne den neuen "WAS IST WAS Comic - Tiefsee - Urlaub am Abgrund" lesen. Die ersten beiden Bände hatten uns gut gefallen und wir waren gespannt auf die Umsetzung durch den neuen Autoren und Zeichner Albert Mitringer.
Schon am Cover sieht man, dass sich der Zeichenstil weiter verändert hat. Die Hauptfiguren Wenko, Will, Iris, Professor Quecksilber und FAIL 34 sind alle noch gut zu erkennen. Dennoch haben uns die Bilder nicht mehr ganz so gut gefallen. Vor allem die Zeichnungen der Tiere hätten für unser Empfinden detailreicher und klarer sein können, da es sich hier um ein Sachbuchcomic handelt, bei dem man die Tiere danach auch deutlich vor Augen haben möchte.
Die Story, die Will, Iris und Wenko in die Tiefsee bringt, ist nicht besonders ausgefallen, aber dennoch spannend genug, dass man weiterlesen möchte. Die drei Kinder testen neue Unterwassererfindungen des Professors, unter anderem ein ganz neues Tauchboot, mit dem sie dann nach einem kleinen Problem an Bord in der Tiefsee landen.
Während des Abenteuers gibt es immer wieder Infoboxen zu unterschiedlichen Tieren und anderen wissenswerten Fakten über die Tiefsee, die gut in die Story eingebaut sind. So werden manche Infos von Wenko eingestreut, der viel über Tiere weiß, andere kommen von Computersystemen an Bord oder dem kleinen Roboter FAIL 34. Die Einbindung der WAS IST WAS Infos ist also gut gemacht, sodass man nebenbei einiges erfahren kann.
Wir empfehlen den Comic daher allen Kindern im Grundschulalter, die gerne Comics mögen oder mehr über die Tiefsee wissen wollen. Ein Einstieg in die Reihe ist durch die kurze Charaktervorstellung zu Beginn des Buches auch bei diesem dritten Band problemlos möglich.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Außergewöhnlich actionreiche Lovestory

Never Trust Your Fake Husband
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Nachdem ich gerade wieder häufiger Liebesromane lese bzw. höre, konnte ich auch an "Never Trust Your Fake Husband" von Ally Carter nicht vorbei, denn die Story hörte sich außergewöhnlich an.
Paris + Gedächtnisverlust ...

Nachdem ich gerade wieder häufiger Liebesromane lese bzw. höre, konnte ich auch an "Never Trust Your Fake Husband" von Ally Carter nicht vorbei, denn die Story hörte sich außergewöhnlich an.
Paris + Gedächtnisverlust + Agenten + Liebesgeschichte klang für mich nach einer spannenden, neuen Mischung, die mir tatsächlich sehr gut gefallen hat. Es gibt Verfolgungsjagden, Schusswechsel, brenzlige Situationen und einiges an Action. Das erinnert zwar alles an Agentenfilme und hat vermutlich wenig mit der Realität zu tun, mich hat das aber kein bisschen gestört und gut unterhalten.
Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt und so erfährt man Stück für Stück immer mehr über Zoe, die Frau mit dem Gedächtnisverlust und Sawyer, den Agenten, auf den sie in Paris trifft. Es ist amüsant zu erfahren, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt und es gibt einige schöne Momente zwischen den beiden. Vor allem der Teil, in dem sie sich als frisch verheiratetes Paar ausgeben müssen, hat mir sehr gefallen.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich manchmal ein kleines bisschen von Zoes naiver Art genervt war, obwohl es zu ihrem Charakter gut passte. Außerdem konnte ich nicht ganz nachvollziehen, wie schnell sich ihre Gefühle für Sawyer entwickelt haben. Aber natürlich war ich auch noch nie in so einer Ausnahmesituation, dass Gedächtnis verloren zu haben, von einer Verfolgungsjagd in die nächste zu stolpern und gleichzeitig auf einen Typen angewiesen zu sein, bei dem man nie wissen kann, ob er vertrauenswürdig ist.
Sawyer ist für mich nicht der Typ, in den ich mich Hals über Kopf verlieben würde. Aber ich bin ja auch nicht Zoe. Die schafft es nämlich, seine mürrische Art aufzuweichen und immer wieder einen netten Kerl aus ihm hervorzuzaubern, der mir dann manchmal schon ein wenig zu süß war.
Trotzdem hat mich die Geschichte richtig gut unterhalten und die Hörbuchversion aus dem Argon Verlag ist in der Umsetzung sehr gut gemacht. Hier hat mir der männliche Part mit Tim Gössler als Sprecher sogar noch ein bisschen besser gefallen als der weibliche. Aber auch Johanna Zehendner, die Zoes Teil liest, hat eine angenehme Stimme, der ich sehr gerne zugehört habe.
So war "Never Trust Your Fake Husband" für mich eine außergewöhnliche und actionreiche Liebesgeschichte, die mir einige schöne Stunden beschert hat. Wer also Lust auf Romantik mit einer guten Portion Humor und Action hat, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Witzige Idee mit interessanten Denkanstößen

Der Lehrerinnendrucker
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In der Grundschule kennen es mit Sicherheit viele Kinder. Die Klassenlehrerin wird schwanger, darf nicht mehr unterrichten und bis eine neue gefunden ist, vergeht einige Zeit mit Vertretungen, Praktikantinnen ...

In der Grundschule kennen es mit Sicherheit viele Kinder. Die Klassenlehrerin wird schwanger, darf nicht mehr unterrichten und bis eine neue gefunden ist, vergeht einige Zeit mit Vertretungen, Praktikantinnen und Aushilfslehrern. Was wäre, wenn man sich stattdessen eine neue, perfekte Lehrerin einfach ausdrucken und nach Wunsch der Schülerinnen und Schüler gestalten könnte?
Genau diese Grundidee verfolgt die Geschichte "Der Lehrerinnendrucker" von Christian Seltmann. Fritz und Carl drucken mithilfe einer Erfindung von Carls Vater eine neue Lehrerin aus. Was da alles passieren kann! Ist die Lehrerin zu nett oder zu streng? Welche Eigenschaften sollte sie mitbringen? Und was ist die Lehrerin überhaupt - Mensch oder Künstliche Intelligenz?
Das Buch richtet sich in erster Linie an alle Kinder im Grundschulalter und regt mit dieser ausgefallenen Geschichte zu vielen Fragen an. Es gibt einige fast schon philosophische Gedanken, die meinem 7-jährigen Sohn und mir wirklich sehr gut gefallen haben. Was macht einen Menschen aus? Wo kommt der Mensch her? Sind wir nicht alle auch ein bisschen Dinosaurier? Zusammen mit weiteren Fragen zu Künstlicher Intelligenz haben uns diese Denkanstöße wirklich sehr gut gefallen, vor allem auch, da sie größtenteils von den Kindern Fritz und Carl selbst ausgehen.
Einzig der Schreibstil und die Gegenwartsform waren für mich persönlich nicht ganz so angenehm, aber das ist natürlich Geschmacksache. Auch wenn die Umsetzung hier für mich nicht ganz gelungen ist, hat uns die Geschichte thematisch sehr gefallen. Es gibt viele witzige Momente, ein bisschen Spannung und einige Denkanstöße nicht nur für Kinder, sondern auch für mitlesende Erwachsene, die "Der Lehrerinnendrucker" zu einer schönen Geschichte für alle ab dem Grundschulalter machen.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Gesellschaftskritischer Kriminalfall mit interessanten Tier-Charakteren

Detektiv Ameisis. Ein fast unlösbarer Fall
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Manchmal brauche ich ein wenig Zeit, um meine Gedanken zu einem Buch so richtig zu ordnen. So erging es mir gerade bei "Detektiv Ameisis. Ein fast unlösbarer Fall" von Matthias Körner so. Gleich vorweg ...

Manchmal brauche ich ein wenig Zeit, um meine Gedanken zu einem Buch so richtig zu ordnen. So erging es mir gerade bei "Detektiv Ameisis. Ein fast unlösbarer Fall" von Matthias Körner so. Gleich vorweg für diejenigen, die es kurz mögen: Das Buch ist nicht unbedingt für jedes 10-jährige Kind etwas, aber trotzdem richtig gut - Empfehlung deshalb für alle, die gesellschaftskritische Jugendbücher mögen!
Das Buch ist definitiv mehr als nur ein Krimi über die Entführung eines wohlhabenden Nashornmädchens. Es ist zum einen die Geschichte eines Ameisenbären, des Privatdetektivs Afri Ameisis, der im Gürteltierghetto lebt und arbeitet und diesen lukrativen Auftrag nicht ablehnen kann. Zum anderen ist es die Erzählung über eine tierische Stadt, in der es klare gesellschaftliche Grenzen gibt und Arme und Reiche strickt voneinander getrennt leben.
Der Fall ist vielschichtig, deckt gesellschaftliche Missstände auf und entwickelt sich ganz anders, als man zunächst erwartet. Gleichzeitig erzählt er von Ameisis persönlichem Schicksal in einer Welt, in der einem walnussgroßen Gehirn wenig zugetraut wird. So stellen sich die Fragen, was die Herkunft über jemanden aussagt oder wer darüber entscheidet, welchen Weg man einschlägt? Aber auch wie können gesellschaftliche Machtstrukturen aufgebrochen werden und was kann ein einzelnes Tier für Veränderungen tun?
Daneben glänzt das Buch durch einen stimmungsvollen Schreibstil. Ich habe die Gluthitze der Stadt gespürt. Den Schweiß und die drückende Stimmung im Dritten Ring genauso erlebt wie den Glanz der prachtvollen Gärten und Villen des Zentrums der Stadt. Gleichzeitig entfaltet sich ein kniffeliger Kriminalfall mit unerwarteten Wendungen und interessanten Charakteren:
Arme Gürteltiere, die immer wieder ihre Gürtel verlieren, reiche Nashörner, die ihr Horn sehr weit oben in der Luft tragen und Hyänen, die am Rande der Gesellschaft leben. Besonders gerne mochte ich Afris Frau Alina, die schlau ist und mutig und die Welt manchmal etwas klarer sieht als ihr Ehemann.
Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt: Braucht die Geschichte tierische Protagonisten - Nashörner, Giraffen, Gürteltiere, Lemuren, Ameisenbären etc.? Und dann festgestellt: Ja, da es hilft, die Charaktere noch deutlicher vor Augen zu sehen und eine besondere Stimmung zu schaffen, die mit Menschen wahrscheinlich so einfach nicht möglich gewesen wäre. Außerdem werden die tierischen Eigenschaften und Vorlieben (geröstete Ameisenspieße) gekonnt eingebunden, was mir am Ende sehr gut gefallen hat.
Wer also Lust auf einen vielschichtigen Kriminalfall mit außergewöhnlichen Charakteren hat und gesellschaftskritische Jugendbücher mag, ist hier genau richtig und wird zusammen mit Afri Ameisis rätseln: Wo ist Naomi Nasoni? Und warum hat ausgerechnet ein Ameisenbär diesen kniffeligen Fall bekommen?

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Lustiger Sachbuchcomic - leicht zu lesen, Wissen und Spaß für alle ab 7 Jahren

Frag Ferdinand: Natur und Tiere
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Sachbuchcomics finden meine Kinder immer super und den Reporterhund Ferdinand von Flix und Ralph Ruthe kannten wir bisher noch nicht. Das hat sich mit dem neuen Band "Frag Ferdinand - Natur & Tiere" zum ...

Sachbuchcomics finden meine Kinder immer super und den Reporterhund Ferdinand von Flix und Ralph Ruthe kannten wir bisher noch nicht. Das hat sich mit dem neuen Band "Frag Ferdinand - Natur & Tiere" zum Glück geändert. Wer allerdings schon die älteren Comics über Ferdinand aus dem Carlsen Verlag kennt, muss noch einmal genau hinschauen, denn hier könnte es Überschneidungen mit früheren Bänden geben.
Es ist eine lustige Sammlung aus kurzen doppelseitigen Comicgeschichten, die alle zum Thema Natur und Tiere passen. Meist bekommt Ferdinand, der Reporterhund, von seinem muffigen Chef den Auftrag, einen Artikel zu einem bestimmten Thema zu schreiben. Schon fängt Ferdinand an zu tippen und erklärt in Kürze alles zu verschiedenen Tieren, erneuerbare Energien, Müll, Pilzen oder auch Dinosauriern.
Dabei kommt der Spaß nicht zu kurz und wir mussten einige Male schmunzeln. Zu jeder Geschichte gibt es zusätzlich einen interessanten oder lustigen Fakt: So besitzt die Schnecke mit bis zu 40.000 Zähnen die meisten im ganzen Tierreich. Manche Comicstrips sind aber nicht nur witzig oder lehrreich, auch eine gewisse Gesellschaftskritik insbesondere in Bezug auf Umweltverschmutzung und Klimawandel kommt dabei heraus. Diese Mischung fanden wir sehr gelungen.
Auch die Illustrationen des Comic haben meinen Kindern und mir gefallen. Ferdinand als Reporterhund ist wirklich einzigartig und sein Charakter kommt durch die Bilder sehr gut heraus. Dazu gibt es viele andere Tiere, die starke Auftritte hinlegen, wie drei Chaoskätzchen oder einen am Boden liegenden Dino, der fragt, ob er schon ein fossiler Brennstoff sei.
Die Altersempfehlung ab 7 Jahren ist für "Frag Ferdinand" angemessen. Viele der Comicstrips lassen sich leicht lesen. Lediglich die wechselnden Schriftarten könnten Kindern, die noch etwas unsicher beim Lesen sind, anfangs etwas Schwierigkeiten bereiten. Dafür bringt das Buch aber auch mitlesenden Erwachsenen viel Spaß. Ältere Grundschulkinder können Ferdinand schon ganz alleine kennenlernen und dabei einiges über die Natur und Tiere herausfinden.

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