Spannung in abgelegenem Dorf
Dies war mein erstes Buch der Autorin. Es ist die "Vorgeschichte" der jungen Polizistin Sanna und behandelt ihren allerersten Fall, der in den 80er Jahren spielt. Von der Reihenfolge ist es also theoretisch ...
Dies war mein erstes Buch der Autorin. Es ist die "Vorgeschichte" der jungen Polizistin Sanna und behandelt ihren allerersten Fall, der in den 80er Jahren spielt. Von der Reihenfolge ist es also theoretisch sinnvoll, mit diesem Buch anzufangen, auch wenn es schon andere Bände der Reihe gibt.
Das Setting fand ich interessant; ohne Internet, Handys, Navis etc. war es doch im Vergleich zu heute etwas "mühsamer", sich in der Welt zu bewegen. Sannas erster Fall führt sie in das kleine schwedische Dorf Augu. Eigentlich soll sie hier nur das junge Mädchen Jorun zuhause abliefern, das den Mord an einer jungen Prostituierten, mit der sie sich angefreundet hatte, mit ansehen musste und selbst nur knapp überlebt hat. Auch Joruns Schwester wurde vor zwei Jahren grausam ermordet, der mutmaßliche Mörder sitzt im Gefängnis (das fand ich schon krass, wie viel das arme Mädchen schon ertragen musste!)
Während Sannas Aufenthalts in dem Dorf verschwindet jedoch wieder ein Mädchen in dem kleinen Dorf und sie bekommt Zweifel, ob der richtige Täter für den Mord an Joruns Schwester im Gefängnis ist. Ihr Chef bei der Polizei nimmt ihre Vermutungen aber nicht ernst und so nimmt Sanna sich einige Tage frei, um auf eigene Faust zu ermitteln.
Sannas Chef und ihre (männlichen) Kollegen fand ich richtig unangenehm, sie nennen sie "Blondie" und nehmen sie überhaupt nicht ernst. Außerdem wurde zeitgleich Olof Palme erschossen und alle Ermittlungskapazitäten fließen in die Aufklärung dieses Mordes.
Der Aufbau des Buches ist sehr interessant. Neben Sannas Perspektive wird auch immer wieder aus der Sicht von zahlreichen anderen Personen geschrieben. Zum Beispiel die Putzfrau Harriett, die Jorun im letzten Moment gerettet hat und mitsamt einer Schlange im gepäck mit nach Augu kommt, unterschiedliche Einwohner:innen des Dorfes etc. So hat man immer wieder eine andere Sicht auf das Geschehen und verdächtigt unterschiedliche Leute. Irgendwie scheinen viele Menschen in Augu etwas verbergen zu wollen.
Der Schreibstil ist sehr kurzweilig, sodass die Seiten nur so dahin fliegen, und die Atmosphäre durchgehend beklemmend.