Spannender Jugendkrimi zu wichtigem Thema
Promise Boys - Drei Schüler. Drei Motive. Ein Mord.Der Direktor einer Privatschule wird ermordet - und schnell stehen drei Jungen unter Verdacht.
Der Aufbau des Buchs fand ich sehr gut. Im ersten Teil kommen zu Beginn jedes Kapitels verschiedene Personen ...
Der Direktor einer Privatschule wird ermordet - und schnell stehen drei Jungen unter Verdacht.
Der Aufbau des Buchs fand ich sehr gut. Im ersten Teil kommen zu Beginn jedes Kapitels verschiedene Personen zu Wort, bspw. Freund:innen, Klassenkameraden, Geschwister, Eltern/Großeltern etc., die einen ersten Eindruck über je einen der Jungs schildern. Außerdem bekommt man Auszüge aus den Verhören bei der Polizei zu lesen.
Danach erzählen die drei Jungen jeweils aus Ich-Perspektive vom Tag vor dem Mord sowie dem Tag, an dem es passiert ist und irgendwie kann man sich bei keinem vorstellen, dass er es gewesen sein soll.
Als Leser:in kann man mit jedem Jungen mitfühlen, lernt die Gedanken, Hoffnungen und Träume kennen. Man ist durch die Sichtweisen der verschiedenen Personen sofort irgendwie mittendrin, bekommt aber immer nur ein kleines Puzzleteil der Geschichte.
Der tote Schuldirektor scheint von niemandem (Schüler wie Lehrer:innen) gemocht worden zu sein, sodass keiner wirklich traurig über seinen Tod ist und viele theoretisch ein Motiv hätten. Die "Methoden", die er in der Schule anwendet sind regelrecht gefängnishaft. Nicht reden, nicht lachen, immer nur auf einer blauen Linie im Flur gehen ... das ganze Schulumfeld ist sehr von Zwang und dem willkürrlichen, aggressiven Verhalten des Direktors geprägt.
Ich fand in den Erzählungen erschreckend, wie schnell sich ein eigentlich "normaler" Tag komplett wandeln kann. Schließlich tun die Jungs sich zusammen, um die Wahrheit herauszufinden - das hat mir sehr gut gefallen.
Zusammengefasst hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ließ sich super lesen, die Übersetzung ist gut gelungen (auch wenn im Original wahrscheinlich noch mehr Slang benutzt wird, den man nicht gut übersetzen kann ohne dass es komisch klingt).
Dass immer wieder aus der Perspektive verschiedener Protagonist:innen erzählt wurde fand ich auch sehr abwechslungsreich, so hat man immer wieder andere Blickwinkel auf das Geschehen bekommen.
Außerdem fand es spannend, einen Einblick in eine Lebensrealität zu bekommen, die mir ehrlich gesagt ziemlich fremd ist. Natürlich kennt man eigene Problemchen aus der Schule, aber für die Jungs muss es als PoC (vor allem in dem Umfeld, wo das Buch spielt) besonders schwer sein. Sie werden sofort unter Verdacht gestellt und bekommen kaum eine Chance, sich zu erklären. Man sollte immer vorsichtig sein, Menschen vorzuverurteilen und ihnen besser zuhören.