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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2025

Zum Miträtseln

The Perfect Marriage
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Seit zehn Jahren sind die erfolgreiche Anwältin Sarah und der nur leidlich bekannte Schriftsteller Adam sind seit mittlerweile zehn Jahren verheiratet. Doch um ihre Ehe ist es nicht allzu gut gestellt. ...

Seit zehn Jahren sind die erfolgreiche Anwältin Sarah und der nur leidlich bekannte Schriftsteller Adam sind seit mittlerweile zehn Jahren verheiratet. Doch um ihre Ehe ist es nicht allzu gut gestellt. Während Sarah sich in die Arbeit stürzt, sucht sich Adam eine Affäre. Mit Kelly verbringt er Schäferstündchen im vom Sarah gekauften Ferienhaus. Doch eines Morgens steht die Polizei vor ihrer Stadtwohnung, im Ferienhaus wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden: Kelly und Adam steht unter Tatverdacht. Trotz des Schocks übernimmt Sarah die Verteidigung ihres Mannes.
Ich hatte bereits im Vorfeld viele gute Meinungen zum Buch gelesen und war sehr gespannt.
Der Einstieg fällt sehr leicht, Autorin Jeneva Rose schreibt leicht und flüssig und zieht dadurch schnell in ihren Bann.
Der Fall scheint zunächst glasklar, doch schnell stellt sich hier heraus, dass auch das Opfer Geheimnisse hatte. Je mehr Personen auftauchen, desto undurchsichtiger wird der Fall.
Erzählt wird dieser Thriller aus abwechselnder Perspektive zwischen Sarah und Adam durch einen Erzähler in dritter Person. Wir bleiben hier Beobachter durch die Augen der beiden Protagonisten. Diese Blicke auf die anderen Charaktere schüren Misstrauen und laden förmlich zum Miträtseln ein.
Es gibt hier zwar einige Charaktere, die aber letzten Endes überschaubar bleiben, was aber mit daran liegt, dass jeder einzelne klar gezeichnet wurde. Oder halt auch eher unklar, denn als Leser wirkt hier einfach jeder verdächtig und so richtig sympathisch ist auf den ersten Blick auch niemand.
Sarah wirkt unterkühlt und berechnend, doch je mehr Einblicke man bekommt, desto mehr wird klar, wie clever diese Frau ist. Ihren Mut ausgerechnet ihren fremdgehenden Ehemann zu verteidigen, habe ich ihr hoch angerechnet.
Adam wirkt trottelig und naiv und ist mit Mitte dreißig immer noch Mamas Bärchen, was mich so manches Mal mit dem Kopf schütteln ließ. Für mich passten die beiden überhaupt nicht zusammen, was man auch an ihren Schwierigkeiten in der Ehe sieht.
Neben diesen kommen aber noch einige weitere Charaktere, wie Sarahs Kollegen oder die ermittelnden Beamten hinzu. Jeder ließ mich die Stirn runzeln, keiner war sympathisch und alle verdächtig. Letztendlich hat die Autorin mich gut an der Nase herumgeführt, was mir schon lange nicht mehr passiert ist.
Mein Fazit: Auch wenn dieser Thriller im Endeffekt eher unaufgeregt und unblutig bleibt, wird er doch immer mehr zum Pageturner. Jeder ist verdächtig und so richtig mag man niemanden. Genau das macht das Buch so unglaublich spannend und fesselnd. Ich empfehle es gerne, auch an zartbesaitete Leser.

Veröffentlicht am 14.07.2025

Gute Unterhaltung

Ghosted
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Emily, die in eher ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, hat diesem Leben den Rücken gekehrt und wohnt nun mit ihrer besten Freundin in London. Sie will ein völlig neues Leben beginnen und einfach Karriere ...

Emily, die in eher ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, hat diesem Leben den Rücken gekehrt und wohnt nun mit ihrer besten Freundin in London. Sie will ein völlig neues Leben beginnen und einfach Karriere machen. Bei diesen Versuchen lernt sie Andy kennen, der eigentlich nichts so ihr Typ ist, der sie aber besser versteht als andere. Doch dann meldet sich Andy von heute auf morgen einfach nicht mehr bei Emily. Nun glaubt sie wieder, dass all das nur an ihr liegt, und sucht in allem ihre Schuld, sie will nun eine bessere Version ihrer selbst werden, doch eigentlich gibt sie sich dabei immer mehr auf. Als dann allerdings Andy, nach einer Ouija Sitzung als Geist erscheint und Emily bittet, herauszufinden, was mit ihm geschehen ist, stimmt sie zu.
Die Geschichte rund um Emily startet quasi mittendrin, Autorin Rosie Mullender erzählt gleich drauflos und ich mochte den Schreibstil sehr, er liest sich leicht und flüssig und hat genau die richtige Prise Humor, aber auch ein wenig Ernsthaftigkeit, mit der diese Geschichte ein wenig Tiefe bekommt.
Da Andy und Emily sich auf die Suche begeben, was mit Andy passiert ist, wird die Geschichte auch recht spannend. Die Dialoge sind größtenteils witzig und vor allem Andy sorgte für viele Schmunzler.
Erzählt wird von Emily, die ihr altes Leben hinter sich lassen möchte. Ich fand sie zunächst als Protagonistin unheimlich nervig, sie versucht nach außen so perfekt zu wirken, dass es beinahe zwanghaft ist. Ihr Social Media Auftritt muss perfekt sein und dafür muss ihr Äußeres stimmen, das wirkte natürlich reichlich oberflächlich. Doch je mehr man über sie erfuhr, desto größer wurde auch das Verständnis für Emily und ihr Verhalten, denn im Grunde steckt Emily voller Selbstzweifel und diese loszuwerden, ist gar nicht so einfach. Wir begleiten sie auf dem schweren Weg, sich selbst zu zu lieben und letzendlich auch zu akzeptieren.
Andy ist hier der Charakter, der einem schnell ans Herz wächst. Er ist chaotisch, aber durch und durch liebenswert und mit seiner Art schafft er es auch immer mehr bei Emily durchzudringen.
Mein Fazit: Ghosted ist eine sehr humorvolle RomCom, die aber auch mit dem Thema Selbstliebe und Akzeptanz Tiefe bekommt. Zugegeben, Protagonistin Emily ist wirklich oft nervig und ließ mich hin und wieder mit den Augen rollen, doch Andy machte hier viels wieder wett. Insgesamt kann ich die Geschichte für gute Unterhaltung zwischendurch absolut empfehlen.

Veröffentlicht am 10.07.2025

Auf auf zur Wilden Jagd

Crimson Sky – Die Seelenjägerin
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Für Triathletin Remy bricht eine Welt zusammen, als man ihr mitteilt, dass sie nach einem Unfall nicht mehr ihren Sport ausüben kann. Dadurch steht sie vor dem Nichts, denn auch ihr Stipendium und ihr ...

Für Triathletin Remy bricht eine Welt zusammen, als man ihr mitteilt, dass sie nach einem Unfall nicht mehr ihren Sport ausüben kann. Dadurch steht sie vor dem Nichts, denn auch ihr Stipendium und ihr Zimmer im Wohnheim fallen nun weg. Als sie bei einem Diebstahl, den sie begehen muss, um über die Runden zu kommen, von

zwei Männern verfolgt wird, ahnt sie nicht im Geringsten, was passieren wird. Denn schon am nächsten Morgen wacht sie in der Anderswelt auf. Hier erfährt sie, dass sie nun ein Mitglied der so genannten wilden Jagd sei. Anführer der wilden Jagd ist Prinz Keon, der zunächst knallhart erscheint, doch Remy lässt sich nichts von ihm gefallen, was so manchen Konflikt birgt, unter anderem auch mit ihrem Herzen.

Autorin Kira Licht hat sich mittlerweile mit ihren Büchern tief in mein Herz geschrieben. Ihr Schreibstil ist einfach wunderbar locker, leicht und bildlich. Viele Dialoge, vor allem zwischen Remy und Keon bieten ganz viel zum Schmunzeln, denn Remy lässt sich auch vom Prinzen der Wilden Jagd nicht einschüchtern.

Wir beginnen in unserer Welt, doch schnell befinden wir uns in der Anderswelt, die auf der einen Seite düster und bedrohlich wirkt, auf der anderen Seite aber einfach magisch, auch durch ihre vielen unterschiedlichen Wesen. Insgesamt ist das Worldbuilding leicht und gut verständlich aufgebaut und bietet eine spannende Grundlage und auch das Magiesystem zwar einfach, aber dadurch auch sehr leicht für Handlung.

Die Geschichte ist spannend und abwechslungsreich und die Handlung rasant. Hier passiert eigentlich ständig etwas und dadurch wird das Buch zum Pageturner, den man kaum aus der Hand legen kann.

Für mich war aber auch die Slow Burn Lovestory zwischen Keon und Remy ein Highlight. Keon, der Widerspruch gar nicht so toll findet, Remy, die ihr Herz auf der Zunge trägt und nicht klein bei gibt, diese Dynamik lieb ich einfach und die wurde hier auch richtig gut dargestellt.

Die gesamte Geschichte wird auch unter anderem durch die wahnsinnig lebendigen Charaktere getragen, sowohl Haupt- als auch Nebencharaktere sind lebendig und glaubwürdig und es macht Spaß, diese zu begleiten.

Remy ist toll, sie hat definitiv eine große Klappe, aber auch genügend Mut, um sich für sich und andere einzusetzen. Sie schafft es, sich hier sehr schnell an die neue Welt anzupassen und ist so großherzig, dass sie stets anderen zu Hilfe kommt.

Keon ist zunächst eher das Gegenteil, als Sohn des Königs und Anführer der Wilden Jagd muss er knallhart auftreten, allerdings beeindruckt das Remy so gar nicht.

Mein Fazit: Dieser erste Band der Crimson Sky Dilogie hat einfach alles, was das Herz begehrt. Ein düsteres Worldbuilding, ein leichtes Magiesystem, viel Spannung und wundervolle Protagonisten, mit denen man einfach mitfiebern muss. Da hier wirklich einiges passiert, ist das Buch auch in kürzester Zeit verschlungen. Zwar gibt es hier einen Cliffhanger, doch dieser lässt einfach die Vorfreude auf Band 2 nur wachsen. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 08.07.2025

Emotionale Achterbahn

Gestern waren wir unendlich
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Als Louis Henry kennenlernt wird ihm schnell klar, dass dieser nicht nur sein bester Freund, sondern auch seine große Liebe ist. Doch ein schwerer Schicksalsschlag ändert von jetzt auf gleich einfach alles. ...

Als Louis Henry kennenlernt wird ihm schnell klar, dass dieser nicht nur sein bester Freund, sondern auch seine große Liebe ist. Doch ein schwerer Schicksalsschlag ändert von jetzt auf gleich einfach alles. Die beiden geraten in einen Autounfall, bei dem Henry ums Leben kommt. Für Louis, der eh nie an Happy Ends geglaubt hat, bis er Henry begegnete, bricht eine Welt zusammen. Bis am nächsten Morgen Henry wieder da ist. Sie stecken in einer Zeitschleife, muss Louis diesen schlimmsten Tag nun immer wieder erleben oder kann er das Schicksal überlisten und erhält eine zweite Chance?
Schon beim Lesen des Klappentextes war mir klar: dass wird so richtig an die Nieren gehen und ja, dass tat es.
Mit Gestern waren wir unendlich erschien der erste Band der neuen Dilogie aus der Feder von Dominik Gaida. Die beiden Romane können allerdings unabhängig voneinander gelesen werden, da sie in sich abgeschlossen sind. Allerdings lernt man schon im ersten Band die Protagonisten aus Band 2 kennen. Also lohnt sich das Einhalten der Reihenfolge.
Der Schreibstil des Autors lässt sich sehr leicht und flüssig lesen, ist somit auch für eine jüngere Zielgruppe absolut lesenswert, berührt aber durchaus auch ältere Leser.
Diese queere Romance ist einmal ganz anders erzählt, denn hier begleiten wir den Protagonisten Louis bei seinem schlimmsten Tag und hängen gemeinsam mit ihm in einer Zeitschleife, während wir aus Henrys Sicht die gemeinsame Geschichte der beiden erleben.
Die Geschichte ist einfach emotional, Dominik Gaida setzt uns Leser hier auf eine Achterbahn der Gefühle und ich muss zugeben, das ein oder andere Tränchen wurde durchaus verdrückt.
Insgesamt steht Louis Perspektive ein wenig mehr im Vordergrund, dabei spüren wir hier die Verzweiflung, aber auch Hoffnung des Protagonisten und machen mit ihm gemeinsam den Wettlauf gegen die Zeit immer wieder durch. Das Prinzip ist ja an für sich nichts neues, aber hier mit soviel Gefühl transportiert, das dabei auch keine Langeweile entsteht.
Die beiden Charaktere sind unterschiedlich und doch beide greifbar und warmherzig. Allein die Vorstellung, was Louis hier immer und immer wieder durchmachen muss, lässt einen schon verrückt werden. Auch die Frage, ob das gut ausgehen kann, ist natürlich permanent präsent. Seine Gefühle und Reaktionen waren für mich absolut verständlich und nachvollziehbar.
Henry ist ein ganz anderer Charakter, eher stiller und schüchterner und er möchte es jedem recht machen. Das macht auch die Kapitel aus seiner Sicht noch ein wenig gefühlvoller.
Doch nicht nur die beiden Protagonisten spielen eine große Rolle, sondern auch einige Nebencharaktere gehen zu Herzen, so wie Henrys Oma.
Mein Fazit: Gestern waren wir unendlich ist ein sehr emotionaler Roman, auf den man sich erst einmal einlassen muss, denn man erlebt hier wirklich ganz viele Emotionen und gerade Trauer und Verlust, aber auch Hoffnung und Mut spielen eine große Rolle. Lediglich die Auflösung war nicht ganz meins und ließ mich kurz die Stirn runzeln, aber das ist, wie so oft, reine Geschmackssache. Doch insgesamt kann ich dieses Buch absolut empfehlen.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Cozy Urban Fantasy

Blossoms of Fire
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Gemeinsam mit ihrer Großmutter lebt Hexe Briar in Edinburgh, wo sie einen kleinen Kräuterladen betreibt. Eigentlich ist ihr Leben hier völlig ruhig und unspektakulär, bis sie eines Abends auf dem Heimweg ...

Gemeinsam mit ihrer Großmutter lebt Hexe Briar in Edinburgh, wo sie einen kleinen Kräuterladen betreibt. Eigentlich ist ihr Leben hier völlig ruhig und unspektakulär, bis sie eines Abends auf dem Heimweg von einem Drachen entführt wird. In einer Höhle wartet der verletzte Drache Darragh auf sie, den sie heilen soll. Während sie bei Darragh bleibt, findet sie heraus, dass der Drache verflucht wurde und obwohl er sie immer wieder angreift, bleibt sie bei ihm, denn der Drache macht sie nicht nur neugierig, sondern zieht sie regelrecht an. Als sie dann das Geheimnis der Drachen herausfindet, weiß sie auch wieso.
Wieder mal ein wunderschön gestaltetes Buch und Hexen und Drachen gehen sowieso immer, also wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.
Der Einstieg fällt unglaublich leicht, der Schreibstil liest sich so angenehm und flüssig, dass man sich von Seite eins an in der Geschichte fühlt.
Das Worldbuilding hat mir gefallen, da es hier Urban Fantasy ist, spielt es in unserer Zeit, allerdings auf einer kleinen, schottischen Insel. Da ich eh eine Schwäche dafür habe, war das genau das richtige. Es bleibt auch im Großen und Ganzen eher ein Nebenbei.
Die Geschichte ist eher cozy als temporeich und actiongeladen, passt hier aber hervorragend zur Handlung. Als Briar für den Drachenclan als Heilerin auf der Insel bleibt, rückt dann die Lovestory mehr in den Vordergrund. Da hätte ich mir einfach mehr über den Fantasypart gewünscht, z. B. mehr über Hexencoven etc.
In der Ich-Perspektive aus der Sicht Briars erleben wir die Ereignisse und wir lernen die absolut sympathische Protagonistin intensiv kennen. Sie ist zielstrebig und nicht allzu leicht einzuschüchtern. Ihre schlagfertige Art macht sie noch einmal mehr authentisch und brachte mich hin und wieder zum Schmunzeln.
Aber auch Darragh ist toll gezeichnet, ein wenig brummelig, aber doch auch absolut herzlich und gemeinsam sind die beiden einfach wirklich süß, auch wenn mir persönlich die Liebesgeschichte ein wenig zu wenig Tension hatte.
Einen humorvollen Sidekick bietet hier dann noch eine sprechende Ente und auch die Nebencharaktere sind, soweit dargestellt, authentisch.
Mein Fazit: Blossoms of Fire ist ein absolut toller und cozy Wohlfühlroman, der trotz seiner gemütlichen Vibes auch die ein oder andere Intrige bereithält. Found Family Vibes und zwei wundervolle Hauptcharaktere lassen das Buch schnell zu einem Pageturner werden, den ich gerne empfehle.