Zum Miträtseln
The Perfect MarriageSeit zehn Jahren sind die erfolgreiche Anwältin Sarah und der nur leidlich bekannte Schriftsteller Adam sind seit mittlerweile zehn Jahren verheiratet. Doch um ihre Ehe ist es nicht allzu gut gestellt. ...
Seit zehn Jahren sind die erfolgreiche Anwältin Sarah und der nur leidlich bekannte Schriftsteller Adam sind seit mittlerweile zehn Jahren verheiratet. Doch um ihre Ehe ist es nicht allzu gut gestellt. Während Sarah sich in die Arbeit stürzt, sucht sich Adam eine Affäre. Mit Kelly verbringt er Schäferstündchen im vom Sarah gekauften Ferienhaus. Doch eines Morgens steht die Polizei vor ihrer Stadtwohnung, im Ferienhaus wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden: Kelly und Adam steht unter Tatverdacht. Trotz des Schocks übernimmt Sarah die Verteidigung ihres Mannes.
Ich hatte bereits im Vorfeld viele gute Meinungen zum Buch gelesen und war sehr gespannt.
Der Einstieg fällt sehr leicht, Autorin Jeneva Rose schreibt leicht und flüssig und zieht dadurch schnell in ihren Bann.
Der Fall scheint zunächst glasklar, doch schnell stellt sich hier heraus, dass auch das Opfer Geheimnisse hatte. Je mehr Personen auftauchen, desto undurchsichtiger wird der Fall.
Erzählt wird dieser Thriller aus abwechselnder Perspektive zwischen Sarah und Adam durch einen Erzähler in dritter Person. Wir bleiben hier Beobachter durch die Augen der beiden Protagonisten. Diese Blicke auf die anderen Charaktere schüren Misstrauen und laden förmlich zum Miträtseln ein.
Es gibt hier zwar einige Charaktere, die aber letzten Endes überschaubar bleiben, was aber mit daran liegt, dass jeder einzelne klar gezeichnet wurde. Oder halt auch eher unklar, denn als Leser wirkt hier einfach jeder verdächtig und so richtig sympathisch ist auf den ersten Blick auch niemand.
Sarah wirkt unterkühlt und berechnend, doch je mehr Einblicke man bekommt, desto mehr wird klar, wie clever diese Frau ist. Ihren Mut ausgerechnet ihren fremdgehenden Ehemann zu verteidigen, habe ich ihr hoch angerechnet.
Adam wirkt trottelig und naiv und ist mit Mitte dreißig immer noch Mamas Bärchen, was mich so manches Mal mit dem Kopf schütteln ließ. Für mich passten die beiden überhaupt nicht zusammen, was man auch an ihren Schwierigkeiten in der Ehe sieht.
Neben diesen kommen aber noch einige weitere Charaktere, wie Sarahs Kollegen oder die ermittelnden Beamten hinzu. Jeder ließ mich die Stirn runzeln, keiner war sympathisch und alle verdächtig. Letztendlich hat die Autorin mich gut an der Nase herumgeführt, was mir schon lange nicht mehr passiert ist.
Mein Fazit: Auch wenn dieser Thriller im Endeffekt eher unaufgeregt und unblutig bleibt, wird er doch immer mehr zum Pageturner. Jeder ist verdächtig und so richtig mag man niemanden. Genau das macht das Buch so unglaublich spannend und fesselnd. Ich empfehle es gerne, auch an zartbesaitete Leser.