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Veröffentlicht am 14.07.2025

Große Empfehlung für eigentlich jeden

Unvernünftige Gastfreundschaft
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Ich wusste vorher nicht ganz was mich erwartet - und das hätte ich auch nicht wissen oder erraten können. "Unvernünftige Gastwirtschaft" ist eine Mischung aus einer Biografie von und über Will Guidara, ...

Ich wusste vorher nicht ganz was mich erwartet - und das hätte ich auch nicht wissen oder erraten können. "Unvernünftige Gastwirtschaft" ist eine Mischung aus einer Biografie von und über Will Guidara, ein Buch über die Welt der Restaurants, Lebensweisheiten und einem Sachbuch für Unternehmensführung in einem - und das ist absolut nichts schlechtes! Ich habe unglaublich viele Einblicke bekommen und viel neues gelernt, ohne mich belehrt zu fühlen, insbesondere darüber was die Gastwirtschaft von bloßem Service unterscheidet und warum sie so wichtig ist.

In dem Buch geht es vorrangig um Will Guidaras Zeit in der Gastronomie, über seine verschiedenen Jobs und Erfahrungen und darum, wie er die unvernünftige Gastfreundschaft in die Restaurant-Welt integrieren möchte. Aufgelockert werden diese Erzählungen von viele spannenden und lustigen Anekdoten. Das Buch ist sehr schön und angenehm geschrieben und wirkt wie eine flüssige und in sich stimmige Erzählung, ich hatte zwischendurch immer eine Erzählstimme im Kopf.

Ganz offensichtlich ist diese Buch für alle interessant, die sich dafür interessieren, wie Service, Gastfreundschaft und Gastronomie funktionieren und was sich hinter der Fassade eines Restaurants verbirgt. Dieses Buch ist darüber hinaus aber auch für all jene interessant, die sich in Führungspositionen befinden, da Will Guidara sehr spannende Anregungen dazu liefert. Auf mich trifft beides nicht zu und ich habe dieses Buch trotzdem sehr, sehr gerne gelesen - eigentlich ist dieses Buch für alle interessant und jeder kann spannende Erkenntnisse daraus mitnehmen. Ohne dass ich wirklich wusste, was das Ziel des gesamten Buches sei oder wohin es führt, wollte ich trotzdem immer weiterlesen und war gespannt zu wissen, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Echte Charaktere und wundertoller Schreibstil

Two Wrongs make a Right
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Als Jamie und Bea das erste Mal aufeinander treffen, können sich die beiden überhaupt nicht leiden. Das ist auch kein Wunder, denn die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Bea ist chaotisch und ...

Als Jamie und Bea das erste Mal aufeinander treffen, können sich die beiden überhaupt nicht leiden. Das ist auch kein Wunder, denn die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Bea ist chaotisch und Jamie strukturiert. Doch obwohl sie auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, sind sie sich dann doch ähnlicher als sie dachten. Ihre Freunde scheinen die Ähnlichkeiten sofort erkannt zu haben, denn sie schicken die beiden trotz schlechtem ersten Eindruck auf ein Blind Date. Jamie und Bea wollen sich rächen und beschließen eine Beziehung vorzutäuschen. Doch irgendwann fällt das vortäuschen immer leichter...

Da die Kapitel mal aus Beas und mal aus Jamies Perspektive geschrieben sind, können wir als Leserinnen beide Protagonisten sehr gut kennen lernen, insbesondere, da sie sich beide nach außen ganz anders gegeben, als ihre Gedanken sind. Diese Erzählweise ermöglicht es uns, ihre unterschiedlichen Sichtweisen kennen zu lernen und sie besser zu verstehen.

Fast mit Leichtigkeit gelingt es der Autorin, tiefgründige und wichtige Themen anzusprechen und auf natürliche Weise zu vermitteln, die mich sehr berührt haben. Es geht um Einsamkeit, se
uelle Orientierung, Autismus, Angststörung und viele weitere Aspekte. Der Schreibstil enthält viele Formulierungen, die Platz zum Interpretieren lassen. Bea hat sich vor einer Party in Schale geworfen und ihre Maske aufgesetzt - hat sie damit ihre Krebsmaske für die Kostümparty gemeint oder die unsichtbare Maske, die sie in Gesellschaft aufsetzt, weil sie sich in sozialen Situationen verstellt und maskieren muss?

Mir gefallen die herrlich normalen Charaktere mir Ecken und Kanten, Macken und ihren alltäglichen Problemen. Sie wirken dadurch nahbar und echt und ich kann mich gut mit ihnen identifizieren. Mir gefällt auch sehr, dass Bea nicht einfach nur eine Person mit Autismus ist, deren gesamte Charakterbeschreibung sich nur darum dreht. Stattdessen hat sie einen vielschichtigen Charakter. Und ihre Eigenschaften und Probleme, die mit Autismus in Verbindung stehen (könnten), werden einfach ganz nebenbei integriert - es geht dabei vorrangig um sie als Person und nicht darum, dass sie eine Person mit Autismus ist.

Ich habe im Laufe des Buches wirklich überdurchschnittlich viele Lieblingsszenen entdeckt. Es gibt so viele Momente, die so unglaublich schön und natürlich sind: es gibt spicy Momente; Momente, in denen Personen auf ganz besondere Art und Weise ihre Zuneigung zeigen und so viele Momente, die mich mit Wärme und Freude erfüllen, sich richtig anfühlen und mich zum lächeln bringen.

"Two Wrongs make a Right" von Chloe Liese ist eine absolute Empfehlung!

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Ich habe mich in einigen Gedankenmustern wiederfinden können und gerade deswegen hat mir die Geschichte auch sehr die Augen geöffnet

Love, unconventionally
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Das Buch handelt von Claire, die eines Tages merkt, dass sie doch gar nicht so offen und tolerant ist, wie sie eigentlich immer dachte. Es handelt von ihren Problemen im Umgang mit Menschen, die sich von ...

Das Buch handelt von Claire, die eines Tages merkt, dass sie doch gar nicht so offen und tolerant ist, wie sie eigentlich immer dachte. Es handelt von ihren Problemen im Umgang mit Menschen, die sich von der Gesellschaft nichts einreden lassen und ihrem Streben nach dieser besonderen Art von Freiheit.

Ich hab das Buch sehr genossen und in zwei Tagen verschlungen und möchte es gerne zeitnah noch einmal lesen. Es sind wirklich tolle und spannende Personen dabei, die ich mit Spannung bei ihren Entscheidungen begleitet habe. Ich hab aber nicht nur über die Charaktere nachgedacht, sondern auch deren Probleme und Ängste in Bezug auf meine Einstellungen reflektiert. Das hat dieses Buch wirklich wundertoll hinbekommen und so viele Themen gut verarbeitet angesprochen. Ich habe mich in einigen Gedankenmustern wiederfinden können und gerade deswegen hat mir die Geschichte auch sehr die Augen geöffnet und ich hoffe, dass sich da auch bei mir etwas ändert und mir die Gedanken anderer herzlich egal(er) werden.

Genauso wie das Buch vermittelt, dass wir niemanden einfach in eine Schublade stecken sollten, so lässt sich auch dieses Buch definitiv in keine Schublade einsortieren - handelt es sich um eine RomCom oder ein Kochbuch oder einen Ratgeber? Das lässt sich nicht so genau sagen. Zum Glück, wohlgemerkt! Es braucht auch Bücher (und nicht nur Bücher...), die nicht eins zu eins in vorgefertigte Schubladen passen und sich von den zwanghaft aufgedrückten Labeln loslösen.

Große Empfehlung für alle, die leben (wollen), wie sie wollen!

Veröffentlicht am 14.07.2025

Witzig, Spicy und Authentisch

A Not So Meet Cute
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Wenn ich ehrlich bin, haben mich das Cover und der Klappentext anfangs nur mittelmäßig überzeugt, der tatsächliche Inhalt und der Schreibstil haben mich jedoch sofort abgeholt und überzeugt. Die Handlung ...

Wenn ich ehrlich bin, haben mich das Cover und der Klappentext anfangs nur mittelmäßig überzeugt, der tatsächliche Inhalt und der Schreibstil haben mich jedoch sofort abgeholt und überzeugt. Die Handlung dreht sich um Hux und Lottie - zwei Personen die fast unterschiedlicher nicht sein könnten. Mal erleben wir die Geschehnisse aus Lotties Perspektive und mal aus der von Hux. Um einen wichtigen Deal abzuschließen braucht Hux eine Verlobte und trifft dabei auf Lottie, die ebenfalls einen Fake-Partner sucht - was für ein Zufall!

Das Buch liest sich schnell und gut einfach so hintereinander weg, es ist spannend und ich wollte es am liebsten nicht aus der Hand legen. Die beiden Charaktere sind sehr authentisch und gut beschrieben, ich konnte sie mir sehr gut vorstellen. Zumal reden sie offen und ehrlich miteinander. Es gibt immer mal wieder lustige und ironische Situationen zum Schmunzeln und Lachen. Hinzu kommen noch ein paar authentische spicy Szenen - und fertig ist die perfekte Lektüre.

Sehr gut gefällt mir auch, dass beide Charaktere sich sehr gut mit ihren Geschwistern verstehen und sich mit ihnen austauschen, sodass wir sie in ihrer natürlichen Umgebung erleben und ihre Sicht auf die Dinge erfahren können.

Das Buch hat mich wirklich positiv überrascht und mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Es geht um so viel mehr als um ein Pferdegemälde

Das Gemälde
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Wenn ich meinen Freunden erzählen würde, dass ich ein 550 Seiten-Buch über ein Pferdegemälde gelesen habe, würden sie mich vermutlich sehr verwirrt anschauen. Wenn ich Ihnen jedoch mit Begeisterung davon ...

Wenn ich meinen Freunden erzählen würde, dass ich ein 550 Seiten-Buch über ein Pferdegemälde gelesen habe, würden sie mich vermutlich sehr verwirrt anschauen. Wenn ich Ihnen jedoch mit Begeisterung davon berichten würde, dass es sich um einen Roman über den Rennpferdsport und das Leben von BIPoC-Personen im 19., 20. und 21. Jahrhundert handelt, der auf wahren Begebenheiten beruht, dann würde das ganze bestimmt anders aussehen.



Ich wusste anfangs selber noch nicht so richtig, worauf ich mich eingelassen habe, aber der Schreibstil hat mir sofort gefallen und die Themen waren echt interessant! Ich habe ansonsten eigentlich kein Interesse an Pferden, doch die Darstellung der Pferde in diesem Buch hat mir sehr gefallen und gute Einblicke geliefert. Dass sich das Leben von BIPoC-Personen und ihre Herausforderungen als Thema durch das Buch zieht, wurde mir erst recht spät so richtig bewusst - aber auch diesen Themenstrang fand ich sehr interessant und erschreckend augenöffnend.



Erzählt wurde die Geschichte in drei verschiedenen Zeitsträngen, die sich am Ende zu einer Gesamtgeschichte zusammengefügt haben. Der Schreibstil und die Erzählweise wurde entsprechend angepasst, was mir sehr gut gefallen hat. Bei drei verschiedenen Erzählsträngen, die in der jeweiligen Zeit verschiedene Personen verfolgen, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mit allen so richtig warm geworden bin. Anfangs ist es mir recht schwer gefallen in die Geschehnisse im 19. Jahrhundert einzutauchen, im 21. Jahrhundert dagegen, war ich sofort dabei und wollte am liebsten direkt dort weiterlesen.



Es ist auf jeden Fall ein etwas anderes Buch, was ich jedoch sehr empfehlen kann!