Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2025

Unterhaltsamer Lokalkrimi mit wenig Spannung

Schlossteichleich
0

Schlossteichleich ist der dritte Band der Reihe um Dorli und Lupo Schatz von Veronika A. Grager aus dem Emons Verlag.

Livio Moretti, ein prominenter Maler und Bildhauer, wird auf dem Christkindlmarkt ...

Schlossteichleich ist der dritte Band der Reihe um Dorli und Lupo Schatz von Veronika A. Grager aus dem Emons Verlag.

Livio Moretti, ein prominenter Maler und Bildhauer, wird auf dem Christkindlmarkt ermordet aufgefunden, direkt hinter Mariannes Punschstand. Und weil Marianne der Gemeindesekretärin Dorli eher vertraut als der Polizei, wird Dorli informiert. Sie findet heraus, dass Morettis Lebenspartner verschwunden ist, die Polizei hält das Ganze für eine Beziehungstat. Doch dann wird die Leiche Morettis unter dem Eis des zugefrorenen Hernsteiner Schlossteichs entdeckt. Dorli ist Hobby-Ermittlerin und sie sorgt dafür, das ihr Freund der Privatdetektiv Lupo vom Vater des Toten mit Nachforschungen beauftragt wird. Und schon sind beide wieder gemeinsam auf Spurensuche.

Nachdem mir der vierte Fall "Sauglück" vor acht Jahren sehr gut gefallen hat, habe ich mir diesen Band für meinen Urlaub gekauft.

Die Themenbreite dreht sich um Verbrechen wie Drogenhandel und russischer Bandenkriminalität und die Autorin zeigt das Gedankengut rund um Fremdenhass auf.

Der Aushilfspfarrer der Gemeinde ist ein Afrikaner, der mit seiner Schwester anreist. Das sorgt für viel Gerede und Hetzerei im Dorf. Es hat mich bei diesem Buch sehr gestört, dass der Tod der jungen Frau sehr kurz abgehandelt wird und sich die Geschichte vorrangig um die beiden Ermordeten dreht. Ausserdem verliert sich die Handlung immer wieder in Nebensächlichkeiten, was meinen Lesefluss mehrmals zum Erliegen brachte.

Der einfach gehaltene Erzählstil enthält Dialoge in Mundart, das wirkt sehr lebendig und ist mit eingebautem Humor unterhaltsam zu lesen. Von den Dorfbewohnern bleibt für mich leider der Eindruck ihrer Vorurteile und die beiden Toten entpuppen sich auch keineswegs als Unschuldsknaben.

Das Buch ist für mich eher Unterhaltungslektüre als ein spannender Krimi! Wobei mir der Lokalkolorit und die Protagonisten gut gefallen haben.



Veröffentlicht am 15.07.2025

Leichter Unterhaltungsroman mit ernstem Hintergrund!

Aber bitte mit Sonne
0

Bei Blanvalet erscheint Angelika Schwarzhubers Roman Aber bitte mit Sonne.

Lucy arbeitet in einer Steueranwaltskanzlei und ist gefrustet, denn plötzlich steht ihr Leben auf dem Kopf. Sie entdeckt einen ...

Bei Blanvalet erscheint Angelika Schwarzhubers Roman Aber bitte mit Sonne.

Lucy arbeitet in einer Steueranwaltskanzlei und ist gefrustet, denn plötzlich steht ihr Leben auf dem Kopf. Sie entdeckt einen Knoten in der Brust und versinkt in Angst. Ohne sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, verfällt sie in einen Fluchtmodus und will sich einen lang gehegten Trauem erfüllen und in die Karibik reisen. Sie kündigt ihre Stelle, löst ihr Erspartes auf und bucht die Reise. Doch dann schlägt das Schicksal zu! Bei einem Unfall bricht sie sich ein Bein und aus der Karibik wird nichts. Stattdessen verbringt sie die Zeit bei ihrem Onkel in Niederbayern, der eine Gastwirtschaft betreibt. Dort sorgt der Italiener Matteo als Koch fürs Wohl der Gäste, während Lucy sich in ihrem Zimmer verkriecht. Aber kann sie auf Dauer Matteos Charme widerstehen?

Bei diesem Roman erlebt man eine turbulente, sommerleichte Geschichte, die unterhält und die Sorge um eine Krebserkrankung aufwirft. Lucy erlebt diese Ängste um eine Erkrankung, sie fällt in eine depressive Phase und ihr Traumurlaub in der Karibik findet mit gebrochenem Bein in Bayern statt. Für sie Glück im Unglück, denn dort sorgt man sich um sie.

Die Figuren sind mit verschiedenen Eigenheiten ausgestattet, gerade Nele und ihre Mutter Ingrid haben mich mit ihrer herzlichen und direkten Art überzeugen können. Lucy dagegen fand ich sehr verpeilt und realitiätsfern, denn sie verschweigt ihre gesundheitlichen Sorgen vor ihrem Onkel und ihrer Freundin. Dabei besteht bei ihr eine familäre Vorbelastung, ein doppelter Grund für eine regelmäßige Brustkrebsvorsorge und eine Untersuchung im Verdachtsfall sollte einfach selbstverständlich sein. Der frühe Tod von Lucys Mutter wurde nur am Rande erwähnt und bei diesem ernsten Thema hätte ich mir mehr emotionale Auseinandersetzung erhofft. Ganz anders Matteo, er konnte mich überzeugen. Seinen eigenen Liebeskummer vergisst er, sorgt sich um Lucy, ist einfühlsam ist und bemüht sich, ihr aus ihrer Depression zu helfen. Die Liebesgeschichte war absolut vorhersehbar, doch bei so einem locker erzählten Sommerroman stört mich das nicht. Es passt für mich aber nicht ganz zusammen, einen leichten Roman mit dem Thema eines Krebsverdachts zu verbinden und dem Thema nicht mehr Tiefe und Bedeutung zu verleihen.

Die ganze Geschichte liest sich leicht, aber insgesamt recht oberflächlich. Lucys Sorgen kann ich sehr gut nachempfinden, aber nicht ihre lebensferne Art sich ohne konkrete Diagnose in einen Traumurlaub zu flüchten bzw. in Selbsmitleid zu verfallen.

Leichter Unterhaltungsroman mit ernstem Hintergrund, der zeigt, auch in dunklen Stunden geht die Sonne auf!

Veröffentlicht am 12.07.2025

Leichter Liebesroman ohne das gewisse Etwas!

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
0

Sophie Wilde ist die Tochter eines früheren berühmten französischen Sternekochs und kennt sich mit guter Küche aus. Sie arbeitet recht erfolgreich als Restaurantkritikerin in London, bis ihre negative ...

Sophie Wilde ist die Tochter eines früheren berühmten französischen Sternekochs und kennt sich mit guter Küche aus. Sie arbeitet recht erfolgreich als Restaurantkritikerin in London, bis ihre negative Kritik über das neu eröffnetete Restaurant des Supermodels Annabelle Scott für einen Shitstorm sorgt. Das Model landet nach einem Zusammenbruch in einer Klinik und Sophies Chef schickt sie in eine Auszeit nach Port Haven an der Küste von Cornwall. Nachdem Sophie damit geprahlt hat, soll sie dort ein Sterne-Restaurant aufziehen. Mit ihrer pubertären Tochter und ihrer Mutter samt Rassekater macht sich Sophie auf den Weg, um das heruntergekommene "Smugglers' Inn" zu übernehmen. Die bisherigen Angestellten halten wenig von Sophies Idee, nur Koch Lennox kocht so gut wie er aussieht. Kann diese waghalsige Idee klappen?

Als Sophie im "Smugglers' Inn" ankommt, erkennt sie wie weit die Spelunke von einem Spitzenrestaurant entfernt ist. In was hat sie sich da nur hinein geritten?

Dieser Roman lässt sich durch den angenehmen und eingängigen Schreibstil Katharina Herzogs sehr schön lesen, es ist leichte Kost, die durch die Charaktere und ihre speziellen Facetten für gute Unterhaltung sorgt. Sehr gern habe ich alles rund um Sophies Mutter Tanya verfolgt, denn sie ist herzlich und doch sehr speziell. Durch die landschaftlichen Beschreibungen fühlt man sich in dem kleinen Küstenort angekommen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Entwicklung des Restaurants mit den unterwarteten Schwierigkeiten. Zu diesem Thema passt das Setting Cornwalls sehr gut und es werden auch einige Gerichte genannt, die durchaus für Appetit sorgen. Allerdings sollte man keinen besonderen Tiefgang erwarten, es ist eine etwas oberflächliche und vorhersehbare Geschichte, in der es auch um die Liebe geht, allerdings bei mehr Paaren als ich vermutet hatte.

Einige Vorgänge gingen mir einfach zu glatt, so funktioniert die Entscheidung den Pub zu pachten und das bürokratische Prozedere innerhalb von zwei Tagen, das ist nicht sehr realistisch. Das erwartete Ende trifft genauso ein und die Probleme lösen sich immer wie von Zauberhand. Bei den Figuren gab es wenige Einblicke in die Gefühle und die Konflikte zwischen Sophie und Riley verpuffen just in dem Moment als ein Hund ins Spiel kommt. Die Geschichte hat einen großen Unterhaltungscharakter mit schöner Kulisse und einem kulinarischen Touch, insgesamt fehlte mir etwas mehr Tiefgang, um wirklich mit der Story mitzufiebern.

Ein gut zu lesender, unterhaltsamer Roman für entspannte Lesezeit mit dem Flair Cornwalls. Mir fehlte jedoch das gewisse Etwas, das mich fesseln konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2025

Etwas beschaulicher Dorfkrimi

Mord nach Rezept
0

Der Krimi Mord nach Rezept ist der zweite Fall für Emma Ferrari von Sabine Steck, die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag.


Die Italienerin Emma Ferrari betreibt im bayerischen Dörfchen Himmelsricht einen ...

Der Krimi Mord nach Rezept ist der zweite Fall für Emma Ferrari von Sabine Steck, die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag.


Die Italienerin Emma Ferrari betreibt im bayerischen Dörfchen Himmelsricht einen Feinkostladen mit italienischen Spezialitäten. Nun soll im Dorf ein Kochwettbewerb stattfinden und es freut sie besonders, dass ihre Freundin, die adelige Konstanze von Hohenfels es ins Finale geschafft hat. In der Jury sitzt Konstanzes Mutter, die selbstsüchtige 92-jährige Gräfin Isadora. Als das Event startet, zieht der leckere Duft der Gerichte durch das Publikum und plötzlich kippt Isadora mitten in ihren Risottoteller, sie ist tot! Damit haben die Dorfbewohner nicht gerechnet, sie sind geschockt. Kommissar Gieseking untersucht den Fall und es stellt sich heraus, dass Isadora vergiftet wurde. Da die alte Dame keinesfalls beliebt war, gibt es eine Reihe an Tatverdächtigen.



Emma kennt durch ihren Feinkostladen die Bewohner des Dorfes und beginnt sofort ihre Ermittlungen und übermittelt die Spuren an Kommissar Geiseking. Der tappt ein wenig im Dunkeln, denn es gibt keinen Mangel an Verdächtigen.

Im gemütlichen Flair von Emmas Laden hätte ich gerne mal die Auswahl an Kaffeespezialitäten probiert und mich durch die feinen Öle, edlen Weine, Pasta und Mozzarella durch gestöbert. Emma wurde mir mit ihrer zuvorkommenden Art schnell sympathisch und ich hätte sie gerne auf einen Espresso und eine leckere Kleinigkeit getroffen.

Der Krimi beginnt gemütlich, der Mordfall ereignet sich erst nach dem ersten Viertel des Buches. Dann aber sorgt er für Aufregung und schweißt Emma und Gieseking eng zusammen. Auch wenn Emma einige unerwartete Fakten aufdeckt, wurde es leider nicht so richtig spannend. Die Handlung geht begleitet von zahlreichen lukullischen Genüssen und reichlich Wein und Prosecco ziemlich beschaulich vonstatten. Die Verdächtigen haben alle guten Grund für den Mord an Isadora.

Der Erzählstil ist lebendig, bildhaft und sehr detailverliebt, sodass ich mich stellenweise gelangweilt habe. Für das nötige Flair sorgen Emmas italienische Floskeln und die vielen kleinen Köstlichkeiten, die immer wieder aufgetischt werden, Das macht Appetit und sorgt für das entsprechende Flair italienischer Gastlichkeit in Bayern.

Mit der Zeit werden immer mehr neue Erkenntnisse und Spuren aufgedeckt, die mir das Miträtseln leider unmöglich machten. Zum Ende werden alle Möglichkeiten durchgespielt und den Verdächtigen die persönlichen Motive an den Kopf geworfen. Schliesslich erfogt die Auflösung des Falls, die derart auserzählt wird, dass auch Halbgescheite der Erklärung folgen können. Auf mich wirkte das sehr konstruiert und der Krimi konnte mich nicht so mitreißen wie ich es mir erhofft hatte.


Ein beschaulicher Krimi mit italienischer Kulinarik, der mich wegen fehlender Spannung leider nicht fesseln konnte.

Veröffentlicht am 06.07.2025

Konnte mich nicht begeistern!

Strandgut
0

Bei Dumont erscheint Benjamin Myers Roman Strandgut.

Der Amerikaner Bucky ist fast siebzig und hat noch nie das Meer gesehen. Seit dem Tod seiner Frau lebt er zurückgezogen und leidet an seiner Trauer ...

Bei Dumont erscheint Benjamin Myers Roman Strandgut.

Der Amerikaner Bucky ist fast siebzig und hat noch nie das Meer gesehen. Seit dem Tod seiner Frau lebt er zurückgezogen und leidet an seiner Trauer und seinen Altersgebrechen. Doch dann sorgt eine überraschende Einladung an einen englischen Küstenort für Aufregung, er soll dort bei einem Weekender alte Songs performen. In England angekommen trifft er auf Dinah, die ein Fan von Buckys Songs ist und den Auftrag hat, ihn während seines Aufenthaltes zu begleiten. Dinah hat Probleme, ihr Ehemann ist ein Scheusal und sie harrt in einer lieblosen Beziehung aus, trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen und vergisst bei Musik und einem eiskalten Bad in der Nordsse ihre Sorgen. Dinahs Art beeindruckt Bucky und beide erleben ein turbulentes Wochenende mit Überraschungen und persönlichen Überwindungen, die für beide hilfreich sind.


Es ist eine Ewigkeit her, seit Earlon Bronco, Bucky genannt, in den USA als junger Mann erfolgreich mit seinen Soulsongs Leute unterhalten hat. Als er die Einladung zu einem Weekender nach Scarborough bekommt, liegt ein langes Leben hinter ihm mit Höhen und Tiefen. Seit seine Frau nach vielen Jahren gemeinsamen Lebens verstarb, ist Bucky in seiner Trauer gefangen und leidet an dem Verlust. Täglich quälen ihn Schmerzen, er ist abhängig von starken Schmerzmitteln und gerät durch ein Versehen in den kalten Entzug. Das versucht er mit Alkohol zu kompensieren. An Dinahs Seite lässt er uns an seiner Vergangenheit teilhaben und auch Dinah erzählt aus ihrem Leben.

Es war eine Überraschung, dass Bucky und seine alten Songs noch heute von zahlreichen Fans gefeiert werden. Schliesslich hat der Sänger noch nie auf einer Bühne gestanden. Wirklich logisch erscheint mir dieser Umstand nicht.


Bei dieser melancholischen Geschicht kann man sowohl mit dem Protagonisten Bucky als auch mit Dinah mitleiden oder ihre kleinen Erfolgserlebnisse mitfeiern. Der Erzählstil ist literarisch und wortgewandt, es gibt einige schöne Szenen und ellenlange Bandsätze, die ich persönlich nicht besonders schätze. Myers bringt uns in den Dialogen die Figuren mit ironischem, teilweise aber auch mit rüdem Tonfall näher, weswegen mir Bucky emotional nicht sehr nahe kam. Dinah empfinde ich als die weitaus interessantere Figur, weil sie lebensklug und zupackend ihr Leben meistert.

Zwar hat mich die Geschichte interessiert, aber leider nicht sonderlich gepackt. Eigentlich wollte ich nur wissen, welche Entwicklung die Handlung am Ende nimmt. Obwohl ich sonst Bücher mit intensivem Blick in die Gedankenwelt der Figuren sehr schätze, konnte mich die Story bzw. die Figuren nicht überzeugend abholen.

Die von Bucky gesungenen Soulstücke werden von Benjamin Myers vielfach in der Handlung genannt, wahrscheinlich um dadurch die musikalische Seite beim Leser klingen zu lassen. Das hat bei mir leider nicht funktioniert, denn mir waren sämtliche Stücke unbekannt.

Ein feinfühlig erzählter Roman, der mich leider nicht überzeugen konnte.