Wenn der Gipfel alles offenbart
"Spürst du es, wie alles um dich herum an Bedeutung verliert, weil es nur um dich geht? Der Sauerstoff belebt dich und lässt dich deine Stärke fühlen. Alles, was du brauchst, hast du in dir." (S.232)
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Julien ...
"Spürst du es, wie alles um dich herum an Bedeutung verliert, weil es nur um dich geht? Der Sauerstoff belebt dich und lässt dich deine Stärke fühlen. Alles, was du brauchst, hast du in dir." (S.232)
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Julien kehrt an den Ort zurück, den er nachdem tragischen Verlust, seines besten Freundes Devin, hinter sich gelassen hat. Zusammen mit seiner Filmcrew, wird er den legendären Malamute Peak besteigen und eine Dokumentation drehen. Doch das Wiedersehen mit Alya läuft ganz anders als geplant. Plötzlich steht nicht nur der Gipfel vor ihnen, sondern die tiefe Verbundenheit der Beiden und die Frage, was ist damals bei dem Unfall passiert?
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Mit "Velvet Mountains Risk with me" hat Carina den ersten Band der Velvet Mountains Dilogie geschrieben. Da steckt so viel Herzblut, so viel Leidenschaft und auch so viel Schmerz drin. Wenn plötzlich aus "Drei für Drei" nur noch "Zwei" wird, kann das nicht nur für den Leser emotional werden, sondern vor allem für Ayla und Julien eine ganz eigene Qual.
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Man spürt, dass die Beiden sinnbildlich tief fallen und sich selbst finden müssen, um dann den Berg gemeinsam bezwingen zu können. Ayla und Julien tragen ihr Päckchen und sind dadurch unwideruflich miteinander verbunden. Alles wird offen gelegt, die Schwächen, die Ängste und Carina verleiht dem Buch auf ganz natürliche Art und Weise, Tiefe und eine Sogwirkung, der man sich nicht enziehen kann.
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Das Setting und die Atmosphäre in dem Buch ist eine ganz Besondere. Man ist so dabei und durch die bildliche Schreibweise, fühlt man sich direkt mittendrin. Auch der Spannungsbogen bleibt konstant, weil da etwas tief verborgen ist, von dem man als Leser nur ahnen kann.
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Ayla ist nach dem Unfall vor 6 Jahren in die Lodge geflohen und erledigt sämtliche Arbeiten, um sich nicht mit ihren tiefsitzenden Gefühlen beschäftigen zu müssen. Zu tief sind die unsichtbaren und sichtbaren Wunden. Dennoch legt sie eine Stärke an den Tag, die mutig ist. Physisch wie auch psyichsch beeindruckt Ayla einen. Nur Julien könnte alles ins Wanken bringen. Julien, den Ayla liebevoll "Bergsteigerarsch" getauft hat, denn er hat allen den Rücken gekehrt. Der Welt einen als "Julz" vorgegaukelt und niemanden hinter seine Fassade blicken lassen. Doch gemeinsam mit Ayla, zeigt sich, wie aufmerksam er ist und wie sehr er sich um Ayla sorgt. Er gibt ihr Mut, zeigt ihr Respekt und lässt eine ganz andere Seite von sich durchblicken.
Gemeisamen wachsen die Beiden über sich hinaus und sehen sich selbst durch die Augen des anderen.
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Durch den Perspektivwechsel hat Carina mich einfach nur begeistert und mit hoch auf den Berg klettern lassen, um genauso schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen.
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Ich gebe 5 von 5⭐️ und freue mich schon auf den Band rund um Everon.