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Veröffentlicht am 06.08.2025

Eine Klasse wächst zusammen!

Die fieseste Lehrerin der Welt
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Die Klasse 5a ist noch gar nicht richtig zusammen gewachsen nach dem Schulwechsel, da wird ihre Lehrerin nach den Osterferien schon pensioniert. Nun übernimmt die junge Frau Fröhlich, die eigentlich „Schrecklich“ ...

Die Klasse 5a ist noch gar nicht richtig zusammen gewachsen nach dem Schulwechsel, da wird ihre Lehrerin nach den Osterferien schon pensioniert. Nun übernimmt die junge Frau Fröhlich, die eigentlich „Schrecklich“ oder „Verboten“ heißen sollte! Nie kann man es ihr recht machen, sie ist immer unzufrieden, gibt schlechte Noten und verbietet alles, besonders was Spaß macht, aber nicht nur. Sogar der Klassengoldfisch wird verboten, die Farbe rot oder Kaputzenpullis und natürlich auch Lachen und gleich sterben.... Als erstes sammelt sie morgens alle Südfrüchte, Handys, Sammelkarten und alles was ablenken könnte ein und stopft es in ihre häßiche schwarze Tasche, die sie nach hoch oben, an die Decke hängt, wo sie schmatzt... Auf der Fensterbank stehen nun unheimliche Fleischfressende Pflanzen, die furchtbar stinken, Fliegen (und Schülerfinger) fangen und die ihre Köpfe neigen, als würden sie die Schüler belauschen.... Es ist der Horror, vor allem für Pauls besten Freund Theo, der nun droht, die Klasse verlassen zu müssen, weil seine Noten zu schlecht werden. Gemeinsam beschließen sie, dass sie diese Lehrerin irgendwie los werden müssen, doch nur wie? Bisher macht doch jeder nur sein eigenes Ding....

Diese Lehrerin ist der blanke Albtraum, auch wenn einzelne Verbote durchaus sinnvoll erscheinen, doch sind die Strafen, die bei Verstößen folgen, so drakonisch, dass selbst das vernünftigste Verbot irrsinnig wird. Das Schlimmste ist jedoch, dass alle Erwachsenen total begeistert von dieser neuen „Fröhlich“-Methode sind und es bald sogar Wartelisten für diese Klasse gibt! Doch je irrer die Aktionen dieser Lehrerin werden, desto unheimlicher wird sie ihren Schülern und umso verzweifelter werden sie. Auch wenn sie anfangs über Paul als den Kleinsten der Klasse gelacht haben, fangen sie langsam an auf ihn zu hören. Fest steht: Frau Fröhlich ist unheimlich und nicht normal und muss unbedingt weg! Sie wollen ihre bisherigen Lehrer wieder haben und das können sie nur gemeinsam schaffen und müssen dabei irgendwie Frau Fröhlich knacken. Das geht natürlich nicht so einfach, vor allem, wenn man nicht weiß, was mit der Frau nicht stimmt, aber viele Köpfe, viele Ideen... Dabei dachten die Schüler immer, dass ihr größtes Problem der Schulmobber aus der 10. mit seiner miesen Gang sei.

Diese Lehrerin fängt richtig fies an, aber dabei bleibt es nicht, sie wird noch fieser, obwohl es undenkbar erscheint. Obwohl die Schüler sich ohnmächtig fühlen und anfangs so gar nicht zusammen halten, weil sie in Kleinstgrüppchen zersplittert sind, ist es witzig. Es fühlt sich trotz allem nicht erdrückend und deprimierend an, weil stets das Gefühl vorherrscht, dass die Schüler ja viel mehr sind und es irgendwie schon schaffen werden. Dabei wächst die Spannung immer mehr, weil man unbedingt herausfinden möchte, was mit Frau Fröhlich denn wohl nicht stimmt und wie sie es so schafft, mit ihren plumpen Lügen die Erwachsenen so ein zu wickeln.... Der gewohnt humorvolle und leichte Ton von Ulrike Rylance schafft dieses Meisterstück, dass trotz der scheinbar ausweglosen Lage, die Geschichte lustig und spannend und nicht deprimierend ist. Es ist auch ein Thema mit dem sich die jungen Leser super identifizieren können, denn wer kennt keine richtig fiesen Lehrer? Sie bleiben leider genauso unvergesslich, wie die richtig guten und netten. Damit haben Lehrer und Lehrerinnen echt eine große Verantwortung.

Natürlich ist hier alles verboten, auch Flüstern, Petzen, Vorsagen und Zettelchen schreiben. Dennoch schaffen es immer wieder welche in der 5a Zettelchen durch die Klasse gehen zu lassen, in denen sie ihre neuen wilden Aktionen oder Theorien verbreiten. Diese zeichnet Horst Hellmeier naturgetreu auf die Seiten, so dass auch wir mitlesen können und man sich als Teil der Klasse fühlt. Er schenkt uns auch Social Media Kommentar der Häme und des Spotts der anderen Klassen, Blicke auf die laminierten Verbotsschilder, die immer mehr und länger werden und natürlich auch Bilder von Frau Fröhlich und ihren stinkenden Pflanzen. Als Vignetten hat er bedrohliche „Scherenschnitte“ der Lehrerin des Schreckens gestaltet.

Dirk Petrick höre ich eigentlich sehr gerne, aber hier kann er mich leider nur in seiner Rolle als fiese Frau Fröhlich überzeugen. Er klingt einfach nicht nach einem Jungen aus der 5. Klasse. Dabei variiert er seine Stimme und liest nicht monoton und auch von Atmung und Pausen habe ich nichts zu beanstanden. Er klingt nur nicht nach einem Jungen, den man „Mücke“ nennt. Die Schläger und Ronaldo liegen ihm viel mehr, Hauptperson ist aber Paul, weswegen mich das Buch mehr überzeugt hat, als das Hörbuch, bei dem durch die für mich unpassende Stimme Distanz aufkam, während ich im Buch versunken bin. .

Das Buch ist schön kurz, mit kurzen Kapiteln, die auch Lesemuffeln wie Theo nicht zu anstrengend sein werden und die absolut irren Theorien zur Wahrheit hinter Frau Fröhlich machen einfach Spaß! Sie schafft übrigens das scheinbar Unmögliche... doch nur was?

Ein großer Lesespaß, nicht nur für die Ferien, ab der 3. Klasse für Jungs und Mädchen!

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Auch das Zählen braucht Geduld und Übung!

Agathe zählt die Sterne
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Agathe ist eine junge, aufgeweckte Giraffe in der Steppe, mit hübschen Flecken und einer großen Leidenschaft: sie liebt es zu zählen! Was immer ihr unter die Augen kommt wird gezählt! Zu dumm nur, dass ...

Agathe ist eine junge, aufgeweckte Giraffe in der Steppe, mit hübschen Flecken und einer großen Leidenschaft: sie liebt es zu zählen! Was immer ihr unter die Augen kommt wird gezählt! Zu dumm nur, dass sich einiges dort so schnell bewegt, dass sie keine Chance hat zu Ende zu zählen, oder einfach weggefuttert wird. Doch ihre Freundin Marie Käfer hat da eine gute Idee und möchte ihr beim Zählen ebenso gerne helfen, wie das hibbelige Zebra und der schnelle Gepard. Aber oh weh! Agathes Freunde können gar nicht richtig zählen! Da hilft nur eins: sie muss es ihnen beibringen und kräftig mit ihnen üben – den lieben langen Tag lang. Das tun sie so eifrig und ausdauernd, dass sie mit einer wunderschönen Überraschung belohnt werden!

Dieses Buch ist ganz wunderschön von der Autorin und dem Verlag gestaltet worden in einer interessanten Mischtechnik z.T. Mit Aquarell und Zeichnung und eventuell Stempeldruck. Hier wird gekonnt mit Schärfe und Unschärfe gespielt um den Fokus auf das zu legen, was gerade inhaltlich wichtig ist. Dabei unterstützt auch der Schriftsatz perfekt den Inhalt, was allerdings den Vorlesenden eher auffallen dürfte, als den Zuhörenden: So galoppiert nicht nur das aufgeregte Zebra Agathe, davon, während die sich redlich bemüht seine Streifen zu zählen, auch die gedruckten Zahlen gehen mit dem Zebra durch und scheinen Bocksprünge zu vollführen.

Bei der Savanne und Giraffen kommen einem schnell Zebras in den Sinn, Geparden eher als Jäger, aber zum Glück will dieser Gepard lieber zählen lernen, als die Giraffe zu fressen. Mit Marie Käfer hätte ich allerdings nicht gerechnet. Sie ist auf den Seiten, zwischen all den großen Tieren auch nicht immer auf Anhieb zu entdecken, da muss man wirklich genau hingucken. Als ich sie dann endlich gefunden habe, konnte ich mir das Grinsen aber nicht verkneifen. Sehr schön finde ich auch, dass man zur Verdeutlichung der Größenunterschiede zwischen den Freunden, eine Seite hochklappen muss, damit Agathes langer Hals auch noch Platz auf der Seite findet. So können alle gemeinsam viel besser staunen. Sehr gut gefallen mir auch die golden funkelnden Sterne auf dem Cover, ebenso wie Agathes Name, der ebenso in elegantem Gold aufgedruckt ist.

Zur didaktischen Aufbereitung mag ich jetzt nicht so viel zu sagen, allerdings gefällt es mir, dass nicht alle Tiere von Anfang an so gut zählen können, wie Agathe. Diese macht sich aber nicht über sie lustig, sondern bringt es ihnen ganz geduldig bei. Weil aller Anfang schwer ist, dauert es ganz schön lange, aber gemeinsam üben sie immer weiter, bis sie es können! Nur Übung macht den Meister und so schaffen sie es gemeinsam die Sterne am Himmel zu zählen und das sind deutlich mehr als 10!. Anders als in üblichen Zählenlernbüchern, werden hier nicht immer mehr werdende Gegenstände abgedruckt, die man gemeinsam zählt. Agathe zählt mehr das Unzählbare und die Zahlen werden in Worten abgedruckt. Bevor es an die größte Aufgabe geht, werden die Zahlen von 1 bis 10 aber auch als Ziffern abgedruckt, damit man sie gemeinsam sehen und sprechen kann. Da müssen die Vorlesenden selbst versuchen mit den Zuhörenden zu zählen und werden dabei schnell Agathes Problem nachvoll ziehen können. Der Clou an diesem Buch ist daher das Wecken des Interesses am Zählen lernen und das Verständnis, dass es immer und überall etwas zum Zählen gibt.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Weckt die Liebe zu Kunst!

Malva und das verborgene Atelier
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Malvas Eltern müssen arbeiten und sie soll die ganzen Ferien bei ihrer Oma „Nana“ verbringen, die von einem Freund aus Studientagen ein Haus in der absoluten Pampa, pardon auf dem Land geerbt hat. Es gibt ...

Malvas Eltern müssen arbeiten und sie soll die ganzen Ferien bei ihrer Oma „Nana“ verbringen, die von einem Freund aus Studientagen ein Haus in der absoluten Pampa, pardon auf dem Land geerbt hat. Es gibt noch nicht mal Internet, Telefon oder Fernsehen, von Gleichaltrigen keine Spur! Hat sich schon mal ein Kind zu Tode gelangweilt? Während sie missmutig den verwilderten Garten durchstreift, entdeckt sie verborgen hinter Büschen und Bäumen noch ein kleines Häuschen. Es war das Atelier von Nanas Künstlerfreund. Dort findet sie nach Öffnen der Fenster und Türen nicht nur Bilder, Staffeleien und Pinseln, sondern neben eingetrockneter Öl- und Acrylfarbe, auch einen Aquarellmalkasten. Geduldig und mit viel Fachwissen, zeigt Nana ihr, wie man das verdreckte Teil „wiederbelebt“, aber auch wie man aus allerlei was jeder so in seiner Küche hat, mit Ei und Gewürzpulvern einfache Farben herstellen kann. Nach und nach führt Nana sie in die Farblehre und die Magie des Lichts und der Schönheit der Aquarellmalerei ein. Malva findet es total spannend all das auszuprobieren, was Nana ihr vorschlägt und schreibt sogar ihrer besten Freundin Rafi davon in echten Briefen auf Papier!

Der Erzähltext ist sehr anschaulich und lebendig geschrieben, so dass man nur so durch die Seiten fliegt. In den Briefen an ihre Freundin Rafi erfahren wir von den künstlerisch-pädagoischen Aktionen, die Nana sich für sie ausdenkt, um ihr die Freude und Interesse an Farben, Malerei und Kunst zu wecken. Besonders gut finde ich, dass Nana auch einen Ideen-Finder mit Malva bastelt (natürlich mit Anleitung zum Nachbasteln). Ich habe Kunst immer geliebt, aber außerhalb des Kunstunterrichts fehlte es mir meistens an Ideen und Inspiration. Dabei entwickelt sich Malva immer weiter, während Nana mit ihren Projekten für sie fortschreitet. Die Aktionen bauen somit auf einander auf, so dass es sinnvoll ist vorne zu beginnen und es nicht kreuz und quer zu lesen. Natürlich fangen die Zwei ja nicht mit Bildkomposition und Perspektive an, sondern tasten sich langsam an diese heran, auf gut nachvoll ziehbare und verständliche Weise. Als pensionierte Lehrerin hat die Autorin dabei auch ein gutes Gespür dafür, sich so auszudrücken, dass ihre Zielgruppe sie versteht. Sie erklärt z.B. wie man Farben bewusst einsetzen kann, um Stimmungen zu erzeugen.

Ganz zum Schluss finden wir nicht nur die Danksagungen an alle, die an diesem 4 Generationenprojekt teilgenommen haben, sondern auch ein umfangreiches Glossar, in dem übersichtlich die Fachbegriffe in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet und kurz erklärt werden. Das ist später auch mal für den Kunstunterricht in den höheren Klassen hilfreich.

Die Autorin hat übrigens bis zu ihrer Pensionierung als Kunstlehrerin in Bayern an Gymnasien unterrichtet, nach ihrem Studium der Germanistik und Kunst. Schon ihr Vater war Professor für Physik und leidenschaftlicher Hobbymaler und so gibt sie die Liebe für Kunst und Farben nun in 4. Generation an ihre zahlreichen Kinder und Enkelkinder weiter. Übrigens haben alle Enkelkinder mindestens ein Gemälde zu diesem Buch beigesteuert! Die Illustrationen sind alle vollfarbig und daher besonders anschaulich! Symbole kennzeichnen sowohl den Mitmachteil, als auch die Briefe an Rafi und einem Augensympbol für besondere Informationen, für die man ganz genau hinschauen muss. Da das Buch wirklich zum Ausprobieren und Mit- und Nachmachen gedacht ist, lohnt es sich, sich selbst auch eine große Sammelmappe für die eigenen Versuche anzulegen. Am Ende steht das große Staunen, was man alles schon geschaffen hat!

Ein wunderschönes und liebevoll didaktisch und mit über 100 Aquarellen gestaltetes Kunstsachbuch für Kinder ab 10 Jahren.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Ein absolutes Hörhighlight!

Mein größter Wunsch
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Charlie (11) bewundert ihre große Schwester Jacky, die bald die High School abschließen wird, die immer super aussieht, in der Schule keinen Ärger hat und die alle lieben! Ganz anders als sie mit ihrem ...

Charlie (11) bewundert ihre große Schwester Jacky, die bald die High School abschließen wird, die immer super aussieht, in der Schule keinen Ärger hat und die alle lieben! Ganz anders als sie mit ihrem aufbrausendem Temperament, dass sie sicherlich von ihrem Vater „Klopper“ hat. Als dieser mal wieder wegen einer Schlägerei ins Gefängnis muss, wird sie vom Jugendamt aus der Familie genommen und zur Schwester ihrer Mutter und deren Mann nach Colby aufs Land in North Carolina geschickt. Ihre Tante Bertha ist so anders, als ihre Mutter, die wegen Depressionen, das Bett kaum noch verlässt. Auch Onkel Gus scheint sich richtig zu freuen, dass Charlie bei ihnen ist. Sehr liebevoll nehmen sie das zornige Mädchen bei sich in ihren bescheidenen Verhältnissen auf und versuchen mit Geduld und Liebe ihre Wut auf die Welt zu mindern. Charlie ist fest entschlossen, alles bei diesen Hinterwäldlern zu hassen! Jeden Tag wünscht sie sich mindestens 1 mal eine normale, richtige Familie! Doch dann erlauben ihr und Gus, einen streunenden Hund, den sie Wish nennt, aufzunehmen, was ihre Mutter nie erlaubt hätte. Wish ist anfangs ebenso abweisend wie Charlie gegenüber dem hinkenden, rothaarigen Nachbarsjungen Howard, der mit seiner geduldigen, freundlichen Art, sich als der beste Freund erweist, den man sich nur wünschen kann.

Mich hat die Geduld und die Liebe sowohl von Tante Bertha und Onkel Gus, als auch der Nachbarsfamilie wirklich berührt. Sie haben nicht viel, teilen es aber ganz selbstverständlich und nehmen einander so wie sie sind, voller Liebe und Zuneigung. Erstaunt hört Charlie immer wieder, wie die Erwachsenen ihr vorschwärmen, wie toll der jeweils andere ist und weshalb sie sich ineinander verliebt haben, statt einander anzubrüllen und zu beschimpfen. Es ist so viel ruhiger als bei ihren Eltern! Absolut in der Pampa und die Häuser sind alles andere als eine Pracht, aber sie strahlen Geborgenheit aus jeder windschiefen Ritze aus. Charlie wünscht sich so sehr, dass ihre Mutter endlich wieder mehr Bodenhaftung bekommt und sie zurück zu Jacky in die Stadt darf.

Wie im ländlichen Amerika üblich geht Charlie nun auch in die Kirche, in die Sonntagsschule und in die kirchliche Ferienfreizeit. Über diese Selbstverständlichkeit kann Charlie sich nur wundern. Sie scheint wirklich auf einem anderen Planeten gelandet zu sein! Barbara O'Connor beschreibt Charlies ständiges Staunen und Entsetzen mit viel Sensibilität und feinem Humor. Ich musste wirklich grinsen, dass Charlie, die keinerlei Ehrgeiz in der Schule entwickelt, jedoch akribische Listen des Aberglaubens führt, bei welchen Gelegenheiten man sich etwas wünschen darf. Nur, dass ihr größter Wunsch bislang nie wahr wurde.... Doch manche Wünsche werden ganz sanft und leise wahr, ohne einen großen Knall, dafür umso schöner und nachhaltiger. Ganz fein zeichnet sie diese besonderen Charaktere, die hier aufeinander treffen und einander nachhaltig verändern.

Diese Geschichte ist wunderschön und geht ans Herz. Sie beschönigt weder Charlies Herkunft, noch die einfachen Verhältnisse ihrer Tante und ihres Onkels, aber sie lässt die Kraft der Herzenswärme von Gus und Howard spüren. Auch wenn sie etwas traurig ist, da Charlie leider einige sehr unschöne Wahrheiten über ihre Mutter lernen muss, ist es die Herzenswärme und Geduld, die diese Geschichte prägen. Monika Oschek als Charlie ist einfach umwerfend. Obwohl ich sie bereits mehrfach als Schauspielerin gesehen habe, ist es beim Hören absolut unvorstellbar, dass hier keine 11 jährige ihre Geschichte erzählt. Sie klingt so jung, so verletzlich und so absolut zornig auf die Ungerechtigkeit der Welt! Es ist eine natürliche, stimmliche Frische, die überhaupt nicht nach einer verstellten Erwachsenen klingt.

Einfach wunderschön, ab 9 Jahren. Ich bin ganz verliebt in diese sensible und doch kurzweilige Geschichte!

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Absolut bewegend und stimmlich sensibel

Geheimname Eisvogel
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Europa 1942: Die Schwestern Mila (12) und Hannie (15) wachsen mit ihren Eltern auf. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft, darf ihr Vater seinen Beruf nicht mehr ausüben und als auch noch die Mutter deswegen ...

Europa 1942: Die Schwestern Mila (12) und Hannie (15) wachsen mit ihren Eltern auf. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft, darf ihr Vater seinen Beruf nicht mehr ausüben und als auch noch die Mutter deswegen ihre Arbeit verliert, ist klar, dass es nun auch in den Niederlanden zu gefährlich für sie ist. Daher werden die Schwestern mit neuen Pässen ausgestattet zu Sympathisanten nach Amsterdam geschickt, wo sie als Nichten der Familien, in Verleugnung ihrer Herkunft in Sicherheit sein sollen. Doch Hannie erträgt diese Ungerechtigkeit nicht und schließt sich dem Widerstand an. Unter dem Codenamen Eisvogel hilft sie jüngere Kinder in Sicherheit zu bringen. Mila fügt sich ein und fühlt sich von Hannie immer stärker ausgeschlossen. Zum Glück hat sie nicht nur neue Freundinnen gefunden, sondern auch den ebenso zurückhaltenden Willem und seinen Hund Bo von schräg gegenüber kennen gelernt. Sie ahnt nicht, dass Hannie immer größere Risiken eingeht.

In der Rahmenhandlung wird die 12 jährige Liv von ihrer besten Freundin seit Kindertagen, gegen eine neue coole Clique getauscht und fortan gemobbt. Ihre Mutter ist meistens unterwegs und ihr Vater mit der beginnenden Demenz seiner betagten Mutter beschäftigt. Ihren Opa hatte Liv immer geliebt, aber die Oma war immer kühl und distanziert. Doch dann muss Liv für den Geschichtsunterricht einen Familienstammbaum zeichnen und mit ihrem Vater das Haus seiner Eltern ausräumen. Beim Ausräumen des Speichers stoßen Liv und ihre neue Freundin, die schüchterne Gaby auf eine verborgene Schatulle ihrer Oma, in der sie längst verdrängte Kindheitsgeheimnisse aufhob.... Wer war diese kühl-distanzierte Frau wirklich und warum hatte sise sie Hannie genannt?

Bestsellerautorin Liz Kessler lässt Liv und Gaby tief in die geheime, verborgene Geschichte ihrer jüdischen Großmutter graben. Seit Kindertagen hat Großmutter Bobbe nicht mehr über ihre Herkunft und Familie gesprochen. Erst war es zu gefährlich, dann zu schmerzhaft. Doch die Freundinnen geben nicht auf und sind entschlossen, mehr über Livs Wurzeln herauszufinden, besonders, nachdem der Name Hannie fiel.... Dabei erlebt die schüchterne Liv in der Schule fieseste Ausgrenzung von ihrer ehemals besten Freundin aus Kindertagen. Eigentlich bringt das ihre Welt ins Wanken, aber zum Glück hat sie Gaby gefunden, die sie nicht nur nicht auslacht, sondern sie versteht. Langsam beginnen sie auch Oma Bobbe zu verstehen, die Ausgrenzung auf eine viel existentiellere Art erlebte als Kind.

Hannie und Mila scheinen zwei völlig gegensätzliche Schwestern. Hannie mutig und rebellisch und Mila ruhig und angepasst. Während Mila sich einfügt, will Hannie die Welt verändern, das schreiende Unrecht mildern. Doch das ist verboten und lebensgefährlich... Anhand ihrer Geschichte macht Liz Kessler emotional verständlich, wie gefährlich es in den besetzten Gebieten war, ein Kind jüdischer Herkunft zu sein. Sie erzählt ebenso spannend, wie packend und auch beunruhigend, das Schicksal der Schwestern, die um zu überleben von ihren Eltern getrennt wurden, ohne je zu erfahren, was aus ihnen wurde. Sie macht begreifbar, was der Schmerz bedeutet, wenn man im Ungewissen über das Schicksal seiner Liebsten bleibt. Geschichte, die sich eigentlich nie wiederholen dürfte, die für viele Flüchtlinge in den Klassen der Zuhörenden aber wohl bittere Realität sein dürfte. Diese Geschichte schafft hoffentlich Verständnis für deren Schicksal und Interesse sich mal seiner eigenen Familiengeschichte anzunehmen. Ob in der eigenen Familie auch so viel tot geschwiegen wird?

Diese Geschichte über ein lebenslanges Schuldgefühl seit Kindertagen hat mich wirklich tief bewegt. Es hat mich deutlich mehr berührt als der preisgekrönte Vorgänger „Als die Welt uns gehörte“, was wohl auch an den sehr einfühlsamen Sprecherinnen Inka Löwendorf, Natalia Belitski und Simona Pahl liegen dürfte. Sie lassen diese Geschichte gemeinsam mit Benito Bause so persönlich klingen, dass sie ans Herz geht.
Nach dem versöhnlichen Epilog gibt es noch als Nachtrag einen kurzen historischen Überblick zu der Situation von Juden in den Niederlanden nach zwischen 1940 und 1945. Kurz, knackig und dennoch nachdenklich stimmend, gerade hinsichtlich unserer historischen Verantwortung. .

Absolut zu empfehlen ab 11 Jahren.

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