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Veröffentlicht am 18.07.2025

Ziegen, Blitze, Wahnsinn – Ragnarök dreht voll auf

Ragnarök (Band 3) - Donnergott
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Ich hab gedacht, nach Band 2 kann’s eigentlich nicht mehr krasser werden. Tja, falsch gedacht. Band 3 fährt mit der Donnerkeule rein wie Thor auf Koffein! Der Einstieg? Zack, Fenriswolf fast gefangen – ...

Ich hab gedacht, nach Band 2 kann’s eigentlich nicht mehr krasser werden. Tja, falsch gedacht. Band 3 fährt mit der Donnerkeule rein wie Thor auf Koffein! Der Einstieg? Zack, Fenriswolf fast gefangen – und dann kommt der Donnergott höchstpersönlich um die Ecke und macht erstmal richtig Rabatz. Ziegenböcke, Blitze, Chaos – als hätte jemand den Himmel auf den Kopf gestellt. Ich saß mit offenem Mund da und dachte nur: Was hat der denn gefrühstückt?

Ubbe, mein Lieblingschaot, stolpert wieder herrlich tapsig durch die Götterwelt, während Thyra die Nerven behält wie eine Wikinger-Version von Lara Croft. Und Loki? Tja, der ist sowieso immer für eine Überraschung gut. Die Story ist nicht nur spannend, sondern schubst einen mit ordentlich Wumms mitten in die nordische Göttersuppe. Und das Beste: Die Zeichnungen! Die knallen so sehr, dass ich stellenweise kurz das Atmen vergessen habe. Episch, wild, witzig – und trotzdem mit Seele.

Man merkt, dass Odin Helgheim nicht nur zeichnen, sondern auch erzählen kann. Die Übersetzung ist top – kein gestelzter Kram, sondern schön flüssig mit einem Hauch nordischer Coolness. Ich liebe es, wie hier Mythologie mit fettem Comic-Style gemixt wird. Das fühlt sich an wie ein Marvel-Film mit Axt, Runen und Gänsehaut. Ich will mehr davon, sofort. Wer sich für Wikinger, Abenteuer und göttlichen Wahnsinn begeistern kann, darf sich diesen Band auf keinen Fall entgehen lassen.

Volle Punktzahl mit Mjölnir-Schlag!

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Tiermaschinen, Vertrauen und Chaos – ein Abenteuer wie kein anderes

I am Wolf – Der Kampf der Tierclans
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Also... was zum heulenden Maschinenwolf war das denn bitte für ein abgefahrenes Leseabenteuer?! Ich hab das Buch zusammen mit meiner Tochter als Buddyread verschlungen – eigentlich wollten wir nur reinlesen, ...

Also... was zum heulenden Maschinenwolf war das denn bitte für ein abgefahrenes Leseabenteuer?! Ich hab das Buch zusammen mit meiner Tochter als Buddyread verschlungen – eigentlich wollten wir nur reinlesen, aber zack, plötzlich war es Mitternacht und wir haben im Halbdunkel über Colls Schicksal diskutiert wie zwei Nerds beim Endkampf in einem Fantasy-Videospiel.

Die Idee mit den Tiermaschinen? Total irre – im besten Sinne! Ein Wolf, der gleichzeitig eine gigantische Kampfmaschine und Heimat ist? Mein inneres Kind hat applaudiert, während mein Erwachsenen-Ich still nickend dachte: „Okay, das ist echt cool gemacht.“ Meine Tochter fand die Raben natürlich am coolsten – klar, fliegen, klauen, Chaos stiften. Ich war Team Keiler. Keine Ahnung warum. Wahrscheinlich wegen der Durchsetzungskraft und dem underdog-Vibe.

Wir hatten so viele “Stopp, lies den Absatz nochmal!”-Momente, dass ich irgendwann ernsthaft erwogen hab, das Buch zu klonen, damit wir parallel weiterlesen können. Aber nein, wir haben tapfer gebuddyreadet, inklusive Diskussionen beim Abendbrot („Wem würdest du eher trauen – Keiler oder Rabe?“) und wilden Theorien vor dem Einschlafen („Was, wenn Coll gar kein richtiger Wolf ist?!“ – Spoiler: Keine Ahnung. Lies selbst.).

Was uns beide überrascht hat: Die Story ist ziemlich düster und hat ordentlich Wumms. Für ein angeblich “ab 10” angesetztes Buch fanden wir das schon sportlich. Klar, es ist verständlich geschrieben und die Kapitel fliegen nur so dahin – aber die Themen? Vertrauen, Verrat, Überleben, Identität... das hat mehr Tiefgang als man auf den ersten Blick denkt. Und Coll ist kein typischer Held – er zweifelt, er zögert, er wächst. Das fanden wir beide richtig stark.

Kurzum: Dieses Buch ist wie ein wilder Ritt auf dem Rücken eines mechanischen Wolfes – laut, schnell, emotional und voller Staub im Gesicht. Wir feiern’s! Und wir brauchen dringend Band 2. Am besten vorgestern.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Tauchgang mit Tiefgang – wie Attenborough mir das Meer zurückbrachte

Ozeane
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Dieses Buch hat mich erwischt wie eine Welle beim ersten Surfen – volle Breitseite, aber im besten Sinne. Schon nach den ersten Seiten war mir klar: Hier geht’s nicht nur ums Wasser, hier geht’s um alles. ...

Dieses Buch hat mich erwischt wie eine Welle beim ersten Surfen – volle Breitseite, aber im besten Sinne. Schon nach den ersten Seiten war mir klar: Hier geht’s nicht nur ums Wasser, hier geht’s um alles. Attenborough (der alte Meereszauberer) und Butfield nehmen einen mit auf eine Reise durch die Unterwasserwelt, als säße man mit Taucherbrille und Schnorchel direkt neben ihnen im U-Boot.

Man merkt sofort: Die beiden wissen, wovon sie reden – aber sie reden nicht drüber wie ein Biologielehrer nach der dritten Tasse Kaffee. Nein, das ist spannend, poetisch, bildgewaltig und gleichzeitig knallhart ehrlich. Ich habe gelernt, gelacht, gestaunt – und an ein paar Stellen hatte ich Gänsehaut. Und das nicht, weil’s unter Wasser kalt ist.

Die Bilder? Der absolute Wahnsinn. Da will man direkt den nächsten Tauchkurs buchen oder zumindest die Badewanne auffüllen und reinspringen. Und gleichzeitig schreit jede Seite: „Junge, wach auf! Deine Waschmaschine hat mehr Umweltschutz nötig als du denkst!“

Was mich besonders begeistert hat: Trotz aller Dramatik bleibt das Buch hoffnungsvoll. Keine öde Weltuntergangsstimmung, sondern ein motivierender Tritt in den Hintern mit Flossen-Charme. Attenboroughs Liebe zur Natur tropft aus jeder Zeile wie Salzwasser aus dem Schnorchel.

Kurzum: „Ozeane“ ist ein Schatz – irgendwo zwischen Schatzkarte, Abenteuerroman und Rettungsmission. Und es hat mir gezeigt, dass wir diese letzte große Wildnis nicht verlieren dürfen, nur weil wir zu bequem sind, den Müll aus dem Sand zu klauben.

Fazit: Ein epischer Tauchgang mit Hirn, Herz und Humor. Pflichtlektüre für alle, die noch glauben, Fischstäbchen wachsen im Tiefkühlfach.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Mitten ins Herz des Labyrinths – Ein Vater-Tochter-Abenteuer voller Magie

Tinte, Staub und Schatten: Das Herz des Labyrinths. Das große Finale der Bücherlabyrinth-Dilogie . Fantasy-Abenteuergeschichte
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Also… eigentlich wollten wir nur „mal reinschnuppern“. Ein Kapitel lesen. Vielleicht zwei. Tja. Drei Stunden später sitzen meine Tochter und ich mit Chips, Taschenlampe und völlig übernächtigt im Wohnzimmer ...

Also… eigentlich wollten wir nur „mal reinschnuppern“. Ein Kapitel lesen. Vielleicht zwei. Tja. Drei Stunden später sitzen meine Tochter und ich mit Chips, Taschenlampe und völlig übernächtigt im Wohnzimmer und schreien gleichzeitig: „MINNA, TU’S NICHT!“ – was sie dann natürlich trotzdem tut. Klassisch.

Diese Fortsetzung hat uns völlig eingesaugt – genau wie das Labyrinth den einen oder anderen unvorsichtigen Charakter. Während ich versuchte, all die klugen Anspielungen auf Klassiker und Bücherhelden zu entziffern, hat meine Tochter einfach schneller gelesen und mich dabei mit einem „Na, alter Mann?“ aufgezogen. Charmant.

Der Mix aus Staubmagie, geheimen Bücherpfaden und dieser merkwürdigen, bittersüßen Suche nach der alten Mutter ist einfach nur genial. Minna ist eine starke Heldin mit Herz und Hirn – was ich mir manchmal auch von ihr bei Mathe wünschen würde, aber das ist ein anderes Thema.

Wir haben viel diskutiert – zum Beispiel, ob man jemanden retten darf, der sich selbst längst verloren hat. Und ob wir auch zu so einer Gesellschaft gehören wollen, in der man durch Bücherwände rennt und Patronen austrickst (Antwort: 1000x ja!).

Zwischendurch haben wir uns gegenseitig Zitate vorgelesen, die einfach zu schräg oder zu schön waren, um sie für sich zu behalten – besonders die mit den Schatten und dem Gänsehautfeeling.

Lia Visirins Illustrationen? Eine Augenweide! Selbst ich, der sonst Comics lieber schwarzweiß mag, war hin und weg. Und meine Tochter hat versucht, die Patronen nachzuzeichnen – Spoiler: Ihre „Staub“-Version sieht aus wie ein muffiger Wackelpudding.

Fazit: Dieses Buch ist wild, magisch, emotional – und ja, wir haben beim Ende beide ein bisschen geschluckt. Sie heimlich. Ich offensichtlich. Wer behauptet, Kinderbücher können einen als Erwachsener nicht berühren, der hat nie mit seiner Tochter im Schatten eines Bücherlabyrinths gelesen.

5 von 5 Sternen – für Magie, Chaos und ganz viel Herz.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Rom riecht nicht nach Marmor, sondern nach Mensch

Als Rom noch nicht Antike war
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Also, wer gedacht hat, das alte Rom sei nur Marmor, Toga und Triumphzug – falsch gedacht! Dieses Buch ist wie ein Espresso mit doppeltem Schuss Wahrheit: stark, bissig und mit ordentlich Wumms im Abgang. ...

Also, wer gedacht hat, das alte Rom sei nur Marmor, Toga und Triumphzug – falsch gedacht! Dieses Buch ist wie ein Espresso mit doppeltem Schuss Wahrheit: stark, bissig und mit ordentlich Wumms im Abgang. Karl-Wilhelm Weeber nimmt einen mit in die Straßen von Rom – nicht zu den Kaisern und Konsuln, sondern dahin, wo's nach Schweiß, Straßenstaub und echten Geschichten riecht.

Ich hab beim Lesen mehr über das echte Leben gelernt als in zwölf Jahren Geschichtsunterricht (und das mit weniger Lateinvokabeln!). Sklaven, Händler, Bio-Gemüse auf dem Markt (ja, wirklich!), Zirkushunde und Klos, die man besser meidet – es ist alles drin. Und das mit einem Tonfall, als würde der Autor einem beim Italiener des Vertrauens einen Rotwein ausgeben und locker aus dem antiken Nähkästchen plaudern.

Zwischendurch hab ich gelacht, dann wieder gedacht: „Heilige Lorbeeren, das ist heute ja immer noch aktuell!“ Smog, Stau, soziale Ungleichheit – die Römer hatten’s quasi schon durch, lange bevor wir moderne Probleme hatten. Ein bisschen absurd, ein bisschen genial – und ganz sicher nicht trocken.

Wer also keine Lust mehr auf Geschichtsbücher im Bleiwestenstil hat, sondern lieber stilecht mit Sandalen durch die Gosse von Rom stapfen will, wird dieses Buch lieben. Es macht Spaß, es macht klug – und man will danach sofort eine Nachtigall kaufen und sich über syrische Mode unterhalten. Ganz großes historisches Kino!

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