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Veröffentlicht am 18.07.2025

Eine Frau am Abgrund

Siegfried
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Dieser Roman hat mich sehr berührt. Die Ich-Erzählerin in diesem Buch stellt ihr ganzes bisheriges Leben in Frage. Denn dieses Leben, daß sie bis zu dem Zeitpunkt für ganz in Ordnung hielt, bekommt immer ...

Dieser Roman hat mich sehr berührt. Die Ich-Erzählerin in diesem Buch stellt ihr ganzes bisheriges Leben in Frage. Denn dieses Leben, daß sie bis zu dem Zeitpunkt für ganz in Ordnung hielt, bekommt immer mehr Risse. Ihr neues Buch bereitet ihr Probleme. Die Sorgen um ihren Stiefvater Siegfried nehmen überhand. Die Beziehung mit ihrem Partner, mit dem sie eine Tochter hat, eskalieren immer mehr.
Eines Tages macht sie sich auf den Weg in die Psychiatrie. Dort gibt es mit Sicherheit jemanden, der ihr helfen wird, das Chaos zu beseitigen.
Während sie darauf wartet, mit jemand reden zu können, erfährt man mehr über das Leben der Erzählerin.
Ihr Stiefvater ist schon seit ihrer Kindheit der Mittelpunkt. Sehr erfolgreich, sehr dominant und bis in ihr jetziges Leben sehr präsent. Man lernt Hilde, die Mutter von Siegfried kennen, bei der sie oft Zeit verbringt, wenn ihr Stiefvater und ihre leibliche Mutter auf Reisen sind.
Man lernt auch die Geheimnisse kennen, die sich hinter der Fassade verbergen. Die Gewalt, über die nur geschwiegen wurde. Was sich hinter verschlossenen Türen zugetragen hat, wurde nie angesprochen. Es wurde regelrecht verbannt.
Ich glaube, daß ist auch der Grund, warum die Erzählerin es jedem Recht machen will. Nur nicht anecken, alles schönreden und nie auffallen.
Die Autorin hat hier sehr gut dargestellt, wohin es führen kann, wenn man immer nur die Augen verschließt. Wenn alles totgeschwiegen wird. Wenn die Scham und die Angst größer ist und man sein eigenes Ich immer nur versteckt.
Das Ende stimmte mich ein wenig traurig. Ich hätte mir für die Erzählerin etwas anderes erhofft. So blieb ich etwas ratlos zurück, was die Erzählerin denn nun mit ihrem weiteren Leben anfängt.
Ein sehr tiefgründiger Roman den ich wirklich empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Inselleben

Zur See
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Ich habe diese Geschichte als Hörbuch bekommen, gelesen von Nina Hoss. Von der Autorin war mir bis dahin kein Buch bekannt und hier machte mich der Klappentext neugierig.
Erzählt wird die Geschichte einer ...

Ich habe diese Geschichte als Hörbuch bekommen, gelesen von Nina Hoss. Von der Autorin war mir bis dahin kein Buch bekannt und hier machte mich der Klappentext neugierig.
Erzählt wird die Geschichte einer Familie, die schon immer auf einer kleinen Nordseeinsel lebt. Man lernt die Menschen mit all ihren Besonderheiten und Problemen kennen.
Die Veränderungen auf der Insel werden angesprochen. Der Zerfall des Walfangs, der Ansturm der Touristen und die Angst der Inselbewohner, ob und wie lange sie noch ihre alten Traditionen fortführen können.

Alle Hauptprotagonisten werden detailliert beschrieben. Nina Hoss vermittelte mir mit ihrer angenehmen Stimme das Gefühl, wie schwer es sein muss, auf der Insel die Perspektive nicht zu verlieren. Ein Leben zu leben, daß mit den Jahren immer schwieriger und auswegsloser wird. Den Mut nicht zu verlieren und einfach auszubrechen.

Es ist keine leichte Kost und man durfte beim Hören der Geschichte die Pausen nicht zu lange werden lassen. Diesen Roman kann man nicht so nebenbei hören oder lesen. Man muss sich Zeit nehmen und ihn auf sich wirken lassen.

Für mich war es ein Hörerlebnis und meiner Meinung nach hat Nina Hoss dieses Hörbuch sehr gut eingelesen.
Es gab zwischendurch ein paar Längen, doch im Großen und Ganzen ist es ein ruhiger Roman, der mich nachdenklich zurückgelassen hat.
Wie steht es in ein paar Jahren um diese Inseln und die Familien? Werden sie überleben können?

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Eine Mutter, ihre Kinder und der Tod

Mutterliebe
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Sylvia Bentz steht wegen Mordes vor Gericht. Kiki Holland, eine Gerichtsreporterin soll über diesen Fall berichten. Dieser kommen während der laufenden Verhandlung Zweifel. Wie kann eine Mutter so etwas ...

Sylvia Bentz steht wegen Mordes vor Gericht. Kiki Holland, eine Gerichtsreporterin soll über diesen Fall berichten. Dieser kommen während der laufenden Verhandlung Zweifel. Wie kann eine Mutter so etwas tun? Sie beginnt zu recherchieren und tritt dabei einigen Leuten massiv auf die Füße.

Kiki Holland war mir sofort sympathisch. Mir gefiel ihre forsche Art, die Dinge zu hinterfragen. Nichts und niemand kann sie aufhalten. Sie hat von Anfang an ein Gefühl, das mehr hinter dieser Geschichte steckt. Hilfe bekommt sie dabei unter anderem von ihrem besten Freund, Torte genannt und von Tom, den sie erst kürzlich kennengelernt hat.
Die beiden Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie unterstützen Kiki soweit es ihnen möglich ist. Das ist nicht immer so einfach.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Protagonisten sind gut beschrieben. Etwas mehr Einblicke über die Angeklagte hätte ich mir gewünscht. Hier blieben mir zu viele Fragen im Verlaufe der Geschichte offen. Sie erschien mir leider etwas zu nebensächlich und das fand ich etwas schade. Auch hätte ich mir bei einem Jusiz-Krimi mehr "Verhandlung" gewünscht. Darüber wurde mir etwas zu wenig berichtet. Dies ist ein kleiner Makel gewesen.

Im Großen und Ganzen wurde ich aber sehr gut unterhalten. Vielleicht gibt es ja einen weiteren Teil und wir lesen wieder etwas über Kiki, Torte und Tom.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Geheimnisvoll und interessant

Mrs Agatha Christie
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Das geheimnisvolle Verschwinden der Agatha Christie. Erzählt wird die Geschichte in verschiedenen Rückblenden. Wie sie ihren Mann kennenlernt und sich ihre weitere Ehe entwickelt. Die Beziehung zwischen ...

Das geheimnisvolle Verschwinden der Agatha Christie. Erzählt wird die Geschichte in verschiedenen Rückblenden. Wie sie ihren Mann kennenlernt und sich ihre weitere Ehe entwickelt. Die Beziehung zwischen ihrer Mutter und ihrer Schwester fand ich sehr interessant. Auch das zu ihrer eigenen Tochter. Besonders die Einstellung zu ihrem Mann, vorgegeben durch die eigene Mutter, den Mann immer an erster Stelle zu setzen, fand ich etwas befremdlich. Vielleicht war das zu dieser Zeit aber so üblich.
Dadurch hat sich aber nie ein inniges Verhältnis zu ihrer eigenen Tochter eingestellt. Diese hat ihren Vater abgöttisch geliebt.
Ihren Mann fand ich im Verlauf der Geschichte sehr unsympathisch. Er sah zwar gut aus, aber sein Innerstes hatte wenig freundliches an sich. Er war nur auf seine eigenen Vorteile bedacht.

Was mich besonders fasziniert hat, waren ihre Anfänge als Autorin. Wie sie zum Schreiben kam und wo sie ihre Inspiration dazu hatte. Wie alles begann, eine unvergessliche Autorin zu werden.

Ob sich alles so ereignet hat, wie in diesem Roman dargestellt, kann man ja nicht so komplett bestätigen. Agatha Christie hat sich nie über ihr Verschwinden geäußert. Es sind bis heute noch viele Fragen offen.
Es könnte sich aber so zugetragen haben.

Mich hat die Autorin auf jeden Fall mit ihrem Roman mitgenommen auf eine geheimnisvolle und dramatische Reise.
Für mich war es auf jeden Fall ein tolles Buch über eine der größten Autorinnen der Welt und ihr geheimnisvolles Verschwinden, daß Wellen geschlagen hat.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Sehr emotional. Hallt nach

Was das Meer verspricht
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Was für ein Buch.
Es geht um Vida, die auf einer kleinen Insel ein Leben führt, dass ihr eigentlich auch ganz gut so gefällt.

Ihr Bruder Zander hat die Insel verlassen, da er ein anderes Leben führen ...

Was für ein Buch.
Es geht um Vida, die auf einer kleinen Insel ein Leben führt, dass ihr eigentlich auch ganz gut so gefällt.

Ihr Bruder Zander hat die Insel verlassen, da er ein anderes Leben führen wollte. Dann trifft Marie, eine ganz außergewöhnliche Frau, auf der Insel ein und Vida hinterfrägt ihr ganzes bisheriges Leben. Heirat mit dem Jugendfreund und mit ihm auf der Insel alt werden.

Marie weckt Gefühle in Vida, die sie noch nie erlebt hat und ist sich auf einmal nicht mehr sicher, ob ihr bisheriges Leben wirklich alles war, was sie sich erträumt hat.
Sie will es ändern, doch dann tritt Zander wieder in das Leben seiner Schwester und in das von Maria.

Die Ich-Erzählerin Vida gefiel mir gut. Mit ihren Ängsten und Träumen fieberte ich in den sehr kurzen Kapiteln richtig mit.

Zwischendurch hätte ich sie auch gerne geschüttelt, damit sie ihr Leben zum Besseren ändert.
Das sie ihre Angst verliert. Das sie sich traut, sich eine Liebe einzugestehen, wenn es auch andere Menschen in ihrem Umfeld verletzt hätte.

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut.

Das Ende fand ich ein klein wenig abrupt, aber nachvollziehbar.

Dies war ein Roman, der mich emotional sehr berührt hat.

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