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Veröffentlicht am 09.10.2025

Die Nebensaison

Alle weg
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"Alle weg" von Stefan Maiwald thematisiert das Leben während der Nebensaison, wenn alle Touristen abgereist sind und die einheimischen Italiener an der Adria wieder zur Ruhe kommen. Stefan Maiwald erzählt ...

"Alle weg" von Stefan Maiwald thematisiert das Leben während der Nebensaison, wenn alle Touristen abgereist sind und die einheimischen Italiener an der Adria wieder zur Ruhe kommen. Stefan Maiwald erzählt eindrücklich, wie er das Leben in den Wintermonaten in seiner Wahlheimat war nimmt und was diese kleine Verschnaufpause den Menschen, die dort leben, bringt.

Wir kennen es alle: Jeder möchte doch einen schönen Sommerurlaub im Süden verbringen. Ein ganz beliebtes Reiseziel (der Deutschen)? Italien! Bella Italia ruf jährlich so viele Menschen, dass das Land regelrecht von Touristen überschwemmt wird. Aber was passiert eigentlich, wenn die alle Ende September, Anfang Oktober wieder abreisen? Es kehrt Ruhe ein, auch in dem kleinen Städtchen Grado, in welchem unser Autor mit seiner Frau lebt und jedes Jahr auf's Neue den Andrang auch auf seine Stadt mitbekommt. Wenn dann alle wieder fort sind, gibt es gewisse Zeichen, die auf den Beginn der Nebensaison hindeuteln. Die Stammbar im Ort ist nicht mehr überfüllt von Menschen, die Einheimischen kommen dort wieder zusammen und das Allerwichtigste, der Fernseher in besagter Bar läuft wieder. Bei Pino wird dann lauthals über Politik, das gute, italienische Essen und allen Klatsch und Tratsch diskutiert. Aber wie sieht das Leben der Bewohner dieser Stadt sonst noch so aus? Was machen sie, während die Touristen wieder in ihre Länder zurückgekehrt sind und sich über den Winter kein Geld mit diesen verdienen lässt? Wird es langweilig? Wird der Alltag eintöniger ohne die vielen Menschen in den Straßen? Eines ist auf jeden Fall gewiss. Es kehrt Ruhe ein und es fühlt sich sogar fast so an, als würde man das "Sommerleben" besagter Stadt abstreifen, sodass diese wieder atmen und sich in ihrer eigenen Haut wohlfühlen kann.

Da wir gerade selbst aus dem Italien-Urlaub zurückgekommen sind, MUSSTE ich dieses Buch unbedingt lesen! Wir waren dieses Jahr das erste (richtige) Mal in Italien und haben dort fast 10 Tage Urlaub gemacht. Vor ein paar Jahren haben wir sogar für einen Tag die italienische Stadt Triest besucht, die in diesem Buch auch erwähnt wird. Sie hat uns damals schon unglaublich gut gefallen, aber dieses Jahr haben wir uns in die Toskana gewagt. Obwohl das Buch vom Leben an der Adria handelt, habe ich doch einige Parallele ausmachen können und oft über die Gepflogenheiten der Italiener geschmunzelt, da wir sie ähnlich erlebt haben. Ich fand das Buch sehr kurzweilig und für Zwischendurch auf jeden Fall super geeignet. Die knapp 200 Seiten hatte ich innerhalb weniger Stunden durch und fühlte mich gut unterhalten. Ich habe noch einiges über Italien selbst, die Stadt Grado und auch die Traditionen der Italiener gelernt, was ich extrem cool finde. Man bekommt einen perfekten Einblick in das Leben vor Ort, vor allem in der Nebensaison. Darum geht es ja auch bei "Alle weg" in erster Linie. Die Touristen verlassen das warme Land und die Einheimischen bleiben zurück. Sie langweilen sich aber keineswegs und haben ihre eigene Art mit den kalten Wintermonaten umzugehen. Sie sehen das Ende der Saison eher als leichtes Aufatmen. Man steht nicht mehr ständig unter Strom, weil man es allen Besuchern und Kunden recht machen möchte. Man kommt zu Atem und kann sich während der Feiertage im Dezember (die in Italien übrigens sogar bis in den Januar reichen) entspannen und das Fest mit seinen Liebsten genießen. Und wie dieses Fest dort genossen wird! Es war schön zu erfahren, wie der Autor mit deutschen Wurzeln auch seine Traditionen mit einbringen kann und toll zu lesen, welche Traditionen die Italiener zu Weihnachten haben. Was mir auch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat, waren die kleinen und witzigen Anekdoten, die man sich in so einer kleinen Stadt oder auch im Dorf erzählt. Es kommen die wildesten Geschichten auf und die Bewohner müssen diese natürlich ausgiebig diskutieren. Nicht anders als in unserer kleinen Stadt hier in Deutschland. Ich mochte den Schreibstil auch echt gerne und kam gut damit klar. Wie schon gesagt, brauchte es nicht lange, bis ich mich durch das Buch gelesen hatte. Es war mein Highlight des Tages und gerade erst so frisch aus dem Urlaub zurück, hat es mir nochmal die totalen Italien-Vibes gegeben.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Tiefe Liebe? - oder doch nur Schauspiel?

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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"Heartless Hunter" von Kristen Ciccarelli macht alleine mit seinem Titel schon neugierig und Lust auf das Lesen des Buches mit dem roten Falter auf der Vorderseite. Aber steckt auch etwas im "Heartless ...

"Heartless Hunter" von Kristen Ciccarelli macht alleine mit seinem Titel schon neugierig und Lust auf das Lesen des Buches mit dem roten Falter auf der Vorderseite. Aber steckt auch etwas im "Heartless Hunter" oder kann die Geschichte rund um Rune, Gideon und die Jagd nach Hexen nicht überzeugen?

Rune ist eine Hexe. Das weiß sie, dass wissen ihre zwei besten Freunde, aber sonst darf niemand davon wissen. Denn die Macht der Hexen hat schon vor Längerem ein Ende gefunden und alle, die sich dem Hexendasein verschreiben oder auch nur mit einer Hexe sympathisieren, werden umgehend hingerichtet. Für Rune ist das natürlich sehr gefährlich, auch wenn sie sich in ihrer Stadt einen Namen gemacht hat und nicht verdächtig wird eine Hexe zu sein. Oder gar der rote Nachtfalter. Diese sagenumwobene Gestalt, die seit mehr als zwei Jahren der Blutwache das Leben zur Hölle macht und gleichzeitig verschleppte, eingesperrte und zum Tode verurteilte Hexen befreit. Gideon Sharpe, DER Hexenjäger unter den Jägern der Blutwache möchte nichts lieber als den roten Nachtfalter zur Strecke zu bringen. Und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Durch Runes gefährliche Missionen und Gideon unerbittliche Jagd, laufen sich die beiden zwangsläufig über den Weg. Dabei kommen sie auch auf gefährliche Weise näher. Auch wenn Rune und Gideon jeweils ihre eigenen Ziele verfolgen, entstehen doch verbotene Gefühle, die sich nicht so leicht abschalten lassen. Wird es den beiden gelingen ihre Ziele zu erreichen ohne dabei verletzt zu werden? Kann Rune die Hexen retten und ein glückliches und sicheres Leben führen? Wird Gideon den roten Nachtfalter einfangen und ihn auf einer Tribüne hinrichten, so wie so viele, andere Hexen davor?

Ich mag den Hintergrund, dass es sich hierbei um eine Hexengeschichte handelt, sehr gerne. Das habe ich so noch nicht oft gelesen und freute mich regelrecht auf die Geschichte und die Charaktere. Rune arbeitet verdeckt, ist dabei aber sehr mutig und stellt das Leben anderer über ihr eigenes. Sie ist eine treue Seele und hat für mich hier den stärksten Charakter. Gideon wird als der dunkle Typ dargestellt. Er ist der verbissene Hexenjäger, der seine Feindin ausschalten will, egal zu welchem Preis. Dass hier eine romantische Liebesgeschichte entstehen kann, ist vorprogrammiert. Dabei haben wir es in der Story nicht nur mit einem Liebhaber zu tun. Rune wird regelrecht umschwärmt und so gibt es noch andere Charaktere, die ich an dieser Stelle vorerst nicht erwähnen möchte um die Spannung nicht zu zerstören, die eine Rolle spielen könnten. Dass sowohl Rune, als auch Gideon mit dem jeweils anderen spielen, fand ich zu Beginn etwas befremdlich. Dass das nicht gut geht, ist ja von Anfang an klar. Irgendwann MUSSTEN sich tiefere Gefühle entwickeln. Trotzdem bleibt es hier lange ein Hin und Her, bis man scheinbar echte, ehrliche Gefühle zu sehen bekommt. Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines Dritten, aber abwechselnd in den Perspektiven von Rune und Gideon. Man erfährt also genau, welche Gefühle gerade in der betreffenden Person vorherrschen. Ich für meinen Teil hätte mir etwas mehr Tiefe gewünscht, auch wenn die Geschichte an sich gut gemacht ist und deutlich rüberkommt, worum es eigentlich geht. Den Konflikt zwischen den Menschen und den Hexen finde ich sehr spannend. Da war ich auch oft zwiegespalten. Einerseits möchte man natürlich nicht, dass unschuldige Frauen und Mädchen abgeschlachtet werden, weil die Menschen mit der Andersartigkeit der Hexen nicht klarkommen. Andererseits sind die Hexen aus der Vergangenheit auch nicht ohne. Sie müssten ein gutes Mittelmaß finden, in welchem alle friedlich zusammenleben können. Das ist aber, kleiner Spoiler, am Ende dieses Buches (noch) nicht der Fall. Da es sich hierbei um den ersten Teil der Geschichte handelt, wird uns im zweiten Buch sicherlich auch viel Spannendes erwarten. Abschließend festzuhalten ist, dass ein wenig mehr Tiefe bei der Story um Rune und Gideon schön gewesen wäre, ich aber so auch ein gutes Lesevergnügen hatte und spannende Stunden mit dem Buch verbracht habe. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und mochte die Vielfalt und Ideen der Hexengeschichte.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Heiße Rennen, brennende Liebe

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
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Carolin Wahl ist sicher jedem Bookie ein Begriff und auch ich habe von ihr bisher nicht nur ein Buch durchgesuchtet. Ganz klar also, dass "Crushing Souls" schnell ganz weit oben auf meiner Wunsch-Leseliste ...

Carolin Wahl ist sicher jedem Bookie ein Begriff und auch ich habe von ihr bisher nicht nur ein Buch durchgesuchtet. Ganz klar also, dass "Crushing Souls" schnell ganz weit oben auf meiner Wunsch-Leseliste stand. Heiße Rennen und brennende Liebe auf den Rennbahnen der Welt versprechen Spannung und auch ein wenig Nervenkitzel. Kann auch ich mich als Nicht-Formel-1-Liebhaberin in diese Geschichte hineinfühlen?

Fionas Wunsch war es schon immer nach ihrem Abschluss in die Formel 1 einzusteigen. Wie ihr Vater, der seit Jahrzehnten eine echte Größe in der Rennsportwelt ist, möchte sie sich ihren eigenen Namen machen. Nicht auf Daddy's Kontakt angewiesen sein und es zu etwas Großem bringen. Nur leider ist das mit ihrem Nachnamen MacKenzie gar nicht so einfach. Der Grund dafür lässt Fiona an ihrem Leben und den Verbindungen zu ihren Eltern zweifeln. Deshalb versucht sie auf anderem Wege Fuß in der Welt des Rennsports zu fassen. Auch Duncan McKinnon wünscht sich ein Leben auf der Überholspur, allerdings hinter dem Lenkrad. Und wie es das Schicksal so will, laufen sich Fiona und Duncan schneller über den Weg und arbeiten enger zusammen, als sich die beides das jemals vorgestellt haben. Denn obwohl Fiona Duncan schon seit Ewigkeiten kennt und er mit ihrer Familie auf tragische Weise verbunden ist, können sich beide nicht ausstehen. Sie liefern regelmäßig kleinere Duelle und der ein oder andere Schlagabtausch ist auch dabei. Aber was ist, wenn aus diesen negativen, hasserfüllten Gefühlen doch etwas anderes werden kann? Was ist, wenn die andere Person gar nicht so übel ist, wie man eigentlich immer gedacht hat? Können zwischen den Feinden vielleicht sogar Liebende entstehen?

Natürlich hat mich alleine schon das schöne Cover des Buches in seinen Bann gezogen. Die Story dahinter hat mich aber doch auch sehr interessiert, obwohl ich der Formel 1 eigentlich gar nichts abgewinnen kann. Mich zieht dieses Thema einfach gar nicht an, noch nie. Der Geschichte von Carolin Wahl wollte ich aber dennoch eine Chance geben und habe es nicht bereut. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Fiona und Duncan geschrieben. So bekommt man die geballte Ladung an Gefühlen und auch Gefühlschaos mit. Oft überschneiden sich die Kapitel ein klein wenig und man erfährt sowohl wie sich Fiona, als auch Duncan in der jeweiligen Situation gefühlt haben. Durch den Schreibstil kam ich auch unglaublich schnell im Buch voran und habe mich zu keiner Sekunde gelangweilt. Die Hauptprotagonisten finde ich spannend, da sie so verschieden sind, aber doch so gut zusammen passen. Fiona ist sehr zielstrebig und möchte aus dem Schatten ihres mächtigen Vaters treten. Dafür geht sie einige Risiken ein und nimmt auch ein komplettes Zerwürfnis mit diesem in Kauf. Duncan ist auch extrem auf seine Karriere und den Rennsport fixiert. Auch seine Familiengeschichte ist keine leichte und somit haben die beiden schon einmal einen Punkt, bei denen sie sich die Hand geben können. Duncan ist oft in sich gekehrt und lebt eher zurückgezogen. Fiona macht gerne mal Party und hat auch ein paar Freunde, die sie regelmäßig trifft. Vor allem ihre beste Freundin Aurora. In diese Richtung scheint sich auch noch eine Geschichte zu entwickeln und wenn man nach dem zweiten Band der Dilogie sucht, bekommt man das auch bestätigt. Fionas und Duncans Geschichte ist nach diesem Buch zu Ende erzählt, was allerdings nicht heißt, dass man sie im zweiten Band nicht wieder antrifft. Das mag ich sehr an Carolins Büchern. Generell sind mir einige Charaktere sehr vertraut gewesen. Hier möchte ich aber definitiv nicht zu viel spoilern und überlasse euch die Easteregg-Suche. Einziger Kritikpunkt hier für mich ist die Geschwindigkeit, in welcher die Geschichte erzählt wird. Wir haben hier einen klassischen Fall von Enemies to Lovers oder auch Haters to Lovers. Mag ich immer sehr gerne und zu Beginn des Buches ist das auch deutlich klar. Mit der Zeit entstehen Gefühle und diese Zeit hat die Autorin sich auch genommen. Zum Ende hin fand ich das Buch aber sehr "schnell". Man war gerade mitten im Drama und dann war die Geschichte auch schon fast wieder vorbei. So slow wie es am Anfang war, so fast ist es dann zum Ende hin gerast. Wie gesagt, nur ein kleiner Punkt, der vielleicht auch nur mich gestört hat. Ich habe auch selten so mit mir gehadert, was die Bewertung eines Buches angeht. Ich schwankte zwischen 4 und 5 Sternen, denn die Story ist echt gut geschrieben und auch ich als Formel 1-Muffel habe Lust auf diesen Sport bekommen. Wer eine schöne Liebesgeschichte sucht, die recht kurzweilig ist, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Sanfte Wellen meets harte Ballettwelt

Variation – Für immer oder nie
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Rebecca Yarros hat mal wieder einen neuen Roman rausgehauen und überzeugt nicht nur mit wunderschönem Cover und spannendem Klappentext. Egal welche Geschichte diese Frau anfasst, es kann nur gut werden. ...

Rebecca Yarros hat mal wieder einen neuen Roman rausgehauen und überzeugt nicht nur mit wunderschönem Cover und spannendem Klappentext. Egal welche Geschichte diese Frau anfasst, es kann nur gut werden. Oder ist das dieses Mal bei "Variatons" vielleicht nicht der Fall?

Allie hatte es mit ihrer Familie noch nie leicht. Auch wenn diese von Beginn an nur so im Geld schwimmt, ersetzt das keine intakte und liebevolle Familie. Anders lief es jedoch bei Hudson. Seine Familie ist immer liebevoll und zuvorkommend gewesen. Hier unterstützt jeder jeden. Aber was passiert, wenn genau diese beiden Menschen, die aus den unterschiedlichsten Welten stammen, Gefühle für einander entwickeln? Und was ist, wenn deren Liebe einfach nicht zu passen scheint? Wenn das Universum andere Pläne hat? Na dann treffen sich wahre Seelenverwandte trotzdem irgendwann wieder und in Allies und Hudsons Fall ist das nach über zehn Jahren. Allie hat sich schwer beim Ballett verletzt, was sie und ihre Schwester schon von klein auf lieben und leben. Hudson kehrte vor nicht allzu langer Zeit auch wieder in seine Heimat Cap Code zurück, um dorrt als Rettungsschwimmer zu arbeiten. Dass die beiden sich unweigerlich über den Weg laufen werden, ist so ziemlich jedem klar. Aber ein ganz anderer Grund führt die beiden wieder so eng zusammen, dass sie sich viel näher aufeinander einlassen, als sie selbst jemals gedacht hätten. Tiefe Familiengeheimnisse liegen verborgen und die Gefühle, die beide für einander hegen, sind mindestens genauso tief verwurzelt. Schaffen es Allie und Hudson den Geheimnissen auf die Spur zu kommen und entwickeln sich auch wieder romantische Gefühle zwischen den ehemals besten Freunden? Denn vielleicht heilt die Zeit wirklich alle Wunden. Vielleicht verzeiht man manche Taten doch leichter, als man es erwartet hätte...

Ein neuen Romance-Buch von Rebecca Yarros: Musste ich sofort lesen! Ich verschlinge alle ihre Bücher, seitdem ich diese eine, heißbegehrte und hoch gelobte Romantasy-Reihe von ihr begonnen habe. Bisher hat mich auch noch keins ihrer Bücher enttäuscht. Zwei reine Romance-Bücher waren 5/5 Sternen, aber wie sieht meine Meinung zu "Variation" aus? Eigentlich ist dieses Buch für mich wie gemacht. Ich tanze selbst seit meinem 6. Lebensjahr Ballett, bis heute. Ich kenne mich also aus mit den Fachbegriffen, die Rebecca in diesem Buch verwendet hat und habe alles daran geliebt. Alleine zu wissen, wie ein Wort richtig ausgesprochen wird, gibt einem ein gutes Gefühl. Wo die Geschichte spielt und die beiden Hauptprotagonisten haben mir auf den ersten Blick auch sehr gefallen. Hudson ist der liebevolle, einfühlsame Part und Allie wirkt zu Beginn eher kühl und zurückhaltend, regelrecht distanziert. Wenn man ihre Geschichte und Vergangenheit kennt, kann man das aber auch gut nachvollziehen. Die Gefühle der beiden werden hier auch gut rübergebracht und auch die anderen Charaktere, die in "Variation" vorkommen, konnten mich von ihren Persönlichkeiten überzeugen. Es ist eine wilde Mischung an Menschen, die aber doch irgendwie gut zusammenpassen. Zur Story an sich: Hier passiert ziemlich viel auf einmal. Es gibt mehrere Handlungsstränge, was an sich nicht verkehrt ist. Leider war mir doch etwas arg viel los, weshalb ich einen Stern abziehe. Es war immer etwas los und an manchen Stelle kam ich nicht gut mit. Trotzdem hat das meinem Lesevergnüngen keinen Abbruch getan. Ich fühlte mich immer sehr gut unterhalten und konnte richtig in die Geschichte eintauchen. Rebecca Yarros weiß einfach, was sie tut. Ich werde sicher auch ihr nächstes Romance-Buch lesen und hoffentlich in einer weiteren, wundervollen Liebesgeschichte versinken.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Undercovern auf witzige Art

Never Trust Your Fake Husband
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Wer wilde Verfolgungsjagden, liebenswürdige und leicht naive Frauen und Agenten so hot wie die Sonne mag, sollte in "Never Trust Your Fake Husband" von Ally Carter auf jeden Fall mal reinlesen. Hier bekommt ...

Wer wilde Verfolgungsjagden, liebenswürdige und leicht naive Frauen und Agenten so hot wie die Sonne mag, sollte in "Never Trust Your Fake Husband" von Ally Carter auf jeden Fall mal reinlesen. Hier bekommt ihr die geballte Ladung an Spannung, gefährliche Kämpfen ums Überleben und romantische und knisternde Szenen, die euch wild mit den Beinen strampeln lassen. Für spannende Stunden des Lesevergnügens ist also mit diesem Buch gesorgt.

Eine junge Frau, mitten in Paris, versunken in einer Schneewehe, völlig alleine... Der Albtraum einer jeden Protagonistin. Aber was, wenn plötzlich ein superheißer Mann vor euch steht, der sich euch und eurer hilflosen Situation annimmt? Wenn er euch verspricht, dass er auf euch aufpasst, nicht möchte, dass euch etwas passiert? Na da kann wohl keine Frau widerstehen, oder? Blöd nur, wenn es sich bei dem scharf Mann um einen Geheimagenten handelt, der auch von bis auf an die Zähne bewaffneten Männern verfolgt wird. Warum sie hinter ihm her sind, kann man vielleicht noch nachvollziehen, aber was bitte, hat eine junge Frau mit alldem zu tun? Sie kann sich nicht einmal mehr an ihren eigenen Namen erinnern und das ist noch ihr geringstes Problem. Denn sie weiß gar nichts mehr. Nicht wer sie ist, woher sie kommt, was sie alleine in Paris tut und auch nichts über ihre komplette Vergangenheit. Die Erinnerungen sind einfach so ausgelöscht. Man mag vielleicht meinen, dass es nicht schlimmer kommen kann, aber das tut es. Denn die Protagonistin in diesem Buch muss sich nun mit dem grumpy, aber auch sehr heißen Geheimagenten rumschlagen und vor den verschiedensten Institutionen fliehen. Und das ganz ohne Geheimagenten-Ausbildung! Werden die beiden es schaffen sich nicht die Köpfe einzuschlagen und gut zusammenzuarbeiten? Wird sie herausfinden wer sie ist und warum sie in diese Geschichte hereingeraten musste? Und könnte sich zwischen den beiden (junge Frau ohne Gedächtnis und offensichtlich wenig kampferprobt und grumpy, Hottie mit so einigen Waffen, die genauso umwerfend sind wie sein Lächeln) mehr entstehen? Die Funken scheinen förmlich zu fliegen...

Für ein Romance-Buch bin ich doch immer zu haben. Hier haben wir allerdings den Fall, dass nicht nur Romance mit großen Gefühlen eine Rolle spielt, sondern auch viel Witz und Komik. Eine Kombi, die ich so nicht oft lese, weil mir der Witz einfach manchmal zu viel ist. In "Never Trust Your Fake Husband" fand ich ihn aber schön gezielt gesetzt und auch angebracht. Mal ehrlich, wenn man durch eine Metropole wie Paris jagt, muss die Situation doch auch mal aufgelockert werden. Und das hat Ally Carter in diesem Buch auf jeden Fall gut geschafft. Ich fand den Witz nicht übertrieben, manchmal war er sogar auch flirty verpackt und zu den beiden, junge, bisher unbekannte Frau (ihre Identität verrate ich an dieser Stelle nicht, da dürft ihr selbst ein bisschen undercovern ;)) und sehr heißer Agent, passten die Dialoge perfekt. Generell kam ich auch sprachlich gut durch die Geschichte. Die Kapitel waren nicht allzu lang und haben am Ende immer Lust auf das Weiterlesen gemacht. Bei einer Sache kann mich sich in diesem Buch allerdings immer sicher sein: Nichts ist sicher! Wie der Titel schon verrät sollte man auch seinem "Fake Husband" niemals über den Weg trauen. Was hier schwierig ist, denn Jake Sawyer (diesen Namen kann ich euch schon verraten) macht es einem sehr leicht ihm zu vertrauen. Obwohl er einen eher zweifelhaften Job hat. Er ist für mich sogar zum neune Bookboyfriend-Material geworden. Denn nicht nur die Gedanken und Gefühle von ihr erfährt man im Buch. Auch sein POV wird gut beschrieben. Dabei wird trotzdem aus der Sicht der dritten Person erzählt, auch wenn das manchmal etwas gewöhnungsbedürftig ist. So bekommt man trotzdem gut mit, wie sich die Charaktere in bestimmten Situationen und Momenten fühlen. Ich mochte die Geschichte sehr gerne und habe das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen gehabt. Es war extrem unterhaltsam und wurde, durch die viele Action, auch nie langweilig. Zum Ende kann ich sagen, dass wir auf jeden Fall einen "Abschluss" der Geschichte bekommen, dass aber Spielraum für noch mehr Geheimagenten-Power und neue Abenteuer geschaffen wurde. Wer mal etwas leichtere Kost in Form einer witzigen und gleichzeitig aufregenden Story erleben möchte, sollte sich auf jeden Fall an dieses Buch wagen.

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