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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2025

Geschichte über Verschickungskinder

Der Sommer am Ende der Welt
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Hanna ist Journalistin und möchte einen Artikel über Verschickungskinder schreiben, wobei sie ihr Hauptaugenmerk auf die ehemalige Villa Aurelia auf Borkum legt, da ihre Mutter als kleines Kind dorthin ...

Hanna ist Journalistin und möchte einen Artikel über Verschickungskinder schreiben, wobei sie ihr Hauptaugenmerk auf die ehemalige Villa Aurelia auf Borkum legt, da ihre Mutter als kleines Kind dorthin zur Erholung geschickt worden ist und sich seitdem weigert noch einen Fuß auf Insel zu setzen oder über diese Zeit zu sprechen. Hanna hat aber über eine Platform Kontakt zu einem anderen ehemaligen Verschickungskind erhalten und diese erzählt per Videocall von ihren Erlebnissen. Hanna reist mit ihrer pubertierenden Tocher Katie nach Borkum, um dort weiter zu recherchieren und Urlaub in dem ehemaligen Erholungsheim zu machen, was mittlerweile ein schickes Hotel ist.
Der Erzählstil von Eva Völler gefällt mir sehr, denn die Story lässt sich flüssig lesen und packt mich. Der Roman teilt sich in Vergangenheit und Gegenwart, wobei es in der Vergangenheit Erinnerungen von dem Kind Sabine sowie auch Sicht der Erwachsenen der damaligen Zeit gibt. Es hatte was von einem Gefangenenlager auf sich und die Quälereien durch die Heimleitung waren furchtbar. In der Gegenwart, während der Recherche, die spannend ist, da Hanna geheimnisvolle anonyme Nachrichten erhält, und sich damit auch in Gefahr begibt, gibt es auch einen romantischen Teil, denn Mutter sowie Tochter verlieben sich. Die Autorin hat die Story sehr vielschichtig gezeichnet, denn die Spuren der Vergangenheit führen auf ganz andere Ereignisse, die mich zusätzlich schockiert und entsetzt haben. Außerdem beschäftigt die Autorin sich mit dem Thema der Demenz, was ich sehr geschickt eingeflochten fand.
Der romantische Anteil der Story hätte für mich persönlich weniger sein können, aber sehr wahrscheinlich sollte der Roman dadurch mehr Leichtigkeit bekommen.
Vier Sterne

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Thriller, der sich mit True Crime, Podcast und Demenz beschäftigt

Himmelerdenblau
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Das Verschwinden von Julie jährt sich zum zwanzigsten Mal und die Podcasterin Liv, die sich mit True Crime beschäftigt, will diesen Fall noch mal in ihrem Podcast aufrollen. Sie nimmt Kontakt zum Vater ...

Das Verschwinden von Julie jährt sich zum zwanzigsten Mal und die Podcasterin Liv, die sich mit True Crime beschäftigt, will diesen Fall noch mal in ihrem Podcast aufrollen. Sie nimmt Kontakt zum Vater Theo auf, der nach dem Verschwinden seiner Tochter, auch den Tod seiner Frau zu verkraften hatte und nun schwindet sein Gedächtnis, denn er ist dement, doch hat er noch klare Momente. Seine jüngere Tochter Sophia kümmert sich gemeinsam mit ihrem Mann um ihn. Julies Verschwinden hat nicht nur das Leben ihrer Eltern und Schwester zerstört, sondern auch das Leben ihres Freundes, den Theo damals beschuldigt hat und auch die Polizei ihn zunächst verdächtigt hat. Das Verschwinden von Julie hat sein Privatleben - er hat sie geliebt - als auch seine berufliche Zukunft zerstört.
Als Liv den Kontakt zu Theo aufnimmt, ahnt sie nicht, dass sie eine Lawine lostreten wird.

Der Thriller ist spannend, wobei ich die persönlichen Hintergründe oder auch Abgründe der Personen sehr viel interessanter finde als das eigentliche Verschwinden von Julie. Lebt sie doch noch? Was ist passiert? Stückchenweise erfahre ich immer mehr. Besonders bewegend fand ich Theos Geschichte rund um seine Demenz bzw. deren Auswirkungen auf sein Leben aber auch das seiner Tochter Sophia. Menschen, die mit Demenzkranken zu tun haben, dürften hier vieles wiedererkennen und andere erahnen, was auf sie selbst zukommen könnte, wenn sie selber erkranken bzw. mit Erkrankten in der Familie zu tun bekommen.
Es gibt sehr viele bewegende Szenen im Buch und als sich die Story am Ende auflöst und ich erfahre, was damals passiert ist, bin ich erschüttert. Zwischendrin hätte ich gerne ein wenig mehr Tempo in der Geschichte gehabt und einiges war mir zu ausufernd erzählt, weswegen ich einen Stern abziehe.
Vier Sterne

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Ein entlarvender Blick in die Zukunft, wie sie sein wird oder könnte

Gesellschaftsspiel
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Drei unterschiedliche Frauen, Isabelle, Annika und Dagmar - Schwestern und Tante - treffen am Krankenhaus von Gabi, die nur noch mit Maschinen am Leben erhalten wird, aufeinander. Isabelle ist alleinerziehende ...

Drei unterschiedliche Frauen, Isabelle, Annika und Dagmar - Schwestern und Tante - treffen am Krankenhaus von Gabi, die nur noch mit Maschinen am Leben erhalten wird, aufeinander. Isabelle ist alleinerziehende Mutter des Grundschülers Alexanders und Lehrerin. Ebenso wie ihre Tante Dagmar, Soziologiedoktorin an der Uni, lebt sie in Weimar, während Annika nach Amerika ausgewandert ist und dort mit Wang zusammenlebt, den sie bald heiraten wird. Zum gleichen Zeitpunkt, als sich die drei Frauen in Weimar treffen, hat ein Tech-Milliardär Weimar als Stadt für seine eigene visonäre Idee einer neuen Gesellschaft ausgesucht und will dies über eine App schaffen, in dem er die Menschen auffordert sich dort anzumelden.
Während ich zunächst gedacht habe, dass die drei Frauen bzw. die Trauer und ihre Familie im Vordergrund stehen, geht es vielmehr um den Milliardär, der in Weimar sein Projekt ins Rennen schickt und damit uns den Spiegel vorhält. Bekannte Namen aus der Realität tauchen auf und Brandenburg wird erwähnt. Es wird schnell klar, wie schnell und unterschiedlich die Menschen beeinflussbar sind.
Tief mitten drin stecken die drei Frauen und richtig nahe sind sie mir persönlich nicht gekommen. Gefallen hat mir auf jeden Fall jedoch Isabelle, die eine sehr amitionierte Lehrerin ist und ihre Schülerschaft mit einer Aufgabenstellung dazu bringt, sehr genau diese neue App zu untersuchen, so dass sie sich selber mit viel Wissen eine Meinung bilden können.
Solche Lehrer würde ich mir mehr wünschen!
Der Roman war herausfordernd, was mir gefällt und legte abwechselnd den Fokus auf die einzelnen Frauen, Interneteinträgen mit Chatverläufen und Interviews, was ich ziemlich anstrengend fand.
Ein sehr besonderer Roman - nicht leicht zu lesen - der mich sehr nachdenklich gestimmt hat.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Ein sehr persönlicher Ratgeber

Unperfekt ist genau richtig
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Die Autorin Lucinde Hutzenlaub hat ein sehr persönliches Buch geschrieben, denn nach 25 Jahren Ehe mit vier gemeinsamen Kindern hat sie ihr Leben umgekrempelt. Wie ist es auf einmal wieder alleine zu leben? ...

Die Autorin Lucinde Hutzenlaub hat ein sehr persönliches Buch geschrieben, denn nach 25 Jahren Ehe mit vier gemeinsamen Kindern hat sie ihr Leben umgekrempelt. Wie ist es auf einmal wieder alleine zu leben? Sie erzählt sehr offen und authentisch darüber, wie es dazu gekommen ist und was sie alles erkannt hat. Einiges habe ich bei mir selber oder im Leben von Freundinnen wiedererkannt, anderes war mir unbekannt, aber ich bin ja auch nicht Lucinde, doch ich konnte mich stets gut einfühlen. Das Buch hat mich nachdenklich gestimmt, mich zum Schmunzeln gebracht und ich musste mir auch ein paar Tränen verdrücken. Ich mag Lucinde und wünsche ihr nun, dass der richtige Mann für sie auftauchen wird. Ich habe mich insgesamt gerne auf das Philosophieren mit Lucinde über das Leben, die Liebe, einen selbst etc. eingelassen. Obwohl ich Lucinde ja nur aus Büchern kenne, kommt sie mir so vertraut vor, als ob ich sie "in echt" kennen würde. Manches hat sich wiederholt oder war mir schon aus einem anderen Buch von ihr bekannt.

Vier Sterne

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Rasanter Thriller mit Schwächen

Sieben letzte Tage
5

Alice ist Anwältin und ihr Vater hat die Familie - ihre Mutter, sie und ihre Schwester - vor vielen Jahren in ihrer Kindheit verlassen. Plötzlich meldet sich die neue Frau des Vaters bei Alices Schwester ...

Alice ist Anwältin und ihr Vater hat die Familie - ihre Mutter, sie und ihre Schwester - vor vielen Jahren in ihrer Kindheit verlassen. Plötzlich meldet sich die neue Frau des Vaters bei Alices Schwester Fiona, da der Vater in sieben Tagen hingerichtet werden soll. Auf Drängen ihrer Schwester erklärt sich Alice bereit sich den Fall näher anzuschauen, insbesondere weil einiges auch merkwürdig ist. Alice begibt sich mit Hilfe einer befreundeten Ermittlerin auf Spurensuche und reist nach Frankreich, wo ein Verbrecher eines sehr ähnlich gelagerten Falles einsitzt. Agent Boudreaux ist hierfür zuständig. Alice gerät in Gefahr, denn sie wird bedroht und weiß nicht mehr, wer gut oder böse ist.
Der Thriller ist rasant im Erzähltempo und es passiert unglaublich viel in den sieben Tagen. Während Alice mir durchaus sympathisch ist, ist mir ihre Schwester Fiona eher unsympathisch. Bei einigen der Protagonisten war ich mir am Ende über den Sinn ihrer Rolle nicht im Klaren. Mir war bis zum Ende nicht klar, wie alles zusammenhängt, was für den Thriller spricht. Das Ende, wenn auch in sich schlüssig, war mir ein bisschen zu "märchenhaft", desweiteren gab es Protagonisten mit Superkräften, die mich an James Bond erinnerten, was mir nicht gefallen hat.
Insgesamt für diesen rasanten Thriller trotz allem vier Sterne, denn ich würde gerne einen weiteren Fall lesen.

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