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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2025

Die drei ??? sind zurück!

Die Auferstehung
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Vor vielen Jahren verschwand eine junge Frau im Regenwald, nun taucht sie plötzlich wieder auf. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews haben den drei ??? mittlerweile den Rücken gekehrt, sind Erwachsen ...

Vor vielen Jahren verschwand eine junge Frau im Regenwald, nun taucht sie plötzlich wieder auf. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews haben den drei ??? mittlerweile den Rücken gekehrt, sind Erwachsen und alle in unterschiedlichen Bereichen tätig. Doch der Fall der Auferstandenen kommt bei allen Dreien auf den Tisch und so finden sie einander wieder, um einen neuen Fall zu lösen, der sie in die eigene Vergangenheit befördert.

Die Auferstehung von Andreas Eschbach ist eine Reunion der drei ??? in ihren 50er Jahren, deren Freundschaft vor einiger Zeit in die Brüche ging und die nun doch wieder zusammen finden. Der Bruch zwischen den Dreien ist auch lange ein großes Thema, weswegen der Fall selbst nur langsam ins Rollen kommt und erst sehr spät konnten allen Fakten präsentiert werden. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir das drei ??? Universum nicht so geläufig ist, aber alles rund um die Freundschaft war für mich leider weniger interessant und ich hätte gerne mehr Spannung im Bezug auf den Fall gehabt. Dieser war für mich jedoch sehr vorhersehbar und konnte mich leider nicht vom Hocker hauen.

Mir gefiel die Idee, die drei ??? zurückzuholen und sie als Erwachsene zu zeigen. Die Beschreibung der einzelnen Charaktere und ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, aber der Zwist zwischen ihnen war weniger meins und ich hätte stattdessen lieber mehr Twists im Fall gehabt. Auch hier gefiel mir zwar die Idee, jedoch war es mir zu vorhersehbar.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Auch Seeräuber müssen zum Zahnarzt

Born to perform – Sei das Rad, nicht der Hamster
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Bo Martens hat sein Studium gerade abgeschlossen und findet sich zum ersten Mal in der Arbeitswelt wieder. Sein Job bei ‚Stein‘ soll der erste Schritt sein, wohin ist allerdings offen. Drei Wochen nach ...

Bo Martens hat sein Studium gerade abgeschlossen und findet sich zum ersten Mal in der Arbeitswelt wieder. Sein Job bei ‚Stein‘ soll der erste Schritt sein, wohin ist allerdings offen. Drei Wochen nach seinem Einstieg wird er von seinen Chef, dem Topmanager Dr. Thomas Meermann, in sein Büro zitiert, dort bekommt Bo nicht nur einen Termin beim Zahnarzt, sondern auch einen ganz besonderen Vortrag zur Open-Door-Policy Meermanns. Zwei Themen, die Bos Leben in nächster Zeit mächtig in Aufruhr bringen.

Born to perform - Sei das Rad, nicht der Hamster von Caspar Bendix fiel mir bereits vor dem Lesen durch das außergewöhnliche Cover auf. Eine Anmerkung, die ich äußerst selten gebe, weil das Cover meistens wenig über den Inhalt sagt, aber in diesem Fall hab ich mich während des Lesens wirklich sehr darüber gefreut, dass das Cover eine solche Nähe zum Inhalt besitzt! Einfach schön, wenn man solche Verbindungen ziehen kann.

Nun aber zum Inhalt. Den Anfang fand ich wirklich sehr gut, der Humor war pfiffig und hat für einige Lacher gesorgt, vor allem Bos erster Besuch beim Zahnarzt war sehr amüsant. Auch die ersten Begegnungen mit Meermann haben mir gefallen, allerdings haben diese sich bei mir auf Dauer abgenutzt und irgendwann war Meermann nur noch anstrengend. Ein Gefühl, das ich gegenüber Bos bestem Freund Jan Hansen leider von Beginn an hatte, weswegen die Kombination Bo und Jan mich gar nicht abholen konnte. Umso besser haben mir jedoch die Szenen zwischen Bo und Laura gefallen, hier blieb der Humor für meinen Geschmack durchweg auf einem schönem Level!

Insgesamt war es daher ein Buch mit höhen und tiefen, das ich an einigen Stellen sehr gerne und an anderen weniger gerne gelesen habe. Daher habe ich ab und an zum Hörbuch gegriffen, welches Caspar Bendix super eingesprochen hat!

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Veröffentlicht am 20.07.2025

1944: Im besetzten Norwegen

Wir sehen uns wieder am Meer
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Norwegen, 1944. Birgit arbeitet in einem Krankenhaus und begegnet dort der 16-jährigen Nadia, die aus der Ukraine verschleppt wurde. Ihr Russischkenntnisse helfen ihr sich mit der jungen Ukrainerin zu ...

Norwegen, 1944. Birgit arbeitet in einem Krankenhaus und begegnet dort der 16-jährigen Nadia, die aus der Ukraine verschleppt wurde. Ihr Russischkenntnisse helfen ihr sich mit der jungen Ukrainerin zu verständigen. Zusammen geraten sie in große Gefahren, denn auch in Norwegen ist der Krieg spürbar.

Wir sehen uns wieder am Meer von Trude Teige ist ein historischer Roman, der den Blick auf das Leben während des Kriegs als Frau wirft und auch gut transportieren kann, welche Gefahren und Probleme ihnen damals begegnet ist. Dahingehend war die Geschichte wirklich gut und ich mochte auch, dass das Buch in einem Land spielt, das wir nicht sofort mit dem zweiten Weltkrieg verbinden würden, waren die Hauptakteure doch ganz andere Länder. Umso spannender war es zu lesen, welche Folgen es in solchen Ländern hatte und wie stark auch sie beeinflusst wurden.

Dennoch hat mich das Buch leider nicht vollends überzeugen können. Die Erzählungen waren zwar eindrücklich, aber eben auch genau das: Erzählungen. Wir springen häufig von einer Situation in die Nächste, was mich auf der Gefühlsebene leider gar nicht abholen konnte. Bei allem was die Frauen erlebt haben, hätte ich mir gewünscht, dass ich das auch auf emotionaler Ebene wahrnehme.

Ich habe nebenbei auch immer wieder im Hörbuch weitergehört und fand auch, dass Yara Blümel das Gefühl der Aufzählung unterstützt hat. Absolut keine Kritik, eher im Gegenteil, weil das bereits mein Lesegefühl. Deswegen kann ich auch das Hörbuch weiterempfehlen, wenn man historische Romane vor allem dann mag, wenn sie eine größere Distanz zu den Figuren haben und eher das Zeitgefühl als das individuelle transportieren.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Wichtiges Thema

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Als Lolas Mitbewohnerin Vivian endlich einen Freund hat und überglücklich erscheint, freut sich auch Lola sehr für sie. Doch schon bald ändert sich das Blatt und Lola bekommt das Gefühl, dass die Beziehung ...

Als Lolas Mitbewohnerin Vivian endlich einen Freund hat und überglücklich erscheint, freut sich auch Lola sehr für sie. Doch schon bald ändert sich das Blatt und Lola bekommt das Gefühl, dass die Beziehung zu Pascal nicht gut für Vivian ist. Sie verändert sich, beginnt zu lügen, bettelt nach Geld und wird unzuverlässig. Plötzlich verschwindet Vivian nach einem Streit spurlos. Lola ist sich schnell sicher, dass Pascal der Grund für ihr Verschwinden sein muss.
Elias, Vivians Halbbruder, ist der Erste, der Lolas Befürchtungen teilt, denn die Polizei möchte ihr einfach nicht helfen. Die beiden machen sich auf die Suche nach Vivian und ahnen nicht, in welchen Kreisen diese mittlerweile verkehrt.

Loverboy - Niemand liebt dich so wie ich von Antonia Wesseling klang nach einem super spannenden Konzept. Leider bin ich mit dem Schreibstil nicht sehr warm geworden, der mir zum Lesen zu holprig wirkte. Doch inhaltlich wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und so habe ich zum Hörbuch gegriffen, das von den Sprecher:innen (Leonia Landa, Flemming Stein, Dagmar Bittner und Sven Macht) auch gut eingesprochen wurde, allerdings wirkte auf mich eine Sprechstimme/Stimmfarbe nicht passend für die entsprechende Figur, das ist jedoch ein super subjektives Empfinden und da ich die Stimme ansonsten als angenehm empfunden habe, hat es mich auch nicht weiter gestört.

Romance-Thriller finde ich eine spannende Mischung, die ich bisher nur von Karen Rosé kenne und deren Werke absolut nicht mit Loverboy verglichen werden können, was möglicherweise am New-Adult-Touch liegen könnte, aber auch daran, dass die Charaktere für mich viel zu oberflächlich blieben und das obwohl sie eigentlich sehr viel Raum bekamen.

Lola und Elias fand ich beide interessant und vor allem Elias hatte einen interessanten Background und dazu spannende Gedankengänge, die aber immer nur an der Oberfläche gekratzt haben. Schade, denn da war richtig viel Potenzial drin, auch um dann die Anziehung zwischen den beiden Protagonisten mehr mitfühlen zu können. Das konnte ich leider gar nicht, ein weiterer Grund, weswegen mir die Spice-Szenen zu viel waren, aber gut die kann man überspringen/-lesen.

Dann der Part mit Vivian. Loverboy. Ein Thema, über das gesprochen werden muss und ich finds super, dass Unterhaltungslektüre an dieser Stelle möglicherweise aufklären kann und vielleicht dafür sorgt, dass Alarmglocken läuten können. Das Konstrukt hinter dem Begriff kam auf jeden Fall gut rüber.

Nur das Ende war dann viel zu viel. Vivians Perspektive war mir viel zu drüber und ich bin bei den Gedankengängen wirklich froh, dass ihre Perspektive nicht häufiger eingenommen wurde. Lola und Elias, die schon während der Story teilweise seltsame Entscheidungen treffen, übertreiben am Ende komplett. Zu viele vermeintliche Schockmomente auf einen Schlag, die der Geschichte für mich die Authentizität genommen haben.

So bleibt Loverboy für mich am Ende ein Buch, das ein wichtiges Thema anspricht und darauf aufmerksam macht, interessante Charaktere aufweist, aber das mir am Ende auch zu oberflächlich war.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Gezeitenmagie

Magic of Moon and Sea. Die Diebin der vielen Gesichter
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In der Gezeitenstadt Shelwich steigt und sinkt die Magie mit Flut und Ebbe und da jeder Bewohner seine eigene Fähigkeit besitzt, wundert sich niemand über besondere Vorkommnisse. Ista Flit hat eine ganz ...

In der Gezeitenstadt Shelwich steigt und sinkt die Magie mit Flut und Ebbe und da jeder Bewohner seine eigene Fähigkeit besitzt, wundert sich niemand über besondere Vorkommnisse. Ista Flit hat eine ganz besondere Gabe, sie kann sich in eine andere Person verwandeln, das macht sie zu einer Meisterdiebin. Doch kann ihre Fähigkeit ihr auch dabei helfen, ihren verloren Vater zu finden? Gemeinsam mit Nathaniel „Nat“ Shah und Ruby macht sie sich auf die Suche.

Die Diebin der vielen Gesichter von Clare Harlow ist der erste Band der Magic of Moon and Sea Reihe. Das Magiesystem, das mit den Gezeiten zu- und abnimmt war ziemlich interessant und mal etwas anderes. Allerdings hat deswegen auch eine genauere Beschreibung des Systems gefehlt, zwar bekommt man das relativ deutlich über Ista mit, allerdings wäre es schön gewesen, wenn man auch mehr über die Fähigkeiten der anderen erfahren und damit ein größeres Bild von dieser Welt bekommen hätte.

Es fehlte auch an Tiefe, die Ista, Nat und Ruby etwas mehr Charakter mitgibt und dazu beiträgt, Empathie zu entwickeln. Insgesamt bleiben die aber blass und lassen auch die Geschichte und die Suche nach Istas Vater eher dahinplätschern. Auch der Schreibstil konnte phasenweise nicht richtig packen. Erst gegen Ende entwickelte sich etwas Spannung, die aber vermutlich nicht reichen wird, um an der Geschichte dranzubleiben. Schade, denn die Idee hinter der Magie gefiel uns richtig gut.

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