Glück und Glas
Das Geheimnis von MuranoIch liebe den venezianischen Karneval, das italienische Essen, den Wein und ganz besonders Burano und Murano mit seinen ganzen, edlen Glasschätzen. Mein neuester Roman „Das Geheimnis von Murano“ von Jessica ...
Ich liebe den venezianischen Karneval, das italienische Essen, den Wein und ganz besonders Burano und Murano mit seinen ganzen, edlen Glasschätzen. Mein neuester Roman „Das Geheimnis von Murano“ von Jessica Amankona passt daher perfekt in mein Lesebeute-Schema. Den ersten Teil „Das Vermächtnis von Murano“ habe ich bereits begeistert gelesen. Nun folgt Band zwei. Das neue Buchcover passt, für meinen Geschmack, perfekt. Als Betrachter sieht man eine Szene aus der schönsten Laguna mit Blick auf Gondeln und Fährschiffen und Stadtansicht mit einer Kirche im Hintergrund. Der Titel ist in einer Art ovalen Schildform, ist im Hintergrund angeordnet und wird von Oliven-Zweigen begrenzt. Im Booklet des broschierten Taschenbuchs findet man einen hilfreichen Kartenausschnitt von Venedig und Murano. Als Leser kann man sich so die Gegebenheiten vor Ort besser vorstellen. Das Setting gefällt mir hervorragend. Die Rolle der Frau im historischen Italien wird fein von der Autorin dargestellt. Ich leide ordentlich mit Flavia mit…. Der flüssige, informative und trotzdem detailreiche Schreibstil der Autorin ist gut verständlich und lesbar. Die Murano-Saga zieht mich schnell wieder in den Bann. Ich mag die Insel besonders, da ich schon öfter selbst vor Ort war und sogar schon in dem beschriebenen Glasmuseum war. Und ich finde es spannend nun in Romanform historisch, fiktives Wissen um 1895 zur damaligen Glasbläser-Kunst zu erlangen. Das den Frauen Venedigs das Handwerk und der Besuch der Bibliothek untersagt war und meine Protagonistin Flavia Volpato offiziell „kein cristallo“ herstellen durfte, ist schon ein Hammer. Das muss man sich mal vorstellen und dass es dadurch in der Familie zu vielen Geheimnissen kommt, ebenfalls. Mir gefällt gut, dass auch andere mir bereits vertraute Charaktere wieder mit von der Partie sind. Zusätzlich taucht nun, neben einigen anderen, noch der englische Glaskenner John Pomeroy auf, der für Aufregung und Herzklopfen in Flavias Leben sorgt. Der Spannungsbogen ist gut dosiert und am Ende wird es romantisch und auch etwas traurig, dass verspreche ich euch. Aber zu viel verraten möchte ich selbstverständlich nicht, denn dieser Roman lohnt es, gelesen zu werden.
Buchrücken:
Die Glasbläserin, von der niemand wissen darf
Murano, 1895: Schon lange fertigt die schöne Flavia Volpato heimlich an Stelle ihres eher untalentierten Zwillingsbruders das cristallo der Familie an, auch wenn den Frauen Venedigs das Handwerk immer noch untersagt ist. Trotzdem muss sie machtlos mitansehen, wie der Vater schließlich mit dem Erzrivalen Dal Corso fusioniert. Obendrein bekommt sie einen Glaskenner, den adligen John Pomeroy, auf den Hals gehetzt, der im Auftrag von Sibilla Veridiani ihrem gut gehüteten Geheimnis auf der Spur ist. Sollte er die Wahrheit herausfinden, wäre ihre Teilnahme an der Biennale in Gefahr und damit das Schicksal ihrer ganzen Familie besiegelt. Doch Flavia und John kommen sich immer näher. Beherrscht die begabte Glasbläserin das Spiel mit dem Feuer, oder werden ihre Gefühle sie am Ende alles kosten?
Die Autorin:
Jessica Amankona wurde 1987 in Osnabrück geboren, und wuchs in einem Frauenhaushalt mit vier Schwestern und ihrer Mutter auf. An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studierte sie spanische und französische Philologie.
Weitere Bücher:
Das Vermächtnis von Murano (Band 1)
Azurie 1: Tochter aus Mondlicht und Tränen
Fazit: ***** „Das Geheimnis von Murano“. Ist im Heyne Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat mit Epilog und Danksagung 480 Seiten wundervollen Lesespass, den ich euch wärmstens empfehle.