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Veröffentlicht am 06.08.2017

Scharfe Hunde

Scharfe Hunde
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Diesmal geht es in den Ermittlungen gleich um drei Tote, die auf den ersten Blick gar nicht zusammenhängen, aber die Verstorbenen haben alle die gleiche Todesursache. Kein leichter Fall für Irmi Mangold ...

Diesmal geht es in den Ermittlungen gleich um drei Tote, die auf den ersten Blick gar nicht zusammenhängen, aber die Verstorbenen haben alle die gleiche Todesursache. Kein leichter Fall für Irmi Mangold und Kathi Reindl! Die beiden Ermittlerinnen sind mir inzwischen schon richtig ans Herz gewachsen, wenn ich auch Kathis forsche Art, vor allem ihrer Kollegin Andrea gegenüber, nicht gerade liebenswert finde. Andrea leistet gute Arbeit, aber manchmal denkt sie schneller als sie redet oder ist so in Gedanken, dass sie vergisst, ihre angefangenen Sätze zu beenden, und das nervt Kathi ungemein.
Das Geplänkel unter Kollegen ist jedoch insgesamt amüsant. Aber zurück zum eigentlichen Fall, den die Komissarinnen hier bearbeiten. Während sie noch rätseln, was es mit den drei Toten auf sich hat und wie sie zusammenhängen könnten, wird ein ungarischer Laster gemeldet. Dieser ist gekippt und transportierte eine gar jämmerliche Ladung. Er hat jede Menge ganz junger Hunde an Bord, die zum Teil in einem schlimmen Zustand sind.
Die Autorin ist engagierte Natur- und Tierschützerin, und sie liefert hier nicht nur einen exzellenten und spannenden Krimi, sondern sie prangert in diesem auch die kriminellen Machenschaften der Hundemafia an. Dies entspringt, im Gegensatz zur Handlung des Romans, leider nicht ihrer Phantasie, sondern ist bittere Realität. Die Angelegenheit geht nicht nur Kathi an die Nieren, sondern auch ich, als Leser, hatte gewaltig zu schlucken, wenn es um das Schicksal der kleinen Hunde ging, die viel zu früh von der Mutter getrennt wurden und eine ungewisse Reise antreten müssen, die viele von ihnen nicht überleben. Diejenigen, die den Transport überstehen, landen krank und verstört bei ihren neuen Besitzern, die beunruhigt und ratlos sind, wenn die erste Euphorie über das ach so niedliche Fellbündel verflogen ist.
Da sich die Autorin bei der Tragödie um die kleinen Hunde kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern Klartext redet, möchte ich diejenigen vorwarnen, die ein Problem damit haben, wenn Tiere in einem Roman leiden müssen.
„Scharfe Hunde“ ist bereits der achte Alpenkrimi mit den Ermittlerinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl. Wer jedoch beim Begriff „Alpenkrimi“ einen humorigen Regionalkrimi erwartet, wird hier enttäuscht, denn Nicola Förgs Spezialität ist es, in ihren Geschichten wahre Missstände im Bereich Naturschutz aufzudecken. Somit beschränken sich ihre Krimis nie auf „unterhaltsam“. Das sind sie zwar auch, keine Frage! Aber sie haben daneben sehr viel Insiderwissen zu speziellen, brisanten Themen zu bieten. Nebenbei geht es diesmal auch noch um eine All-Inklusive-Ferienkarte und ihre Auswirkungen auf den Tourismus im Allgäu.
Wie man es von der Autorin kennt, ist auch ihr neuer Roman wieder randvoll gepackt mit Spannung, Scharfsinn, Emotionen und brisanten Infos.

Veröffentlicht am 23.07.2017

Die Galerie der Düfte

Die Galerie der Düfte
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Bei diesem Buch haben mich sogleich das Cover und der Titel sehr angesprochen, und als ich aus der Kurzbeschreibung entnommen habe, dass der Roman zum großen Teil in Florenz spielt, war es quasi schon ...

Bei diesem Buch haben mich sogleich das Cover und der Titel sehr angesprochen, und als ich aus der Kurzbeschreibung entnommen habe, dass der Roman zum großen Teil in Florenz spielt, war es quasi schon um mich geschehen.
Es geht um die junge Münchnerin Johanna, die im Hinterhof der Apotheke ihrer Eltern ein Naturkosmetikgeschäft betreibt. Ihr großer Wunsch ist, die edlen Produkte aus der Officina Profumo die Santa Maria Novella in ihrem kleinen Laden anbieten zu können. Als sie auf ihre schriftliche Anfrage eine Absage erhält, beschließt sie, persönlich nach Florenz zu reisen. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, doch noch eine Genehmigung für den Vertrieb der exquisiten Kosmetiklinie zu erhalten. Als sie die Brüder Fortini kennenlernt, hat das für ihr Herz und auch für ihr weiteres Leben ungeahnte Folgen.
Wie gesagt, zu großen Teilen spielt der Roman in Florenz, dieser wundervollen alten Stadt, die ich so liebe. Aber auch die Abschnitte, die in München handeln, haben mich sofort gefesselt und mein Interesse geweckt, denn auch hier schafft Julia Fischer eine bezaubernde Atmosphäre, in der man sich einfach wohl fühlt. Mit der Wahl ihrer Schauplätze hatte mich die Autorin schon eingefangen, denn sowohl München als auch Florenz sind Städte, denen mein Herz gehört. Dass es in der Geschichte auch noch um erlesene Düfte und Aromen, um feine Seifen, wohlriechende Hydrolate und luxuriöse Cremes geht, hat mich zusätzlich begeistert, denn Naturkosmetik und Aromatherapie sind Themen, mit denen ich mich gerne und mit Begeisterung befasse.
Die Autorin hat einen sehr angenehmen, eingängigen Schreibstil, der durch brillante, sinnliche Beschreibungen besticht, die zum Teil wundervoll poetisch anmuten. Der ganze Roman hat etwas Ätherisches, wie die Düfte, um die es darin geht. Er ist luftig-leicht,manchmal flüchtig und zugleich doch auch tiefgehend, ein wenig geheimnisvoll und facettenreich. Die beschriebenen Charaktere sind alle außergewöhnlich bzw. gelingt es der Autorin, das Besondere in jedem Menschen, den persönlichen Zauber eines jeden Wesens, hervorzuheben. Sieht man sich nur Johanna an, die nicht nur mit ihrem extravaganten Kleidungsstil aus dem Rahmen fällt, sondern durch ihre feinsinnige Wesensart gleich meine Sympathie gewonnen hat. Auch die Brüder Sandro und Luca sowie die anderen Mitglieder der Familie Fortini sind sehr intensiv und lebendig dargestellt, mit all ihren Charaktereigenschaften, wobei man auch für die weniger positiven Verständnis aufbringt, weil sie so menschlich und feinfühlig dargebracht werden.
Ich habe diesen Roman sehr genossen, habe in den üppigen Schilderungen geschwelgt und wehmütig meinem Fernweh nachgespürt, denn am liebsten hätte ich sogleich mein Köfferchen gepackt und wäre nach Florenz gereist, um die beschriebenen Schauplätze, die ich so liebe, einmal wieder zu besuchen. Zusammen mit Johanna und Luca habe ich im Geiste die Uffizien besucht, habe Botticellis Venus betrachtet und konnte mich nur allzu gut in diese reizvolle Atmosphäre hinein versetzen.
Für mich ist dieser Roman etwas ganz Besonderes, so farbenprächtig und bildhaft geschrieben und mit viele wunderschönen Metaphern ausgeschmückt, dass man fast meint, die Düfte zu riechen, von denen die Rede ist. Es ist eine Geschichte über die schönen Dinge des Lebens und über die Liebe in all ihren Schattierungen
Dieses Buch werde ich sicher noch häufig zur Hand nehmen und ausgewählte Zitate daraus lesen, immer wenn es mir nach besonders schönen Worten ist, die zum Innehalten,Träumen und Genießen anregen. Außerdem verrät die Autorin auch noch ein Rezept für ein wohltuendes, zart duftendes Pflanzenwasser zur Entspannung und Pflege müder Augen. Das werde ich ganz sicher ausprobieren.

Veröffentlicht am 17.06.2017

Die Blütensammlerin

Die Blütensammlerin
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Nach „Kräuter der Provinz“ und „Das Weihnachtsdorf“ ist dies bereits der dritte Band von Petra Durst-Bennings Maierhofen-Reihe.
Maierhofen ist ein fiktives Dorf im Allgäu, das noch bis vor kurzen von der ...

Nach „Kräuter der Provinz“ und „Das Weihnachtsdorf“ ist dies bereits der dritte Band von Petra Durst-Bennings Maierhofen-Reihe.
Maierhofen ist ein fiktives Dorf im Allgäu, das noch bis vor kurzen von der Landflucht bedroht war, die sich überall in den ländlichen Gebieten bemerkbar macht.
Mit vereinten Kräften haben es die Dorfbewohner geschafft, ihr Maierhofen wieder attraktiv zu machen. Der kleine Ort ist inzwischen zum Genießerdorf geworden, wo regelmäßig kulinarische Events angeboten werden.
Im vorliegenden dritten Band geht es hauptsächlich um Christine. Seit ihr Mann sie verlassen hat, lebt sie allein,nur mit ihren beiden Hunden, in dem großen Haus. Doch ihr Ex macht ihr das Leben schwer und droht, das Haus zu verkaufen, wenn es ihr nicht gelingt, ihm seinen Anteil auszuzahlen. Christine ist verzweifelt, aber wozu hat man Freundinnen?! Die Maierhofener halten zusammen, und so wandelt Christine, mit Unterstützung von Freunden, ihr Haus zu einem „Bed & Breakfast“ um. Spontan beschließt sie, für den im Juni stattfindenden Kochwettbewerb, ein Team aus lauter Singles zusammen zu stellen, und eifrig macht sie sich, zusammen mit ihren Freundinnen, an die Auswahl der geeigneten Kandidaten.
Als dann die Teilnehmer anreisen, ist nicht immer alles harmonisch, sondern Christine erlebt so manche unliebsame Überraschung, und es ist wie verhext, nichts läuft wie geplant.
Dass es dann doch noch für die meisten Beteiligten ein schöner Aufenthalt wird, das ist nicht zuletzt Christine zu verdanken, die ihre Gäste liebevoll und mit viel Geduld umsorgt.

Als ich anfing, den Roman zu lesen, war mir vieles so vertraut, dass ich fast das Gefühl hatte, schon in Meierhofen gewesen zu sein und alte Freunde und Bekannte zu besuchen. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere sehr lebendig und facettenreich, so dass man schnell den Eindruck hat, sie persönlich zu kennen. Ich konnte richtiggehend in die Welt des kleinen Genießerdorfes eintauchen und habe mich wieder sehr wohl gefühlt. Die Örtlichkeiten und die stimmungsvolle Atmosphäre wecken die Sehnsucht, diesen Ort zu besuchen und die ländliche Ruhe, die schöne Landschaft und die Köstlichkeiten, die dort produziert werden, selbst einmal zu genießen.
Das Schöne, was die Autorin hier beschreibt, ist in irgend einer Form sicher in sehr vielen Dörfern zu finden, die Menschen müssen ihre Schätze nur geschickt in Szene setzen und die Aufmerksamkeit darauf lenken. Glücklicherweise nutzen immer mehr Orte diese Chance und organisieren ähnliche Events, die sich über einen mangelnden Besucherstrom meist nicht beklagen können. Damit trifft Petra Durst-Benning mit ihrer Romanreihe einen Nerv, sie spricht Sehnsüchte an und den Wunsch nach den einfachen Dingen. Frischen Käse direkt von der Alm, Landbrot nach alter Tradition gebacken, ohne irgendwelche chemischen Zusatzstoffe, Kräutersalze mit den duftenden Pflanzen der Umgebung, wer wünscht sich nicht solche einfachen und doch so raffinierten Köstlichkeiten. So gesehen ist es eine Geschichte zum Träumen. Dass man keine totale Heile-Welt-Idylle vorfindet, dafür sorgen schon Christines Ehemann und einige der Kandidaten für den Kochwettbewerb. Der gefällige Schreibstil macht das Lesen zum Genuss. In der Handlungskulisse kann man sich richtig wohl fühlen, und doch gibt es auch Probleme und kritische Töne, denn ich der „Casa Christine“ „menschelt“ es an allen Ecken und Enden, und die beschriebenen Zwischenfälle lassen die ganze Geschichte auch realistischer erscheinen.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und genossen, lediglich am Ende passten die farbenfrohen Puzzleteile der Handlung doch etwas zu perfekt ineinander. Das schön gestaltete Buch bietet jede Menge Lesefreude mit klitzekleinen Abstrichen, dazu bekommt man wieder eine Fülle an leckeren Rezepten im Anhang geboten.

Veröffentlicht am 16.08.2025

Bewegtes Frauenschicksal im 17. Jahrhundert

Der Weg der Bienenfrau
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Der Roman spielt im 17. Jahrhundert, zu einer Zeit, wo der dreißigjährige Krieg überall Verwüstung hinterließ und die Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Johanna, die Protagonistin, lebt mit ihrer ...

Der Roman spielt im 17. Jahrhundert, zu einer Zeit, wo der dreißigjährige Krieg überall Verwüstung hinterließ und die Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Johanna, die Protagonistin, lebt mit ihrer Familie auf einem Bauerngut auf der Halbinsel Schwansen. Sie ist glücklich, und ihre ganze Leidenschaft gehört der Natur und vor allem den Bienen. Zu ihnen hat sie ein besonderes Verhältnis. Dass sie als Frau das Lesen und Schreiben beherrscht, ist eine große Ausnahme, aber sie notiert all ihre Beobachtungen zu Kräutern und Bienen in ihrem kleinen Notizbuch.

Als der Vater stirbt, zerbricht Johannas Idylle jäh, denn ihr Bruder ist ein Nichtsnutz, und ihr als Frau ist es nicht erlaubt, ein Gut zu führen. In ihrer Not wendet sie sich an ihren Vetter Lorenz, wird aber von diesem betrogen und muss den Hof verlassen. Ihre kranke Mutter verschwindet, und lange bleibt Johanna im Unklaren, was genau passiert ist. Für die junge Frau beginnt ein Leidensweg sondergleichen. Ihr widerfährt auf ihrer gefährlichen Reise und der Suche nach Gerechtigkeit so ziemlich alles was das Leben an Grausamkeiten zu bieten hat. Sie ist ein liebenswerter Charakter, aber manchmal handelt sie unbedacht und bringt sich selbst in Gefahr. Ihre Stationen, wo sie im Verlauf der Handlung landet, halten so einige negative Überraschungen für sie bereit, und oft erscheint ihre Situation hoffnungslos. Ich muss gestehen, dass da manches doch etwas unglaubwürdig erscheint.

Sehr gut haben mir wiederum die Naturbeschreibungen gefallen, und auch Johannas Verhältnis zu den Bienen ist in wunderschönen Worten geschildert. Diese fleißigen Insekten kreuzen immer wieder ihren Weg und bestimmen auch ihr Schicksal.

Während Johannas Reise sehr ausführlich und zum Teil bis ins kleinste Detail geschildert ist, überschlagen sich am Ende die Ereignisse. Hier hatte ich das Gefühl, die Autorin wollte (oder musste) schnell zum Schluss kommen, was ich etwas schade fand, denn gerade im letzten Abschnitt, wo es um Johannas Recht geht, wird die Angelegenheit sehr schnell und wie nebenbei abgehandelt.

Prolog und Epilog spielen in der Gegenwart, wo Lena auf dem Dachboden des Hauses, in dem sie gelebt hat, eben jenes Büchlein und einen Brief von

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Dystopischer Jugendroman, der mich nicht so ganz überzeugen konnte.

The Last Bookstore on Earth
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Nach einem verheerenden Sturm und vernichtendem Regen hat sich die 17-jährige Liz in der Buchhandlung niedergelassen, wo sie vor der Katastrophe gearbeitet hat. Sie ist allein, und mit den wenigen Menschen, ...

Nach einem verheerenden Sturm und vernichtendem Regen hat sich die 17-jährige Liz in der Buchhandlung niedergelassen, wo sie vor der Katastrophe gearbeitet hat. Sie ist allein, und mit den wenigen Menschen, die vorbei kommen, betreibt sie einen Tauschhandel, um an nützliche und unverzichtbare Dinge zu kommen. Bei ihr können die Durchreisenden Nachrichten für Angehörige oder Freunde hinterlassen, in der Hoffnung, dass diese ihre Empfänger finden. Das Haus, in dem sich die alte Buchhandlung befindet, ist zum Teil schwer beschädigt und vieles zerstört.
Eines Tages kommt eine Fremde vorbei. Liz vermutet, sie wolle einbrechen und stellt sie zur Rede. Maeve ist energisch und tatkräftig. Anfangs führen die beiden jungen Frauen heftige Diskussionen, aber letztendlich bleibt Maeve und setzt ihre Fähigkeiten ein, um die Buchhandlung weiterhin bewohnbar zu machen. Aber bald erfahren die beiden, dass es einen neuen, gefährlichen Sturm geben soll, und es taucht eine Gruppe von Fremden auf, die Liz und Maeve ihr Domizil streitig machen wollen.
Bei diesem Buch hat mich das Cover total angesprochen, denn darauf ist das alte Haus mit der Buchhandlung zu sehen. Das Cover der deutschen Ausgabe gefällt mir um einiges besser als beim englischen Original. Was mir in letzter Zeit häufig auffällt, ist, dass deutsche Romane englische Titel tragen. Der Grund dafür erschließt sich mir nicht wirklich. Vermutlich soll das modern wirken? Aber das sind im Grunde genommen Oberflächlichkeiten, die man mag oder eben auch nicht.
Wichtig ist ja die Handlung. Es handelt sich bei der Geschichte um einen dystopischen, queeren Liebesroman, und das Buch wendet sich an junge Erwachsene bzw. Jugendliche ab 14 Jahren. Es ist der Debütroman der 19-jährigen Autorin, und ich finde, sie hat sich da einen guten Plot überlegt. Liz, die Ich-Erzählerin handelt oft impulsiv und nicht unbedingt vernünftig. Sie tut Dinge, über die man nur den Kopf schütteln kann. Aber es war für mich auch schwierig, mich in ihre Lage zu versetzen, denn sie hat einiges durchgemacht und Schlimmes erlebt. Hier wundert es mich, dass sie die traumatischen Erlebnisse so "wegsteckt". Aber vielleicht ist da auch ein großer Teil Verdrängung im Spiel, denn auch mit Maeve, der sie im Lauf der Zeit näher kommt, kann sie lange nicht über das Vergangene sprechen.
Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden in eine Zeit, als Liz noch bei ihrer Familie lebte. Hier taten sich schon sehr bald Krisen auf, denn Liz's Mutter ist der Typ Mensch, der am liebsten den Kopf in den Sand steckt, um die Probleme nicht zu sehen. Der Vater hat eine konkrete Vorstellung, wie man verfahren sollte, aber er zögert, denn eine Entscheidung würde zum Bruch der Familie führen.
An der Lebenssituation in der Buchhandlung war mir einiges nicht so recht klar, denn anscheinend gab es kein Wasser, und auch die Elektrizität ist ausgefallen. Es wird auch nicht so ganz klar, ob die Katastrophe auf die Region beschränkt war, in der sich die Handlung abspielt oder ob sie weltweit war. Der angekündigte zweite Sturm würde noch mehr Unheil anrichten, was kaum vorstellbar ist, denn die Stadt ist vorher schon kaum bewohnbar. Aber Liz will bleiben. Die Handlung entwickelt sich spannend aber an manchen Punkten nicht so ganz glaubwürdig. Vor allem das Ende hat mich dann doch etwas irritiert, denn da gibt es nochmal eine gewaltige Veränderung - einfach so?
Obwohl vieles im Dunkeln blieb, habe ich das Buch gerne und mit Faszination gelesen und kann es vor allem jüngeren Menschen wirklich empfehlen.

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