Ein Buch wie ein stiller Sturm – leise, intensiv, wunderschön schmerzhaft
Moments So Blue Like Our Love (Blue Eternity 1)Manchmal stößt man auf eine Geschichte, die nicht laut ist, die nicht auf jeder Seite mit Dramatik um sich wirft – und einen trotzdem tiefer berührt als so mancher Pageturner. Moments So Blue Like Our ...
Manchmal stößt man auf eine Geschichte, die nicht laut ist, die nicht auf jeder Seite mit Dramatik um sich wirft – und einen trotzdem tiefer berührt als so mancher Pageturner. Moments So Blue Like Our Love war für mich genau so ein Buch. Es kam leise, aber es hat etwas in mir bewegt, das ich nicht sofort benennen konnte.
Die Geschichte beginnt mit Emmie, die alles verliert, was ihr Halt gegeben hat: ihren Traum vom Praktikum in London und ihren Freund. Was bleibt, ist ein Gefühl von Leere – und dann ein Angebot, das sie zuerst gar nicht annehmen will. Sie reist nach Sardinien, um dort als Assistentin für den gefeierten, aber unnahbaren Regisseur Sam zu arbeiten. Was sie nicht erwartet: dass genau dort, zwischen salziger Meeresluft und kreativem Chaos, etwas in ihr beginnt zu heilen.
Gabriella Santos de Lima hat einen Schreibstil, der mich mitten ins Herz getroffen hat. Ihre Sprache ist ruhig, fast poetisch – aber nie verkünstelt. Sie beschreibt Gefühle, als hätte sie sie selbst durchlebt. Emmies innere Zerrissenheit, ihr Wunsch, irgendwo dazuzugehören, gesehen zu werden, aber auch die Angst, sich dabei selbst zu verlieren – all das ist so greifbar, dass ich an vielen Stellen innehalten musste.
Und dann ist da Sam. Grummelig, verschlossen, scheinbar unnahbar. Aber hinter dieser Fassade steckt so viel mehr – Schmerz, Schuld, Sehnsucht. Zwischen Emmie und ihm entwickelt sich keine kitschige Insta-Romanze, sondern eine leise, echte Verbindung. Eine, die wehtut. Eine, die heilt. Und eine, die mich als Leserin vollkommen eingenommen hat.
Besonders stark fand ich auch das Setting: Sardinien mit seinen warmen Farben, der salzigen Luft, dem flirrenden Licht – das alles fühlte sich beim Lesen so lebendig an. Ich konnte die Wellen hören, das Kameraklicken spüren, die Stimmung am Set miterleben. Und die Kapitelüberschriften – allesamt Taylor-Swift-Songs – haben perfekt zur emotionalen Tiefe gepasst.
Ich habe das Buch mit einem dicken Kloß im Hals beendet. Weil es wehtat. Weil es schön war. Weil es ehrlich war. Es ist kein Buch, das sich nebenbei lesen lässt – es verlangt Raum. Aber wer sich darauf einlässt, bekommt eine Geschichte, die lange nachhallt.