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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2025

Volltreffer mitten ins Herz

Wir drehen dem Meer unsere Rücken zu
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Dieser Roman von Nancy Hünger hat mich komplett emotional geflasht. Ein riesengroßes überraschendes Highlight!

Damit hatte ich bei der etwas vage gehaltenen Kurzbeschreibung gar nicht gerechnet, sondern ...

Dieser Roman von Nancy Hünger hat mich komplett emotional geflasht. Ein riesengroßes überraschendes Highlight!

Damit hatte ich bei der etwas vage gehaltenen Kurzbeschreibung gar nicht gerechnet, sondern eigentlich mit einem etwas anstrengenden, anspruchsvollen Roman, den ich mir erst hätte erarbeiten müssen.

Aber „Wir drehen dem Meer unsere Rücken zu“ musste ich mir nicht erarbeiten. Ich konnte den Roman fühlen und ich musste ihn fiebrig in einem Zug durchlesen.

Nancy Hünger hat bereits viele Texte, Prosa und Lyrik veröffentlicht und dass die Schriftstellerin in der Lyrik zu Hause ist, merke ich auch in ihrem neuen Roman.
Ihr Text ist stark verdichtet, kommt manchmal mit wenigen Zeilen pro Seite aus und erzählt gleichzeitig so viel. So gut wie jede Zeile zitierbar.

Grob zusammengefasst erzählt der Roman die Geschichte eines Liebespaares von der ersten Verliebtheit bis zur langjährigen Beziehung. Jetzt steht das Paar am Abgrund und reist auf eine Insel im Meer, um die Beziehung zu retten.

“Wir sind seit Wochen auf der Insel. Wir kamen, umeinander wiederzufinden.”

Die Erzählerin erzählt aus weiblicher Perspektive. Der Roman greift unglaublich viele feministische Themen auf und beleuchtet deren Komplexität. Weibliche Scham, Rollenbilder, Essstörungen belasten die Erzählerin und beeinflussen gleichermaßen auch ihre Beziehungen.

Für mich hat der Roman auch deswegen gerade so gut gepasst, weil ich gerade davor „Mit Männern leben“ von Manon Garcia gelesen hatte und Hüngers Text eigentlich eine direkte Weiterschreibung der Frage ist: Wie können wir mit Männern leben? Wie können wir Männer lieben?

Ich muss sagen, dass mich dieses Fragen gerade privat auch sehr beschäftigen und belasten. Ich kann mich persönlich sehr mit Hüngers Text identifizieren. Er holt mich emotional gerade da ab, wo ich mich verletztlich und verwundbar fühle. In Garcia philosophischen Überlegungen fand ich keine richtige Antwort auf diese Fragen.

Hünger setzt gegen diese Fragen ein großes Trotzdem

“Es ist eine Liebesgeschichte, mit allem WENN UND ABER.
Ich biete dem Mörtel der Sprache meine Stirn. Ich gehe das Risiko ein, denn Risiken sind kalkulierbar, Ungewissheiten nicht.”

Hünger findet perfekte und bewegende Worte gerade für eine Liebe, die bereits länger dauert und die sich vielleicht im freien Fall befindet, die sich abarbeitet an zu engen Geschlechterrollen, an internalisierter Misogynie und die schon eine Vergangenheit hinter sich hat.


“Nichts nutzt sich an dieser Liebe ab, nur ich. Ich habe diese ENTSCHEIDUNG getroffen, es ist meine Entscheidung, dass ich dich liebe und uns über die Gegenwart hinausdehne, so weit ich erzählen kann. Ich lasse uns nicht kollabieren, sage ja, ja, ja und wir beginnen von neuem.”

Für mich war „Wir drehen dem Meer unsere Rücken zu“ eine absolut zeitgemäße und aktuelle Lektüre, die mich auf allen Ebenen und in jeder Hinsicht komplett begeistert hat. Sie wird zu den absoluten Highlights in meinem Lesejahr gehören. Sozusagen ein emotionaler Volltreffer mitten ins Herz.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Intensive und kraftvolle Literatur!

Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt
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Ich gebe gerne zu, dass mein Interesse an diesem Roman als erstes durch das wunderschöne Cover geweckt wurde und erst danach durch die Kurzbeschreibung.
Aber was mich hinter dem fein ziseliert gemusterten ...

Ich gebe gerne zu, dass mein Interesse an diesem Roman als erstes durch das wunderschöne Cover geweckt wurde und erst danach durch die Kurzbeschreibung.
Aber was mich hinter dem fein ziseliert gemusterten Cover erwartete, überraschte und traf mich sehr.

Die Dichterin, Essayistin und Wissenschaftlerin zeigt mir in ihrem ersten Roman eine mir unbekannte Welt, deren misogyne Mechanismen mir gar nicht so unbekannt sind.
Dschabbarowa wurde in Russland in einer aserbaidschanischen Familie geboren und wuchs dort in der streng konservativen aserbaidswchanischen Community auf, die dort in der Diaspora lebt.
In dieser Community lebt auch die Ich-Erzählerin des Romans und sie beschreibt eine massive patriarchale Kultur, in der Frauen nur als Objekt existieren und deren Rechte stark eingeschränkt sind.
Die Lebensbereiche der Geschlechter sind streng voneinander getrennt und umfassen bei den Frauen nur soviel, wie ihnen von ihren Männern und Vätern zugestanden wird. Wenn eine Frau eines der geschriebenen oder ungeschriebenen Gesetze bricht, wird sie geschlagen.

“Taten wir etwas, das Vater missfiel, bedeutete es unweigerlich, dass auch Mutter bestraft wurde, weil sie schlechte Töchter herangezogen hatte.”


Der weibliche Körper und damit auch der Körper der Erzählerin steht ganz im Zentrum des Romans. Entlang der einzelnen Körperteile erzählt Dschabbarowa wie stark der Körper, das Leben und das Denken einer Frau dem Willen von Männern unterworfen sind.

“Es war nicht leicht, sich einzugestehen, dass sie nie über ihre Körper verfügen konnten, dass sie nie aufgehört hatten, Objekte fremder Begierde, gesellschaftlichen Drucks und männlicher Macht zu sein.”

Und doch ist es auch der Körper der Erzählerin, der sich den Unterdrückungsmechanismen verweigert und entzieht. Er wird krank, zerstört sich selbst und kann die an ihn gestellten Erwartungen von Heirat, Kinder und Fortpflanzung nicht mehr erfüllen.

“Der alte Körper wurde von der Krankheit zerstört, das konnte ich jede Sekunde, jede Minute jeden Tages fühlen.”


Eine Befreiung, die ihr den Schmerz und die Unfreiheit einer Ehe erspart, aber gleichzeitig Schmerz und Unfreiheit mit sich bringt.

“Mein Körper hatte mich von der Erfüllung dieser Pflicht befreit, aber er war nicht frei vom Schmerz.”

Mich begeistert sehr, in welcher poetischen und lakonisch-verletzlichen Sprache der Roman verfasst ist und wie wenig Dschabbarowa davor zurückschreckt, die Ungerechtigkeit und die Unterdrückung von Frauen zu benennen und anzuprangern.

“Was heißt es in unserer Familie, eine Frau zu sein? Bin ich keine Frau mehr, wenn ich mich gegen die Rolle der Mutter und Ehefrau entscheide, bin ich kein Teil der Kultur, Geschichte, Diaspora mehr, wenn sich Teile meines Körpers an ihre Herkunft erinnern? Ist es denn zwingend notwendig, sich fortzupflanzen, um eine Herkunft zu haben?”

Der Roman ist kurz (138 Seiten) und doch gehaltvoll und intensiv und war für mich ein ziemliches starkes und kraftvolles Stück Literatur!

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Ultrafeministischer Banger!

Hotel Love
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Du stehst auf ultrafeministische Romane? Du liest gerne Dystopien und hast nichts dagegen, wenn es ordentlich abgeht?
Dann willkommen im „Hotel Love“, dem knalligen Must-Read aus dem leykam-Herbstprogramm!

Schon ...

Du stehst auf ultrafeministische Romane? Du liest gerne Dystopien und hast nichts dagegen, wenn es ordentlich abgeht?
Dann willkommen im „Hotel Love“, dem knalligen Must-Read aus dem leykam-Herbstprogramm!

Schon von außen signalisieren Cover und Farbschnitt in Warnfarben, was dich innen erwartet: eine bitterböse und und gleichzeitig unterhaltsame Abrechnung mit der toxischen Männerwelt.
Die hat in der Piuks Zukunftsversion alle Frauenrechte abgeschafft und die Frauen durch von ihren programmierte Fem-Bots ersetzt. Die sind nämlich, anders als reale Frauen, fügsam, formbar und setzten immer das Wohl der Männer an erste Stelle.
Die männliche Hauptfigur des Romans heißt Roman (und nein, diese Übereinstimmung ist kein Zufall, es gibt nämlich eine Roman-Metaebene 😂) und trauert immer noch seiner (realen) Traumfrau Julia hinterher.
Im Love Hotel, einer Mischung aus Reality-Show und Coaching-Camp für Männer, darf er jetzt unter Anleitung seine perfekte Ehefrauen-Androidin generieren inklusive Traumhochzeit am Ende der Woche.
Und genau wie die anderen Campteilnehmer hat Roman schon klare Vorstellungen für seine neuen Traumfrau: ihm geht es weniger um große Brüste und optimierten Vaginas, er möchte sich seine Julia 2.0 erstellen.


„Was, wenn es nicht funktioniert? Wenn ihm ein Fehler unterläuft? Wenn auch Julia 2.0 am Ende nur mit ihm spielt? Könnte sie das? Mit ihm spielen? Nein, oder? Ihr programmiertes Ziel wird es sein, ihn glücklich zu machen. Sie wird ihn lieben, wie er sie liebt, immer geliebt hat, dass sie das nicht kapiert hat, dass das nicht in ihren Schädel ging!“

In Rückblicken erfährst du übrigens auch, warum es damals mit der echten Julia und Roman nicht funktioniert hat. Aber vielleicht kannst du es dir auch schon denken.

Wenn du schon mal einen Roman über künstliche Roboterfrauen, oder Filme wie beispielsweise „Ex Machina“ geschaut hast, kannst du dir auch wahrscheinlich auch denken, dass eine gewisse Eskalation mit zum Genre gehört.

In Zeiten, in denen manche Männer es vorziehen mit einer KI oder einer Sexpuppe eine Beziehung zu führen und die Kluft zwischen den Geschlechtern größer wird, wirkt die Zukunftsperspektive von Piuk nicht so unrealistisch, wie es vielleicht den Anschein hat. Und wir leben in Zeiten, in denen es nicht mehr unsagbar oder undenkbar ist, Frauen* wieder vermehrt von Menschenrechten auszuschließen.

Das gibt „Hotel Love“, obwohl er poppig und leicht zugänglich angelegt ist und auch einfach Spaß beim Lesen macht, eine sehr bittere Note. Ich finde seine Gesellschaftskritik hochrelevant und schmerzhaft realistisch.

Große Leseempfehlung für „Hotel Love“ - unter Berücksichtigung eingangs erwähnter Disclaimer.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Feministischer Horrorroman

Das Beste sind die Augen
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„Das Beste sind die Augen“ ist nach „Boy Parts“ von Eliza Clark innerhalb von kurzer Zeit schon der zweite Roman über Female Rage, der mich komplett begeistert und gefesselt hat. Beworben wird der Sunday ...

„Das Beste sind die Augen“ ist nach „Boy Parts“ von Eliza Clark innerhalb von kurzer Zeit schon der zweite Roman über Female Rage, der mich komplett begeistert und gefesselt hat. Beworben wird der Sunday Times-Bestseller von Monika Kim unter dem Begriff „feministischer Horrorroman“, wobei es natürlich immer eine Frage der persönlichen Definition ist, was du zum Genre Horror zählst.

Die koreanisch-amerikanische Autorin Monika Kim vermischt in ihrem Debütroman scharfe Gesellschaftskritik mit spannender und teilweise surrealer Unterhaltung - eine großartige Mischung, wie ich finde.
Ihre Ich-Erzählerin, die junge Jiwon, ist genauso wie Kim selbst, die Tochter koreanischer Einwanderinnen in den USA. Sie erlebt rassistische Ausgrenzung und die großen Unterschiede zwischen der Kultur ihrer Eltern und dem amerikanischen Umfeld, in dem sie lebt.
Einen besonderen Fokus legt Monika Kim auf die krasse Exotisierung und Sexualisierung asiatischer Frauen durch weiße Männer.
Der Roman beginnt damit, dass Jiwons Vater die Familie verlässt um mit einer jüngeren Frau zusammenzuleben. Jiwons Mutter hat viele sexistische und patriarchale Strukturen tief verinnerlicht und fällt in ein tiefes Loch aus Selbsthass und Verzweiflung.
An diesem Tiefpunkt ist sie die perfekte Partnerin für den blauäugigen George, der eine große Vorliebe für devote, asiatische Frauen hat und sie in jeder Beziehung ausnutzt. Jiwon erkennt, anders als ihre Mutter, schnell den wahren Charakter von George, ist aber gegen die Verliebtheit ihrer Mutter machtlos.
Jiwon hat selbst mit eigenen Problemen zu kämpfen: der Übergang an die Uni fällt ihr schwer. Sie lernt neue Freund
innen kennen und entwickelt eine (sehr) bedenkliche Obsession für blaue Augen.

Kim nimmt sich für den Aufbau des Spannungsbogens viel Zeit und gestaltet die Figuren sorgfältig. Das gibt ihr viel Raum für die Analyse von gesellschaftlichen Strukturen, denen Rassismus und Sexismus zugrunde liegen. Surreale Szenen, bei denen nicht auf den ersten Blick klar ist, ob sie nur der Fantasie und den Träumen der Erzählerin entstammen, sorgen bei mir für zusätzliche Spannung.
Dazwischen immer wieder als Thema Jiwons Obsession für blaue Augen. Eine Spiegelung ihrer eigenen Objektisierung durch die Männer in ihrem Leben?

Mir gefällt, dass Kim zeigt, dass Rassismus und Sexismus nicht nur in der plumpen, druchschaubaren Art eines George auftreten, sondern auch viel subtiler und schwerer erkennbar sein können. Jiwons Studienkollege und Wannabe Love-Interest Jeffery steht für eine jüngere und modernere Form männlichem weißen Anspruchsdenkens.
Denn beide Männer leben in dem sicheren Bewusstsein ihrer weißen, männlichen Privilegien - ein Bewusstsein, das sie automatisch glauben lässt, Frauen seien ihnen unterlegen und stünden ihnen als reine Objekte für ihre Bedürfnisse zur Verfügung.

Richtig Spannung kommt dann auf den letzten Seiten auf, wo Kim einen action- und blutreichen Showdown zündet, der mir richtig gut gefallen und einigen Spaß gemacht hat.
Im ganzen Roman verteilt gibt es einige explizite Splatterszenen (vor allem mit Augen), deren Heftigkeit ich persönlich jetzt aber als moderat bezeichnen würde.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Großartig und heartbreaking

Amphibium
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Wie gut war bitte dieser Roman?!?
Ich bin nicht wirklich Fan von Coming-of-age Romanen und ich weiß auch gar nicht, ob ich „Amphibium“ wirklich als einen bezeichnen würde. Tyler Wetherall sprengt das Genre. ...

Wie gut war bitte dieser Roman?!?
Ich bin nicht wirklich Fan von Coming-of-age Romanen und ich weiß auch gar nicht, ob ich „Amphibium“ wirklich als einen bezeichnen würde. Tyler Wetherall sprengt das Genre. So, so großartig! Für mich ein Highlight.

Dabei ist „Amphibium“ der Debütroman der englischen Journalistin und Drehbuchautorin Tyler Wetherall. Sie fängt in ihrem Roman, in denen das Erwachsen- und Frau werden und eine Freundinnenschaft im Mittelpunkt steht, die Atmosphäre der 90er in Südwestengland ein. Eine Zeit, in der auch ich eine Jugendliche war.
Wetheralls Protagonistin Sissy ist 11 und überschreitet gerade die Schwelle zur Pubertät. Ihre alleinerziehende Mutter leidet oft an starken Depressionen und ist dann nicht in der Lage sich um ihre Tochter zu kümmern und so übernimmt die Jugendliche schon sehr früh viel Verantwortung. In der Schule ist Sissy eine Außenseiterin bis sie die Aufmerksamkeit von Tegan, der Anführerin einer starken Mädchengruppe, auf sich zieht. Die beiden Mädchen werden Freundinnen und verbringen viel Zeit miteinander. Tegan scheint bereits im Besitz von viel mehr Wissen über die Erwachsenenwelt. Sie hat bereits Erfahrungen mit den Veränderungen, die ein Mädchenkörper in der Pubertät durchläuft, die für Sissy noch sehr mysteriös und rätselhaft sind.

Immer wieder greift Wetherall das Erwachsenwerden als Zeit der Metamorphose auf, die beängstigend und verstörend sein kann.

„Am Ende dieser Geschichte werde ich mich verwandelt haben, in etwas Anderes, etwas Grauenvolles. Soll heißen: etwas voll des Grauens.“

Dabei liegt ihr Fokus komplett auf einer weiblichen Perspektive, denn wenn ein Mädchen zur Frau wird, tritt es in Welt ein, die vom männlichen Blick und von sexistischen Strukturen geprägt ist.

„Ich verwandle mich nicht, wie ich soll. Ich bin weder Mädchen noch Frau. Weder Kind noch Erwachsene. Ich verwandle mich in etwas völlig anderes.“

Es ist auch eine Welt, in der der Ich-Erzählerin Sissy allmählich bewusst wird, dass ihr Wert vermeintlich daran festgemacht wird, wie sehr sie gewollt und geliebt wird. Mythologischen Geschichten und Märchen, wie das der kleinen Meerjungfrau, veranschaulichen ihr diese Mechanismen.

Gleichzeitig verschwinden im Umfeld von Sissy und Tegan immer wieder Mädchen und jungen Frauen, und die Pressemeldungen dazu beflügeln die Phantasie der beiden. Bei Sissy vermischen sich ihre erwachenden sexuellen Gefühle, die Verunsicherung und die Angst zu einem verwirrenden emotionalen Gemisch, dass sie nicht sortieren kann.

„Angst und Begehren sind nicht auseinanderzuhalten.“

Ganz toll finde ich auch die minimale und symbolträchtigen Einflechtungen von magischen Realismus, die die Veränderungen in Sissys Leben widerspiegeln.
Der Schluss finde ich unglaublich gelungen, realistisch und heartbreaking und den perfekten Abschluss für einen absolut großartigen Roman.

Definitiv eine große Leseempfehlung und für mich eines der stärksten internationalen Debüts, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

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