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Veröffentlicht am 25.07.2025

Kein heile Welt Roman

Die Hummerfrauen
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Die junge Mina kehrt nach dem Unfalltod ihres Bruders zurück in das kleine Hummerfischerdorf Stone Harbor. Sie hat dort als Kind viele Sommer mit ihrer Familie verbracht. An ihrer Seite war damals immer ...

Die junge Mina kehrt nach dem Unfalltod ihres Bruders zurück in das kleine Hummerfischerdorf Stone Harbor. Sie hat dort als Kind viele Sommer mit ihrer Familie verbracht. An ihrer Seite war damals immer Sam, ein Junge aus dem Dorf. Als Mina ihm jetzt begegnet, muß sie erfahren, daß auch er seinen Bruder verloren hat.
Ann ist die älteste Hummerfischerin in Stone Harbor. Sie lebt allein, ihre einzige Gesellschaft ist ein blauer Hummer, der in einem Aquarium in ihrer Küche lebt.
Julie ist in der Mitte ihres Lebens angekommen. Nach einem schweren Unfall versucht sie in Stone Harbor ein neues Leben anzufangen. Sie verliebt sich in den Fischer Nat, aber durch ihre knorrige Art steht sie sich manchmal selbst im Weg. Diese drei Frauen verbindet bald eine ungewöhnliche Freundschaft.

"Die Hummerfrauen" ist der erste Roman von Beatrix Gerstberger und dieser ist ihr auf Anhieb ganz hervorragend gelungen. Die schroffe Küste des US Staates Maine spiegelt sich in den Menschen dieses Romans. Sie geben sich oft mürrisch und stur, haben aber, wenn es darauf ankommt, ihr Herz auf dem rechten Fleck. Man spürt, daß die Autorin diese Landschaft und ihre Bewohner kennt und auch sehr mag. Sonst könnte sie dies in ihrem Roman nicht so atmosphärisch beschreiben. Man erahnt auf jeder Seite die Gefühle der Menschen und kann sie gut verstehen. Das Buch beschreibt nicht die heile Welt eines Ferienortes, sondern den Alltag der Menschen, die dort leben. Ein vielversprechendes Debüt einer neuen Autorin!

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Dunkel und geheimnisvoll wie der Schwarzwald

Schattengrünes Tal
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Das Hotel "Zum alten Forsthaus" liegt im Schwarzwald, verborgen in einem dunklen Tal. Es ist nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber für Lisa ist das Hotel auch ihr Elternhaus und sie liebt es. Ihr Vater ...

Das Hotel "Zum alten Forsthaus" liegt im Schwarzwald, verborgen in einem dunklen Tal. Es ist nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber für Lisa ist das Hotel auch ihr Elternhaus und sie liebt es. Ihr Vater Carl weigert sich seit langem, das Hotel zu renovieren. Die Gäste bleiben deshalb mehr und mehr aus. Eines Tages mietet die junge Daniela ein Zimmer. Sie macht einen einsamen Eindruck, deshalb beschließt Lisa ihr zu helfen, in der Gegend Fuß zu fassen. Das gelingt ihr erstaunlich schnell und so sind Lisas Freunde auch bald Danielas Freunde. Erst als Daniela sich auch immer mehr in Lisas Privatleben drängt, kommt bei Lisa der Verdacht auf, daß mit der Fremden etwas nicht stimmt!

Der Roman "Schattengrünes Tal" ist eine Geschichte mit Tiefgang. Kristina Hauff beschreibt darin Konflikte so realistisch, daß man sich mit der Figur der Lisa sofort identifizieren kann. Die Stimmung in diesem Roman ist so dunkel und geheimnisvoll, wie man sich dieses Tal im Schwarzwald vorstellt. Dies ist Kristina Hauff durch ihre Erzählkunst sehr gut gelungen. Sie bringt den Lesern sogar Alltagsprobleme so nahe, daß man dahinter oft Geheimnisse wittert. Das hält die Spannung bis zum Schluß hoch. Dieses Buch ist tatsächlich wie das echte Leben. Die Konflikte schwelen ewig vor sich hin, aber es genügt ein Funke und alles fliegt einem um die Ohren. So ist es auch in diesem besonderen Roman, den ich jedem ans Herz legen möchte!

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Geht unter die Haut

Steirerzorn
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Ein Hobbyfotograf dringt in ein verlassenes Abbruchhaus am Reinischkogel ein. Er stürzt durch eine Falltür in den Keller - und findet dort eine verweste Leiche. Sandra Mohr und Sascha Bergmann vom LKA ...

Ein Hobbyfotograf dringt in ein verlassenes Abbruchhaus am Reinischkogel ein. Er stürzt durch eine Falltür in den Keller - und findet dort eine verweste Leiche. Sandra Mohr und Sascha Bergmann vom LKA Steiermark stehen vor einem Rätsel. Wer war die Frau und warum wurde sie in diesem Keller scheinbar hingerichtet? Die Spuren führen sie weit in die schreckliche Vergangenheit des Hauses.

"Steirerzorn" ist nun schon der 14. Fall für Sandra Mohr und Sascha Bergmann. Claudia Rossbacher spart auch in diesem Fall nicht mit Spannung und überraschenden Wendungen. Immer wieder muß man als Leser genau wie die Ermittler umdenken und sich neu orientieren. Dabei ist dieser Fall definitiv nichts für zartbesaitete Gemüter, denn es geht um die Zustände in der Vergangenheit der Kinderheime. Diese Umstände verschlagen sogar dem mit allen Wassern gewaschenen Sascha Bergmann die Sprache, so daß der immer sehr witzige und die Handlung auflockernde Schlagabtausch zwischen Sandra und ihm diesmal leider fehlt. Aber zu der düsteren Atmosphäre, die hier verbreitet wird, würde dies auch nicht gut passen. Sandra hat diesmal auch massive Probleme mit ihrem Freund Hubert, die ebenso bedrohlich herüber kommen und auch nicht für bessere Stimmung sorgen, sondern alles noch betrübter machen. Die Autorin schafft es mit ihrem wunderbaren anschaulichen und leichten Schreibstil sowohl Atmosphäre, als auch Region lebendig werden zu lassen. Man sieht die Steiermark genauso vor sich wie den Tatort und das Geschehen in der Vergangenheit, welches unter die Haut geht. Claudia Rossbacher hat mich hiermit wieder einmal perfekt unterhalten und ich bin schon gespannt, wie sich der nächste Fall für Sandra und Sascha gestalten wird!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Toller Serienstart

Das Schweigen der Kanarienvögel
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Die pensionierte Vogelkundlerin Amalia Fink weist ihren Bekannten stets Vögel zu. Ihre langjährige Freundin Lydia Denk wundert sich darüber nicht mehr. Katie, das Rotkehlchen, begegnet ihrer ehemaligen ...

Die pensionierte Vogelkundlerin Amalia Fink weist ihren Bekannten stets Vögel zu. Ihre langjährige Freundin Lydia Denk wundert sich darüber nicht mehr. Katie, das Rotkehlchen, begegnet ihrer ehemaligen Professorin auf Teneriffa. Kurz darauf ist Katie verschwunden. Ob dies im Zusammenhang mit dem Balkonsturz ihrer Nachbarn steht? Amalia und Lydia beginnen zu ermitteln!

"Das Schweigen der Kanarienvögel" ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe auf Teneriffa. Ingrid Walther schafft es gekonnt, von Beginn an Spannung zu erzeugen und diese bis zum Ende hin konstant zu halten. Die Geschichte wird jeweils aus den Perspektiven von Amalia und Katie erzählt, so daß man verschiedene Blickwinkel auf das Geschehen und ein detaillierteres Bild erhält. Ihre Charaktere sind absolut sympathisch und wirken authentisch. Sie alle verfügen über individuelle Charakterzüge, die sie einmalig und unverwechselbar machen. Bei diesem Krimi kann man wunderbar mitraten und bekommt erst am Ende den entscheidenden Hinweis für die Auflösung des Falles. Dieser Krimi bringt Urlaubsfeeling auf die heimische Couch. Die Autorin beschreibt Land und Leute hautnah, spickt ihren Text mit ortsüblichen Begriffen, die am Buchende erläutert werden. So ganz nebenbei erfährt man übrigens auch einiges über die Vogelwelt auf Teneriffa!

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Endlich gibt es die Kultserie zum Lesen

Inspector Barnaby und das Rätsel von Badger’s Drift
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Bagger's Drift ist eine kleine Gemeinde, in der es eigentlich ruhig zugeht. Dies ändert sich, als die alte Miss Simpson im Wald spazieren geht, um eine bestimmte Blume zu entdecken. Dabei wird sie Zeuge ...

Bagger's Drift ist eine kleine Gemeinde, in der es eigentlich ruhig zugeht. Dies ändert sich, als die alte Miss Simpson im Wald spazieren geht, um eine bestimmte Blume zu entdecken. Dabei wird sie Zeuge eines Vorfalls, den sie besser nicht gesehen hätte, denn kurz darauf ist sie tot. Ihre Freundin Miss Bellringer glaubt an Mord und wendet sich an Detective Chief Inspector Tom Barnaby. Kurz darauf geschieht ein weiterer, äußerst brutaler Mord. Barnaby und sein Assistent Sergeant Troy stoßen auf ein Geflecht aus Rivalität, Skandalen und Affären. So verschlafen, wie das Dorf wirkt, ist es in Wirklichkeit nicht....

Die Kultserie rund um Detektive Chief Inspector Barnaby dürfte wohl jedem ein Begriff sein. Nun kann man den ersten Fall "Das Rätsel von Badger's Drift" von Caroline Graham auch endlich nachlesen. Ich kann mit Überzeugung sagen, daß dieses Buch genau so gut ist, wie der Film. Es gibt ein paar Abweichungen in Bezug auf die Charaktereigenschaften von Barnaby und Troy, die mich zunächst etwas irritiert hatten, aber nicht weiter schlimm sind. Im Großteil stimmt alles, sogar die "Kochkünste" von Joyce Barnaby sind Thema und sorgen für den typischen Barnaby-Humor. Die Krimihandlung ist, bis auf eine kleine Ausnahme, völlig identisch mit dem Film, was mich begeistert hat, denn oft erkennt man ja Buch und Film nicht als zusammengehörend wieder. Hier ist dies nicht der Fall und auch wenn man den Film schon mindestens 10mal gesehen hat, ist das Buch noch immer spannend. Hier stört das überhaupt nicht. Im Gegenteil, man hat eigentlich permanent den Film im Kopf laufen und sieht alles genau vor sich. Dies wäre aber auch ohne Filmkenntnisse der Fall, denn Caroline Graham hat eine vortreffliche Art, Badger's Drift, die Charaktere und Geschehnisse zu beschreiben. Die Sprache ist hier sehr modern, nicht gestelzt, was mich positiv überrascht hat.

Ich bin von diesem Buch total begeistert und bin schon gespannt auf den nächsten Fall!

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