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Veröffentlicht am 22.07.2025

Einfühlsamer Roman über Trauer und Verlust, der bildhaft in einen winterlichen Küstenort Schottlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts führt

Das Geschenk des Meeres
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Im stürmischen Winter 1900 wird an der Küste des schottischen Fischerdorfes Skerry ein unbekannter Junge gefunden, der auf erschreckende Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy ähnelt, der vor zwei Jahrzehnten ...

Im stürmischen Winter 1900 wird an der Küste des schottischen Fischerdorfes Skerry ein unbekannter Junge gefunden, der auf erschreckende Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy ähnelt, der vor zwei Jahrzehnten im Meer verschwunden ist und dessen Leichnam nie gefunden wurde. Als die Frau des Pfarrers ihr Baby zu früh zur Welt bringt, willigt Dorothy ein, nun das Findelkind bei sich aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist.
Mit der Anwesenheit des Jungen und dem Glauben an Sagen und Mythen verschwimmen allmählich Vergangenheit und Gegenwart. Dorothy gewöhnt sich an den stillen Jungen und läuft Gefahr, ihn als Ersatz für ihren verlorenen Sohn als Geschenk des Meeres zu empfinden.
Auch die Dorfgemeinschaft sieht sich wieder mit der Vergangenheit konfrontiert und beginnt erneut die Verbindung von Fischer Joseph mit Dorothy zu hinterfragen, der sowohl den unbekannten Jungen gefunden hat als auch mit dem Verschwinden von Dorothys Sohn in einen Zusammenhang gebracht wird.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen und wird aus verschiedenen Perspektiven der Dorfbewohner geschildert. "Jetzt" beginnt mit dem Auffinden des gestrandeten Jungen und wie dieser bei Dorothy ein neues Zuhause findet. Während der Pfarrer mit der Wetterbesserung nach dem Schneetreiben die Suche nach den Eltern des Jungen vorantreibt, entwickelt Dorothy Muttergefühle für das Kind.
"Damals" blickt darauf zurück, wie Dorothy als junge Frau nach Skerry gekommen ist und Schwierigkeiten hatte, sich in der verschworenen Dorfgemeinschaft zu integrieren. Ihre Unsicherheit und Schüchternheit wurde als Arroganz interpretiert und sorgte für einen schweren Stand, besonders unter den Frauen. Ihre Gefühle für Joseph schürten die Eifersucht und führten zu Missverständnissen und einer Reihe falscher Entscheidungen.

Der Roman ist spannend aufgebaut, indem erst allmählich die Geheimnisse der Dorfgemeinschaft aufgedeckt werden. Sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit wirft Fragen auf - nicht nur in Bezug auf die beiden Jungen, sondern auch auf das Verhältnis der Bewohner untereinander.
Die Geschichte ist durchweg tragisch. Dorothy wird missverstanden und ihre Liebe zu Joseph macht sie zum Opfer einer Intrige. Der Verlust ihres Sohnes macht sie zu einer einsamen Frau. Dass ausgerechnet sie sich dem aufgefundenen Jungen annimmt, kann nur alte Wunden aufreißen.

"Das Geschenk des Meeres" ist atmosphärisch düster geschrieben. Es ist weitgehend Winter mit Kälte, Schnee und Sturm und im Hintergrund lauert die Gefahr und die Unberechenbarkeit der See. Frauen fürchten um ihre Ehemänner, die ihnen das Meer nehmen kann und verbringen ihre Zeit mit Klatsch und Tratsch und schüren Gerüchte. Dazu kommen Aberglaube und Mythen, die für Unsicherheit und Schuldgefühlen sorgen.

Es ist ein authentisches Porträt eines abgelegenen Küstenorts zur damaligen Zeit mit klar definierten Geschlechterrollen uns gesellschaftlichen Erwartungen. Die Geschichte handelt von der Einfachheit und Härte des Lebens, von gewalttätigen Männern, intriganten Frauen und verängstigten Kindern, von dysfunktionalen Familien und den Auswirkungen schlechter Erfahrungen. Es geht um Trauer, Verlust, Ausgrenzung und enttäuschte Hoffnungen. Angepasst an die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts sind die Gefühle der Charaktere verhalten, was die Liebesgeschichte und die Geschichte über Mutterliebe nicht weniger bewegend machen und für anhaltende Spannung sorgen.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Spannend und unfassbar wendungsreich. Ein herrlich verrücktes, bitterböses Kammerspiel, bei dem sich immer mehr Abgründe auftun.

Wenn Schweigen tötet
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Nina führt mit ihrer Mutter Maggie ein zurückgezogenes Leben. Jeden zweiten Abend essen sie gemeinsam, wenn Nina kocht und sind zwanghaft um Konversation bemüht, ansonsten geht jede ihrer Wege. Bei Maggie ...

Nina führt mit ihrer Mutter Maggie ein zurückgezogenes Leben. Jeden zweiten Abend essen sie gemeinsam, wenn Nina kocht und sind zwanghaft um Konversation bemüht, ansonsten geht jede ihrer Wege. Bei Maggie ist der Bewegungsradius jedoch stark eingeschränkt. Sie lebt in der obersten Etage an eine Fußfessel gekettet und das einzige, das ihr bleibt, ist der Blick durch die Lamellen des gepanzerten Fensters.
Nina bestraft ihre Mutter für das, was sie ihr angetan hat, doch sie kennt nicht die ganze Wahrheit. Maggie schweigt hartnäckig, auch wenn die Gefangenschaft sie irgendwann töten wird.

"Wenn Schweigen tötet" ist ein klaustrophobischer Psychothriller, der von einer vergifteten Mutter-Tochter-Beziehung handelt. Nina versorgt ihre Mutter mit dem Nötigsten, während Nachbarn und Kollegen davon ausgehen, dass ihre Mutter dement in einem Pflegeheim ist. Nina geht jeden Tag zur Arbeit und genießt es, zu Hause die Oberhand zu haben und ihre Mutter mit kleinen Schikanen zu quälen. Die Wut auf sie ist jedoch nicht groß genug, sie loszulassen.
Maggie ist inzwischen seit zwei Jahren angekettet und hat dennoch nicht aufgegeben. Sobald sie eine Chance wittert, versucht sie sich zu befreien, auch wenn sie bisher immer gescheitert ist und dafür bestraft wurde. Als sie tatsächlich befürchtet, sterben zu müssen, nimmt sie einen neuen Anlauf, um auf sich aufmerksam zu machen.

Die gegenwärtige Handlung wird durch Rückblenden unterbrochen, die 25 Jahre zuvor beginnen, als Ninas Vater die Familie verlassen hat. Die Folgen des Verlusts, der die Teenagerin traumatisiert hat, erklären Ninas Grausamkeit und ihren Wunsch nach Rache, während gleichzeitig offenbar wird, wie weit Maggie in der Vergangenheit gegangen ist, um ihre Tochter vermeintlich und tatsächlich zu schützen.

Die Geschichte ist spannend und unfassbar wendungsreich. Täter und Opfer wechseln mehrfach und immer wenn man glaubt, den Hintergrund ihrer Motivation durchschaut zu haben, erfolgt eine neue Offenbarung, die alles in Frage stellt.
Es ist ein herrlich verrücktes Kammerspiel, bei dem sich immer mehr Abgründe auftun. Erzählt wird eine Geschichte, die jedoch aus jedem Blickwinkel anders aussieht. Was sich in der Gegenwart und der Vergangenheit in kurzen Kapiteln ereignet, ist extrem, aber für jede Handlung gibt es eine schlüssige Erklärung. Nur langsam setzen sich alle Puzzleteile zusammen, die zu einer Spirale aus stillen Vorwürfen Hass und Gewalt und geführt haben und das ganze Ausmaß einer falsch verstandenen Mutterliebe offenbaren.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Eine Fernbeziehung, die schwerwiegenden Gründe dafür und die steigende Sehnsucht nach einem gemeinsamen Alltag - Emotionen, Romantik und Humor in perfekter Balance

Say You’ll Remember Me
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Durch Crowdfunding konnte Samantha entgegen des Rats des grummeligen Tierarztes Dr. Xavier Rush das Leben eines kranken Katzenbabys retten. Dieser ist sichtlich beeindruckt und lädt Samantha beim nächsten ...

Durch Crowdfunding konnte Samantha entgegen des Rats des grummeligen Tierarztes Dr. Xavier Rush das Leben eines kranken Katzenbabys retten. Dieser ist sichtlich beeindruckt und lädt Samantha beim nächsten Vorsorgetermin zu einem Date ein. Gemeinsam verbringen sie einen turbulenten Abend, der gar nicht mehr enden will. Samantha entdeckt, wie fürsorglich und liebenswert Xavier ist, der sich neben seinem Fulltime-Job ehrenamtlich für die Tierrettung einsetzt. Xavier hingegen genießt Samanthas offene und optimistische Art. Doch der erste gemeinsame Abend ist gleichzeitig der letzte von Samantha in Minnesota. Am nächsten Morgen zieht sie in ihre Heimat Kalifornien, um ihre Familie bei der Pflege ihrer dementen Mutter zu unterstützen.
Ein Besuch Xaviers in Kalifornien wenig später beweist, wie viel die beiden bereits für einander empfinden, aber sie möchten vernünftig sein, denn eine Fernbeziehung ergibt auf die Dauer keinen Sinn und weder Samantha noch Xavier können auf absehbare Zeit zum jeweils anderen ziehen. Doch ist wenig gemeinsame Zeit nicht besser als gar keine gemeinsame Zeit?

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive einer der Hauptfiguren geschildert. Sehr schnell ist offensichtlich, dass beide schwer verliebt sind, sie jedoch vor dem Problem stehen, dass sie nach dem Umzug von Samantha zukünftig 3.000 km von einander entfernt wohnen. Samantha möchte eine Fernbeziehung zunächst erst gar nicht versuchen, aber die Sehnsucht ist größer.
Sehr realistisch ist das Dilemma beschrieben, dass beide an einen anderen Ort gebunden sind - emotional oder beruflich. Xavier hat sich erst vor zwei Jahren mit einer Tierarztpraxis selbständig gemacht und ist hoch verschuldet und Samantha möchte noch möglichst viel Zeit mit ihrer Mutter verbringen, bevor diese ihr komplett entgleitet.

Die romantische Liebesgeschichte wird in Bezug auf beide Hauptfiguren mit tiefer gehenden Problemen verknüpft. Samanthas Familie teilt sich auf, um rund um die Uhr für Mutter, Ehefrau oder Tochter da sein zu können, die viel zu früh an Demenz erkrankt ist und entsprechende Betreuung benötigt. Xavier hat eine grausame Kindheit verbracht und wird unangenehm damit konfrontiert, dass seine Eltern die Nähe zu ihm suchen. Um Samantha möglichst häufig sehen zu können, übernimmt er bis an die Belastungsgrenze zusätzliche Nachtschichten in der Notaufnahme.
Roter Faden der Handlung sind die Erinnerungen, wie es auch der Titel widerspiegelt. Samantha und Xavier möchten viele gemeinsame Erinnerungen schaffen, haben dafür aber nur begrenzt Zeit. Samantha möchte die schönen Erinnerungen an ihre Mutter konservieren, während Xavier seine Kindheit am liebsten vergessen würde. Samanthas Mutter kann sich hingegen nicht dagegen wehren, ihr Leben, ihre nahen Angehörigen und sich selbst zu vergessen.

Die Geschichte hat eine ausgeglichene Balance aus schwierigen Themen und humorvollen Szenen. Die Folgen von Demenz für eine Familie wie auch ein Trauma aus Kindheitstagen werden sensibel mit der Liebesgeschichte verbunden. Die Geschichte bewegt zudem durch die beschriebene Distanz und die Sehnsucht, die zwischen den beiden Liebenden herrscht. Running Gags ("Come on, Eileen", Katzen-Popoloch) nehmen ihr die Schwere und sorgen für lebendige und unterhaltsame Dialoge.
Die Liebesgeschichte ist angenehm erwachsen und ehrlich geschildert, ohne durch Lügen oder Missverständnisse unnötiges Drama zu erzeugen. Samantha und Xavier sind räumlich weit getrennt, stehen sich jedoch emotional nahe. Während anfangs Dates geplant werden, um etwas Besonderes zu erleben, ist es bald noch schöner, gemeinsam einen Alltag zu leben. Die Sehnsucht und Hoffnung auf eine gemeinsame, leichtere Zukunft wächst und sorgt für anhaltende Spannung.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Ein Paar zwischen romantischer Anziehung, wissenschaftlichem Ehrgeiz und dem Reiz der Unsterblichkeit

Das Gefühl von Unendlichkeit
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Zoe Kyriakidis ist die Tochter eines renommierten MIT-Physikers und studiert Chemie in Harvard. Trotz ihrer Intelligenz und wissenschaftlichen Begabung steht steht sie als Mädchen von jeher im Schatten ...

Zoe Kyriakidis ist die Tochter eines renommierten MIT-Physikers und studiert Chemie in Harvard. Trotz ihrer Intelligenz und wissenschaftlichen Begabung steht steht sie als Mädchen von jeher im Schatten ihres älteren Bruders Alex.
In Harvard trifft sie auf den Studenten Jack Leah, der aus ärmlichen Verhältnissen aus dem ländlichen Maine stammt. Er hat einen Platz in einem Labor und widmet sich mehr der Forschung als dem Studium.
Zusammen entwickeln sie eine brillante Idee Zoes weiter, die einen Ansatz gefunden hat, um die Alterung von Zellen zu stoppen.
Schon bald finden sie Unterstützer und Investoren und gründen ihr eigenes Startup. Während Jack die Leitung des Labors übernimmt, steht Zoe in der Öffentlichkeit, um ihre Theorie zu vermarkten und die Entwicklung eines Heilmittels gegen das Altern anzukündigen. Eine Anziehung zwischen den beiden ist von Anbeginn vorhanden und während ihres wissenschaftlichen Höhenflugs werden sie ein Paar. Doch ihr Erfolg ist nicht von Dauer und nach einem enttäuschenden Vertrauensbruchs von Jack trennen sich ihre Wege.

"Das Gefühl von Unendlichkeit" ist kein leicht zugänglicher Roman, denn er ist voller Begriffe aus der Altersforschung, Techbranche und der Start-up-Gründerszene. Die detaillierten Ausführungen zur wissenschaftlichen Analyse und die anschauliche Beschreibung des Lebens auf dem Campus in Harvard machen die Geschichte der Autorin, die selbst dort studiert hat, sehr authentisch.

Beide Hauptfiguren sind unterschiedlich, stammen aus verschiedenen sozialen Milieus und haben mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Zoe muss sich als Frau in MINT ständig beweisen, möchte nicht nur das schöne Gesicht eines Unternehmens sein, sondern als Wissenschaftlerin anerkannt werden und auch von ihrer Familie als solche gesehen werden. Jack möchte sich selbst und anderen beweisen, dass auch ein Junge, der in einer Umgebung aus Armut und Gewalt aufgewachsen ist, es zu etwas bringen und Großes bewirken kann.

Die Geschichte ist vielschichtig und zeigt ein Paar zwischen romantischer Anziehung, wissenschaftlichem Ehrgeiz und dem Reiz der Unsterblichkeit.
Erscheint der Roman in der ersten Hälfte etwas sprunghaft, sorgt der spätere Perspektivwechsel aus der Sicht von Jack dafür, dass Erzähllücken geschlossen werden, ohne dass sich Teile der Handlung wiederholen.
Die Liebesgeschichte bleibt hintergründig, während Fragen von Ethik und Moral, der Druck zu reüssieren und der schmale Grat zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und finanziellem Erfolg in den Vordergrund treten.
Die Erzählweise ist abwechslungsreich, wissenschaftlich fundiert und weckt durch die intensive Charakterzeichnung, der Weiterentwicklung der Hauptfiguren und dem bitteren Scheitern ihres Traums Emotionen.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Prequel zur HULDA-Reihe - Spannender Kriminalfall aus den 1980ern mit einer jungen Hulda, die sich als Ermittlerin noch beweisen muss.

HULDA
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Weihnachten 1960 verschwand ein Baby spurlos aus seinem Elternhaus. 20 Jahre später wird der Teddy des Jungen in einer Anglerhütte am anderen Ende des Landes gefunden. Die junge Polizistin Hulda Hermannsdóttir ...

Weihnachten 1960 verschwand ein Baby spurlos aus seinem Elternhaus. 20 Jahre später wird der Teddy des Jungen in einer Anglerhütte am anderen Ende des Landes gefunden. Die junge Polizistin Hulda Hermannsdóttir wird mit den Ermittlungen betraut. Sie hofft sich mit der Lösung des Falls für eine Beförderung beweisen zu können, was als Frau immer noch schwierig ist.
Gegen ihren Willen muss sie zusammen mit einer ebenfalls noch jungen Polizistin in der abgelegenen Gegend ermitteln, wo sie in einem Bauernhaus bei Personen wohnen, die Zugang zu der Anglerhütte hatten und damit zu den Verdächtigen zählen. Die Angehörigen des verschwundenen Babys sind wenig kooperativ, glauben sie doch nicht mehr an ein Wiedersehen mit ihrem Kind oder Enkel. Bevor Hulda mit den wenigen möglichen Zeugen und Verdächtigen sprechen konnte, wird die Leiche eines alten Mannes gefunden.

"HULDA" ist das Prequel der zur "HULDA"-Trilogie und handelt damit zeitlich vor den bereits erschienen Teilen der Reihe, als Hulda Anfang 30 ist, sich beruflich in einer Männerdomäne durchsetzen muss und privat an der Zukunft ihrer Ehe zweifelt.

"HULDA" ist als Thriller deklariert und nicht nur aufgrund der Tatsache, dass das Buch mit nicht einmal 300 Seiten und großer Schrift vergleichbar mit einem Kinderbuch einen Cold Case kurz und dynamisch darstellt, spannend inszeniert. Da jedoch die polizeilichen Ermittlungen klar im Vordergrund stehen, fühlt sich das Buch eher wie ein klassischer Kriminalroman an.

Die junge Hulda ist nicht so verbittert wie man sie als ältere Polizistin bereits kennt, sondern ehrgeizig und ambitioniert, wenn auch mit ihrer kühlen Art nicht unbedingt sympathisch. Ihre Person wie auch die düstere Stimmung machen jedoch auch den besonderen Charme der Reihe aus.

Der Fall ist am Ende aufgrund Huldas Instinkt schnell gelöst und zeugt von einer Tragödie und dunklen Familiengeheimnissen. Hulda ist als junge Mutter trotz ihrer reservierten Art emotional involviert, kehrt voller Stolz nach Reykjavík zurück, wo sie jedoch eine beunruhigende Überraschung erwartet.
Ich hoffe auf weitere Teile der Reihe und bin zudem gespannt auf die Umsetzung als Fernsehserie "The Darkness".

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