Profilbild von BillaSchmitz

BillaSchmitz

Lesejury Profi
offline

BillaSchmitz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BillaSchmitz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2025

Anders als zuerst gedacht

Blutwild
0

Der Titel sagt schon vieles aus: es geht um viel Blut, viel Gewalt und um Jagd. Was anfängt wie ein klassischer Psychothriller mit Leichenteilfunden in einem Wald, wandelt sich in ein Psychogramm, wenn ...

Der Titel sagt schon vieles aus: es geht um viel Blut, viel Gewalt und um Jagd. Was anfängt wie ein klassischer Psychothriller mit Leichenteilfunden in einem Wald, wandelt sich in ein Psychogramm, wenn die Ex-Polizistin Anka an sich selber zweifelt und entwickelt sich später zu einem Survivalroman. Um am Ende wieder zum Psychothriller zu werden. Es handelt sich um das Debüt der Autorin und ich finde, dass man dies bisweilen merkt. Die Story ist etwas "grob", manchmal auch unnötigerweise zuviel, zum Beispiel, wenn Anka einen speziellen Baum im Wald findet (der auch nie erklärt wird) oder die Geschehnisse im Hotelzimmer. Viele tolle Einfälle, die auch noch für einen zweiten Roman gelangt hätten. Aber es ist dadurch auch unglaublich viel Action und es gibt sehr viele Plottwists. Die Auflösung hätte für mich gerne feiner sein können,denn die Autorin greift , mit der Katastrophenskala gesprochen, auch hier in die Vollen.

Aber: das Buch unterhält, ist bisweilen eklig, blutig, mysteriös und meistens spannend. Es ist intelligent geschrieben und bleibt sich von Anfang bis Ende treu.

Ein super Debüt ! Anka wird uns vermutlich in naher Zukunft wieder begegnen ...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2025

Experimentell und philosophisch

Der letzte Brief des Papstes
0

Wer meine Überschrift liest, weiß schon, dass ihn hier kein Historienepos, Vatikanthriller an sich oder ähnlich Triviales erwartet. Das Buch ist anspruchsvoll und nicht einfach nur zur Unterhaltung. Obwohl ...

Wer meine Überschrift liest, weiß schon, dass ihn hier kein Historienepos, Vatikanthriller an sich oder ähnlich Triviales erwartet. Das Buch ist anspruchsvoll und nicht einfach nur zur Unterhaltung. Obwohl - unterhaltend ist es durchaus auch. Gerade in den ersten Kapiteln hat man hier einen wahren Pageturner, weil man ständig wissen möchte, wie es weiter geht. Später wiederholen sich einige Settings und Erkenntnisse, was nicht unbedingt schlecht ist, denn Wiederholungen vertiefen natürlich auch Geschriebenes, aber man liest nicht mehr so rastlos wie am Anfang.

Ein Prosatext in Versform ist anfangs gewöhnungsbedürftig, es macht hier durchaus aber Sinn, warum es so und nicht "normal" geschrieben wurde, aber da soll sich jeder selber Gedanken zu machen, weshalb ich hier meine für mich behalte.

Zum Inhalt lässt sich sagen, dass vieles gesagt, wenig gelöst und vieles aufgewühlt wird. Wir begleiten hier einen Novizen, der vor sich selber und seiner Vergangenheit ins Kloster geflüchtet ist. Er bleibt namenlos, denn das Buch ist aus seiner Perspektive geschrieben. Aber dort findet er keine Ruhe, eher im Gegenteil...

Es geht um Schuld, Sühne, Schweigen, Aufdeckung, politische, weltliche Handlungen an einem Ort, an dem Glauben und Nächstenliebe an erster Stelle stehen sollten. Dabei wird es aber nie konkret, vieles bleibt Unausgesprochen und auch nicht eindeutig. Wer hier eine deutliche Kirchenkritik oder Atheismus sucht, ist hier fehl am Platz. Das Buch lädt eher ein über Schuld an sich nachzudenken. Durch Schweigen, aber auch durch Aufdeckung. Und ob es ein Richtig oder Falsch gibt oder nur Entscheidungen.

Mir gefällt das Buch sehr gut, weil es sich aus der Masse abhebt. Einen Punkt Abzug gibt es nur, weil mir manche Wiederholungen dann doch etwas zu oft waren.

Ich bin auf die Fortsetzung sehr gespannt, denn die Geschichte brennt geradezu darauf, fortgeführt zu werden...





  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein würdiger Vorgänger

HEN NA IE - Das seltsame Haus
5

Bei Uketsu - HEN NA IE - Das seltsame Haus handelt es sich um das Vorgängerbuch von "Seltsame Bilder", was man aber nicht unbedingt merkt. Ich durfte dieses Buch in einer Leserunde mit anderen lesen und ...

Bei Uketsu - HEN NA IE - Das seltsame Haus handelt es sich um das Vorgängerbuch von "Seltsame Bilder", was man aber nicht unbedingt merkt. Ich durfte dieses Buch in einer Leserunde mit anderen lesen und weiß deshalb, dass das Meinungsspektrum sehr vielfältig ist. Der Einstieg und das Thema sind recht schnell klar, man sieht auf den ersten Seiten einen Hausgrundriss, an dem etwas seltsam sein soll. Ich habe drauf gestarrt und ehrlicherweise nicht viel Ungewöhnliches gesehen. Durch die Ermittlungen und Gedanken verschiedener Personen wird nach und nach aufgezeigt, was genau daran nicht stimmt, wie es interpretiert wird und so ergibt sich am Ende ein ganzes Bild einer grausigen Geschichte. Die Geschichte verläuft im Gegensatz zum Nachfolger linear, die Vergangenheit wird in Erinnerungen erzählt. Uketsu benutzt fast ausschließlich Dialoge, um die Geheimnisse zu lüften und die Sprache ist sehr japanisch. Höflich, unaufgeregt, ohne viel Drumherum. Uketsu selber hat das Buch in Japan gerade überarbeitet, leicht verändert und fotoähnliche Bilder beigefügt, natürlich die Sprache auf japanisch, weil er selber sagt, dass er mittlerweile mehr Erfahrung hat und es jetzt so aufbauen würde.
Soviel zum Formalen und jetzt meine Meinung: Ich finde das Buch nicht schwächer als "Seltsame Bilder", es ist anders, die Geschichte etwas skurriler und es gibt viele Personen. Die Idee mit den Grundrissen und den Erklärungen finde ich genial und die Auflösung ist für mich unter Berücksichtigung vom japanischen Verständnis von Mystery voll in Ordnung. Das Nachwort sorgt nochmal für einen zusätzlichen Drive, zusammengefasst: ich hatte Spaß. Es liest sich recht schnell und ist ein nicht zu schwerer Zeitvertreib, wenn man sich darauf einlassen kann, dass die Story in Deutschland etwas abstrus wirken kann. Und wenn man möchte, kann man auch die eine oder andere philosophische Überlegung anstellen, was ich zugegebenermaßen auch nicht sofort erkannt habe. Kann man durchaus nochmal lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 15.09.2025

Realistische Ermittlungsarbeit

Bittere Nacht
0

Ein Krimi mit einer düsteren Vergangenheit, einem Ende, was man in Teilen erahnen kann und zwei Ermittlern, die man sehr gut kennen lernt. Dazu eine solide Ermittlungsarbeit, die realistischer als andere ...

Ein Krimi mit einer düsteren Vergangenheit, einem Ende, was man in Teilen erahnen kann und zwei Ermittlern, die man sehr gut kennen lernt. Dazu eine solide Ermittlungsarbeit, die realistischer als andere Thriller/Krimis wirkt. Der Roman ist recht unblutig und ohne Schockszenen, so dass er auch für Menschen geeignet ist, die es weniger plastisch mögen. Der heimliche Star ist Wally, der alternde Punk-Ziehvater eines Ermittlers, der meiner Meinung nach eine eigene Reihe bekommen sollte. Ich kannte das Vorgängerbuch nicht, was aber kein Problem darstellt und ich bin mir sicher, dass Teil 3 folgen wird. Mir ist das Buch phasenweise ein bisschen zu ruhig gewesen, aber das ist wochenformabhängig bei mir. Insgesamt ein guter Roman, aber kein Juwel im Bücherschrank.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2025

Realistisches Grauen

Gerächt sein sollst du
0

Zuallererst: der Farbschnitt sieht einfach nur toll aus mit der Fortführung des Waldes von der Vorderseite! Es handelt sich um einen Kriminalroman, nicht um einen Thriller. Die Geschichte ist an sich nicht ...

Zuallererst: der Farbschnitt sieht einfach nur toll aus mit der Fortführung des Waldes von der Vorderseite! Es handelt sich um einen Kriminalroman, nicht um einen Thriller. Die Geschichte ist an sich nicht weniger schockierend, aber das Buch kommt insgesamt ruhiger rüber als die mittlerweile gewohnten Slasher, wobei der Anfang wirklich heftig ist.Danach wird es glücklicherweise etwas weniger drastisch, es bleibt aber dadurch genügend Raum für das Menschliche. Und Menschen können auch auf verschiedene Arten grausam und verletzend sein, ebenso wie verletzlich und unsicher. Eevi und Mats verbindet viel mehr, als man in diesem Teil der Reihe erfährt - die Beziehung der beiden ist greifbar, aber nur oberflächlich beschrieben, deswegen gibt es einen Punkt Abzug. Viele Personen lassen am Ende Fragen offen und das wirkt ein bisschen unfertig, selbst für eine Reihe. Aber die Verbrechen, Opfer, Motive und Auswirkungen könnten morgen genauso in der Tageszeitung stehen, was total erschreckend ist. Ich meine auch von einigen Sachen im Kosovokrieg schon gehört zu haben... Ich werde in die nächsten Veröffentlichungen auf jeden Fall reinlesen und denke, dass da noch einiges kommt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere