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Veröffentlicht am 21.09.2025

Kampf um den Thron

Rabenthron
3

"Da es sich indes nicht gehörte, Gäste an seiner Tafel zu erschlagen, tat er das Zweitbeste und ignorierte ihn einfach."

Obwohl eigentlich Fantay-Leserin, lasse ich mir keinen historischen Roman von Rebecca ...

"Da es sich indes nicht gehörte, Gäste an seiner Tafel zu erschlagen, tat er das Zweitbeste und ignorierte ihn einfach."

Obwohl eigentlich Fantay-Leserin, lasse ich mir keinen historischen Roman von Rebecca
Gablé entgehen. Hier lebt umd atmet Geschichte, als wäre man mittendrin.

"Rabenthron* ist ein Prequel zu den Helmsby-Romanen und kann auch völlig unabhängig gelesen werden. Die Handlung beginnt in England zu Beginn des 11. Jahrhunderts und erstreckt sich über fast 30 Jahre. England ist gebeutelt von Winingerüberfälllen und dem amdauernden Kampf um den Thron zwischen inländischen und ausländischen Bewerbern. Mittendrin AElfric of Helmsby und seine Familie, die den Interessen der machthungrigen König Emma äußert nahekommen..

Die große Kunst der Autorin besteht darin, historische und fiktive Personen zu einem atmosphärisch dichten Erzählteppich zu verweben. AElfric of Helmsby und sein Sohn Penda sind wie immer moralisch aufrechte und gutherzige Protagonisten, die man einfach liebhaben muss. Dieser Roman ist so konstruiert, dass auch die historisch verbürgten Personen einen großen Raum einnehmen. Dies führt leider dazu, dass äußert interessante Nebenfiguren wie z.B. AElfrics Freund Hakon deutlich zu kurz kommen.

Jedes Detail ist tiefgreifend recherchiert. Man erfährt nicht nur mehr über die englische Geschichte, sondern wird zudem wirklich bestens unterhalten.

Hervorzuheben ist auch die wunderbare Ausstattung des Buches mit Karte im Innenteil und dem herrlichen farbigen Buchschnitt. Es sieht daher fast selbst aus wie eine mittelalterliche Chronik.

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  • Erzählstil
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  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 04.08.2025

Vexierspiel

Bestie
1

“Ich habe es immer geliebt, wie Worte nichts in alles verwandeln können. Niemand in Jemanden. Ich werde mich beenden. Und dann neu erschaffen”.

Delia wird zu Lilly, um bei der bekannten Influencerin ...

“Ich habe es immer geliebt, wie Worte nichts in alles verwandeln können. Niemand in Jemanden. Ich werde mich beenden. Und dann neu erschaffen”.

Delia wird zu Lilly, um bei der bekannten Influencerin Anouk einziehen zu können. Mit dieser neugeschaffenen Persona hofft sie, mithalten zu können und einen Weg als Autorin zu finden. Als es zu einem Missverständnis bezüglich Lillys Vater kommt, hofft Anouk ihrerseits, von Lillys angeblichen Kontakten profitieren können. Doch was mit dem Tanz um Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeit beginnt, wird bald zu einem nicht nur literarischen Vexierspiel, bei dem die Grenzen zwischen den beiden Frauen, zwischen der Persönlichkeit Lilly/Delia, ja selbst zwischen Wirklichkeit und Fantasie zu verschwimmen scheinen.

Der Roman ist thematisch und stilistisch wunderbar vielfältig. Es geht um Social Media, Selbstzweifel und -findung, Freundschaft, Liebe, Female Rage und noch so viel mehr. Eingebaut werden traumartige oder auch szenische Sequenzen, die den Roman auf faszinierende Weise experimentell erscheinen lassen.

Der bildhafte, für ein Debüt sehr ausgereift erscheinende Stil hat mich den Text mit etlichen Klebezetteln versehen lassen. Denn auch wenn Leserinnen zu einer ganz anderen Generation gehören, werden sie sich in etlichen Zitaten wiederfinden.

„Die offene See ist weiblich, so wie die Bestien, die aus ihr entspringen. Sirenen, Skylla, Charybdis. Und jede die von Männern, die sich Götter nennen, auf Inseln verbannt werden. Kalypso, Circe, Medusa. Ich halte und spüre die Wut. Sie ist nicht mehr nur meine eigene. Sie ist so viel mehr als das.“

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  • Handlung
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  • Cover
  • Themen
Veröffentlicht am 02.08.2025

Wellenkinder

Das Geschenk des Meeres
0

"Sie versteht es nicht, kann nicht genau hinsehen, aber hier draußen, am Rand des Nirgendwo, gibt es Geschichten. Und Geheimnisse."

Mit "Das Geschenk des Meeres" hat Julia R. Kelly eine auf ...

"Sie versteht es nicht, kann nicht genau hinsehen, aber hier draußen, am Rand des Nirgendwo, gibt es Geschichten. Und Geheimnisse."

Mit "Das Geschenk des Meeres" hat Julia R. Kelly eine auf tragische Weise wunderschöne Geschichte geschaffen. Sehr atmosphärisch erzählt sie vom schottischen Fischerdorf Skerry im Jahr 1900, in überaus atmosphärischen Bildern, und seinen Bewohnern. Vor allem von Dorothy, die ihren kleinen Sohn Moses einst an die See verlor, und dem Fischer Joseph. Als eines Winters Joseph einen fremden kleinen Jungen vor dem Ertrinken retten, tauchen alte Geheimnisse an die Oberfläche wie lange versunkene Schiffswracks. Wie kam es damals zu Moses' Tod? Und warum wurden Dorothy und Joseph nie ein Paar trotz ihrer offensichtlichen Zuneigung?

Immer wieder lässt uns die Autorin aus dem winterlichen Setting in die Vergangenheit springen, während sich im ein Panorama um Liebe, Sehnsucht und Verlust entfaltet. Das ist so schmerzlich-schön, dass sich der Roman und seine Protagonisten unwillkürlich ins Herz schleichen. Auf beinahe poetische Weise webt Kelly keltische Legenden in die Story ein, was zur winterlich-märchenhaften Atmosphäre perfekt passt. Joseph und Dorothy sind sympathische, zum Teil sperrige Protagonisten, die nachhallen. Und auf sanfte Weise mahnen, seine Chancen im Leben nicht vorübergehen zu lassen.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Wenn Monster lieben

The Book Eaters
7

"Jeder ist für irgendjemanden ein Monster."

Ich liebe Geschichten, bei denen ich auch als Vielleserin das Gefühl habe, etwas Derartiges noch nicht gelesen zu haben. Bei den Bookeaters bin ich auf so eine ...

"Jeder ist für irgendjemanden ein Monster."

Ich liebe Geschichten, bei denen ich auch als Vielleserin das Gefühl habe, etwas Derartiges noch nicht gelesen zu haben. Bei den Bookeaters bin ich auf so eine Story gestoßen.

Die geniale Grundidee uralter Familien, die sich von Büchern buchstäblich ernähren und sich so deren Geschichten zu eigen machen, hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Wunderbarerweise handelt es sich dabei auch noch um Dark Fantasy, und so lauern hier tatsächlich einige Untiefen, vor denen sich Lesende, die Fans von Triggerwarnungen sind, möglicherweise in Acht nehmen sollten.

Aber die Aufschrift auf dem Cover "Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten", spricht eigentlich eine deutliche Sprache.

Devon wächst in der von Männern eisern beherrschten Welt der Buchesser auf. Als eine der wenigen weiblichen Buchesser-Nachkommen wird sie zwar als Prinzessin bezeichnet, soll aber in arrangierten Ehen den Fortbestand der Buchesser sichern. Doch ihr Sohn Cai zeigt schnell ein viel dunkleres Interesse. Denn statt Büchern verschlingt er Gedanken....

Mich hat die düstere Welt der Buchesser wirklich begeistert. Die Autorin schreibt bildhaft und tiefgründig, so dass ich mich in der Handlung wunderbar verlieren konnte. Etwas schade fand ich nur, dass das Buch auf den Trend aufspringt, die herkömmliche Verbindung von Männern und Frauen ausschließlich negativ darzustellen und andere Orientierungen ausschließlich positiv.

Das Ende war recht offen gehalten und lässt viel Raum für eine spannende Fortsetzung, die ich unbedingt lesen würde. Ohne einen nächsten Teil würden mir persönlich manche Erzählstränge etwas zu sehr in der Luft hängen bleiben. Ich bleibe gespannt.

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 23.07.2025

So sollte Romantasy sein

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
0

Endlich einmal eine Romantasy, die mich zum Mitfiebern gebracht hat. Mit wunderbar düsteren Einsprengseln, einem überzeugenden, kreativen Magiesystem und Protagonisten, an die man noch lange ...

Endlich einmal eine Romantasy, die mich zum Mitfiebern gebracht hat. Mit wunderbar düsteren Einsprengseln, einem überzeugenden, kreativen Magiesystem und Protagonisten, an die man noch lange denken wird, anstatt sich schon beim Warten auf den zweiten Teil zu fragen, um wen es im ersten überhaupt ging.

Rune ist insgeheim der geheimnisvolle Rote Nachfalter. Sie rettet Hexen aus den Fängen der Blutwache, mit deren Hilfe der Kommandant jede Magie unterdrücken will. Um eine gefangene Hexe zu befreien, muss sie ausgerechnet ein Mitglied der Blutwache näher kennenlernen und aushorchen. Gideon ist nicht nur Hexenjäger und überraschend attraktiv, sondern auch der Bruder von Runes besten Freund Alex. Und er hat mit Hexen noch eine besonders persönliche Rechnung offen...

Rune und Gideon haben mir gefallen wie noch kein Romantasy Paar bisher. Endlich ein Love Interest, der die Potagonstin nicht ständig gängelt und herumschleppt oder seltsam knurrt. Stattdessen ist er ein gebrochener Held mit Tiefgang und Rune eine toughe, selbstlose Rebellin. Durch Gideons sympathischen Bruder Alex gibt es ein interessantes Liebesdreieck. Die Autorin arbeitet bei der Darstellung der Magie mit fantasievollen Graustufen und versteht es insgesamt zu überraschen. Gerne viel mehr davon!

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