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Veröffentlicht am 27.07.2025

Sehen so Sieger aus?

Schwestern des brennenden Himmels
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Nachdem der Krieg beendet war und Nazideutschland kapitulierte, eilten die Siegermächte nach Potsdam. Hier wollten sie über das Schicksal des Landes beraten. Während die Bevölkerung unter Hunger und Misshandlung ...

Nachdem der Krieg beendet war und Nazideutschland kapitulierte, eilten die Siegermächte nach Potsdam. Hier wollten sie über das Schicksal des Landes beraten. Während die Bevölkerung unter Hunger und Misshandlung durch die Soldaten litt, ließen es sich die Herren Churchill, Truman und Stalin gut gehen. Sie wurden bestens von den Damen des britischen ATS, der Frauenabteilung des britischen Heeres betreut. Zu ihnen gehörte Ann Miller, die sich von ihrem Aufenthalt in Potsdam viel mehr versprach, als die Erledigung ihres Jobs.

Mit dem Buch „Schwestern des brennenden Himmels“ ist der Autorin Hanna Caspian wieder etwas ganz Besonderes gelungen. Sie recherchierte genauestens über das Treffen der Sieger in Potsdam und formte daraus einen Roman, der spannend und zugleich lehrreicher als jeder Geschichtsunterricht ist. Sie beschreibt das Leben der Menschen, die in Kellern und Ruinen hausten so authentisch, dass ich mich in sie hineinversetzten konnte. Diese Angst vor Übergriffen durch Soldaten, das ging mir besonders nahe.

Neben den Fakten rund um das Potsdamer Treffen darf auch das Zwischenmenschliche nicht fehlen. Das wiederum ist so gut dosiert, dass es zu keinem Zeitpunkt den Ernst der Historie störte. Viele Fakten kannte ich noch nicht und bin immer wieder erstaunt, wie detailliert die Autorin nachforscht. Meinen Sternenregen gebe ich sehr gerne.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Das Buch hat mich sehr berührt

ë
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Gemeinsam mit ihren Eltern floh sie vor vielen Jahren nach Deutschland. Das Ankommen gestaltete sich schwierig und schon in Kindergarten begann für sie die Erfahrung des „Andersseins“. Stets war sie darauf ...

Gemeinsam mit ihren Eltern floh sie vor vielen Jahren nach Deutschland. Das Ankommen gestaltete sich schwierig und schon in Kindergarten begann für sie die Erfahrung des „Andersseins“. Stets war sie darauf bedacht, niemals aufzufallen und möglichst angepasst zu sein. Oft schweifen ihre Gedanken ab in die Vergangenheit. Denn ihre Heimat kann sie nicht vergessen.

Welch grausames Schicksal mussten die Menschen erleben, die im schrecklichen Krieg gegen Serbien angegriffen wurden. Realistisch und sehr emotional schildert die Autorin Jehona Kicaj in "ë" die Erlebnisse ihrer Verwandten, die in Albanien geblieben sind. Neben den Ereignissen der Gegenwart berichtet die Ich-Erzählerin immer wieder auch Erfahrungen aus der Vergangenheit. Während des „Kosovo-Krieges“.

Ein Buch, das mich berührte und beschämte. Zu wenig interessierte mich damals das Schicksal der Betroffenen des Krieges. Aus dem Grund bin ich der Autorin sehr dankbar, dass sie mir auf diese Weise die Augen öffnete. Ich nehme das Buch als Anlass für das Lesen weitergehender Literatur. Für dieses Werk gebe ich sehr gerne eine Sternenregen.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Kann Liebe wirklich blind machen?

Schattengrünes Tal
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Als Daniela zum ersten Mal das Hotel „Zum alten Forsthaus“ betritt, fühlt Lisa sich sofort zu ihr hingezogen. Sie wirkt so schutzbedürftig und weckt direkt ihr Helfersyndrom. Mit der Zeit stellte sich ...

Als Daniela zum ersten Mal das Hotel „Zum alten Forsthaus“ betritt, fühlt Lisa sich sofort zu ihr hingezogen. Sie wirkt so schutzbedürftig und weckt direkt ihr Helfersyndrom. Mit der Zeit stellte sich allerdings heraus, dass Daniela gar nicht so hilfsbedürftig war. Ganz im Gegenteil und die Frage bleibt, ob Lisa das früh genug merkt oder sie auf den Scherbenhaufen ihres Lebens blicken muss.

Viele Perspektivwechsel machen das Verfolgen der Geschichte nicht einfach. Der Vortrag von Henrike Tönnes erleichtert es aber sehr. Der Spannungsbogen bleibt dauerhaft straff. Bis zum Ende war ich gefangen. Aber wirklich nur bis kurz vor dem Schluss. Der gefiel mir nicht wirklich. Ich hätte mehr erwartet. Außerordentlich gut fand ich den Schreibstil und die psychologischen Aspekte der Geschichte.

„Schattengrünes Tal“ ist das erste Buch, das ich von der Autorin las/hörte. Es wird gewiss nicht das letzte sein und hoffentlich gibt es dann auch wieder ein Hörbuch, das von Henrike Tönnes gelesen wird.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Ein wertvolles Buch über die Gräueltaten der Gestapo

Die Einstein-Vendetta
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Nachdem Männer der Gestapo an seine Tür klopften, war es für ihn und seine Lieben mit der Ruhe vorbei. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Töchtern entschied sich Robert Einstein, dass er das Zuhause ...

Nachdem Männer der Gestapo an seine Tür klopften, war es für ihn und seine Lieben mit der Ruhe vorbei. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Töchtern entschied sich Robert Einstein, dass er das Zuhause verlässt und sich im Wald versteckt. Er ist der Cousin des berühmten Wissenschaftlers und hätte nie gedacht, dass er ins Fadenkreuz der Nationalsozialisten gelangen könnte. Albert, sein Vetter, lebt unbehelligt in Amerika. Er ist beizeiten geflohen.

Robert war guten Mutes, als er die Villa in der Nähe von Florenz verlässt. Nun ja, guten Mutes ist wohl übertrieben. Aber er ist überzeugt davon, das Richtige zu tun. Er möchte seine Familie schützen und ist sich sicher, dass nur nach ihm gesucht wird. Welch ein folgenschwerer Irrtum.

Es gibt so viele Gräueltaten, die von Männern der Gestapo durchgeführt wurden. Leider sind sie nur sehr selten aufgedeckt oder gar gesühnt worden. Das Buch "Die Einstein-Vendetta" ist also außerordentlich wichtig. Nicht nur wegen des Verbrechens. Auch die Suche nach den Tätern und der Umgang mit dem Wunsch, die Ungerechtigkeit aufzuklären belegt, welche Macht Hitler selbst in Italien hatte. Das war sogar nach dem Krieg der Fall.
Es ist so wichtig, dass es Menschen gibt, die akribisch recherchieren und ihre Nachforschungen niederschreiben. Nur so ist vorstellbar, dass zumindest ein kleiner Teil der Unmenschlichkeit ans Licht der Öffentlichkeit gelangt.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Der Mix aus Fakten und Fiktion ist geglückt

Der Barmann des Ritz
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Frank Meier gehörte zu den besten Barkeepern seiner Zeit. In Paris mixte er seine exquisiten Cocktails für die Größen der Nationalsozialisten. Nachdem Hitler in Frankreich einfiel und dieses Land sehr ...

Frank Meier gehörte zu den besten Barkeepern seiner Zeit. In Paris mixte er seine exquisiten Cocktails für die Größen der Nationalsozialisten. Nachdem Hitler in Frankreich einfiel und dieses Land sehr schnell einnahm, passten sich viele Franzosen den Ansichten ihrer Besatzer an. Auch hier wurden Juden gedemütigt, verfolgt und in Konzentrationslager verbracht. Was dort mit den Menschen geschah ist bis heute unvorstellbar.

Dass der "Barmann des Ritz" ständig mit der Angst leben musste, als Jude erkannt zu werden, das wussten nur wenige Menschen. Und trotzdem versuchte er immer wieder, seinen Leidensgenossen zu helfen. Warum? Weil er sehr gut wusste, wie sie sich fühlten und dass sie auf die Hilfe anderer angewiesen waren. Er hörte viel, wenn sich die Anhänger des „Führers“ unterhielten. Die Angst vor Entdeckung war aber immer dabei und sehr oft entkam er ihr um Haaresbreite.

Das Buch ist der erste Roman des Autors. Es beschreibt das Leben von Frank Meier, dem Barmann des Ritz, der hier tatsächlich seinen Dienst tat. Es ist eine Mischung aus Fiktion und Fakten. Mitreißend erzählt und niemals idealisiert. Fünf Sterne sind eigentlich zu wenig für dieses mitreißende Werk.

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