Profilbild von lielo99

lielo99

Lesejury Star
offline

lielo99 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lielo99 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2025

Ein wertvolles Buch über die Gräueltaten der Gestapo

Die Einstein-Vendetta
0

Nachdem Männer der Gestapo an seine Tür klopften, war es für ihn und seine Lieben mit der Ruhe vorbei. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Töchtern entschied sich Robert Einstein, dass er das Zuhause ...

Nachdem Männer der Gestapo an seine Tür klopften, war es für ihn und seine Lieben mit der Ruhe vorbei. Gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Töchtern entschied sich Robert Einstein, dass er das Zuhause verlässt und sich im Wald versteckt. Er ist der Cousin des berühmten Wissenschaftlers und hätte nie gedacht, dass er ins Fadenkreuz der Nationalsozialisten gelangen könnte. Albert, sein Vetter, lebt unbehelligt in Amerika. Er ist beizeiten geflohen.

Robert war guten Mutes, als er die Villa in der Nähe von Florenz verlässt. Nun ja, guten Mutes ist wohl übertrieben. Aber er ist überzeugt davon, das Richtige zu tun. Er möchte seine Familie schützen und ist sich sicher, dass nur nach ihm gesucht wird. Welch ein folgenschwerer Irrtum.

Es gibt so viele Gräueltaten, die von Männern der Gestapo durchgeführt wurden. Leider sind sie nur sehr selten aufgedeckt oder gar gesühnt worden. Das Buch "Die Einstein-Vendetta" ist also außerordentlich wichtig. Nicht nur wegen des Verbrechens. Auch die Suche nach den Tätern und der Umgang mit dem Wunsch, die Ungerechtigkeit aufzuklären belegt, welche Macht Hitler selbst in Italien hatte. Das war sogar nach dem Krieg der Fall.
Es ist so wichtig, dass es Menschen gibt, die akribisch recherchieren und ihre Nachforschungen niederschreiben. Nur so ist vorstellbar, dass zumindest ein kleiner Teil der Unmenschlichkeit ans Licht der Öffentlichkeit gelangt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2025

Der Mix aus Fakten und Fiktion ist geglückt

Der Barmann des Ritz
0

Frank Meier gehörte zu den besten Barkeepern seiner Zeit. In Paris mixte er seine exquisiten Cocktails für die Größen der Nationalsozialisten. Nachdem Hitler in Frankreich einfiel und dieses Land sehr ...

Frank Meier gehörte zu den besten Barkeepern seiner Zeit. In Paris mixte er seine exquisiten Cocktails für die Größen der Nationalsozialisten. Nachdem Hitler in Frankreich einfiel und dieses Land sehr schnell einnahm, passten sich viele Franzosen den Ansichten ihrer Besatzer an. Auch hier wurden Juden gedemütigt, verfolgt und in Konzentrationslager verbracht. Was dort mit den Menschen geschah ist bis heute unvorstellbar.

Dass der "Barmann des Ritz" ständig mit der Angst leben musste, als Jude erkannt zu werden, das wussten nur wenige Menschen. Und trotzdem versuchte er immer wieder, seinen Leidensgenossen zu helfen. Warum? Weil er sehr gut wusste, wie sie sich fühlten und dass sie auf die Hilfe anderer angewiesen waren. Er hörte viel, wenn sich die Anhänger des „Führers“ unterhielten. Die Angst vor Entdeckung war aber immer dabei und sehr oft entkam er ihr um Haaresbreite.

Das Buch ist der erste Roman des Autors. Es beschreibt das Leben von Frank Meier, dem Barmann des Ritz, der hier tatsächlich seinen Dienst tat. Es ist eine Mischung aus Fiktion und Fakten. Mitreißend erzählt und niemals idealisiert. Fünf Sterne sind eigentlich zu wenig für dieses mitreißende Werk.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2025

Perfekt vorgetragen und spannend bis zum Schluss

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
0

Er ist der Totengräber des Zentralfriedhofs in Wien. Seine Gedanken drehen sich immer wieder um sein Ziehkind Anna und zuweilen vergreift er sich vor lauter Sorge im Ton. Dabei macht sie doch (fast) nichts ...

Er ist der Totengräber des Zentralfriedhofs in Wien. Seine Gedanken drehen sich immer wieder um sein Ziehkind Anna und zuweilen vergreift er sich vor lauter Sorge im Ton. Dabei macht sie doch (fast) nichts verkehrt. Nun ja, sie kommt zuweilen später nach Hause und trifft sich mit einem jungen Mann. Dass dieser kein Verbrecher ist und seiner Kleinen niemals ein Leid antun würde, das versteht der Totengräber leider nicht. Und dann gibt es da auch noch diese jungen Frauen. Wurden sie getötet, weil sie niemand vermisst? Inspektor Leopold von Herzfeldt weiß absolut nicht, wo er bei seinen Ermittlungen ansetzen soll.

Nicht nur die Story um den Totengräber gefiel mir außerordentlich gut. Auch der Vortrag von Hans Jürgen Stockerl konnte mich restlos überzeugen. Er konnte jeder Figur eine eigene Stimme zuweisen. Die Lösung des Falls hat mich dann doch überrascht. Nein, es lag nicht an der Person des Mörders. Aber hören Sie selbst und lassen Sie sich einen guten Roman in einzigartiger Weise vorlesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2025

Unglaublich bewegend und aufrichtig geschrieben

Beduinenmilch
0

Wie bringt man seinen Eltern schonend bei, dass man in Israel bleiben möchte? Talia reist in ihre Heimat und möchte hier ihren 18. Geburtstag feiern. Allerdings will sie nicht, wie verabredet, nach sechs ...

Wie bringt man seinen Eltern schonend bei, dass man in Israel bleiben möchte? Talia reist in ihre Heimat und möchte hier ihren 18. Geburtstag feiern. Allerdings will sie nicht, wie verabredet, nach sechs Wochen wieder in ihre Heimatstadt Berlin zurückkehren. Sie möchte Israel dienen und ihren Wehrdienst absolvieren. Diese Entscheidung fasste sie spontan. Je länger sie aber in Israel bei ihren Verwandten blieb, desto mehr zweifelte sie an der Richtigkeit ihrer Entscheidung. Zu viele Eindrücke, die sie nicht verstehen konnte, ließen sie an der Rechtmäßigkeit von Handlungen ihrer Landsleute festhalten.

Warum gelten alle Araber bei Israelis als gefährlich? Aus welchem Grund sollten Menschen beider Nationalitäten nicht miteinander reden? Freundschaften knüpfen, Verständnis füreinander haben? Talia versteht die Welt nicht mehr, als sie miterleben musste, wie ein junger Palästinenser von israelischer Polizei verhaftet und abgeführt wurde. Je länger sie bei ihrer Großmutter wohnt, desto deutlicher wird ihr, auf welche Weise die „Besatzer“ handeln. Für sie ist rasch klar, dass sie nicht nur Palästinenser unterdrücken. Tatsache ist aber auch, dass sie mit ihrer Meinung nahezu alleine dasteht und sich hüten muss, diese öffentlich zu äußern. Das ist viel zu gefährlich.

Es gibt so viele Meinungen zum Nahostkonflikt und immer Menschen, die denken, sich einmischen zu dürfen. Für mich steht fest, dass es stets zwei Seiten einer Medaille gibt und die Berichterstattung nur sehr selten neutral ist. Allerdings ist ganz klar, dass der Überfall am 07.Oktober außerhalb jeglicher Auffassung über das Für und Wider steht. Dass diese Taten aber einen Ursprung haben, das ist jedem klar, der den jahrzehntelangen Konflikt verfolgt.

Das Buch las ich innerhalb eines Tages durch. So mitreißend schildert die Autorin das Leben zwischen Mut und Belagerung. Kaum vorstellbar, welchen Kampf junge Leute in Israel ausfechten, die auch die Meinung der Unterdrückten hören und sehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2025

Sie wollte doch nur glücklich sein

Das Paradies verrät man nicht
0

Ingrid war eine gute Polizistin. Leider mit dem falschen Mann verheiratet und ihr Versuch, sich gegen seine Brutalität zu wehren, endete mit einem Schuss aus ihrer Dienstwaffe. Ihre Inhaftierung war das ...

Ingrid war eine gute Polizistin. Leider mit dem falschen Mann verheiratet und ihr Versuch, sich gegen seine Brutalität zu wehren, endete mit einem Schuss aus ihrer Dienstwaffe. Ihre Inhaftierung war das Ergebnis und jetzt ist sie endlich wieder auf freiem Fuß. Die Angst vor ihrem Exmann ist aber allzeit präsent. Immer wieder fragt sie sich, ob ihr Versteck wirklich vor ihm geheim bleibt. Sie lebt nämlich in der Einöde. In einer kleinen Hütte fern von jeglichen Nachbarn. Wie gut, dass sie eine Aufgabe bekommt, die sie zumindest zeitweise von ihren Ängsten ablenkt.

Eine junge Frau wird tot in ihrer Wohnung gefunden. Alles sieht nach einem Selbstmord aus. Die Eltern glauben jedoch nicht daran und bitten Ingrid inständig, dass sie sich der Sache annimmt. Als Privatdetektivin soll sie herausfinden, ob ihre Tochter Lena nicht doch ermordet wurde. "Das Paradies verrät man nicht" berichtet über eine junge Frau, die viel zu früh Witwe wurde. Zugleich hat sie mit ihrer Einsamkeit zu kämpfen. Dabei sehnt sie sich so sehr nach einem Mann, mit dem sie eine Familie gründen könnte. Sie möchte so gerne Kinder haben und sowohl Partner als auch Nachwuchs verwöhnen.

Wow, das war ein Schwedenkrimi so ganz nach meinem Geschmack. Auch wenn es der zweite Teil der Serie um Ingrid war, ich konnte dem Geschehen auch ohne Kenntnis des ersten Buches problemlos folgen. Neben der Spannung war für mich ein weiterer Pluspunkt, dass die Autorin sehr realistisch auf die Probleme von Stalking und Einsamkeit eingeht. Sehr gerne empfehle ich dieses Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere