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Veröffentlicht am 25.07.2025

Frau über Bord

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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Zum Inhalt:
Giselle lädt drei Freundinnen - Emi, Viv und Maggie - zu einem letzten Turn auf der Privatjacht ihres Vaters, eines amerikanischen Senators, ein. Am Morgen vor der Ankunft ist Giselle spurlos ...

Zum Inhalt:
Giselle lädt drei Freundinnen - Emi, Viv und Maggie - zu einem letzten Turn auf der Privatjacht ihres Vaters, eines amerikanischen Senators, ein. Am Morgen vor der Ankunft ist Giselle spurlos verschwunden und ein Überwachungsvideo zeigt, wie sie von Maggie ins Wasser gestoßen wird. Diese kann sich zwar nicht erinnern, aber ihre Vorgeschichte legt - und das nicht nur ihr - nahe, dass sie tatsächlich für diesen Mord verantwortlich sein könnte.

Mein Eindruck:
Die Autorin wartet mit einer komplizierten Erzählstruktur auf: Tagebucheinträge Giselles in korrekter Reihenfolge, die Vorkommnisse auf der Jacht rückwärts vom Zeitpunkt des Erwachens Maggies nach der Tat, dazu Erinnerungen Maggies vorwärts bis sich die Stränge treffen, dann glücklicherweise nur noch in eine Richtung. So muss man sich beim Lesen wirklich konzentrieren, um den Faden zu behalten. Doch die Konzentration lohnt sich, denn Jan Gangsei verleiht allen vier Damen genügend Hintergrund und Tiefe, dass man mit jeder mitfühlen kann, - einerlei, ob man für ihr Vorgehen Verständnis aufbringt oder nicht. Dabei bleibt auch lange unklar, wer Täter, wer Opfer und wer (wenigstens in Maßen) unschuldig ist und was die einzelnen Figuren antreibt. Einzig das sehr jugendliche Alter nimmt man den Damen nicht immer ab, - dazu agieren sie alle zu oft viel zu abgeklärt, manipulativ und weltmännisch - kurz, zu erwachsen - und das selbst in den Rückblenden, wo sie noch jünger waren als jetzt.
Die Erklärung für die ganze Story und die Charakterentwicklung ist Gangsei jedoch total gelungen und das Ende ist großartig. Jeder, der sich gerne verwirren lässt, bevor er in Gänze aufgeklärt wird, ist mit diesem Buch gut beraten.

Mein Fazit:
Geld, Rache, Charakter - kurz, der American Way of Life

Veröffentlicht am 14.06.2025

Zukunftsvision

Code Kill – Ein tödliches Spiel
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Zum Inhalt:
Max ist stolz, als er die Leitung eines Luxushotels auf einer Insel übertragen bekommt. Die ersten Gäste treffen ein, durch ein Gewinnspiel und die Zentrale handverlesen. Nach kurzer Zeit zeigt ...

Zum Inhalt:
Max ist stolz, als er die Leitung eines Luxushotels auf einer Insel übertragen bekommt. Die ersten Gäste treffen ein, durch ein Gewinnspiel und die Zentrale handverlesen. Nach kurzer Zeit zeigt sich, dass jedes Mitglied des Personals und der Gäste etwas zu verbergen hat - etwas sehr Schlimmes. Und eine Figur mit Harlekinmaske taucht auf der Insel auf, um alle dafür bezahlen zu lassen.

Mein Eindruck...
... ist zwiegespalten. Einerseits ist das Buch streckenweise so spannend, dass man die Umgebung um sich herum völlig ausblendet. Die Bröckchen, die durch Titel, erstes Kapitel und einige Episoden innerhalb des Buches durch den Autor gestreut werden, bieten zusätzlichen Spaß an der Lösungsfindung. Dass Menschen für Amüsement oder eine kleine Erleichterung des Lebens dazu bereit sind, sich völlig in die Hände von KI im weitesten Sinne zu begeben, ist ein Risiko, welches durchaus - auch literarisch - aufbereitet gehört. Hendrik Klein hat sich dazu (wie man im Nachwort erfährt) einige wichtige Gedanken gemacht. Was nicht so gut gefällt sind einige Wiederholungen, die irgendwann zu nerven beginnen und ein paar wirklich absolut unglaubliche Vorgänge, in denen Menschen noch in ganzen Sätzen reden können, obwohl sie praktisch tot sind oder Sex haben, obwohl klar ist, dass eine Tür weiter ein Mörder lauert. Aber das sind nur Kleinigkeiten, - in der Hauptsache ist "Code Kill" vor allen Dingen eins: Spannende und blutige Unterhaltung.

Mein Fazit:
Was möglich ist, wird irgendwann möglich gemacht, - manchmal auch wider besseres Wissen

Veröffentlicht am 06.06.2025

Familienleben

Der Mordclub von Shaftesbury – Die Tote fällt nicht weit vom Stamm
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Zum Inhalt:
Penelope hat Sam geheiratet und mit ihm, seiner Tochter und vielen Tieren das neue Domizil bezogen. Und schon fallen ihr wieder Leichen vor die Füße, - sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Eine ...

Zum Inhalt:
Penelope hat Sam geheiratet und mit ihm, seiner Tochter und vielen Tieren das neue Domizil bezogen. Und schon fallen ihr wieder Leichen vor die Füße, - sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Frau stürzt von einer angesägten Leiter, ein Mann wird gefunden, nachdem Penelope eine Wand einreißen lässt. Viel zu tun, denn außerdem verlangen Familie und Job ihr Recht.

Mein Eindruck:
Trotz vieler Tote überwiegt das Amüsement darüber, wie Penelope mit den Widrigkeiten umgeht, die ihr Shaftesbury und die damit verbundenen Personen bescheren. Inzwischen hat man sich nämlich gut in dem Kosmos eingelebt, den Emily Winston (aka Angela Lautenschläger) für ihre Leser und ihre Protagonistin entworfen hat. Mit leichter Hand managt Penelope Berufs- und Familienleben; Zusatzaufgaben durch radelnde Postboten und entliebte Assistenzärzte werden ebenso gelöst wie mannigfaltige Mordfälle. Einzig die Hintergrundinformationen zu den Opfern fallen etwas dürftig aus. Doch die Vordergrundinformationen durch die Einwohner Shaftsburys machen Vieles wieder wett. Leider ist mit der letzten Info zu vermuten, dass im nächsten Buch das Pendel zu weit ins private Chaos ausschlägt. Das wäre dann doch schade.

Mein Fazit:
So sollte es bleiben

Veröffentlicht am 30.05.2025

Unerwartet

Nordweststurm
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Zum Inhalt:
Als ein mit seinem Vater befreundeter Journalist, der sich mit schwedischer Bandenkriminalität und deren Verstrickung mit der Polizei befasst, verschwindet, beginnt Hendrik diesen Fall zu untersuchen. ...

Zum Inhalt:
Als ein mit seinem Vater befreundeter Journalist, der sich mit schwedischer Bandenkriminalität und deren Verstrickung mit der Polizei befasst, verschwindet, beginnt Hendrik diesen Fall zu untersuchen. Er hat gerade die Leitung in Itzehoe übernommen und dass gleichzeitig ein Stricher ermordet wird und dieser Todesfall die Ermittlungen in einem Fall von organisiertem Verbrechen tangiert und stört, macht ihm das Leben nicht leichter.

Mein Eindruck:
Svea Jensen kombiniert sehr gut Privat- und Berufsleben ihrer beiden Hauptfiguren, verwebt diese Stränge mit verschiedenen Aspekten eines ganz normalen Lebens und komponiert dadurch ein Gesamtbild, so dass man sich Peter und Anna perfekt vorstellen kann und als "echte" Personen akzeptiert. So wirkt wenig konstruiert und dadurch glaubwürdig. Das gilt auch für die Nebenfiguren, die in Jensens Krimi nicht einfach nur Stichwortgeber sind, sondern mit Gründen für ihr Verhalten vorgestellt werden. Einzig die schwedischen Bezüge - im Klappentext groß herausgestellt - hätte man sich sparen können, denn Lokalkolorit kommt nicht vor, diese Verbrechen sind sozusagen kosmopolitisch angelegt und der große Showdown findet auf unerwarteter Ebene statt.

Mein Fazit:
Ein glaubwürdiges Team, das hoffentlich weiter ermitteln darf

Veröffentlicht am 12.03.2025

Unerträglich

Die Kammer
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Zum Inhalt:
Sechs Sättigungstaucher - fünf Männer und eine Frau - werden auf einem Schiff in einer Kammer mittels Druck und einem Gasgemisch auf ihre Arbeit vorbereitet. Das Leben auf engstem Raum ist ...

Zum Inhalt:
Sechs Sättigungstaucher - fünf Männer und eine Frau - werden auf einem Schiff in einer Kammer mittels Druck und einem Gasgemisch auf ihre Arbeit vorbereitet. Das Leben auf engstem Raum ist sowieso schon schwierig, als nach dem ersten Arbeitsgang ein Mitglied leblos in der Koje liegt. Und bei der ersten Leiche bleibt es nicht.

Mein Eindruck:
Wie die Taucher fragt sich der Leser ebenfalls die ganze Zeit: Wer ist verantwortlich - eine Person in der Kammer oder eine vom Team, das außerhalb der Schleuse für das Wohlergehen der Taucher zuständig sein sollte? Und - je weiter der Bodycount fortschreitet - wie lange dauert es noch, bis die Kammer geöffnet werden kann, wer lebt dann noch und was ist der Grund für die Vorgänge? Während die Mitglieder des Teams immer panischer werden, erhalten die Menschen vor dem Buchdeckel weitergehende Informationen zu den Tauchern und Unglücke, die sich in deren Umfeld zugetragen haben. Das Ende der Story ist dann allerdings ein bisschen bizarr und man fragt sich, ob es Absicht ist, dass man nicht alles versteht oder ob man einfach nur zu dumm ist, den letzten Twist nachzuvollziehen. Auch was die ausführliche Personenliste der "Blue Topaz" soll, erschließt sich wohl nicht jedem Gemüt. Aber bis dahin fiebert man total durch die Seiten, ohne das Buch weglegen zu können.

Mein Fazit:
Das Ende ein Wermutstropfen