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jules_jude

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2025

Kurzweilig und amüsant, mehr aber auch nicht

Prince of Germany
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Jordan Prince verschlägt es der Liebe wegen nach Deutschland und landet in Bayern. Der ein oder andere Kulturschock ist somit vorprogrammiert. Einige davon finden Eingang in sein amüsant geschriebenes ...

Jordan Prince verschlägt es der Liebe wegen nach Deutschland und landet in Bayern. Der ein oder andere Kulturschock ist somit vorprogrammiert. Einige davon finden Eingang in sein amüsant geschriebenes und zweisprachiges Buch "Prince of Germany".
Auf Deutsch und Englisch berichtet er von ein paar Anekdoten und Erfahrungen aus seiner Kindheit und seinem Erwachsenwerden in den USA. Später kommen dann seine Eindrücke und Erlebnisse aus Deutschland dazu. Manche seiner Erlebnisse und seiner Wahrnehmungen über das Leben in Deutschland und seiner Bewohner bringt einem beim Lesen zum Schmunzeln. Zudem ist es ein liebevoller und nie verletzender Blick von außen.

Keine Frage, "Prince of Germany" ist kurzweilig und unterhaltsam geschrieben. Es liest sich aufgrund der geringen Seitenanzahl von etwas mehr als 100 Seiten locker innerhalb eines Tages. Jedoch einen bleibenden Eindruck hinterlässt es nicht wirklich, dafür habe ich mir einfach irgendwie mehr erwartet, wie z. B. mehr Anekdoten bzw. Erlebnisse und persönliche Eindrücke von seinem Leben in Deutschland und beobachtete Gegensätze dazu zum Leben in den USA.
Mit Voranschreiten der Seitenzahl wiederholen sich zudem auch einige Witze, wodurch der Text etwas an Spritzigkeit verliert.
Ebenso merkt man stellenweise, dass seine Bekanntheit ausgehend von einem anderen Medium stammt. Manches wirkt in kurzen Instagram- oder TikTok-Videos eben lustiger als niedergebracht auf dem Papier.

Für Fans von Jordan Prince sicherlich interessant.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Unterhaltung auf Sparflamme

Born to perform – Sei das Rad, nicht der Hamster
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"Born to perform - Sei das Rad, nicht der Hamster" von Caspar Bendix lässt allein schon vom Titel auf eine Geschichte voller Wortwitz und lustiger Momente hoffen.
Doch ganz so unterhaltsam, wie erhofft, ...

"Born to perform - Sei das Rad, nicht der Hamster" von Caspar Bendix lässt allein schon vom Titel auf eine Geschichte voller Wortwitz und lustiger Momente hoffen.
Doch ganz so unterhaltsam, wie erhofft, ist der Roman leider nicht.

Der Anfang ist noch vielversprechend.
Mit viel Schwung und sprachlichem Witz lernt man Bo Martens kennen, der nach seinem Studium gleich voll ins Berufsleben startet und dabei den Top-Manager Dr. Thomas Meermann kennenlernt. Meermann sprudelt nur so von leeren Business- und Lebensweisheiten, an denen er Bo teilhaben lässt. Als Bo sich in seine Zahnärztin Laura verliebt, nutzen er und sein Freund Jan Meermanns Ratschläge für das perfekte Date mit Laura.

Fliegt man noch durch die ersten Seiten der kurzweilig und lebhaft erzählten Geschichte, so lässt der anfängliche Schwung schnell nach.
Pointiert formulierte Abschnitte wechseln sich mit faden und zähen Teilen ab und sorgen so eher für Langeweile als gute Unterhaltung.

Auch die Personenbeschreibung kann nicht wirklich überzeugen.
Zwar werden Kapitel aus Sicht von Laura erzählt, wirklich kennenlernen als Mensch tut man sie jedoch nicht. Sie bleibt blass und wirkt mehr als Handlungswerkzeug.
Insgesamt fehlt allen handelnden Personen eine wirklich tiefgründige Charakterisierung, was auch an deren teilweisen Überzeichnung und schablonenhafter Darstellung liegt.

Ein lebendiger und vorwitziger Schreibstil allein reicht nicht aus, um eine humorvolle und fesselnde Geschichte zu erzählen. Auch die Handlung und deren Figuren müssen überzeugen können.
So ist "Born to perform" ein Roman, der leider seinen Ansprüchen nicht gerecht wird, was schade ist, denn man hätte mehr aus ihm herausholen können.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Gefühlvoller Wohlfühlroman

Merci Agneta
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"Merci Agneta" ist ein warmes und herzliches Buch, das zu berühren weiß. Es hat lustige und traurige Momente und sprüht trotzdem vor Lebensfreude, was vor allem an Agneta der Protagonistin des Buches, ...

"Merci Agneta" ist ein warmes und herzliches Buch, das zu berühren weiß. Es hat lustige und traurige Momente und sprüht trotzdem vor Lebensfreude, was vor allem an Agneta der Protagonistin des Buches, liegt.

Agneta weiß jetzt, wo sie ihr Leben verbringen will und mit wem, nämlich im französischen Saint Carelle, mit Einar, Bonnibelle und Fabien. Alles könnte so sein, wenn nicht die Realität an ihrer Tür klopfen würde und Agneta anfangen muss zu kämpfen, für das, was sie will und die Menschen, die sie liebt.

Man folgt Agneta auf ihrem Weg zu sich, aber auch wie sie anderen hilft, sich selbst besser zu verstehen. Ihre Reise zu sich selbst und ihr neues Leben in Frankreich wird schon wie im ersten Band kurzweilig und unterhaltsam beschrieben. Dank des bildhaften und gefühlvollen Schreibstils der Autorin fühlt man sich so direkt nach Saint Carelle versetzt und ist ganz nah an den Charakteren dran.

Es ist ein Wohlfühlbuch, deswegen überrascht es auch nicht, dass manche Handlungsentwicklungen vorhersehbar sind und dass malerische Landschaftsbeschreibungen und kulinarische Momente häufig Erwähnung finden. Man sollte also nicht zu viel erwarten.

"Merci Agneta" ist dennoch ein lebendig geschriebener Roman über das Altern, die Demenz, vergangene Erinnerungen, französische und schwedische Sprachverwirrungen und neue Abenteuer.
Auf jeden Fall eine gut gelungene Fortsetzung des ersten Bandes.
Zum besseren Verständnis der Handlung sollte man jedoch den ersten Band der Reihe im Vorfeld gelesen haben.

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Veröffentlicht am 03.10.2024

Licht und sehr viel Schatten in Bozen

In Zeiten des Todes
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"In Zeiten des Todes" von Luc d'Andrea ist ein Kriminalroman/Thriller, auf den man sich einlassen muss und der es einem stellenweise auch nicht leicht macht. Grund hierfür ist die der etwas verwirrende ...

"In Zeiten des Todes" von Luc d'Andrea ist ein Kriminalroman/Thriller, auf den man sich einlassen muss und der es einem stellenweise auch nicht leicht macht. Grund hierfür ist die der etwas verwirrende Handlungsverlauf und die leicht gewöhnungsbedürftige Sprache.

Wenn man jedoch Fan von hard-boiled-crime ist, wird man durchaus Gefallen an dem Buch finden.

Die Prämisse des Krimis weckt zunächst die Neugier und das Interesse an der Aufklärung des Mordfalls an einer jungen drogenabhängigen Prostituierten, der sich für Commissario Luther Krupp und seine junge Kollegin, die Polizistin Arianna Lici, schnell zu einer Suche nach einem Serienmörder entwickelt. Nebenbei stellt auch junger Reporter bei der dortigen Stadtzeitung Nachforschungen an. Im Laufe der Mördersuche taucht man immer tiefer in den Sumpf aus Korruption im Polizei- und Justizwesen ein, wo Machtmissbrauch an der Tagesordnung zu stehen scheint.

Der Krimi spielt in den 90er-Jahren in Südtirol. Die Polizei ist bestimmt von Alphamännern, die den Ton angeben und Frauen eher als Sexobjekt sehen. Auch entsprechen ihre Verhörmethoden nicht dem Gesetz. In diesem testosterongeladenen Umfeld beginnt Krupp zu ermitteln.

Erzählt vorwiegend aus Perspektiven des Reporters und dem Commissario Krupp folgt man, wie beide nicht aufgeben, die Hintergründen an den Mordfällen an jungen Prostituierten aufzudecken. Da sich die Handlung über mehrere Jahre erstreckt, wird man gleichzeitig auch Zeuge, ihrer beiden Werdegänge und wie der korrupte Sumpf auch ihre Fühler nach beiden ausstreckt.

Dargestellt wird dies alles anhand abgehackt wirkender Sätze, die wenig Emotionen zulassen. Trotz der ca. 720 Seiten bleiben vor allem die Nebencharaktere blass wie der Schnee der Südtiroleralpen. Auch versinkt die Spannung im Mittelteil im Schnee, um dann zum Ende hin daraus wieder aufzutauchen. Insgesamt habe ich mir einfach mehr erwartet, bieten doch mehrere ungeklärte Mordfälle und korrupte Ermittler ein großes Potenzial für einen spannenden Krimi/Thriller.

"In Zeiten des Todes" ist hingegen ein Krimi mit Licht und Schatten, wobei die Schatten, erzähl- und handlungstechnisch, überwiegen.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Etwas zähe Mördersuche

Letzte Lügen
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Will und Sara haben endlich geheiratet und sind auf dem Weg in die Flitterwochen. Was eine erholsame und ruhige Auszeit für beide werden sollte, wird jedoch schnell zum Alptraum, als Will und Sara einen ...

Will und Sara haben endlich geheiratet und sind auf dem Weg in die Flitterwochen. Was eine erholsame und ruhige Auszeit für beide werden sollte, wird jedoch schnell zum Alptraum, als Will und Sara einen Hilferuf von Mery McAlpine, der Managerin ihres malerischen Flitterwochendomizils, vernehmen. Doch für sie kommt alle Hilfe zu spät und statt Flitterwochen steht die Suche nach dem Mörder von Mercy an. Mit Dave, Mercys Ex-Mann und Vater ihres Sohnes, scheint der mögliche Täter schnell festzustellen. Doch er ist nicht der einzige mit einem möglichen Grund Mercy zu töten, denn Mercy war nicht gerade beliebt und viele hatten Gründe, sie zu töten. Unterstützung bei ihren Ermittlungen bekommen Will und Sara bald von Faith.

Wie von Slaughter gewohnt, bekommt man mit dem 12. Band der Reihe um Will Trent einen packend erzählten Thriller geliefert, aber leider auch mit Schwächen.
Zu Beginn halten wechselnde Erzählperspektiven, Mercys Briefe und Rückblicke in die Zeit kurz vor Mercys Tod, das Interesse an der Handlung noch hoch. Slaughters kurzweiliger und bildhafter Schreibstil tragen ihren Teil dazu bei.
Doch mit der Zeit beginnt die Geschichte an Schwung zu verlieren und verliert sich in Nebensächlichkeiten. Auch die Hinweise auf Will und Saras Verliebtheit fangen an unglaubwürdig zu wirken.
Als jedoch Faith zu den Ermittlungen hinzustößt, nimmt die Handlung wieder an Fahrt auf. Ebenso nehmen zum Ende hin auch die Enthüllungen und Wendungen zu, die natürlich die Spannung erhöhen.

Gewohnt gut geschriebene Thrillerunterhaltung von Karin Slaughter. Nur eine dichtere Erzählung hätte der Handlung gutgetan.

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