Ich habe es in zwei Zügen verschlungen!
Die Frau in den FlutenKanada, Pazifikküste: Die eigentümliche, 40-jährige Außenseiterin Chloe ist eine talentierte Hobby-Malerin, sie kümmert sich um ihre todkranke Mutter, arbeitet als Hundeausführerin, als Bartenderin und ...
Kanada, Pazifikküste: Die eigentümliche, 40-jährige Außenseiterin Chloe ist eine talentierte Hobby-Malerin, sie kümmert sich um ihre todkranke Mutter, arbeitet als Hundeausführerin, als Bartenderin und liebt es andere zu beobachten. Die neuen Nachbarn Gemma und Adam haben es ihr besonders angetan - sie wird regelrecht besessen von der glamourösen Gemma. Als Chloe einem gewaltigen, schmutzigen Geheimnis auf die Spur kommt, beobachtet sie eines Morgens, wie die im Meer schwimmende Gemma von einem Jetski angefahren wird – offenkundig absichtlich! Sie meldet den Vorfall der Polizei und nennt sogar den Namen des Fahrers, aufgrund ihrer Beobachtungen weiß sie schließlich genau, wer ein Motiv hatte. Ab jetzt wird es verflixt kompliziert und Chloe gerät in einen Sog aus Missverständnissen, Täuschungen sowie perfiden Plänen ...
Erzählt wird aus Chloes, Gemmas und Adams Sicht, auf verschiedenen Zeitebenen, zudem gibt es Auszüge aus einem True-Crime Podcast, in dem die verstörenden Hintergründe aller Beteiligten beleuchtet werden.
Chloes Mutter ist sehr düster drauf, sie warnt ihre Tochter ständig vor dem Bösen und gibt sich verschlossen bezüglich ihrer Vergangenheit: Chloe weiß nur, dass ihre Mutter Engländerin ist. Sie weiß nichts über ihren Vater oder warum sich ihre Mutter in Kanada niedergelassen hat. Ihre Beziehung ist von bedrückender Intensität: Chloe bekam Homeschooling, wurde (absichtlich oder unbeabsichtigt) klein gehalten und die mahnenden Worte ihrer Mutter haben sich zu ihrer inneren Stimme entwickelt. Sie ist einsam, labil und weiß, dass alle sie seltsam finden.
Gemma und Adam haben Schreckliches erlebt, doch während Adam darüber hinweggekommen ist, leidet Gemma noch sehr. Der Umzug soll ein Neuanfang sein, aber zwischen den beiden ist nichts wie es scheint ...
Die einzelnen Handlungsstränge sowie Andeutungen münden in entsetzlichen Enthüllungen und entfalten sich auf einer kurvenreichen Reise allmählich zu einem überraschenden, erschütternden Gesamtbild.
Der atmosphärische, ausdrucksstarke Erzählstil, die faszinierend verstörenden, toll gezeichneten Figuren (auch die Nebenfiguren), das Setting (die nördliche Pazifikküste im Herbst), die vielschichtige, mysteriöse, spannende Handlung und die gleichermaßen verblüffende wie überzeugende Auflösung haben mich restlos begeistert!
“Die Frau in den Fluten” ist ein Psychodrama (über die weitreichenden Folgen einer Entwicklungshemmung) in einem packenden, wendungsreichen, bewegenden Thriller!