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Veröffentlicht am 27.07.2025

Konnte mich nicht überzeugen

The April Story – Ein wirklich erstaunliches Ding
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Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Es ließ sich recht flüssig lesen, hatte aber einige Längen, durch die ich nur mühsam kam und so richtige Spannungsmomente gab es nicht. Autor ...

Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Es ließ sich recht flüssig lesen, hatte aber einige Längen, durch die ich nur mühsam kam und so richtige Spannungsmomente gab es nicht. Autor ist der Bruder von John Green, selbiger wird auf der Rückseite zitiert - schon mal ein komishcer Beigeschmack, denn der eigene Brüder würde sich wohl kaum negativ äußern unddas dann noch aufs Buch drucken lassen.

Die grundsätzliche Idee der Geschichte fand ich an sich ganz gut, quasi als Metapher für unsere heutige Zeit: die Macht und die positiven - aber auch gefährlichen - Möglichkeiten von Social Media und wie die Menschheit sich durch Verschwörungstheorien und Angstmache voneinander entfernt.

Die Art der Erzählung und die vielen verschiedenen Elemente haben für mich aber irgendwie kein stimmiges Bild ergeben. Vieles war wirr, wurde nur angerissen und ich hätte mir eine irgendwie sinnvollere Auflösung am Ende gewünscht. Dazu kamen so viele Aspekte, die nicht weiter behandelt oder geklärt wurden; wie sich selbstständig machende Roboterhände und was die "Carls" nun eigentlich bewirken sollten, was am Ende mit April passiert ist etc.. Es soll wohl eine Fortsetzung geben. Wenn alles mit einer Art Traum aufgelöst wird, bin ich echt raus.

Aber zum Inhalt: Die Protagonistin April entdeckt als erste eine riesige "Kriegerstatue" in New York (natürlich, denn alles passiert immer in New York), die - wie sich herausstellt - genauso in insgesamt 64 Städten weltweit aufgetaucht ist, sich nicht bewegen lässt und aus einem Material besteht, das auf der Erde nicht vorkommt und außerdem über dem Boden schwebt. Also muss sie außerirdischen Ursprungs sein. Sie stellt mit einem Freund das erste Video darüber online, was sie (wieso auch immer) unfassbar bewühmt macht. Die weiteren Ereignisse handeln von den Herausforderungen der plötzlichen Berühmtheit, ihren privaten Problemen und einem globalen Traum, in dem die Menscheit zusammen Rätsel lösen muss.

Als Parabel auf unsere Welt ein interessanter Ansatz: Wie schnell kann eine Einzelperson, die mediale Berühmtheit für eigentlich keine "Leistung" erhält, Projektionsfläche für alle möglichen Ideologien werden? Wie verändert sich ein Mensch durch diesen plötzlichen Erfolg? Und was bedeutet das alles für uns als Spezies Mensch?

Nachvollziehbar und begründet, warum sich alles so auf April fokussiert, war die Story aber nicht. Ohne diesem speziellen Autor etwas zu unterstellen, stößt es mir öfter negativ auf, dass Amerikaner offenbar häufig denken, der Nabel der Welt zu sein. Natürlich nehmen die Aliens hier zuerst Kontakt auf und alle anderen 63 Orte spielen keine Rolle.

Ein erstaunliches Ding? Ich weiß nicht. Es wirkt so, als wurde hier versucht, sehr viele Themen in ein Buch zu quetschen, sodass einfach keine stimmige Geschichte zustande kommt. Es passieren zu viele Dinge, die lose und fragmenthaft aneinandergereit erscheinen.

Wie gesagt, ein spannender Ansatz, aber mich konnte die Story selbst nicht packen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Konnte mich nicht überzeugen

Meeresfriedhof
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Ich bin etwas schwer in das Buch reingekommen, weil sehr viele Personen vorkommen, die auch noch (fast) alle irgendwie verwandtschaftlich miteinander verbandelt sind oder für die Familie Falck arbeiten. ...

Ich bin etwas schwer in das Buch reingekommen, weil sehr viele Personen vorkommen, die auch noch (fast) alle irgendwie verwandtschaftlich miteinander verbandelt sind oder für die Familie Falck arbeiten. Ich musste ständig zum Stammbaum vorne zurückblättern, um zu schauen, wer die Personen jeweils sind. Der Schreibstil ist ansonsten recht flüssig, nur die Erzählweise oft zu langatmig.

Das Buch spielt außerdem in verschiedenen Zeitebenen bzw. gibt es immer wieder Rückblenden, die teils etwas schwer zu erkennen waren.

Es ist in personaler Erzählweise geschrieben, wechselt dabei aber zwischen den Protagonist:innen. Am häufigstem wird aus der Sicht von Sasha erzählt. Deren Großmutter und Oberhaupt der Falck-Familie, Vera, hat mit über 90 Jahren Selbstmord begangen.

Jetzt ist aber ihr Testament verschwunden und alle (vor allem Veras Sohn Olav) befürchten, dass sie dem verarmten (und verhassten) anderen Teil der Familie Immobilien (von enorm hohem Wert) vererbt. Durch einen Tipp kommt Sasha darauf, dass wahrscheinlich ein nie veröffentlichtes Manuskript ihrer Oma ihr „Testament“ ist.

Dieses Manuskript jedoch wurde in den 1970ern vom Staatsschutz eingezogen, weil es offenbar brisante Wahrheiten enthält – die dem widersprechen, was der Staat über die Geschehnisse im 2. Weltkrieg veröffentlich hat.

Ich fand irgendwie keine:n der Protagonist:innen sympathisch und alle bleiben das ganze Buch lang schwer greifbar. Olav faselt ständig davon, wie wichtig das Erbe ist, die Linie erhalten etc. und möchte unbedingt verhindern, dass jemand anders als er etwas vom Erbe bekommt. Seine Kinder scheint er nur zu mögen, wenn sie seiner Sache irgendwie dienlich sind.

Einzig interessant sind die Auszüge aus dem alten Manuskript, da hier das lang gehütete Familiengeheimnis langsam ans Licht kommt.

200 Seiten, einige Personen und Kriegshandlungen weniger, und die Geschichte wäre deutlich spannender gewesen.

Mir persönlich war es zu viel „Drumherum“, das die eigentliche Geschichte nicht vorangebracht, sondern nur verwirrt hat. Mehr als 2,5 Sterne kann ich darum leider nicht geben, auch wenn der Autor sich offensichtlich sehr viel Mühe mit der Konzeption des Buchs gegeben hat.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Zu viele Plotholes

The Family Guest
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Der Schreibstil des Buches ist recht schlicht und nicht besonders abwechslungsreich, lässt sich aber an sich flüssig lesen. Gestört haben mich aber die häufigen kurz aufeinanderfolgenden Wortwiederholungen ...

Der Schreibstil des Buches ist recht schlicht und nicht besonders abwechslungsreich, lässt sich aber an sich flüssig lesen. Gestört haben mich aber die häufigen kurz aufeinanderfolgenden Wortwiederholungen bzw. das ständige Wiederholen von Ausdrücken wie "Nerd-Höhle" oder „Uber-Taxi“ (hier würde außerdem „Uber“ reichen). Manche Sätze waren auch schlicht unlogisch (S. 189: „Ich hatte das noch nie in meinem Leben getan, und obwohl man sagt, dass es für alles ein erstes Mal gibt, war dies nicht das erste Mal“) oder schlecht übersetzt (niemand benutzt im Deutschen "J-Ausweis" für Jungfräulichkeit, hier stand im Original wahrscheinlich "V Card" oder "aufföhnen", was vermutlich ein Blowout sein soll). Und davon gab es zahlreiche Stellen, an denen man vermuten konnte, was hier im Original stand, was aber schlecht ins Deutsche übertragen wurde.

Dazu noch offensichtliche Fehler wie bspw. sie nahm sich "ein" Pommes oder "die" Pub sowie Inkonsistenzen (am Anfang schreiben sie noch SMS, irgendwann nur noch „Textmessages“).

Generell frage ich mich auch, warum man ein Buch, das von einer Frau sowie aus der Sicht einer recht jungen Mutter und einer 16-Jährigen geschrieben ist, von einem 70 (!)-jährigen MANN übersetzen lässt?! Erklärt vielleicht die oft gestelzt wirkenden Ausdrücke.

Aber auch inhaltlich waren mir zu viele Lücken im Plot. Es fängt spannend an: britische Austauschschülerin Tanya kommt in die wohlhabende Familie Merritt und sieht deren verstorbener Tochter Anabel verblüffend ähnlich. Mit der Zeit verhält sie sich auch immer mehr wie diese und trägt sogar ihre Kleidung, außerdem wird ihr Verhalten immer merkwürdiger. Sie scheint nicht die zu sein, die sie vorgibt. Doch wer ist Tanya wirklich und was will sie von der Familie?

Auch Mutter Natalie hat einiges zu verbergen. Erzählt wird abwechselnd aus ihrer Sicht und der ihrer anderen Tochter Paige. Während Natalie Tanya sofort ins Herz schließt, können Paige und Bruder Will sie überhaupt nicht leiden.

Auch wenn aus wechselnden Ich-Perspektiven erzählt wurde, kamen leider gar keine Emotionen der Charaktere rüber, weil sie einfach so klischeehaft gezeichnet sind und sich auch absolut stereotypisch verhalten. Die ständig zum Pilates und Friseur gehende, Wohltätigkeitsveranstaltungen organisierende und Xanax wie Gummibärchen schluckende Mutter, der Workaholic und betrügende Vater, die vegane Tochter (was auch jedes Mal erwähnt werden muss, wenn im Buch gegessen wird), die nur Second Hand kauft, der nerdige kleine Bruder und die tussige, pink liebende, Freund ausspannende angehende Influencerin.

An sich ließ sich die Story flüssig lesen, langweilig war es nicht. Aber mich haben doch oft die Handlungen der Protagonistinnen genervt, weil sie oft einfach keinen Sinn ergeben.

Für mich auch eher ein Jugendthriller, da wirkliche Thrill-Momente gefehlt haben und die Story sich ziemlich viel um Teenie-Zickereien dreht.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Wenig Spannungsmomente

Sie kann dich hören
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Vorweg; das Buch lässt sich angenehm flüssig lesen, ich war in zwei Tagen entspannt durch. Die Sprache ist eher schlicht und vor allem am Anfang haben mich einige Wiederholungen genervt (wie oft kann man ...

Vorweg; das Buch lässt sich angenehm flüssig lesen, ich war in zwei Tagen entspannt durch. Die Sprache ist eher schlicht und vor allem am Anfang haben mich einige Wiederholungen genervt (wie oft kann man ein (halbes) Dutzend sagen?), man gewöhnt sich aber daran.

Die Story konnte mich allerdings nicht wirklich packen, meiner Meinung nach ist es eher ein spannender Roman, aber kein Thriller. Es gab zwar Überraschungsmomente, diese wurden aber so nüchtern beschrieben, dass keine richtige Spannung aufgenommen ist. Man denkt sich beim Lesen eher "ach, so war das", aber fühlt nicht richtig mit.

Das liegt vielleicht daran, dass es der zweite Band einer Reihe ist (was ich vorher nicht wusste und was an sich für die Geschichte auch nicht so wichtig ist, man kann auch ohne Vorwissen allem folgen) - vielleicht wurde die Hauptprotagonistin im ersten Band ausführlicher gezeichnet, ich konnte hier keine Verbindung zu ihr aufbauen. Habe mich nur die ganze Zeit gefragt, warum sie mit einem Typen zusammen ist, den sie so offensichtlich gar nicht mag.

Die Idee der Story fand ich gut, darum habe ich das Buch auch gekauft. Die Umsetzung war für meinen Geschmack aber zu nüchtern und lieblos. Ok für zwischendurch, aber im Endeffekt zu konstruiert und wenig spannend geschrieben.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Wenig Spannung, sehr vorhersehbar

Divine Rivals
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Ich habe mir das Buch gekauft, weil es (vor allem auf Social Media) wirklich sehr gehyped wurde und ich ausschließlich gute Kritiken gehört hatte.

Vielleicht bin ich langsam aus dem Alter für Jugend-Fantasy-Romanzen ...

Ich habe mir das Buch gekauft, weil es (vor allem auf Social Media) wirklich sehr gehyped wurde und ich ausschließlich gute Kritiken gehört hatte.

Vielleicht bin ich langsam aus dem Alter für Jugend-Fantasy-Romanzen raus, denn die Geschichte konnte mich nicht komplett abholen. Ich fand das Buch auch nicht ganz schlecht, insgesamt aber nur mittelmäßig. Setting und Idee fand ich spannend, an der Umsetzung hat es für meinen Geschmack aber gemangelt.

Der Schreibstil ist gut, es lässt sich flüssig lesen (hier muss man natürlich auch die Übersetzung loben). Ich fand es aber schwer, in die Geschichte reinzukommen, weil die ganze Hintergrundhandlung mit den Göttern, der Magie, den Mythen und dem Grund des Kriegs nur angedeutet wurde und man auch nach Ende des Buchs nicht wirklich weiß, in was für einer Welt die Geschichte eigentlich spielt.

Zeitlich befinden wir uns Anfang des 20. Jahrhunderts, die Welt wurde aber in dieser Dimension anscheinend mal von Göttern beherrscht, die dann von den Menschen bezwungen wurde (dachten sie jedenfalls), jetzt sind aber zwei dieser Götter wieder da und bekriegen sich. Warum, wieso, weshalb erfährt man leider nicht wirklich, es wird nur in Form von ein paar "Mythen" angedeutet.

Der Bruder unserer Protagonistin Iris zieht für die Göttin Enva in den Krieg, daraufhin verfällt ihre Mutter in eine Alkoholsucht und sie bricht die Schule ab, um als Journalistin bei einer Zeitung Geld zu verdienen. Dass sie auf ihren "Konkurrenten" dort steht und die beiden am Ende zusammenkommen, ist bei dieser Art Bücher natürlich klar, trotzdem hätte das Ganze spannender gestaltet werden können. Iris und Roman blieben für mich auch irgendwie oft nicht in ihren Handlungen greifbar, warum sie sich gegenseitig toll finden, konnte ich nicht nachvollziehen - irgendwie waren sie sehr charakterlos. Außer natürlich (wie kann es anders sein), dass sie ARM und er REICH ist, was offenbar ausreicht für eine ach so verbotene Liebe.

Gleichzeitig fängt sie dank ihrer magischen Schreibmaschine eine Art Brieffreundschaft mit einem Jungen an, da beide sich offenbar gegenseitig Briefe durch ihre Schränke schicken können (aber nur, wenn sie getippt wurden).

Spannung kam für mich vor allem deshalb nicht auf, weil einfach sofort am Anfang offenbart wurde, dass Roman auch der geheimnissvolle Briefeschreiber ist (meiner Meinung nach eine schlechte Entscheidung). Ab da war doch klar, dass sie am Ende froh ist, dass beide Typen, in die sie verknallt ist, dieselbe Person sind. Ich denke, wenn man erst am Ende erfahren hätte, dass Roman und Carver derselbe sind, wäre die ganze Geschichte VIEL spanender gewesen!

So war es einfach nur ein Warten, bis auch Iris es checkt. Und dann ist sie nicht mal eine Sekunde lang sauer?! Also in der Liebesgeschichte selbst gab es gar nichts Überraschendes. Im Gegenteil, als die Wahrheit dann raus war, ging es mir viel zu schnell. Mussten sie unbeding sofort heiraten?

Durch den schwelenden Krieg und die Gefahren gab es zwar ein paar Spannungsmomente, da der zweite Teil aber schon angekündigt ist, weiß man ja, dass zumindest den Hauptprotagonisten nichts passiert - sowas nimmt für mich auch leider immer viel Spannung raus.

Der Cliffhanger im Epilog war dann nochmal ganz spannend, aber ob ich deshalb den zweiten Teil lese, weiß ich noch nicht (oder nur die letzten Seiten, wenn sich der Rest ähnlich zieht).

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