Das Buch liest sich wie eine Art langanhaltender Fiebertraum, man spürt den langen, heißen Sommer wirklich auf jeder Seite.
Es geht um Lucy, die Ende der 1980er/Anfang der 90er in einem kleinen irischen ...
Das Buch liest sich wie eine Art langanhaltender Fiebertraum, man spürt den langen, heißen Sommer wirklich auf jeder Seite.
Es geht um Lucy, die Ende der 1980er/Anfang der 90er in einem kleinen irischen Dorf aufwächst. Eigentlich lebt sie ein ganz "normales" Leben, merkt aber irgendwann, dass sie sich im Gegensatz zu ihren Freundinnen überhaupt nicht für Jungs interessiert, sondern ihre beste Freundin Susannah viel anziehender findet.
Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive erste Liebe und alles könnte so schön sein - wären da nicht Lucys Familie, ihre Freundinnen und sowieso das ganze Dorf, die diese Beziehung niemals akzeptieren würden.
Den Schreibstil fand ich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, irgendwann wurde ich aber richtiggehend in Lucys Gedanken und Gefühle hineingesogen und konnte das Buch gar nicht mehr weglegen. Ihre inneren Kämpfe, das was sie selbst will, was eigentlich so klar ist, was sie aber nicht wollen sollte - warum kann sie sich nicht einfach in ihren besten Freund Martin verlieben? Die heimlichen Treffen, die Leidenschaft und immer die Angst im Hinterkopf, von ihrer Familie verstoßen zu werden, wenn "das" rauskommt.
In der Mitte zog es sich stellenweise etwas und es war manchmal schwer, Lucys Gedanken zu folgen - aber die Gefühle eines Teenagermädchens sind ja auch oft sehr intensiv und widersprüchlich.
Ich hätte mir ein etwas weniger offenes Ende gewünscht, aber so bleibt Raum für die eigene Interpretation.
Marie Sand hat mit "Wie ein Stern in mondloser Nacht" eine fesselnde Geschichte geschaffen, die beleuchtet, wie die erste Babyklappe Deutschlands ins Leben gerufen wurde und was die Protagonistin ...
Enthält Spoiler!
Marie Sand hat mit "Wie ein Stern in mondloser Nacht" eine fesselnde Geschichte geschaffen, die beleuchtet, wie die erste Babyklappe Deutschlands ins Leben gerufen wurde und was die Protagonistin Henni im Verlauf der Geschichte an emotionalen Höhen und Tiefen erlebt. Henni ist eine beeindruckende Figur, die trotz ihrer finanziellen Schwierigkeiten und der Schatten ihrer Vergangenheit stets an ihre Träume glaubt und erkennt, dass Bildung der Schlüssel zu einem besseren Leben ist. Ihre Entschlossenheit und Sympathie machen sie zu einer Figur, mit der man mitfiebert. Es ist kurz nach dem 2. Weltkrieg, Henni (sie muss da ca. 17 sein) lebt mit ihrer Mutter und dem kränklichen Bruder in einer Kellerwohnung, während Berlin fast komplett zerbombt und gerade erst wieder im Aufbau ist. Eines Tages geht sie statt ihrer Mutter (weil diese krank ist) in einem herrschaftlichen Haus putzen, um etwas Geld zu verdienen. Dort trifft sie auf Ed.
Ed mochte ich leider nicht. Sein Angebot, Henni beim Putzen zu helfen, ist zwar nett, doch wie er sie "kauft" mit Zigaretten und etwas Essen, gefällt mir nicht - obwohl ihm das Geld angeblich nicht viel bedeutet, nutzt er es schon ziemlich aus, um zu bekommen, was er will. Sein Verhalten im Verlauf der Handlung zeigt ein egoistisches und kompliziertes Naturell, das beim Lesen gemischte Gefühle hinterlässt. Henni und Ed kommen sich näher, er verbringt immer mehr Zeit bei ihr und ihrer Familie.
Die Einbeziehung der Perspektive von Liv im Jahr 2000 fügt der Geschichte eine unerwartete Dimension hinzu. Dieser zusätzliche Erzählstrang bietet noch einmal andere Einblicke in die Vergangenheit der Charaktere und trägt zur Tiefe der Handlung bei.
Was mich manchmal in Büchern "nervt" sind diese konstruierten Konflikte bzw. Missverständnisse, die in der Realität soo leicht geklärt werden könnten. Natürlich ist das für die Handlung des Buches notwendig - darum bin ich etwas zwiegespalten. Henni und Ed hätten nur miteinander sprechen müssen, um ein fatales Missverständnis zu verhindern. Doch seine Mutter intrigiert und bekommt am Ende ihren Willen, während vor allem Henni extrem darunter leidet.
Annelieses skrupellose Intrige erzeugt zwar Spannung, aber ihr Verhalten wirft moralische Fragen auf. Hätten Ed und Henni früher miteinander kommuniziert, hätte vieles vermieden werden können.
Ed geht schließlich erstmal ins Ausland und Henni lässt sich zur Hebamme ausbilden, schließlich arbeitet sie in einem Berliner Krankenhaus. Dort lernen wir auch Marta kennen. Marta finde ich total sympathisch! Ihre Geburtserfahrung unter Hennis Anleitung fand ich super beschrieben - schön zu sehen, wie stark zwei Frauen sind, ohne die Einmischung es vermeintlich besser wissender Männer. Total cool, wie sie in den 50ern eine alleinstehende, selbstbewusste Anwältin ist, und dann auch noch mit Kind, wirklich bewundernswert. Und toll, wie sie Henni hilft und ihr einen Raum in ihrem Haus zur Verfügung stellt, in dem Henni eine eigene "Geburtspraxis" einrichtet.
Ich hätte aber gerne noch mehr über die Frauen erfahren, die zu Henni in den Geburtsraum kommen. Ich kann mir die Organisation nicht ganz vorstellen. Einerseits ist sie in ganz Berlin unterwegs, um Hausbesuche bei sämtlichen Frauen zu machen, die sie kontaktieren. Andererseits ist sie angeblich permanent telefonisch erreichbar UND führt zu jeder Tages- und Nachtzeit Geburten durch, entweder im Raum oder bei den Frauen zuhause - wie macht sie das denn zeitlich? Gibt es da nie Überschneidungen? Plus die Zeit, die sie mit Ed verbringt, das kommt mir unnormal stressig vor. Wie sie all ihre Verpflichtungen zeitlich unter einen Hut bekommt, bleibt unklar. Einige Ungereimtheiten in der Geschichte könnten stören, aber sie beeinträchtigen die Gesamterzählung nicht wesentlich.
Eds Entwicklung als Charakter bleibt zwiespältig, und seine Handlungen werfen Fragen auf. Sein egoistisches Verhalten und seine Selbstsucht sind schwer zu übersehen. Seine Unfähigkeit (oder Unwillen?), die Situation mit Lucia zu klären, zeigt wieder seinen Egoismus. Er läuft arrogant durch die Welt und denkt, er kann sich einfach alles nehmen. Die Enthüllungen im Jahr 2000 bringen sein Verhalten in ein neues Licht, und lassen mit gemischten Gefühlen auf seine Figur blicken.
Ich weiß echt nicht, was Henni an Ed gefunden hat, er ist einfach sehr egoistisch und reißt dabei alle anderen mit ins Unglück. Lucia geht es wegen Eds Verhalten schlecht, für Henni ist er auch nicht richtig da, sondern nur so weit, wie etwas für ihn herausspringt.
Das Ende wurde für meinen Geschmack ziemlich schnell abgehandelt. Ich hätte mir noch mehr Informationen über den Ablauf gewünscht, was genau mit den Babys aus der Babyklappe passiert ist, wie der Adoptionsprozess war, ob welche von den Müttern zurückgeholt wurden?
Dafür, dass es in dem Buch um die erste Babyklappe gehen sollte, kam mir das Thema fast zu wenig vor, dafür war zu viel unnötige emotionale Verwirrung enthalten. Natürlich ist das kein historisches Werk, aber über die Hintergründe, wie es in der Realität ungefähr gewesen ist, hätte ich gerne mehr erfahren.
Insgesamt ist "Wie ein Stern in mondloser Nacht" von Marie Sand ein bewegendes Buch mit faszinierenden Charakteren und einer Geschichte, die emotionale Höhen und Tiefen durchläuft. Es regt zum Nachdenken über die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Bedeutung von Kommunikation und Vergebung an.
Ich finde "Vega - Der Wind in meinen Händen" von Marion Perko ein beeindruckendes und fesselndes Jugendfantasy-Buch, das in einer düsteren Zukunft spielt, in der der Klimawandel und die Wasserknappheit ...
Ich finde "Vega - Der Wind in meinen Händen" von Marion Perko ein beeindruckendes und fesselndes Jugendfantasy-Buch, das in einer düsteren Zukunft spielt, in der der Klimawandel und die Wasserknappheit eine zentrale Rolle spielen. Die Geschichte folgt Vega, einer jungen Wettermacherin mit einer einzigartigen Gabe, das Wetter ohne Chemikalien zu kontrollieren.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und anschaulich, was es mir leicht gemacht hat, mich in die Geschichte hineinzuversetzen. Die Beschreibung der Figuren und der Handlungsabläufe ist gelungen, und die Autorin schafft es, eine spannungsgeladene Atmosphäre zu schaffen, die mich von Anfang an gefesselt hat.
Die Themen Klimawandel und Wasserknappheit sind in der Geschichte gut umgesetzt und führen zu einer fesselnden dystopischen Welt, die zum Nachdenken anregt. Die Idee der Wettermacher und Vegas einzigartiger Gabe fand ich sehr interessant und originell.
Allerdings hat mich die Liebesgeschichte zwischen Vega und Leo etwas gestört, da sie für mich unnötig und gezwungen wirkte. Es wäre erfrischend gewesen, die Geschichte ohne eine romantische Beziehung zu sehen und Vega als starke Protagonistin in den Vordergrund zu stellen.
Der Cliffhanger am Ende des Buches hat meine Neugier auf den zweiten Teil geweckt, und ich freue mich darauf, zu erfahren, wie Vegas Geschichte weitergeht.
Insgesamt fand ich "Vega" ein spannendes und wichtiges Buch, das auf ein drängendes Umweltthema aufmerksam macht und gleichzeitig eine fesselnde Geschichte erzählt. Ich empfehle es allen, die sich für Fantasy und Umweltthemen interessieren.
Oder hat sie Geheimnisse, die du nicht mal erahnen kannst?
Der Prolog des Buches beginnt mit einer schockierenden Szene, in der eine Frau zwei Menschen tötet und dann einfach davonfährt. Die Frage, ob ...
Oder hat sie Geheimnisse, die du nicht mal erahnen kannst?
Der Prolog des Buches beginnt mit einer schockierenden Szene, in der eine Frau zwei Menschen tötet und dann einfach davonfährt. Die Frage, ob es wirklich Heather Underwood war, die kurz darauf bewusstlos mit einer Schusswunde aufgefunden wird, zieht einen sofort in die Geschichte.
Die Protagonistin, Jess Fox, eine Journalistin, hat selbst eine Geschichte mit Heather, da die beiden als Teenager beste Freundinnen waren, sich nach einer Tragödie aber aus den Augen verloren haben. Dies macht jedoch ihre Recherche über den Mordfall umso komplizierter. Trotz aller Bedenken sucht sie den Kontakt zu Heathers Mutter und wird plötzlich selbst mit seltsamen Drohungen konfrontiert.
Besonders faszinierend fand ich, wie die Autorin geschickt zwischen der Gegenwart (2012) und der Vergangenheit (Sommer 1994) wechselt. Nach und nach kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht, die die Spannung weiter steigern.
Es war spannend, die Puzzlestücke aus Vergangenheit und Gegenwart selbst zusammenzusetzen. Man konnte ahnen, was geschehen sein könnte, sicher war ich aber nie, und die genaue Auflösung blieb bis zum Schluss ein Rätsel – das hat die Spannung durchgehend aufrechterhalten. Auch die detailliert gezeichneten Charaktere haben dazu beigetragen, dass ich vollkommen in die Geschichte eingetaucht bin.
Alles in allem war "Beste Freundin" ein packender Thriller, der ohne übermäßige blutige Gewaltdarstellungen auskommt. Das Ende hat mir ebenfalls gut gefallen und rundet die Geschichte stimmig ab, auch wenn ich es ganz am Schluss ein bisschen pathetisch fand.
„Vega – Der Sturm in meinem Herzen“ ist der zweite Teil einer fesselnden Dilogie, die das brisante Thema des Klimawandels mit einer beeindruckenden Wetter-KI verknüpft. Die dystopische Vision einer von ...
„Vega – Der Sturm in meinem Herzen“ ist der zweite Teil einer fesselnden Dilogie, die das brisante Thema des Klimawandels mit einer beeindruckenden Wetter-KI verknüpft. Die dystopische Vision einer von Naturkatastrophen geplagten Welt erscheint aktueller denn je. Die Bedrohung durch die KI Baal, die die Welt mittels Wettermanipulation kontrollieren möchte, verleiht der Geschichte eine beklemmende Aktualität. Vega ist die einzige Hoffnung, doch wem kann sie vertrauen? Ihre alten Kontakte scheinen ihr misstrauisch gegenüberzustehen. Werden sie ihr helfen, ihren Plan umzusetzen? Kann Vega die Welt retten, oder ist Baal bereits zu mächtig?
Das Cover harmoniert hervorragend mit dem des ersten Bandes, wobei mir die Farbgebung hier sogar noch besser gefällt. Obwohl ich normalerweise kein Fan von Charakteren auf dem Cover bin, empfinde ich es in diesem Fall als passend.
Der nahtlose Übergang vom ersten Teil zu diesem Buch sorgt für einen spannungsgeladenen Einstieg, vor allem da Teil 1 mit einem Cliffhanger endete und unklar war, auf wessen Seite Leo jetzt steht. Der Schreibstil ist erneut recht schlicht, aber keineswegs langweilig, sondern fließend und frei von unnötigem Schnickschnack oder langwierigen Umschreibungen. Dieser Stil passt ausgezeichnet zur Geschichte und ermöglicht ein rasches Durchlesen, ähnlich wie im ersten Band.
Persönlich hat mich dieser Teil sogar noch mehr fasziniert als der erste, was sowohl an der gesteigerten Spannung als auch an der Entwicklung der Charaktere, allen voran der Protagonistin Vega, lag. Dennoch hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefgang und Nuancen gewünscht, da viele Figuren etwas flach bleiben und einige Szenen des Buches etwas unvollständig wirken.
Vegas Opferbereitschaft für ihre Freunde und ihre persönliche Entwicklung im Buch sind jedoch bemerkenswert. Sie lernt, sich selbst zu vergeben und positiv in die Zukunft zu blicken. Leo ist ein sympathischer Charakter, der alles in seiner Macht Stehende tut, um Vega zu unterstützen und zu retten. Auch in entscheidenden Momenten steht er ihr bei.
Besonders spannend fand ich den Moment, in dem Vega bewusst wird, was damals zu dem großen Sturm und dem Tod ihres Vaters geführt hat. Trotz der schmerzvollen Erkenntnis konnte sie nur auf diese Weise ihre Kräfte voll ausschöpfen. Nathalies Größenwahn und die Entwicklung von Baal waren eine interessante Ergänzung für die Geschichte.
Die Verbindung von Fantasy und Klimawandelthematik ist ein erfrischender Ansatz, den ich so noch nicht gelesen habe. Der finale Kampf mit Baal hätte meiner Meinung nach etwas ausführlicher beschrieben sein können, da er recht schnell vorüberging. Abgesehen davon ist das Buch sehr gelungen.
Für all jene, die ein Fantasybuch suchen, das ein aktuelles Umweltproblem anspricht, kann ich es nur empfehlen.