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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2024

Hot Mess - Freundinnen, die bleiben

Hot Mess
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„Hot Mess“ hat mich mehr berührt, als ich nach dem Klappentext erwartet hatte – es ist eine bewegende Geschichte über Freundschaften, die durch die Höhen und Tiefen des Lebens auf eine harte Probe gestellt ...

„Hot Mess“ hat mich mehr berührt, als ich nach dem Klappentext erwartet hatte – es ist eine bewegende Geschichte über Freundschaften, die durch die Höhen und Tiefen des Lebens auf eine harte Probe gestellt werden. Die Autorin bringt mit großem Feingefühl das Leben dreier sehr unterschiedlicher Frauen auf den Punkt: Claire, die sich nach einer psychischen Krise von ihrer Clique entfremdet fühlt, Lexi, deren Podcast-Karriere durch die kompromisslose Art ihrer besten Freundin ins Wanken gerät, und Joanne, die als frischgebackene Mutter in die Einsamkeit ihrer neuen Rolle stürzt. Alle drei erleben auf ganz unterschiedliche Weise, wie toxische Dynamiken und eigene Grenzen Freundschaften verändern können.
Sophie White gelingt es, die wechselnden Perspektiven und Lebensrealitäten der drei Frauen authentisch und lebendig zu schildern, während sie zugleich ernsthafte Themen wie psychische Gesundheit, Abgrenzung und den Druck sozialer Medien anspricht. Die Mischung aus Tragik und Komik verleiht dem Buch eine packende Tiefe, die immer wieder durch humorvolle Passagen aufgelockert wird und den Figuren eine beeindruckende Authentizität verleiht.
Es ist eine Geschichte für alle, die sich je gefragt haben, was Freundschaften im Erwachsenenalter durchhalten müssen – und warum sie trotz Herausforderungen so essenziell sind. Ein absolut lesenswertes Buch, das zum Nachdenken über die Kraft echter Bindungen, Selbstfürsorge und den Mut, authentisch zu sein, anregt.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

"Zwischen Lüge und Wahrheit"

The Reappearance of Rachel Price (deutsche Ausgabe)
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Die Rückkehr von Rachel Price erzählt die Geschichte von Annabel "Bel" Price – einem jungen Mädchen, dessen Mutter Rachel vor 16 Jahren spurlos verschwand. Niemand weiß, was mit ihr geschehen war. Bel ...

Die Rückkehr von Rachel Price erzählt die Geschichte von Annabel "Bel" Price – einem jungen Mädchen, dessen Mutter Rachel vor 16 Jahren spurlos verschwand. Niemand weiß, was mit ihr geschehen war. Bel war die einzige Zeugin und hätte die Antworten haben können, denn sie war dabei, als Rachel verschwand. Doch sie war damals zu jung, um sich an irgendetwas zu erinnern, und so blieb Rachels Verschwinden für alle – auch für Bel selbst – ein Rätsel. Als nun eine Dokumentation über Rachels Verschwinden gedreht wird, taucht Rachel plötzlich wieder auf, was alle Beteiligten in Schock versetzt. Bel sollte erleichtert sein, dass ihre Mutter zurück und überraschenderweise am Leben ist, doch sie spürt, dass irgendetwas hier nicht stimmt…

Die erste Hälfte des Buches entwickelt sich zwar etwas langsam, doch am Ende nimmt die Handlung plötzlich rasant an Fahrt auf. Ich hätte mir gewünscht, dass das Tempo etwas ausgeglichener gewesen wäre und dass wir schon zu Beginn ein paar greifbare Hinweise bekommen hätten. Außerdem konnte ich keine so enge Verbindung zu Bel aufbauen, wie ich es bei anderen Hauptfiguren von Holly Jackson, wie Pip, konnte. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass jeder Leser eine andere Beziehung zu den Charakteren entwickelt – für mich wirkte Bel etwas eindimensional.

Aber die Plot-Twists in diesem Buch? Einfach genial! Holly Jackson hat sie wirklich meisterhaft in Szene gesetzt – sie waren perfekt vorbereitet und haben mich dennoch jedes Mal überrascht. Und das Ende? Genial!

Mein Fazit: Die Rückkehr von Rachel Price ist nicht nur ein Krimi – es ist auch ein tiefgründiger Blick in familiäre Dynamiken, Loyalität und die Bedeutung von Gerechtigkeit. Das Buch ist emotional, regt zum Nachdenken an und hat mich bis zum Schluss im Ungewissen gehalten. Eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Spannendes Konzept, nicht ganz ausgereifte Umsetzung

Not Quite Dead Yet
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Mit „Not Quite Dead Yet“ wagt sich Holly Jackson erstmals in die Welt der Erwachsenen-Thriller. Und das mit einem faszinierenden Konzept: Jet Mason, 27 Jahre alt und Tochter einer wohlhabenden Familie, ...

Mit „Not Quite Dead Yet“ wagt sich Holly Jackson erstmals in die Welt der Erwachsenen-Thriller. Und das mit einem faszinierenden Konzept: Jet Mason, 27 Jahre alt und Tochter einer wohlhabenden Familie, überlebt einen brutalen Angriff nur knapp. Diagnose: eine Hirnverletzung, die sie innerhalb von sieben Tagen töten wird. Doch Jet beschließt, ihre letzten Tage nicht einfach verstreichen zu lassen, sondern sie will ihren eigenen Mord aufklären.

Die Ausgangsidee ist spannend und originell. Die Vorstellung, den eigenen Mord aufklären zu müssen, während eine tickende Zeitbombe im Kopf sitzt, sorgt sofort für ein hohes Spannungsniveau. Der Einstieg in die Geschichte ist rasant, und Jackson versteht es wie gewohnt, Leserinnen direkt in die Handlung zu ziehen. Die ersten Kapitel flogen förmlich an mir vorbei.
Allerdings lässt die Umsetzung des großartigen Konzepts über weite Strecken zu wünschen übrig. Besonders der Ton der Erzählung wirkte für ein Erwachsenenbuch stellenweise zu jugendlich. Viele Figuren, allen voran die Protagonistin, agieren sehr unreif. Jet wirkt eher wie eine trotzige Teenagerin als wie eine erwachsene Frau, die dem Tod ins Auge blickt. Ihre Gedankengänge und Entscheidungen waren für mich häufig nicht nachvollziehbar.
Während Jet mich größtenteils eher genervt hat, waren Nebenfiguren wie Billy deutlich sympathischer und brachten zumindest etwas Wärme und Tiefe in die Handlung. Leider blieb die emotionale Entwicklung vieler Figuren blass, auch weil vieles nur aus Jets Perspektive erzählt wird. Rückblicke oder alternative Blickwinkel hätten der Geschichte sicherlich gutgetan, um die Beziehungen glaubwürdiger und lebendiger wirken zu lassen.
Was Holly Jackson allerdings beherrscht, ist der Aufbau von Spannung. Trotz einiger logischer Schwächen und teils übertriebener Plot-Konstruktionen blieb ich bis zum Ende dran. Besonders die letzten Kapitel boten noch einige Überraschungen und eine emotionale Wendung, die mich tatsächlich berührt hat. Auch wenn der große Aha-Moment für mich ausblieb, war das Finale dennoch solide.

Fazit: „Not Quite Dead Yet“ ist ein unterhaltsamer Thriller mit einer originellen Idee, der jedoch unter seinem unentschlossenen Erzählstil und flachen Charakterzeichnung leidet. Für Fans von Holly Jackson oder Leser
innen, die einen leicht zugänglichen Mystery-Roman mit hohem Tempo suchen, ist das Buch durchaus lesenswert. Wer jedoch einen ausgereiften, erwachsenen Thriller erwartet, könnte enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Zwischen unterschwelliger Spannung und erzählerischen Umwegen

Die Dinner Party
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Viola van de Sandts The Dinner Party beginnt sehr vielversprechend und zieht einen schnell in die Geschichte hinein. Der Schreibstil ist intensiv und direkt, sodass man sofort ein Gefühl für die Hauptfigur ...

Viola van de Sandts The Dinner Party beginnt sehr vielversprechend und zieht einen schnell in die Geschichte hinein. Der Schreibstil ist intensiv und direkt, sodass man sofort ein Gefühl für die Hauptfigur und ihre Situation bekommt.
Im Mittelpunkt steht Franca, eine Protagonistin, deren Innenleben brüchig ist und deren Wahrnehmung zunehmend Fragen aufwirft. Die Autorin konzentriert sich hierbei stark auf die Gedanken und Gefühle der Protagonistin, was zwar interessant gemacht ist, aber auch dazu führt, dass sich vieles wiederholt und die Handlung nur langsam vorankommt. Teilweise wirkt es so, als würde sich die Geschichte im Kreis drehen, ohne wirklich neue Entwicklungen zu bringen.
Die Geschichte bewegt sich zudem weniger über äußere Ereignisse als über Stimmungen, Erinnerungen und feine Verschiebungen im emotionalen Gleichgewicht. Besonders die unterschwellige Spannung rund um das Abendessen sorgt dafür, dass man wissen will, was passiert ist. Allerdings lässt diese Faszination und Spannung im Laufe des Buches nach, die Erzählweise wirkt an manchen Stellen etwas konstruiert und vorhersehbar.
Am Ende bleibt ein literarisch anspruchsvoller, atmosphärischer Roman, der vor allem durch seine psychologische Intensität überzeugt, dabei aber nicht durchgehend fesseln kann. Eine lesenswerte, wenn auch nicht restlos überzeugende Erfahrung.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Zwischen Selbstsabotage und Selbstfindung – eine Geschichte voller Frust und Charme

No Hard Feelings
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„No Hard Feelings“ von Genevieve Novak wird als moderne Millennial-Geschichte angepriesen – voller Humor, Selbstironie und bittersüßer Wahrheiten über das Leben in den Zwanzigern. Doch während der Roman ...

„No Hard Feelings“ von Genevieve Novak wird als moderne Millennial-Geschichte angepriesen – voller Humor, Selbstironie und bittersüßer Wahrheiten über das Leben in den Zwanzigern. Doch während der Roman durchaus unterhaltsame und treffende Momente hat, bleibt er insgesamt etwas oberflächlich und vorhersehbar.
Die Hauptfigur Penny ist eine 26-jährige Melburnian, die sich in einem Job wiederfindet, den sie hasst, sich in einer toxischen On-Off-Beziehung verliert und sich von den Erfolgen ihrer Freundinnen überfordert fühlt. Hinzu kommen Angstzustände und ein stetiges Gefühl der Wertlosigkeit, das auch ihre Besuche bei einer Therapeutin nicht wirklich lindern. Das Grundgerüst der Geschichte ist also vielversprechend – eine Protagonistin, die sich durch das Chaos des Erwachsenwerdens navigiert. Doch statt einer tiefgründigen Reflexion über mentale Gesundheit oder die Herausforderungen moderner Beziehungen, bleibt vieles an der Oberfläche.
Penny ist eine dieser Figuren, die gleichzeitig frustriert und fasziniert. Einerseits ist ihr Hang zur Selbstsabotage schmerzhaft realistisch – wer kennt nicht das Gefühl, dass alle anderen ihr Leben im Griff haben, während man selbst auf der Stelle tritt? Andererseits fehlt ihr oft die nötige Selbstreflexion, um wirklich mit ihr mitzufühlen. Ihre destruktiven Muster wiederholen sich ohne große Entwicklung, was stellenweise ermüdend wirkt.
Der Schreibstil ist leicht und zugänglich, was das Buch zu einer angenehmen Lektüre macht. Humor ist definitiv vorhanden, auch wenn er manchmal etwas erzwungen wirkt. Besonders schön sind die Momente, in denen Penny sich direkt an die Leser*innen wendet und damit eine gewisse Vertrautheit schafft. Doch wer sich eine tiefere Auseinandersetzung mit den behandelten Themen erhofft, könnte enttäuscht werden.
Insgesamt ist „No Hard Feelings“ eine unterhaltsame, wenn auch etwas vorhersehbare Lektüre. Wer sich in den Wirrungen des späten Zwanzigerlebens wiederfinden möchte wird hier fündig. Doch wer auf eine wirklich originelle oder tiefgehende Erzählung hofft, bleibt vielleicht ein wenig unbefriedigt zurück.
Fazit: 3/5 Sternen – unterhaltsam, aber kein Muss.

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