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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2025

eindrucksvoll und sehr persönlich

Biarritz
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Die Autorin hat im Buch das Auf und Ab des Lebens von Hanna geschildert. Wie ihre Mutter sie allein versucht hat großzuziehen und ihr eine schöne Kindheit zu bieten, auch wenn das Geld immer knapp war. ...

Die Autorin hat im Buch das Auf und Ab des Lebens von Hanna geschildert. Wie ihre Mutter sie allein versucht hat großzuziehen und ihr eine schöne Kindheit zu bieten, auch wenn das Geld immer knapp war. Wie Emmi ihren Liebestraum begraben musste. Wie sie ihre Freundschaft mit Marianne Kirschbaum und die gemeinsamen Reisen mit ihr nach Biarritz genossen hat, waren sehr unterhaltsam. Die Autorin geht bei den Beschreibungen nicht chronologisch vor, ich habe es eher wie ein dahinplätschern in Erinnerungen empfunden, ein auf und ab von Wellen. Es hat mir gut gefallen, weil sich schlussendlich der Kreis des Lebens von Marianne und Emmi, die nun beide am Lebensabend gemeinsam im gleichen Pflegeheim wohnen, schließt. Was hier über Hannas Leben, die sich bereits mit 11 Jahren um den demenzkranken Vater kümmern musste und damit völlig überfordert war, deckt sich inhaltlich stark mit dem Inhalt von Andrea Sawatzkis 2023 erschienenem Buch „Brunnenstraße“, nur dass hier der Focus mehr auf der Beziehung Mutter-Tochter liegt. Das hat aber meinen Hörgenuss nicht negativ beeinflusst, weil die Autorin, gleichzeitig Sprecherin des Hörbuchs, mich trotzdem einfangen konnte. Wie Hannas kindliche Angst bei der Betreuung des dementen Vaters, die von Hilflosigkeit gekennzeichnet ist und dann wegen ihrer Ohnmacht in Wut umschlägt, konnte ich absolut nachvollziehen und verstehen. Auch Hannas Zweifel zur Beziehung zu ihrer Mutter, lassen sie als selbstkritischen und empathischen Menschen erscheinen. Die Liebe zur Mutter wird deutlich.
Mit ihrer Stimme schaffte es die Autorin mich in das Hörbuch und die Geschichte von Hanna eintauchen zu lassen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

am Leben zerbrochen

Das Flüstern der Marsch
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Karl und Annemie Hansen wohnen in einem kleinen Dorf in der Marsch. In Kürze steht Karls 80. Geburtstag an, der im großen Rahmen gefeiert werden soll. Doch Annemie ist seit Tagen verschwunden und Karl ...

Karl und Annemie Hansen wohnen in einem kleinen Dorf in der Marsch. In Kürze steht Karls 80. Geburtstag an, der im großen Rahmen gefeiert werden soll. Doch Annemie ist seit Tagen verschwunden und Karl tut so als gehe es ihn nichts an, als wäre Annemie nur zu einer Freundin gereist….
Mir ist es nicht leichtgefallen beim kapitelweisen Wechsel zwischen den Jahrzehnten und der Gegenwart sowie den unterschiedlichen Personen den Überblick zu behalten. Vor allen aber zu erkennen, wie die Personen zueinanderstehen. Dabei fand ich die Kapitel mit Freya am Rätselhaftesten. Diese Frau, die nach dem Selbstmord ihres Bruders ein exzessives Leben in Hamburg beginnt und zum Glück aber eine empathische Frau kennenlernt, die ihr hilft aus dem seelischen Loch zu kommen. Was hat dieses Freya mit der Familie Hansen zu tun? Die Hansens, neben Karl und Annemie ihre drei erwachsenen Kinder Sabine, Sven und Stefan mit Frau Janne und drei Kleinkindern sowie Mona, Sabines Tochter, kann man kaum als glücklich bezeichnen. Insbesondere die Frauen, haben ihr Päckchen zu tragen. Manche von ihnen zerbrechen daran. Dies herauszuarbeiten und in diese Familiengeschichte überzeugend einfließen zu lassen ist der Autorin gelungen. Gerade Annemie, die so gar kein Verständnis von Seiten ihres Mannes gekommen hat, die nach Außen immer den Schein einer intakten Familie aufrechterhalten hat, ist schlussendlich daran zerbrochen. Die Autorin hat im Buch aber auch zum Ausdruck gebracht, dass das nicht nur ein Generationsproblem ist. Auch Janne, die so gar keine Unterstützung von Stefan, ihrem Ehemann, erhält, die Haushalt und drei Kinder managen muss und nun auch noch den Geburtstag von Karl organisieren muss, geht es ähnlich wie Annemie. Sie selbst kommt an ihre Grenzen und bleibt auf der Strecke. Ich habe mich mit dem Buch sehr gut unterhalten gefühlt und gebe darum 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

KI - Segen oder Fluch, gut gemacht

Der Tower
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Nova Niehaus Leben ist ein Desaster. Freund weg, Wohnung weg und einen Job hat sie auch nicht mehr. Da kommt Kims Anruf, dass sie aus den Bewerbern ausgewählt wurde, um ein Jahr lang kostenfrei im neuen ...

Nova Niehaus Leben ist ein Desaster. Freund weg, Wohnung weg und einen Job hat sie auch nicht mehr. Da kommt Kims Anruf, dass sie aus den Bewerbern ausgewählt wurde, um ein Jahr lang kostenfrei im neuen Tower, einem Luxusdomizil am Berliner Alexanderplatz, wohnen darf wie gerufen. Alles in diesem Gebäude ist KI-gesteuert – durch Kim. Schlüssel gibt es keine, Kim macht das. Selbst Wassertemperatur und Fensterverdunklungen alles wird von ihr gesteuert. Novas anfängliche Freunde wird jedoch Stück für Stück gedämpft. Denn nicht immer reagiert Kim auf ihre Wünsche. Nämlich immer dann, wenn Nova Kims Anweisungen nicht befolgt. Auch ihre Nachbarn in der 32. Etage sind zum Teil sehr merkwürdig. Geschickt entwickelt der Autor Novas Zweifel. Da gibt es Konrad, den sie eigentlich sympathisch findet, der behauptet hier im Tower gefangen zu sein. Der von 100%iger Überwachung in diesen Wohnungen spricht. Doch stimmt das wirklich? Nova merkt selbst, dass die Kim nur reagiert, wenn sie sich an die Hausordnung hält. Während bei Nova die Zweifel ständig anwachsen, bin ich beim Lesen ins Grübeln geraden, ob die KI nicht eher ein Fluch ist als ein Segen ist. Zumindest, wenn die in Händen von den falschen Menschen ist. Ich finde diesen Gedanken erschreckend und diese Erfahrung hat Nova schlussendlich auch machen müssen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

wieder ein gelungener Thriller

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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In der Neubausiedlung „Auf Mons“, hier haben sich die Winklers ein Haus gekauft und freuen sich nun gemeinsam mit ihrer 4jährigen Tochter Emilia einzuziehen. Sie sehen ihrem Traum vom eigenen Heim nun ...

In der Neubausiedlung „Auf Mons“, hier haben sich die Winklers ein Haus gekauft und freuen sich nun gemeinsam mit ihrer 4jährigen Tochter Emilia einzuziehen. Sie sehen ihrem Traum vom eigenen Heim nun endlich in Erfüllung gehen. Noch nicht alle Neubauten in der Siedlung haben bereits einen Käufer gefunden, aber die Nachbarn, die bereits hier wohnen, erscheinen den Winklers sehr nett zu sein. Besonders Johanna Mannstein, eine Mitvierzigerin, wirkt sehr hilfsbereit und herzlich. Damit ist sie das genaue Gegenteil zu ihrem Mann Guido, der eher wortkarg und introvertiert wirkt. Mir war Johanna überhaupt nicht sympathisch. Ihre Hilfsangebote kamen mir übergriffig vor.
Dann kommt es des Nachts bei den Winklers zu Stromausfall und sowohl Ines und Marco hören Geräusche, wie von einem Eindringling und fühlen sich beim Schlafen beobachtet. Aber eine Überprüfung der Türen und Fenster weisen nicht auf einen Einbrecher hin. Selbst als Marco sämtliche Schlösser austauscht, ändern sich diese nächtlichen Eindrücke und die damit verbundenen Ängste nicht. Dann ist auch noch das Verhalten von James, ihrem Familienhund, auffällig. Er wirkt träge, total erschöpft. Bei einem Einbrecher hätte er doch bellen müssen. Spätestens als Marco beim Spaziergang mit James im noch unbewohnten Nachbarhaus, bei dem zu seiner Verwunderung die Haustür offenstand, eine weibliche Leiche findet, kam bei mir so richtig Spannung auf. Die sich auch im Folgenden fast bis zum Schluss gehalten hat. Von mir gibt’s insgesamt 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

spannend und abschreckend zugleich

Die Maske des Zorns
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Ich möchte voranstellen, dass ich die beiden ersten Teile nicht gelesen habe. Das hat aber mein Lesevergnügen keinesfalls negativ beeinflusst.
Das Buch fokussiert auf drei Handlungsstränge. Da ist einmal ...

Ich möchte voranstellen, dass ich die beiden ersten Teile nicht gelesen habe. Das hat aber mein Lesevergnügen keinesfalls negativ beeinflusst.
Das Buch fokussiert auf drei Handlungsstränge. Da ist einmal die Arbeit des Wiener LKA, die von einer Reihe seltsamer Leichenfunde in Atem gehalten wird. Richard Schwarz und sein älterer Kollege Paul Marek müssen hinter das Geheimnis der in hochfrequentierten Parks zu Schau gestellten, besser gesagt gehängten, Leichen kommen. Was die Sache zusätzlich erschwert ist, dass den Toten anstelle des eigenen Kopfes ein Schrumpfkopf angenäht wurde. Die Beschreibungen dazu sind nichts für schwache Nerven. Für mich eher ein Plus.
Richard kümmert sich, neben den schwierigen Ermittlungen auch noch um Theres Lend, die wegen eines Giftanschlags im Krankenhaus ist und noch immer unter Ängsten leidet. Richard hatte ihr beim Anschlag durch sein schnelles Eingreifen nicht zum ersten Mal das Leben gerettet. Auch wenn er es sich nicht wirklich eingestehen will, fühlt er sich zu ihr hingezogen. Da er durch einen Unfall in der Kindheit recht entstellt aussieht und in der Vergangenheit bereits einmal fast die Kontrolle über sich und seine Wut verloren hat, weiß er nicht, ob er sich näher auf sie einlassen soll. Dabei scheint Theres vollstes Vertrauen zu ihm zu haben. Sie erzählt ihm Dinge, die sie nicht einmal ihrem Verlobten anvertraut. Alles hängt mit dem Haus des Grauens zusammen. In Ausschnitten erhält der Leser Einblicke in die grauenhaften Vorgänge dort, ohne den Gesamtzusammenhang zu erkennen. Das hat die Spannung bei mir mächtig steigen lassen.
Dann gibt es noch den Artistenzirkus in München. Den leitet Sarah, Richards Schwester und Richard unterstützt sie dort so gut er kann. Im Zirkus kommt es zu einem Unfall während der Vorstellung. Ein Unfall, der sich bei näherer Untersuchung als Mordanschlag herausstellt. Irgendwie kamen mir diese Abschnitte beim Lesen wie aus dem Zusammenhang gerissen vor. Erst nach Aufklärung des Wiener Falls und als Richard Sarah in München wieder besucht, schließt sich der Kreis. Denn hier wird deutlich, was Familie wirklich bedeutet. Insgesamt gesehen gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.

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