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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein historischer Roman, wie er sein muss!

TINTE und SCHWERT, Sonderedition
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Jacob war mir von Beginn an sehr sympathisch. Ein aufgeweckter Junge, ohne böse Gedanken hat es nicht leicht in Familie und Freundeskreis mit seiner Bildung. Er hinterfragt viel, wird viel geqält und bleibt ...

Jacob war mir von Beginn an sehr sympathisch. Ein aufgeweckter Junge, ohne böse Gedanken hat es nicht leicht in Familie und Freundeskreis mit seiner Bildung. Er hinterfragt viel, wird viel geqält und bleibt dabei aber ruhig und lässt es über sich ergehen. Wogegen Graf Heinrich von Hohenfels und sein Berater Moritz mit schlechten Gedanken und Taten aus der Not heraus agieren und sich dabei nicht nur einen Feind machen. Es wird wenig um die familären Zusammenhänge gesprochen, aber die Beschreibung von Land und handelnden Leute ist völlig ausreichend um sich schnell ins Buch zu finden. Die Zeit war hart und grausam und genauso erlesen wir auch die Seiten. Schonungslos wird uns hier alles bis ins Detail berichtet, aber nie langweilig. Gerade der Prolog und auch die Hexenverbrennung am Anfang zeigen uns schnell welch brutalen und detaillierten Schreibstil der Autor hat. Das mochte ich sehr. Man hat mich nicht nur von der ersten Seite ins Buch gezogen, sondern ich hatte stellenweise wirklich das Gefühl, dass ich dabei war. Durch die vielen Sinne, die hier bedacht werden bekommt man schnell ein komplett rundes Bild und das war klasse gemacht. Auch war die Entwicklung, die die Protagonisten durchleben, absolut authentisch und nachvollziehbar. Die Kapitel sind immer recht lang, weil sie jeweils entweder Heinrich oder Jacob begleiten, aber stört überhaupt nicht und man möchte gar nicht aufhören zu lesen. Später stößt noch Annas Perspektive dazu und wir erleben die Angst einer jungen Frau mitten in den Hexenprozessen.

Das Zusammenspiel aus der altertümlichen Sprache, der kargen, rauen Zeit und den blutig, brutalen Ereignissen haben wir hier einen grandiosen Pageturner, den ich jeden nur ans Herz lege, der sich mit historischen Romanen anfreunden kann. Große Empfehlung von meinem ersten Highlight des Jahres und ich freue mich ungemein auf jeden weiteren Band der Reihe und behalte den Autor gut im Blick!

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Sehr schönes Buch über das Meer und Sirenen!

Unbeugsam wie die See
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Beginnen wir mit dem wunderschönen Cover und enden in einer Geschichte, die für mich alles hatte. Die raue Oberfläche des Einbands passt perfekt zur Stimmung des Buches: wild, geheimnisvoll, anders und ...

Beginnen wir mit dem wunderschönen Cover und enden in einer Geschichte, die für mich alles hatte. Die raue Oberfläche des Einbands passt perfekt zur Stimmung des Buches: wild, geheimnisvoll, anders und auch das Bild darauf ist düster, ein bisschen magisch und voller kleiner Details. Das ist mein erstes Buch von Emilia Hart und ich bin schon sehr begeistert, welche Thematik und Umsetzung mich in das Buch gezogen hat. Als Leseprobe bei Vorablesen fing es an und mit der Freude über den Gewinn hörte es noch lange nicht auf. Das Buch spukte mir ständig im Kopf herum, denn ich konnte es kaum erwarten bis es hier war und ich mit dem Lesen beginnen konnte.
Alles beginnt mit einer Geburt, fernab jeglicher Zivilisation in einer Höhle am Meer. Es liest sich schon in den ersten Zeilen sehr atmosphärisch und baut im Nu Spannung auf. Erst spät wird klar, wie diese ersten Zeilen mit dem restlichen Geschehen zusammenhängen. Aber erst einmal geht es um Lucy, die - von Albträumen geplagt - sich in einer bedrohlichen Situation wiederfindet, von der sie sich sofort befreien muss und deshalb schwingt sie sich in ihr Auto und flieht zu ihrer Schwester Jess. Jess lebt seit geraumer Zeit an der australischen Küste in einem Haus, direkt am Meer in Comber Bay. Sie ist aber leider nicht zu finden, Handy am Kabel, Tür nicht versperrt und eine Stille im Haus, die so nicht sein sollte. Lucy findet ein Tagebuch und erhofft sich darin Hinweise zum Verbleib oder Absichten ihrer Schwester.
Parallel dazu geht es auf die Naiad. In dem Schiff werden Sklaven von Irland nach Australien verschifft und unter ihnen sind die Zwillinge Mary und Eliza. Wir lesen, wie beide sich emotional stützen und unter welchen unmenschlichen Bedingungen sie auf dem Schiff ausharren müssen. Die Schwestern leiden unter einer Wasserallergie und doch scheint das Meer eine magische Anziehungskraft auf sie auszuüben. Schlussendlich haben wir noch den Erzählstrang von Jess Tagebüchern, der recht spät im Buch beginnt, aber alles miteinander verbindet.
Es ist eine mystische Erzählweise. So wunderschön und doch verworren und sehr beklemmend. Ich bin sehr beeindruckt, wie bildgewaltig alles beschrieben wird und man gleichzeitig das Gefühl dieser Tristes bekommt. Der mystische und übernatürliche Standpunkt hat mir dabei mit am meisten gefallen. Ich liebe ja die weiten des Meeres und die unendliche Tiefe der See, die Gefahren und auch Schutz für viele bedeuten. Man gerät ins Schwärmen über die poetisch formulierten Zeilen und trotz der bedrohlichen und düsteren Stimmung konnte ich mir ab und an ein Lächeln über die schönen Phänomene nicht verkneifen. Es sind mehrere Ereignisse, die nebeneinander stehen, die abwechselnd erzählt werden und deren Ausgangspunkt der fiktive Ort Comber Bay ist. Rein geschichtlich gesehen erfahren wir schon erste Details im Vorwort über die Versklavung der irischen und britischen Sträflinge nach Australien und das ist nur eins von vielen interessanten Themen in dem Buch. Geheimnisse um die Bucht, Höhlen und die Steilwand aus Felsen runden den Eindruck noch ab und verbinden die Geschwisterpaare mit der Geschichte.
Der Punkt, das Jess Malerin ist und wie ihre Bilder beschrieben werden, fand ich sehr schön. Ich hätte auf alle Fälle ihre Vernissage über die Sirenen besucht. Die Eigenschaften des verschlafenen Örtchens und die sturen Einwohner darin waren sehr gut und treffend beschrieben, denn wir kennen doch alle den Tunnelblick Vereinzelter. Lucys Recherche-Aktivitäten dazu, haben daraufhin die Spannung wiederbelebt und die Artikel das Ganze etwas aufgelockert und so hüpfen wir durch die Zeiten und die Seiten fliegen nur so an uns vorbei.
Für mich ist es nicht nur ein hervorragender Sommerroman für den Urlaub am Meer, sondern auch eine schöne Spätsommerlektüre auf dem Balkon oder Couch mit Hinblick auf die schaurigen Monate und Halloween.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Geniale Pandemie-Dystopie, die ihr so bestimmt noch nicht gelesen habt!

All Better Now
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Also seit der Scythe Reihe habe ich diesen herausragenden Autor schon auf der Agenda und mich begeistern seine Bücher mit jeder Seite. Aber nicht nur dystopische Fantasie, sondern auch recht realitätsnahe ...

Also seit der Scythe Reihe habe ich diesen herausragenden Autor schon auf der Agenda und mich begeistern seine Bücher mit jeder Seite. Aber nicht nur dystopische Fantasie, sondern auch recht realitätsnahe Dystopien wie "Dry" lassen es einem kalt den Rücken runter laufen. Mit viel Recherche und einem tollen Schreibstil entdecken wir nun die Seiten von "All better Now", was mir freundlicherweise vom Verlag und Vorablesen zur Verfügung gestellt wurde. Ich freu mich wie verrückt drauf.

Mariel Mudroch lebt mit ihrer Mutter in einem Auto und wurschteln sich so durchs Leben. Mit viel Scharfsinn, einem enormen Zahlengedächtnis und etwas Trickserei kommen die beiden mehr schlecht als recht durch. Im Gegenzug dazu lernen wir Rón Escobedo kennen. Er ist der Sohn des drittreichsten Milliardärs und mit seinem Leben überaus unzufrieden. Als Mariel und ihre Mutter bei ihm ein AirBNB buchen lernen sich beide kennen und sind mehr als fasziniert voneinander. Durch einen neuen Virus auf Abstand gebracht und doch skeptisch, lernen wir hier die unterschiedlichen Anschauungen zweier Welten kennen und was die Entscheidungen der Oberen mit Ihnen machen. Denn nach der uns bekannten Corona-Pandemie tritt ein neues Virus auf, eine neue Variante mit den Namen Crown Royal. Doch die Menschen, welche eine Infektion überleben, empfinden keine negativen Gefühle mehr! Sie werden von Mitleid, Empathie und Glück geleitet. Hierbei wenden sie sich insbesondere vom Kapitalismus ab, ihr Charaktere verändert sich und es stellt sich die Frage: ist das wirklich besser? Ist dieser Zustand wirklich erstrebenswert?

Ich war nicht nur von der Leseprobe hin und weg, sondern auch von dem Buch. "All better Now" zeigt uns nicht nur wie eine Pandemie die Welt in 2 Fronten teilt, sondern auch sehr anschaulich und weitsichtig, was völlige Glückselig für tödliche Folgen haben kann. Mariel Mudroch, Ron Escobedo und Morgan Willmon stehen dabei im Fokus und sind nicht nur die Brücke der beiden Seiten, sondern auch die entscheidenden Handlungsträger der Geschichte. Nebenbei lesen wir auch noch von anderen Geschehnissen und Auswirkungen der Krankheit und sehen damit was für Folgen so ein glückliches, uneigennütziges Leben für Auswirkungen auf Industrie und Marktwirtschaft hat. Wenn alle ihren Fokus auf das Leben im Hier und Jetzt legen und nicht daran interessiert sind, mit neuen Produkten ihren Alltag zu verschönern, verschiebt sich der Fokus doch recht schnell auf andere Dinge. Das gefällt weder den Weltwirtschaftskräften noch der Produktion und Industrie. Aber auch die Opferbereitschaft der Genesenen wird anhand eines Bootsunglücks schnell deutlich. Die Kapitel sind zwar recht lang, aber durch die wechselnden Perspektiven und Handlungsorte verlieren wir weder die Spannung, noch das Durchhaltevermögen. Ich finde alles sehr gut durchdacht und vor allem erinnert es an die beklemmende Coronazeit und so spielt dieser Thriller auf amüsante Weise mit den damaligen Ängsten und der Hoffnungen. Die aufkeimenden Konflikte „Wir gegen sie“ und die Diskriminierung sind gut dargestellt und man kann sich ganz hervorragend in die Personen hineinversetzten. Ich wüsste nicht welches Lager ich bevorzugen würde, das liegt aber daran, dass ich alle Seiten zu lesen bekomme. Klar gibt es auch hier wieder überzogene Widerspenstigkeit und sture, machthungrige Gegenspieler, die nicht viele Sympathiepunkte sammeln, aber die Vergleiche Reichtum gegen Glück und Macht gegen Zukunft sind schon sehr gut herausgearbeitet. Gerade die Macht derjenigen, die auf die Unzufriedenheit der Menschen angewiesen sind, empfinde ich als einen richtig interessanten Aspekt bei dem Ganzen.

Vorerkrankungen wie Diabetes, einer Farbenblindheit der Farbe Blau erscheinen anfänglich willkürlich, geben dem Ganzen aber einen spannenden Effekt und verdeutlichen nochmal gut wie rund und gut durchdacht alles ist. Trotz seiner Länge und gewissen Wiederholungen habe ich mich keine Sekunde gelangweilt und habe es gerne zur Hand genommen. Es ist einfach richtig stark geplottet und eine unfassbar gute Idee. Dazu noch der hervorragende Schreibstil und die für mich perfekt durchdachten Charaktere, runden das Ganze zusätzlich ab und ich hatte eine große Freude beim Lesen. Obwohl ich nach wie vor genervt von dem Thema Corona bin, hat mich das hier in keinster Weise gestört und das heißt schon etwas.

Ich kann das Buch einfach jedem empfehlen, obwohl es in die Kategorie der Jugendliteratur geordnet wird, finde ich es ist für alle Altersgruppen etwas. Leider merkt man gegen Ende, das ein zweiter Teil geplant ist und nun muss ich mich gedulden bis 2027 um endlich zu wissen, wie es ausgeht. Aber das Buch steht definitiv schon auf meiner Merkliste und sollte auch zu Eurer gehören.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Ein Haus in einem alten Geisterdorf in Italien, ein Traum, der zum Albtraum wird...

Der dunkle Sommer
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Mit Vera Buck und mir fing es schon mit "Runa" an, was ein absolut großartiges Buch über ein Mädchen in einer psychiatrischen Anstalt im Jahre 1884 ist und wo sehr eindringlich beschrieben wird, wie man ...

Mit Vera Buck und mir fing es schon mit "Runa" an, was ein absolut großartiges Buch über ein Mädchen in einer psychiatrischen Anstalt im Jahre 1884 ist und wo sehr eindringlich beschrieben wird, wie man mit hysterischen Frauen zu dieser Zeit umging. Mit der Zirkusgeschichte, die danach folgte konnte ich zwar nicht viel anfangen, aber die anderen sind ebenso durch die Bank weg zu empfehlen, wie dieses Hier.

Wir wechseln zwischen 4 Personen aus ihren persönlichen Ich-Perspektiven in zwei verschiedenen Zeitebenen. Zum einen haben wir Tilda, die ein Haus in der verlassenen Stadt Botigalli auf Sardinien für 1 Euro kauft und damit die erste Bewohnerin seit langer Zeit wieder ist. Sie ist Innenarchitektin und fängt alleine an die große Villa zu restaurieren und damit vor ihren Problemen in Deutschland davon zu laufen. Dann haben wir noch Enzo, ein ambitionierter Journalist, der die Geschichte rund um Botigalli niederschreiben und festhalten möchte. Dazu unterhält er sich mit dem letzten Anwohner der Stadt Silvio und versucht durch die Sturheit des Alten an die Geschichte zu kommen. Dann ist da noch Franca, die um 1980 mit ihrer Familie in der noch voll bewohnten Stadt wohnt und uns in die Zeit vor dem Massaker mitnimmt. Auch lesen wir ganz selten von einem Entführungsopfer und deren Qualen. Warum sich um die Stadt so viele Geistergeschichten ranken und was wirklich passiert ist, ist eine spannende und auch stellenweise gruselige Geschichte, die sich Stück für Stück zu einem tollen Bild zusammenfügt.

Anfänglich waren mir die Personen sehr unnahbar dargestellt. Man kennt weder die Gründe, noch den Antrieb für diese Faszination in der Geisterstadt, aber nach und nach schält man wie bei einer Zwiebel die Schichten ab und entdeckt viele Details über eine grausige Vergangenheit von Tilda, den Ehrgeiz von Enzo und auch die Kindheit in der sich Franca bis zum Heranwachsen macht. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr und es liest sich wieder schnell und rasant weg. Die Spannung wird mit jeder Seite höher und auch der Gruselfaktor ist hier gegeben. Das italienische Flair und die Beschreibungen von Essen, Dolce Vita und der Ruhe sind sehr angenehm und bildhaft beschrieben. Es ist ein tolles Buch um sich auf den Sommer und den Urlaub einzustellen. Was damals in dem kleinen Städtchen passiert ist, wie Enzo und Tilda dem Ganzen auf die Spur gehen, hat schon etwas Faszinierendes. Ich dachte schon, ich lebe in einem zänkischem Bergdörfchen, wo Gerüchte schneller die Runde machen, als man schauen kann, aber die Einwohner hier übertreffen das noch bei weitem. Das wirkt sich auch auf die Stimmung im Buch aus. Nicht nur durch die drückende italienische Hitze im Sommer, nein auch die feindseligen Bewohner der Insel und alles drumherum ist angespannt und bedrohlich. Am Ende überschlagen sich wieder die Ereignisse und man wird durch den Strudel durchgezogen. Wichtig finde ich auch das Nachwort. Auch wenn viele dies immer auslassen, lohnt es hier doch einen Blick, weil ein paar Sachen im Buch aufgegriffen wurden, die in Italien wirklich so passiert sind und damit die traurigen Geschehnisse noch intensiver machen und zum Nachdenken anregen.

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und es ist die optimale Reiselektüre für den Sommer oder eben das Buch für sonnige Tage auf dem Balkon oder im Garten, die mit einem spannenden Thriller genossen werden wollen. Ein richtig düsterer Pageturner mit sehr tiefgehender Thematik, also schnappt euch dazu ein kühles Getränk und genießt die Jagd durch die Zeiten und über die italienische Insel Sardinien!

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Veröffentlicht am 24.02.2025

122 Überlebende, 1 Mörder, 107 Stunden bis zum Ende der Welt!

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Überleben auf der Welt ist nur noch möglich auf einer kleinen Insel, da der Rest durch einen undurchdringlichen Nebel ausgelöscht wurde. Verantwortlich dafür sind drei Wissenschaftler, die auf der Insel ...

Überleben auf der Welt ist nur noch möglich auf einer kleinen Insel, da der Rest durch einen undurchdringlichen Nebel ausgelöscht wurde. Verantwortlich dafür sind drei Wissenschaftler, die auf der Insel auch als die Ältesten bekannt sind. Sie sind die einzigen die die Apokalypse damals miterlebten und einen Weg gefunden haben die Insel zu schützen. Nur leider ist der Friede durch den Tod eines Ältesten davon bedroht und wir lesen die Geschichte unter dem Druck einer Zeituhr, die auch noch das letzte Leben auslöschen wird.

Abi ist eine Stimme in dem Kopf eines jeden Bewohners und mit dieser allwissenden Stimme lernen wir die Insel, ihre Bewohner und den Alltag kennen. Niema, Hephaistos und Thea sind die drei Ältesten, die schon mehr als 100 Jahre ihr Leben auf der kleinen Insel verbringen. Diese Gunst ist leider nur den Dreien gewährt, denn jeder andere Bewohner stirbt an seinem 60. Geburtstag. Neben nützlichen Aufgaben zum Gemeindewohl gibt es auch feste Schlafzeiten, wichtige Regeln und eine Schule, die jedem Neuling erstmal die Situation erklärt und wie zerbrechlich das Gefüge ist. Der Alltag ist somit jeden Tag gleich und nichts darf davon abweichen. Da Abi alle Gedanken kennt und er auch zu jedem Bewohner spricht, sollte man meinen, dass ein Mordfall unmöglich erscheint, aber genau diesen kleinen Krimi erleben wir und nun begibt sich Emory auf die Suche nach dem Täter um alle zu retten.

Wie wir es von Stuart Turton gewöhnt sind, wartet auch hier wieder ein tolles Buch auf euch. Durch die allwissende Erzählweise nimmt man eigentlich an, dem Rätsel recht schnell auf die Spur zu kommen und dennoch macht das Lesen und erkunden die ganze Zeit über Spaß. Es ist spannend in jeden einmal hinein zu hüpfen und seine Gründe oder Anschauungen zu lauschen und damit bekommen wir eine abwechslungsreiche und interessante Geschichte präsentiert. Obwohl die Bewohner angehalten sind nicht übermäßig emotional zu reagieren, geht einem die Geschichte doch recht oft nahe und mit jeder überraschenden Wendung zieht es einen mehr ins Buch.

Nicht nur das dystopische Konstrukt, was diese Welt ausmacht, auch jede Nachforschung was den Mord angeht ist ein toller Mix verschiedener Genre. Perfekt vereint und ereignisreich verfasst macht das Lesen einfach nur Spaß und ich konnte es selten aus der Hand legen. Auch wenn ich nicht der größte Fan von Krimis bin, finde ich ihn hier sehr unterhaltsam und somit kann ich das Buch jeden empfehlen, der offene für neue Welten, Probleme und deren Lösung ist.

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