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Veröffentlicht am 05.09.2025

Leider wurde das Potential nicht ausgeschöpft

Die Sprache der Drachen
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Britannia, 1923: Die 17jährige Vivien Featherswallow möchte nichts lieber, als an der Akademie für Drachenlinguistik aufgenommen zu werden, dafür tut sie wirklich alles. Als die Kanzlerin der Akademie, ...

Britannia, 1923: Die 17jährige Vivien Featherswallow möchte nichts lieber, als an der Akademie für Drachenlinguistik aufgenommen zu werden, dafür tut sie wirklich alles. Als die Kanzlerin der Akademie, Rita Hollingsworth, zu ihrer Familie zu Besuch kommt, hofft sie, diese von sich überzeugen zu können, doch dann kommt alles ganz anders, denn ihre Eltern werden als Rebellen verhaftet, und Vivien und ihrer kleinen Schwester Ursa droht der Absturz in die unterste Gesellschaftsklasse.

Der Roman spielt in einer Parallelwelt zu unserer, neben Menschen bevölkern Drachen die Erde, erst vor nicht allzu langer Zeit endete in Britannia, unserem Großbritannien, ein Krieg zwischen diesen beiden Völkern, nun gibt es ein Friedensabkommen, das allerdings für beide Seiten auch Nachteile mit sich bringt, weswegen sich Rebellen etabliert haben.

Menschen und Drachen sprechen zwar unterschiedliche Sprachen, doch es gibt in beiden Völkern welche, die die jeweils andere Sprache sprechen. Vivien ist darin besonders begabt. Sie bekommt daher noch eine Chance. Mit mehreren anderen jungen Menschen soll sie bestimmte Drachenfähigkeiten näher erforschen, sie selbst soll eine besondere Drachensprache nutzbar machen.

Der Plot klingt sehr interessant, Drachen und die Besonderheiten von Sprachen finde ich interessant, ich mag auch Welten, die nah an unserer eigenen sind. Und in diesen Bereichen konnte der Roman mich auch abholen. Die Drachen sind so unterschiedlich wie Menschen, jedes Individuum ist anders. Es gibt ein paar, die man ein bisschen näher, aber leider nur eine Drachin, die man relativ gut kennenlernt. Die Autorin ist selbst Dolmetscherin, sie weiß, dass es nicht damit getan ist, Sprachen wörtlich zu übersetzen, das fließt auch sehr gelungen in die Geschichte ein. Die besondere Sprache der Drachen, wird nach und nach aufgedeckt, ihre Besonderheiten gefallen mir gut. Auch die Welt ist der Autorin gut gelungen, selbst wollte ich aber nicht in ihr leben, vor allem nicht in diesem Britannia.

Weniger abholen konnte mich der Roman mit seiner Protagonistin. Diese ist in meinen Augen sehr unsympathisch, unglaublich, was sie aus Selbstbezogenheit bereit ist, zu tun. Die Autorin lässt sie selbst in Ich-Form erzählen, dadurch war es für noch schwieriger, ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen zu können. Durch und durch indoktriniert konnte sie sich kaum anderen Meinungen und Gedankengängen öffnen, und wenn doch, war das Warum für mich wenig nachvollziehbar, wirkte zu aufgesetzt. Leider kamen mir auch die anderen Charaktere nicht nahe, nur bei ein, zwei gelang das ein Stück weit. Das sorgte leider dafür, dass ich emotional kaum angesprochen wurde. Die Liebesgeschichte zwischen Vivien und einem der anderen Jugendlichen konnte ich weder nachvollziehen noch nachfühlen. Schwierig finde ich auch die doch sehr explizite Gewalt, auf die man hier in vielfacher Form trifft. Schon das Gesellschaftssystem an sich mit seinem ungerechten Klassensystem gehört dazu, es wird aber noch deutlich unangenehmer.

Im Anschluss an den Roman enthält das Buch noch ein Bonuskapitel, in dem die erste Begegnung mit Vivien aus Sicht des anderen Parts der Liebesgeschichte berichtet wird. Das Ende des Romans ist leider noch nicht das Ende der Geschichte. Ob ich weiterlesen möchte, weiß ich noch.

„Die Sprache der Drachen“ lässt mich zwiegespalten zurück. Der Plot ist interessant, ebenso die Welt sowie die Drachen und ihre Sprachen. Mit der Protagonistin wurde ich dagegen gar nicht warm, und auch die anderen Charaktere blieben mir zu oberflächlich und berührten mich bis auf wenige Ausnahmen kaum. Es fällt mir schwer, den Roman abschließend zu beurteilen, aber ich fürchte mehr als gute 3 Sterne bleiben nicht übrig. Das Potential der Geschichte wurde nicht ausgeschöpft.

Veröffentlicht am 29.07.2025

Novelle über eine her unbekannte historische Persönlichkeit

Der fränkische Uhrmacher
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Die Novelle erzählt aus dem Leben des Schweizer Uhrmachers Rudolf Stadler, der im 17. Jahrhundert in den Orient auswanderte, wo er zunächst in Konstantinopel für den Herrscher des Osmanischen Reiches arbeitete, ...

Die Novelle erzählt aus dem Leben des Schweizer Uhrmachers Rudolf Stadler, der im 17. Jahrhundert in den Orient auswanderte, wo er zunächst in Konstantinopel für den Herrscher des Osmanischen Reiches arbeitete, und schließlich in Isfahan beim persischen Schah landete, wo er großen Ruhm erlangte, schließlich aber tief fiel.

Rudolf Stadler gab es wirklich, und die Geschichte erzählt von seinem tatsächlichen Leben, das natürlich fiktiv unterfüttert wird, denn seine tatsächlichen Gedanken, vieles was er erlebt hat, und die Gespräche die er geführt hat, sind sicher nicht überliefert.

Die Erzählweise passt gut zum orientalischen Setting, immer wieder werden Anekdoten eingestreut, auch von Menschen, denen Stadler unterwegs begegnet und die aus ihrem Leben erzählen. So erfährt man manches über das Leben dort zur damaligen Zeit. Der Protagonist kam mir aber leider nicht wirklich nahe, stellenweise fand ich ihn sogar eher unsympathisch, zum Beispiel, als er osmanische Würdenträger zum Narren hält, so dass mein Interesse an seinem Leben recht schnell nachließ, und der Roman meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte.

Das Setting ist ansprechend, der Protagonist dagegen kam mir wenig nahe, am Ende hat mich die Novelle nicht so unterhalten, wie ich es mir erhofft hatte. Am ehesten empfehlen kann ich die Novelle daher jenen, die sich für diese Zeit interessiert und etwas über eine eher unbekannte historische Persönlichkeit erfahren möchten.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Interessanter Beginn, wenig nachvollziehbares Ende

Das Ministerium der Zeit
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In einer nahen, nicht näher bezeichneten Zukunft gelingt es in Großbritannien, mehrere Personen aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu holen. Diesen werden Personen zur Seite gestellt, die sie begleiten ...

In einer nahen, nicht näher bezeichneten Zukunft gelingt es in Großbritannien, mehrere Personen aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu holen. Diesen werden Personen zur Seite gestellt, die sie begleiten sollen, denn keiner weiß, wie der Transfer auf die Menschen wirkt.

Eine dieser Personen ist die namenlose Ich-Erzählerin, diese kümmert sich um Graham Gore, einem Mitglied der Franklin-Expedition und eine tatsächliche historische Persönlichkeit. Wie die anderen sogenannten Expats gilt er in der Vergangeheit als verstorben.

Der Roman hat zehn Kapitel, wobei, eigentlich sind es zwanzig, denn jede Kapitelnummer gibt es zweimal, einmal, in römischen Ziffern, geht es in die Vergangenheit, wo man zunächst Graham Gore begleitet, später dann erfährt, was nach seinem Tod beziehungsweise Transfer in Zusammenhang mit der Expedition weiter passiert ist. Die Kapitel mit den arabischen Ziffern erzählen, was in der Gegenwart passiert, und zwar, wie schon erwähnt aus der Perspektive der Begleiterin Graham Gores. Hin und wieder, allerdings nicht sehr oft, spricht die Ich-Erzählerin jemand direkt mit „Du“ an, wobei ich als Leserin mich davon nicht angesprochen fühlte, und auch am Ende ist mir nicht ganz klar, wer „Du“ sein soll.

So sind diese beiden die Hauptcharaktere, man lernt aber auch andere Charaktere näher kennen, zum Beispiel die anderen Expats, und erfährt auch, wie diese, die immerhin aus verschiedenen Jahrhunderten (17. bis 20. Jahrhundert) stammen, untereinander agieren und jeweils mit der Situation klar kommen. Das fand ich recht interessant und auch nachvollziehbar erzählt.

Erlebt man zunächst nur mit, wie sich die veränderten Umstände auf alle auswirken, und wie mit den Expats umgegangen wird, die im Grunde ein Experiment sind, kommt es in der zweiten Hälfte zu einer Wendung, die lebensgefährlich wird.

Verzichten hätte ich auf die Liebesgeschichte können, die sich zunächst nur andeutet, später nicht nur greifbarer, sondern dann auch zu ausführlich erzählt wird. Leider hat mich da schon, etwa ab dem letzten Viertel, die Geschichte etwas verloren, danach dann immer mehr. Gegen Ende erschien sie mir immer weniger nachvollziehbar.

Mir hat die Geschichte leider nicht durchgehend gefallen, zunächst fand ich sie recht originell, doch gegen Ende verlor sie in meinen Augen immer mehr an Logik. Schade, da wurde einiges an Potential verschenkt. Da ich den Roman recht lange ganz gut fand, vergebe ich noch 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Gelungenes Worldbuilding, weniger gelungene Charaktere und Erzählweise

Verlorene Städte (Die Lichter unter London 1)
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Vor einigen Jahrzehnten wurden unterhalb der Londoner U-Bahn geheimnisvolle Katakomben entdeckt. Die Mudlarks, ehemals Schatzsucher im Schlamm der Themse, machen es sich zur Aufgabe, diese zu erforschen. ...

Vor einigen Jahrzehnten wurden unterhalb der Londoner U-Bahn geheimnisvolle Katakomben entdeckt. Die Mudlarks, ehemals Schatzsucher im Schlamm der Themse, machen es sich zur Aufgabe, diese zu erforschen.

Ein nicht ganz durchdachter Deal bringt Maeve O‘Sullivan dazu, nicht nur die Führung in die Katakomben, sondern auch die sicheren Wege zu verlassen, und so findet sie sich nun alleine wieder, ohne zu wissen, wo sie ist, und wie sie wieder nach oben kommt. Als Studentin der Katakombenforschung weiß sie zudem, dass es nicht dort nicht ungefährlich ist, es gibt gefährliche Pflanzen und Wesen, und sie ist auch noch ohne Verpflegung unterwegs.

Der Roman, erster Band einer Dilogie, bringt Maeve und die Leser:innen in die obersten vier Teile dieser Unterwelt, insgesamt soll es sieben geben, so dass es auch für den zweiten Band noch einiges zu entdecken geben wird. Anna Herzel zeigt dabei viel Phantasie, die einzelnen Teile, Drops genannt, sind sehr unterschiedlich und werden anschaulich und phantasievoll beschrieben, man sieht sie direkt vor sich. Alle haben aber auch ihre eigenen Gefahren.

Alleine wäre Maeve sicher nicht weit gekommen, zum Glück trifft sie auf einige Menschen, die ihr weiterhelfen können. Da ist zum Beispiel Blaise, der schon viele Jahre in der Unterwelt lebt, auch einige Mudlarks kreuzen ihren Weg. Gerade mit letzteren wird sie nicht nur gute Erfahrungen machen.

Leider entwickelte sich der Roman für mich sehr ambivalent. Die sehr phantasievolle Welt, deren Fauna und Flora immer wieder Überraschungen birgt, gefällt mir gut. Bei den Charakteren sieht das ein bisschen anders aus. Gerade Maeve kommt mir leider gar nicht nahe, auch wenn sie die Geschichte selbst in Ich-Form erzählt. Ich kann sie nicht richtig greifen, auch, weil sie Dinge tut, die oft naiv, manchmal auch dumm sind. Immerhin ist ihr die Unterwelt nicht ganz unbekannt, sie studiert sie schließlich, auch wenn sie noch nicht selbst vor Ort war. Unbedarftes Handeln kann sie hier in größte Gefahr bringen, das sollte ihr klar sein, hätte ihr schon klar sein müssen, bevor sie sich überhaupt hierher begeben hat. Manchmal hat man das Gefühl keine erwachsene Person vor sich zu haben. Ohne ihre Begleiter:innen könnte sie nicht überleben.

Die Erzählweise erscheint mir oft etwas holperig, gerade da, wo sie wohl poetisch sein soll, kommt das bei mir nicht richtig an. Manche Worte finde ich nicht ganz passend, und auch die Logik scheint mir manchmal ein wenig auf der Strecke zu bleiben. Etwas gestört haben mich die dauernden Andeutungen, dass sowohl Blaise als auch Maeve in ihrer Vergangenheit Traumata erlebt haben, dies wurde mir zu langgezogen. Das sollte wohl Spannung erzeugen, hat bei mir aber eher das Gegenteil erzeugt, zumal ich früh ahnte, was passiert sein musste.

Gestört hat mich auch die sich entwickelnde Problematik um die Mudlarks, die es für eine spannende Story gar nicht in dieser sehr extremen Weise gebraucht hätte. Ich hatte hier ständig das Gefühl von aufgesetzt und überzogen.

Ansonsten ist die Geschichte immer wieder spannend, und am Ende war ich auf jeden Fall neugierig genug, um auch den zweiten Band lesen zu wollen.

Bei mir punktete der Roman vor allem durch die phantasievolle Welt, hier bin ich auch gespannt, auf die weiteren Drops. Leider konnte mich der Roman nicht in allem überzeugen, vor allem Maeve machte es mir schwer, sie zu mögen, und die Gegenspieler:innen erschienen mir unnötig

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Mir hat der Roman mehr versprochen, als er halten konnte

Die Melodie der Lagune
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1696 wird ein neugeborenes Mädchen in der Mauernische eines Venediger Waisenhauses abgelegt. Im Ospedale della Pietà wird nicht nur dafür gesorgt, dass die Mädchen überleben, nein, sie können, bei entsprechendem ...

1696 wird ein neugeborenes Mädchen in der Mauernische eines Venediger Waisenhauses abgelegt. Im Ospedale della Pietà wird nicht nur dafür gesorgt, dass die Mädchen überleben, nein, sie können, bei entsprechendem Talent, ein oder mehrere Instrumente lernen, und womöglich sogar in das berühmte Orchester des Waisenhauses aufgenommen werden. Anna Maria wird eine von ihnen sein, nein, mehr noch, sie wird ein ganz besonderes Talent entwickeln.

Anna Maria della Pietà hat tatsächlich gelebt, allerdings ist dieser Roman eine fiktive Geschichte, da wenig über sie bekannt ist. Dass sie ein großes Talent war, weiß man aber.

Ein anderer großer Name des Romans ist Antonio Vivaldi, obwohl er namentlich tatsächlich nie genannt wird, lediglich sein Vorname taucht einmal auf, und man erfährt einen Teil seiner Geschichte. Dennoch, auch wenn er nicht im Klappentext, der historischen Vorbemerkung und im Nachwort genannt worden wäre, wäre nur eine kleine Recherche nötig, um zu erfahren, wer hier immer nur als „der Lehrer“ betitelt wird. Dass, wie hier mehr als angedeutet wird, viele seiner Werke von den Mädchen des Ospedale beeinflusst wurden, scheint mittlerweile wissenschaftlich deutlich zu sein. Meiner Meinung nach kommt Vivaldi in diesem Roman nicht besonders gut weg.

Auch Anna Maria kommt meiner Meinung nach nicht gut weg. Die Autorin zeichnet das Bild einerv von Kindheit an zwar hochbegabten, aber auch mehr als ehrgeizigen, arroganten, egoistischen, von sich sehr eingenommenen Musikerin, der die Karriere wichtiger ist als Freundschaften, die Neid und Missgunst entwickelt und sich über andere stellt. Das macht sie alles nicht sehr sympathisch, und das machte mir den Roman nicht immer angenehm zu lesen. Kann man davon ausgehen, dass die Mädchen des Ospedale damals so sein mussten, um musikalisch herauszuragen? Vielleicht, allerdings zeichnet die Autorin nur Anna Maria so, andere der Mädchen, auch solche mit viel Talent, werden anders charakterisiert. Erst im späteren Verlauf des Romans macht Anna Maria, allerdings mehr gezwungenermaßen, eine charakterliche Entwicklung durch.

Die Musik steht im Fokus des Romans, und das ist auch gut so. Da Anna Maria die Töne der Welt in Farben sieht, spielt das auch im Roman eine große Rolle. Das fand ich schön, das konnte ich mir auch gut vorstellen, da die Autorin da passende Worte findet, auch wenn ich das Abschweifen in Visionen nicht ganz nachvollziehen konnte. Hier ist es Harriet Constable aber sehr gut gelungen, Anna Marias besondere Beziehung zur Musik und ihr Talent deutlich zu machen. Die Sprache des Romans ist daher manchmal sehr poetisch.

Anna Maria ist eine der Frauen, die im Schatten eines Mannes lebte, der den Erfolg für sich verbuchen konnte, da sie als Frau gesellschaftlich weniger anerkannt wurde. Sie wurde schon gefeiert, weil sie Musik zu etwas besonderem machen konnte, aber es wurde nicht anerkannt, dass sie auch Musik erschaffen, also selbst komponieren konnte. Dafür heimste Vivaldi den Erfolg ein. Inwieweit Anna Maria tatsächlich eigenständig komponiert hat, ist wohl nicht überliefert, dass sie oder andere des Ospedale seine Werke beeinflusst haben, habe ich oben schon erläutert.

Leider konnte mich der Roman nicht durchgehend packen, das hatte ich anders erhofft, liegt aber zu großen Teilen daran, dass ich keinen rechten Zugang zu Anna Maria und auch ihrem Lehrer finden konnte. So fand ich auch gefühlsmäßig nicht zu ihr. Ich empfand zudem vieles als überdramatisch dargestellt, immerhin ist das meiste fiktiv. Anrechnen muss ich dem Roman aber auf jeden Fall, dass er mich auf Anna Maria della Pietà aufmerksam gemacht hat, und ich dadurch von einer großen Musikerin erfahren habe.

Mir hat der Roman mehr versprochen, als er letztlich halten konnte. Vor allem, dass mir die Protagonistin nicht nahe kam, finde ich sehr schade.