Zwischen schmerzhaft und selbstbestimmt
HeroEs ist schon lange her, dass ich so viel Mehrwert für mich aus einem Roman ziehen konnte. Ich markiere grundsätzlich nie Zitate etc. in Büchern - würde ich es aber machen, wäre »Hero« kunterbunt geworden. ...
Es ist schon lange her, dass ich so viel Mehrwert für mich aus einem Roman ziehen konnte. Ich markiere grundsätzlich nie Zitate etc. in Büchern - würde ich es aber machen, wäre »Hero« kunterbunt geworden.
But first things first, ich habe mir mit der Geschichte und dem Erzählstil wahnsinnig schwer getan. Ich habe gelesen, aber nicht verstanden. Heros Gedanken und Erzählungen waren sehr fragmentarisch, durcheinander, wirr - und da konnte ich mich bis zum Schluss einfach nicht einfinden. Ich wäre gerne mit ihr auf einer Wellenlänge gewesen, habe mir aber schon früh eingestehen müssen, dass es nichts wird.
Und trotzdem habe ich Seite um Seite gebannt gelesen. Katie Buckley hat meine eigenen Beobachtungen und mein eigenes Empfinden so oft in einfache, aber in zu 100 % passende Worte verpackt, sodass ich mich wirklich gesehen gefühlt habe. Das war für mich eine krasse Erfahrung.
»Hero« war sehr poetisch, stellenweise schmerzhaft, aber auch hoffnungsvoll und selbstbestimmt. Toxische Beziehungen wurden durchbrochen und das weibliche Rollenbild in einer männergemachten Gesellschaft wurde genaustens seziert - und diese Gedanken habe ich aufgesaugt wie ein Schwamm.
Mir hat »Hero« gut getan, obwohl ich noch immer nicht weiß, was Hero in den sieben Tagen, in die der Roman aufgeteilt ist, wirklich gemacht hat oder an welchen Stellen nur eine Erinnerung mit dem Leser geteilt wurde. Aber eins weiß ich dennoch: »Hero« hinterfragt, analysiert und gibt Antworten. Und ich will es unbedingt noch einmal lesen.