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Karolina_Hruskova

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2025

Zwischen schmerzhaft und selbstbestimmt

Hero
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Es ist schon lange her, dass ich so viel Mehrwert für mich aus einem Roman ziehen konnte. Ich markiere grundsätzlich nie Zitate etc. in Büchern - würde ich es aber machen, wäre »Hero« kunterbunt geworden. ...

Es ist schon lange her, dass ich so viel Mehrwert für mich aus einem Roman ziehen konnte. Ich markiere grundsätzlich nie Zitate etc. in Büchern - würde ich es aber machen, wäre »Hero« kunterbunt geworden.

But first things first, ich habe mir mit der Geschichte und dem Erzählstil wahnsinnig schwer getan. Ich habe gelesen, aber nicht verstanden. Heros Gedanken und Erzählungen waren sehr fragmentarisch, durcheinander, wirr - und da konnte ich mich bis zum Schluss einfach nicht einfinden. Ich wäre gerne mit ihr auf einer Wellenlänge gewesen, habe mir aber schon früh eingestehen müssen, dass es nichts wird.

Und trotzdem habe ich Seite um Seite gebannt gelesen. Katie Buckley hat meine eigenen Beobachtungen und mein eigenes Empfinden so oft in einfache, aber in zu 100 % passende Worte verpackt, sodass ich mich wirklich gesehen gefühlt habe. Das war für mich eine krasse Erfahrung.

»Hero« war sehr poetisch, stellenweise schmerzhaft, aber auch hoffnungsvoll und selbstbestimmt. Toxische Beziehungen wurden durchbrochen und das weibliche Rollenbild in einer männergemachten Gesellschaft wurde genaustens seziert - und diese Gedanken habe ich aufgesaugt wie ein Schwamm.

Mir hat »Hero« gut getan, obwohl ich noch immer nicht weiß, was Hero in den sieben Tagen, in die der Roman aufgeteilt ist, wirklich gemacht hat oder an welchen Stellen nur eine Erinnerung mit dem Leser geteilt wurde. Aber eins weiß ich dennoch: »Hero« hinterfragt, analysiert und gibt Antworten. Und ich will es unbedingt noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Krönender Abschluss der Reihe mit kleinen Mängeln

Kings of Cypress Pointe - Hidden Truth
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Ich verstehe absolut nicht, warum die Reihe nicht viel mehr Aufmerksamkeit bekommt! Von Anfang an hat sie mich gefesselt und deshalb war ich mehr als hyped, als endlich der finale Teil erschien.

Und ganz ...

Ich verstehe absolut nicht, warum die Reihe nicht viel mehr Aufmerksamkeit bekommt! Von Anfang an hat sie mich gefesselt und deshalb war ich mehr als hyped, als endlich der finale Teil erschien.

Und ganz ehrlich: Ich habe etwas zu viel erwartet. Extrem vieles hat mir daran zwar gefallen, aber leider haben mich auch wichtige Punkte enttäuscht.

Die Storyline und Figuren mochte ich sehr. Blue und West sind für mich ein unschlagbares Team, denn sie streiten nicht unnötig, kommunizieren offen und ehrlich auf gleicher Augenhöhe und verhalten sich sehr erwachsen. Ihr Umgang miteinander war wirklich schön zu lesen und war einer der Gründe, weshalb v.a. »Hidden Truth« besonders aus der Reihe hervorsticht. Auch die Nebencharaktere haben die Handlung gut ergänzt, wenn auch hier und da etwas vorhersehbar. Auch die Sprache war flüssig zu lesen. Rundum hat mir das sehr gut gefallen.

Leider war es aber auch so, dass die Handlung wahrscheinlich glaubhafter mit erwachsenen Protagonisten gewesen wäre. Ich meine - Jugendliche, die ein Verbrechen in diesem Ausmaß aufklären? Damit konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Auch die Auflösung, das große Finale, war mir zu flach. Lange wurde darauf hingearbeitet, aber dann wurde alles plötzlich abgekürzt.

Abgesehen davon habe ich die Reihe sehr geliebt. »Hidden Truth« ist der krönende Abschluss mit kleinen Mängeln, über die ich aber bereitwillig hinwegsehen kann. Immerhin hat mich sonst alles immens angesprochen: starke Charaktere, fesselnde Handlung, packender Schreibstil. Daher freue ich mich unheimlich darüber, dass die Reihe noch durch zwei Spin-Offs ergänzt wird!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Dysfunktionale Familienverhältnisse

Kankos Reise
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Nachdem ich ihren Roman »Idol in Flammen« bereits sehr beklemmend fand, hat es Rin Usami erneut geschafft, mich komplett von der Stimmung ihres neuen Romans zu überwältigen. Während man Kanko auf ihrer ...

Nachdem ich ihren Roman »Idol in Flammen« bereits sehr beklemmend fand, hat es Rin Usami erneut geschafft, mich komplett von der Stimmung ihres neuen Romans zu überwältigen. Während man Kanko auf ihrer Reise, einem Roadtrip mit ihrer Familie, begleitet, haben sich bei mir sehr gegensätzliche Gefühle entwickelt.

Die Story war zeitweise zermürbend. Kanko war sehr ambivalent in der Beziehung zu ihren Eltern. Der Vater ist gewalttätig, kontrollierend und erbarmungslos, die Mutter manipulierend, alkoholkrank und seit einem Schlaganfall stark verändert. Kanko ist diese Toxizität zwar irgendwie bewusst, aber aus einem falschen Verantwortungsgefühl heraus übernimmt sie die elterliche Rolle. Zu ihrem Vater blickt sie ehrfürchtig auf, ihrer Mutter gegenüber ist sie extrem sensibel, was ihren Gemütszustand betrifft. So vieles war falsch daran. Druck bekommt sie zusätzlich durch ihre Brüder, die die Familie schon längst verlassen haben, die Kanko aber nur Vorwürfe wegen ihrer Passivität machen und sie abweisen statt ihr einen konkreten Ausweg zu bieten.

Die ganze Familie war dysfunktional und Kanko mittendrin. Fehlte es ihr an Stärke, um die Eltern genauso wie die Brüder hinter sich zu lassen? War es Bequemlichkeit? Waren es ihre Depressionen, die niemanden interessiert haben? Erst als sie ihren eigenen kleinen safe space findet, findet sie zumindest dadurch Ruhe.

»Kankos Reise« war ein interessanter Einblick in eine Familiendynamik, die von Außenstehenden schlicht unbegreiflich ist. Ein Roman, der noch lange nachhallt und der viel Schmerz, Wut und Unverständnis in sich vereint.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Phänomen OnlyFans: Mom-Edition

Only Margo
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Aus meiner Sicht ist der Roman nur alleine wegen seines Covers eine 10/10! Aber auch der Inhalt ist überzeugend: Margo, eine junge Studentin, verliert das pull out game mit ihrem Collegeprofessor und wird ...

Aus meiner Sicht ist der Roman nur alleine wegen seines Covers eine 10/10! Aber auch der Inhalt ist überzeugend: Margo, eine junge Studentin, verliert das pull out game mit ihrem Collegeprofessor und wird ungewollt schwanger. Beistand erhält sie nur von ihrem Vater, einem Ex-Wrestler mit Drogenproblemen. Um Geld zu verdienen, beginnt Margo schließlich mit OnlyFans. Klingt völlig schräg und ist auch genau das.

Und trotzdem steckt hinter Margos Geschichte noch so viel mehr als eine abgefahrene Kombination aus Babys, Wrestling und OnlyFans. Von Anfang an wird ihr vorgeschrieben, was das Beste für sie sei. Sie wird unterschätzt, klein geredet und bevormundet. Margo erwacht dann jedoch endlich aus ihrer anfänglichen Starre, als sie begreift, dass sie auch als Mutter selbstbestimmt leben und Geld verdienen kann, indem sie (aus der Not heraus) mit OnlyFans beginnt. Zuerst zaghaft und unsicher, versucht sich Margo an der neuen Einnahmequelle – und blickt schon bald auf wachsenden Erfolg, vor allem durch die Tipps ihres Vaters. Margo entwickelt sich zu einer selbstbewussten jungen Mutter, die äußerst engagiert ihr Business vorantreibt.

Gleichzeitig stößt sie auf Widerstand, denn sie sei als Sexarbeiterin eine Enttäuschung als Tochter, eine schlechte Mutter und verantwortungslos ihrem Baby gegenüber. Ich mochte die Kritik, die Rufi Thorpe an der Gesellschaft verübt. Warum wird eine Frau verurteilt, nur weil sie Sexarbeiterin ist? Verurteilt von Behörden, vom Vater des Kindes, von der eigenen Mutter – letztere haben Margo vorher auf unterschiedliche Art im Stich gelassen. Auch die Misogynie, der Margo im OnlyFans-Kontext gegenübersteht, war leider viel zu real. Ich kann mich nicht entscheiden, was ich schlimmer finde.

»Only Margo« war einfach nur schön zu lesen. Der Schreibstil war leicht und unterhaltsam und hat damit eine Geschichte, die nicht schriller auf Missstände hätte deuten können, herrlich verpackt. Im gleichen Zug deckt »Only Margo« ein Armutszeugnis auf, das so traurig ist, dass man eigentlich nur verzweifelt darüber lachen möchte. Ich bin wirklich froh, dass ich Margo kennenlernen konnte!

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Ich liebe diese Bridget-Jones-Vibes!

No Hard Feelings
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Ich liebe Geschichten, die relatable sind und die mir zeigen, dass man mit dem eigenen schrägen Verhalten nicht alleine ist. Geschichten, die diese gewissen Bridget-Jones-Vibes haben. Und »No Hard Feelings« ...

Ich liebe Geschichten, die relatable sind und die mir zeigen, dass man mit dem eigenen schrägen Verhalten nicht alleine ist. Geschichten, die diese gewissen Bridget-Jones-Vibes haben. Und »No Hard Feelings« habe ich genau deshalb nur so verschlungen!

Penny ist 26 und ziemlich lost in ihrem Leben. Ihre Arbeit erfüllt sie nicht, ihr Freundeskreis hängt sie ab im Erwachsenwerden und ihre Beziehung mit Max ist eigentlich keine wirkliche Beziehung. Auf der einen Seite mochte ich Penny wegen ihrer Planlosigkeit, ihrer Authentizität und weil sie einfach wie jeder junge Erwachsene erst Orientierung im Leben braucht. Gleichzeitig fand ich sie manchmal aber auch sehr anstrengend, insbesondere wenn es um Max ging. Der war nämlich eine wandelnde red flag und Penny war leider punktuell sehr, sehr farbenblind.

Das Blatt hat sich dann gewendet, als Penny endlich anfing, sich und ihr Verhalten zu reflektieren. Ihre neuen Gedankengänge haben mir sehr gut gefallen und haben deutlich gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg war. Ihre Entwicklung und Erkenntnisse waren ermutigend und definitiv etwas, an das man hin und wieder wahrscheinlich selbst erinnert werden muss: Es ist okay, wenn man nicht perfekt ist. Wichtig ist nur, dass die Menschen um einen herum das auch akzeptieren - genauso wie wir unsere Liebsten für ihre Eigenheiten niemals verurteilen sollten.

Ich mag »No Hard Feelings« wirklich sehr. Die Charaktere waren ehrlich und direkt aus dem wahren Leben gegriffen, die Story hat sich wunderbar und leichtfüßig entwickelt und der Schreibstil war irgendwo zwischen ironisch und lustig-unterhaltsam. Ein absolutes Wohlfühlbuch!

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