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Veröffentlicht am 26.03.2025

Es begann mit einem Maulwurfshügel

Der Maulwurf
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Was für eine Wirkung so ein kleiner Maulwurf doch haben kann.

Ich habe mich auf den ersten Blick in das Cover verliebt und wusste direkt, dass ich das Buch einfach lesen muss, da auch der Klappentext ...

Was für eine Wirkung so ein kleiner Maulwurf doch haben kann.

Ich habe mich auf den ersten Blick in das Cover verliebt und wusste direkt, dass ich das Buch einfach lesen muss, da auch der Klappentext vielversprechend klang:
Sascha, Anna und ihre Tochter Marie ziehen von der Großstadt aufs Land. Es scheint auch erstmal für alle sehr passend zu sein. Marie ist Umweltaktivistin, Anna freut sich auf den vielen Platz und darauf, sich endlich selber verwirklichen zu können. Und für Sascha, der gerade eine neue Stelle als Nachhaltigkeitsbeauftragter angetreten hat, bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten zu zeigen, worauf es bei einer nachhaltigen Lebensweise ankommt.
Dann taucht der erste Maulwurfshügel im Garten auf und verändert alles.

Was für eine skurrile und witzige Geschichte, die einerseits völlig überspitzt wirkt, andererseits aber auch sehr nah an der Realität ist und aktuelle Themen auf satirische Weise in den Fokus rückt. Fridays for Future, Beziehungs-Podcasts, Social Media und Tierschutz sind nur ein paar dieser Themen. Spannend war aber auch die Darstellung der innerfamiliären Strukturen - wie unterschiedlich man eine Situation doch wahrnehmen kann, wenn man nicht darüber spricht.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Sascha und Anna erzählt und durch den angenehm lockeren Schreibstil fliegt man förmlich durch die kurz gehaltenen Kapitel.
Ich musste an einigen Stellen wirklich laut lachen, an anderen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Wer keine Klischees mag, der ist hier definitiv fehl am Platz. Das Buch trieft nur so von klischeehaften Charakteren und Handlungen. Aber genau das macht Satire und den Charme der Geschichte halt aus.

Sascha dabei zuzusehen, wie er immer mehr den Verstand und den Bezug zur Realität verliert und vor lauter Verzweiflung auf die dubiosesten Ideen kommt, war einfach witzig, hat gleichzeitig aber auch sehr zum nachdenken angeregt.

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen.
Ich konnte mir so viele der Szenen wirklich bildlich vorstellen und hoffe ja insgeheim auf eine Verfilmung des Buches.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Slow Burn Thriller

The Trap. Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?
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Seit ich vor ein paar Jahren „The Nothing Man“ gelesen habe und das Buch seitdem zu meinen liebsten Thrillern gehört, stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall noch weitere Bücher der Autorin lesen ...

Seit ich vor ein paar Jahren „The Nothing Man“ gelesen habe und das Buch seitdem zu meinen liebsten Thrillern gehört, stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall noch weitere Bücher der Autorin lesen muss.
Und „The Trap“ hat mich von der Beschreibung her direkt angesprochen:
Mehrere junge Frauen sind in Irland verschwunden, möglicherweise entführt von ein und demselben Täter, dem bisher noch niemand auf die Spur gekommen ist.
Da die Polizei keinen Fortschritte vorweisen kann, nimmt Lucy, die Schwester einer der verschwundenen Frauen, die Sache nun selber in die Hand.

Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Zum einen erleben wir Lucy‘s Perspektive. Es gibt aber auch Kapitel aus Sicht des Entführers und aus Sicht einer Frau der MPU, die mit einer Polizistin zusammen an dem Fall arbeitet.

Das erste Kapitel ist grandios und hat mich sofort in den Bann gezogen. Danach hat sie Spannung leider erstmal deutlich abgenommen. Und durch die wechselnden Perspektiven und das Erwähnen von sehr vielen Personen, war ich zeitweise etwas verwirrt und eher wenig angetan von dem Buch. Die Story wurde im Verlauf aber immer besser und das Ende war wirklich fesselnd.

Auch das Setting in Irland und die allgemeine Atmosphäre haben mir gut gefallen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lies sich das Buch sehr gut und schnell lesen, auch wenn es sich an manchen Stellen in die Länge zieht.

Alles in allem ein wirklich guter Thriller mit interessanten Charakteren (vor allem starken Frauen) und überraschenden Wendungen.
Ich kann das Buch ganz klar empfehlen wenn man slow burn Thriller mag.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Atmosphärisch

Eisnebel
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Eigentlich klingt es nicht schlecht: Zwei Wochen wird Theodora mit ihrem Verlobten Connor auf dessen abgelegenem, luxuriösem Familienanwesen verbringen, umgeben von einer malerischen Winterlandschaft, ...

Eigentlich klingt es nicht schlecht: Zwei Wochen wird Theodora mit ihrem Verlobten Connor auf dessen abgelegenem, luxuriösem Familienanwesen verbringen, umgeben von einer malerischen Winterlandschaft, und dabei seine Familie kennenlernen. Alles andere als gut klingen jedoch die Drohnachrichten, die sie immer wieder erhält. Jemand möchte sie von diesem Ort fernhalten. Als Theo Hinweise entdeckt, die darauf hindeuten, dass sie nicht zum ersten Mal auf Idlewood ist, spitzt sich die Lage weiter zu.

Zu Beginn des Buches hatte ich das Gefühl, dass es ein neuer Favorit werden könnte. Je näher ich jedoch dem Ende kam, desto mehr hat mich die Story verloren.

Das Setting auf dem verschneiten Berg ist definitiv perfekt für den Winter. Die Autorin schafft es, eine wirklich frostige Atmosphäre zu erschaffen, sodass man sich beim Lesen direkt in eine warme Decke einkuscheln möchte.

Frostig ist auch die Familie selbst – es gibt jede Menge unsympathische Charaktere, und alle scheinen Dreck am Stecken zu haben. Wer auf toxische Familiendynamiken steht, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Ich bin mit den Charakteren leider nicht wirklich warm geworden und hatte durchweg das Gefühl, dass sie auf Distanz gehalten wurden.

Zudem hat für mich nach dem starken Start einfach der Spannungsbogen gefehlt. Zwar gab es immer wieder interessante Momente, dazwischen plätscherte die Handlung jedoch vor sich hin. Leider wirkten auch einige der Twists sehr konstruiert und gewisse Aussagen wurden so oft erwähnt, dass es langweilig wurde.

Alles in allem war es zwar bei weitem kein totaler Flop für mich, aber es war auch nicht der Pageturner, den ich mir erhofft hatte. Ein sehr atmosphärischer und ruhiger Thriller, der einem leider nicht das Blut in den Adern gefrieren lässt.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Mittelmäßig

Dunkle Sühne
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Ich habe bereits einige Bücher von Karin Slaughter gelesen, und Pretty Girls ist mein absolut liebster Thriller – es war also klar, dass ich auch ihr neues Buch lesen muss. Dunkle Sühne ist definitiv kein ...

Ich habe bereits einige Bücher von Karin Slaughter gelesen, und Pretty Girls ist mein absolut liebster Thriller – es war also klar, dass ich auch ihr neues Buch lesen muss. Dunkle Sühne ist definitiv kein schlechtes Buch, komplett überzeugen konnte es mich jedoch leider nicht.

Kurz zur Story:
Es ist der 4. Juli, und während alle Spaß am großen Feuerwerk haben, verschwinden zwei Teenagerinnen.
Für Deputy Emmy Clifton ist die Situation noch prekärer, denn eines der Mädchen ist die Tochter ihrer besten Freundin. Und als das Mädchen sie um Hilfe bitten wollte, hat Emmy sie vertröstet.

Der erste Teil des Buches hat mir gut gefallen. Slaughter hat eine angenehme Art zu schreiben und schafft es, mit ihren Worten eine tolle Atmosphäre aufzubauen.
Emmy ist durchaus ein spannender Charakter, und die Beziehung zu ihrem Vater und dem Rest des Familienclans war zu Beginn auf jeden Fall interessant.

Dann jedoch nimmt das Buch eine Wendung, und ich fing an, mich zu langweilen. Die Handlungen wurden sehr in die Länge gezogen, es gab viel zu viele irrelevante Details, und auch wenn ich die Polizeiarbeit generell unterhaltsam finde, war es hier doch deutlich zu viel des Guten. Vor allem durch die Detailverliebtheit blieb die Spannung auf der Strecke – da bin ich einfach anderes von der Autorin gewöhnt.

Im Laufe der Geschichte werden einige Themen (sexueller Missbrauch, Gewalt, Demenz, Mord) bearbeitet, durch die man ein sehr „dunkles“ Buch erwarten würde; gelesen hat es sich aber trotzdem eher wie ein seichter Kriminalroman.

Den größten Twist habe ich kommen sehen und war dementsprechend auch nicht überrascht.

Ganz zum Schluss gab es dann jedoch noch eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte, die aber tatsächlich auch nur relevant ist, weil das Buch der Auftakt für eine neue Reihe ist.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das nächste Buch der Reihe lesen werde. Emmys Leben würde ich sehr gerne weiterverfolgen, und auch in das Kleinstadt-Feeling würde ich gerne noch einmal eintauchen. Ich hoffe also einfach, dass das nächste Buch kürzer und knackiger sein wird.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Spannendes Konzept mit Schwächen in der Umsetzung

Not Quite Dead Yet
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Nachdem ich die AGGGTM Reihe und auch Five Survive geliebt habe (The Reappearance of Rachel Price hat mir leider nicht gefallen), war sofort klar, dass ich auch Holly Jackson’s neues Buch lesen muss. Und ...

Nachdem ich die AGGGTM Reihe und auch Five Survive geliebt habe (The Reappearance of Rachel Price hat mir leider nicht gefallen), war sofort klar, dass ich auch Holly Jackson’s neues Buch lesen muss. Und dass es als ihr erstes Buch fernab des YA-Genre beworben wurde, hat mich noch viel neugieriger gemacht - dazu aber gleich noch mehr.

Jet, die 27jährige Tochter einer der einflussreichsten Familien in Woodstock, Vermont, wird in der Halloween-Nacht auf brutale Weise angegriffen und erleidet eine schwere Kopfverletzung. Sie überlebt, erfährt jedoch, dass ihr nur noch eine Woche bleibt, bis ein tödliches Aneurysma sie umbringen wird. Fest entschlossen, die ihr bleibenden Tage dazu zu nutzen, ihren Mörder zu finden, nimmt sie alle Menschen in ihrer Umgebung genauer ins Auge.

Fangen wir doch direkt bei dem oben genannten Punkt an: So wirklich anders, als ihre YA-Bücher, hat sich Not Quite Dead Yet für mich nicht angefühlt. Das liegt vor allem an Jet, unserer Hauptprotagonistin, die mit ihrem Verhalten doch mehr an einen Teenie als an eine erwachsene Frau erinnert.
Ich bin mit Jet aber auch allgemein nicht so richtig warm geworden und war von ihrem Verhalten teilweise echt erschrocken. Und damit meine ich nicht ihre Handlungen als quasi-Detektivin oder ihrem schwarzen Humor, sondern vor allem ihren Umgang mit anderen Personen. Zum Glück gab es aber andere Charaktere, die ich schnell ins Herz geschlossen habe.

Es hat auch ein bisschen gedauert, bis ich in die Story reingekommen bin. Der Beginn war durch die vielen Charaktere super verwirrend und die Story tröpfelte dann auch erstmal vor sich hin. Zum Glück hat die Story irgendwann an Fahrt aufgenommen und ab dann bin ich nur noch so durch die Seiten geflogen.

Was mich aber einfach von Anfang bis Ende gestört hat (und man muss das quasi ignorieren können, um Spaß an der Story zu haben) ist, wie absolut unrealistisch es ist, dass Jet direkt nach einer so schweren Verletzung das Krankenhaus verlässt und keinerlei Einschränkungen hat. Niemand könnte in so einer Verfassung die Dinge tun, die Jet tut.

Die Plottwists habe ich größtenteils kommen sehen, so das mich das Ende nicht komplett abholen konnte. Dafür gab es ein paar Mixed Media Elemente, womit man mich einfach immer kriegt. Am wichtigsten ist aber, dass ich nach dem etwas holprigen Start und abgesehen von ein paar zu sehr in die Länge gezogenen Stellen, Spaß beim Lesen hatte.

Meiner Meinung nach nicht das beste Buch von Holly Jackson, aber für alle, die über die genannten Punkte hinwegsehen können und gerne Jugendromane lesen, trotzdem eine Empfehlung.

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