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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2025

Stalker 2.0

Du gehörst mir
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»Erinnere dich!« und »Der Killer in dir« von Max Reiter hatten mich begeistert und auch sein neuer Psychothriller, „Du gehörst mir“, überzeugt mit einem spannenden Plot. Worum geht es?
Luzern, Schweiz, ...


»Erinnere dich!« und »Der Killer in dir« von Max Reiter hatten mich begeistert und auch sein neuer Psychothriller, „Du gehörst mir“, überzeugt mit einem spannenden Plot. Worum geht es?
Luzern, Schweiz, 2023: Wir begegnen einer Frau, voller Blut und mit einem Messer in der Hand, wie konnte sie in diese prekäre Lage kommen?
Hamburg, sieben Jahre zuvor: Wir lernen das Brautpaar Annika und Loris kennen, an ihrem glücklichsten Tag ihres Lebens. Schon am nächsten Morgen geht es auf Hochzeitsreise auf die Malediven. Anschließend noch nach Mumbai. Dort geschieht das Unfassbare: Loris wird grausam ermordet.
Annika kehrt zurück nach Hamburg und findet Trost bei ihrer besten Freundin Emily. Doch dann verschwindet Emily spurlos…
„Du gehörst mir“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven - auch aus Tätersicht - und Zeitebenen sorgen für Dynamik. Der Autor hebt das Thema Stalking auf ein völlig neues Level. Ist Annika paranoid oder wird sie tatsächlich gestalkt?
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Annika kommt überzeugend und authentisch rüber. Immer mehr überträgt sich Annikas Paranoia auch auf uns Lesende, bis schließlich fast jeder Mann in ihrer Umgebung verdächtig und seltsam erscheint.
Unerbittlich dreht Max Reiter aka Andreas Götz an der Spannungsschraube und steuert mit einer überraschenden Enthüllung auf ein dramatisches und spannendes Finale zu.

Fazit: Perfekte Psychospannung. Toll erzählt und bis zum Schluss nicht vorhersehbar.

Veröffentlicht am 30.07.2025

Das Spukhaus im Spessart

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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„Welcome Home“ liest sich weg wie warme Semmeln, wie (fast) alle Psychothriller von Arno Strobel. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog. Danach lernen wir Ines und Marco Winkler, ihre kleine Tochter Emilia ...


„Welcome Home“ liest sich weg wie warme Semmeln, wie (fast) alle Psychothriller von Arno Strobel. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog. Danach lernen wir Ines und Marco Winkler, ihre kleine Tochter Emilia und den Familienhund James kennen. Sie beziehen gerade ihr eigenes Haus in der neu gebauten Siedlung „Auf Mons“.
Doch dann hat Ines eines Nachts das Gefühl, im Schlaf beobachtet zu werden. Unheimliche Dinge geschehen. Sogar nachdem Marco die Schlösser ausgetauscht hat.
Als im leerstehenden Nachbarhaus eine Leiche gefunden wird, kommt Panik auf. Denn Ines hatte in der Nacht zuvor dort einen Schatten gesehen.
Nach einem zweiten Mord gründen die Männer der Siedlung eine Bürgerwehr. Aber sie können weitere Verbrechen nicht verhindern.
Ist der Täter einer von ihnen? Wie schafft er es in die Häuser einzudringen, ohne dabei gesehen oder bemerkt zu werden?
„Welcome Home“ hat alles, was einen guten Thriller ausmacht: Spannung bis zur letzten Seite und überraschende Wendungen. Immer wieder sind Kapitel in Kursivschrift eingestreut, auch aus Tätersicht.
Die Figurenzeichnung ist gut gelungen. Auch, wenn Marco etwas naiv und blauäugig rüberkommt. Interessant fand ich die Erklärungen zum Thema Synästhesie.
Arno Strobel versteht das Spiel mit der Angst. „Welcome Home“, eine fesselnde Lektüre, die mich wieder bestens unterhalten hat.

Fazit: Packender Psychothriller mit Gänsehaut-Garantie.

Veröffentlicht am 09.07.2025

Mord im Westend

Falsche Versprechen
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„Falsche Versprechen“ von Florian Wacker ist mein drittes Buch des Autors und ich habe es gern gelesen, wie schon die beiden Frankfurt-Krimis um Staatsanwältin Greta Vogelsang zuvor.
Diesmal steht Kommissar ...


„Falsche Versprechen“ von Florian Wacker ist mein drittes Buch des Autors und ich habe es gern gelesen, wie schon die beiden Frankfurt-Krimis um Staatsanwältin Greta Vogelsang zuvor.
Diesmal steht Kommissar Uwe Fähndrich im Mittelpunkt. Er ermittelt im Fall eines erschossenen Unternehmensberaters. Leif Andresen war für ein Energieunternehmen tätig, einem Pionier bei der Produktion von grünem Wasserstoff in Marokko. Der Täter hat zwar gestanden, aber irgendetwas passt nicht.
In einem weiteren Handlungsstrang gibt es ein Wiedersehen mit Staatsanwältin Greta Vogelsang, zuständig für Umweltstrafsachen. Sie und Mika haben Besuch von Juna, Mikas Schwester. Juna arbeitet für eben diesen Energiekonzern und ist dort zuständig für die PR. Uwe entdeckt einen Zusammenhang…
„Falsche Versprechen“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Das Thema grüner Wasserstoff fand ich total interessant.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Uwe ist ein alter Hase und einer von den Guten. Er kommt sympathisch rüber, liebt Tanzen und Fußball - und sein altes Nokia. Er verbeißt sich in den Fall und gerät mehr als einmal in Gefahr.
Erst nach und nach fügen sich die Puzzleteile zusammen. Diese Reihe wird immer besser und ich hoffe, sie geht weiter.

Fazit: Krimi mit viel Frankfurt-Flair, der grünen Wasserstoff thematisiert.

Veröffentlicht am 07.07.2025

Der Gran-Canaria-Mordclub ermittelt

Inspector Pescadores und der Tote im Pool
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„Inspector Pescadores und der Tote im Pool“ von Daniel Verano aka Daniel Wehnhardt habe ich mit großer Freude gelesen. Denn dem Autor folge ich schon länger. Zwei Kanaren-Krimis von ihm hatte ich bereits ...

„Inspector Pescadores und der Tote im Pool“ von Daniel Verano aka Daniel Wehnhardt habe ich mit großer Freude gelesen. Denn dem Autor folge ich schon länger. Zwei Kanaren-Krimis von ihm hatte ich bereits zuvor für gut befunden. Worum geht es?

Wir begegnen Ex-Kriminalhauptkommissar Markus Fischer (nomen est omen) und seinen Freunden Petra, Andreas und Marianne. Nach einer durchfeierten Spiele-Nacht wird im Pool der Bungalowanlage eine Leiche gefunden. Schnell ist klar, es handelt sich um Mord.

Aber, ist der Sohn der Eigentümerin der Anlage wirklich der Täter, wie die Polizei behauptet? Der Gran-Canaria-Mordclub glaubt dies nicht und stellt eigene Ermittlungen an…

Man könnte „Inspector Pescadores“ durchaus als Cozy-Krimi bezeichnen, denn hier steht eindeutig die Atmosphäre auf der Insel im Vordergrund; die Spannung ist nur zweitrangig, fesselt aber trotzdem.

Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Markus. Er hat mich sofort an Philip Marlowe aus den Krimis von Raymond Chandler erinnert. Ein harter Kerl mit weichem Kern.

Daniel Verano fängt den Zeitgeist der 80er Jahre auf humorvolle Weise ein. Die Suche nach Spuren und einem Motiv gestaltet sich schwierig bis Kommissar Zufall den vier Freunden in die Hände spielt. Aber am Ende ist alles stimmig aufgelöst.

Markus, Petra, Andreas und Marianne, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung, „Inspector Pescadores und der Mord im Mandeldorf“, die im April 2026 erscheinen soll.

Fazit: Gelungener Auftakt einer neuen Krimi-Reihe mit viel Lokalkolorit, Spannung und Humor!

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Die Idylle trügt

Gerächt sein sollst du
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„Gerächt sein sollst du“ von Kaisu Tuokko überzeugt auf ganzer Linie. Krimis, die in Finnland verortet sind, sind immer etwas Besonderes, denn da gibt es nicht so viele. Worum geht es?
Schauplatz ist ...


„Gerächt sein sollst du“ von Kaisu Tuokko überzeugt auf ganzer Linie. Krimis, die in Finnland verortet sind, sind immer etwas Besonderes, denn da gibt es nicht so viele. Worum geht es?
Schauplatz ist das idyllische Kristinestad, eine Stadt in Österbotten. an der finnischen Schärenküste. Ylva und Åke entdecken bei einer Segeltour im Wasser bei den Klippen eine Leiche.
Danach lernen wir die Journalistin Eevi Manner kennen. Sie ist unterwegs zum Fundort. Dort begegnet sie ihrem Jugendfreund Mats Bergholm. Er ist bei der Kripo. Schnell steht fest, bei dem Toten handelt sich um den 17-jährigen Jonas. Unfall, Mord oder Selbstmord?
„Gerächt sein sollst du“ ist spannend und unterhaltsam. Es geht um Gewalt. Gewalt in all ihren Facetten: Mobbing, Körperverletzung, versuchte Vergewaltigung, Vergewaltigung, Bandengewalt. Rache und Vergeltung. Opfer, die zu Tätern werden.
Kristinestad ist eine Kleinstadt. Jeder kennt jeden. Doch wie genau kennen wir unsere Familie, unsere Freund:innen, unsere Nachbar:innen wirklich? Tagebucheinträge verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Die Figuren werden behutsam eingeführt. Eevi und Mats kommen sympathisch rüber. Eevi lebt mit einem Fotokünstler zusammen und leidet unter Kinderlosigkeit. Mats ist verheiratet und hat einen Sohn im selben Alter wie das Opfer.
Erst ganz am Ende ist alles stimmig aufgelöst.

Fazit: Packender Auftakt einer finnischen Krimireihe mit viel Potenzial für weitere Geschichten.