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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2025

Eine komplette Tragödie

Noch fünf Tage
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Zum Inhalt:
Amanda will sich in fünf Tagen das Leben nehmen und damit einer alten Tradition der Frauen in ihrer Familie folgen. Als ihr Großvater krankheitsbedingt bei ihr einzieht, beginnt sie jedoch ...

Zum Inhalt:
Amanda will sich in fünf Tagen das Leben nehmen und damit einer alten Tradition der Frauen in ihrer Familie folgen. Als ihr Großvater krankheitsbedingt bei ihr einzieht, beginnt sie jedoch einige Vorkommnisse zu hinterfragen und bekommt dadurch einen ganz anderen Blick auf die Familiengeschichte.

Mein Eindruck:
Die Geschichte ist leider gut und einfühlsam geschrieben; fast kann man die Figuren verstehen. Aber eben auch nur fast. Keiner lehnt sich auf, alle erdulden (zumeist weiblich) oder werden zum Täter (zumeist männlich). Das ist anstrengend zu lesen und noch anstrengender zu verkraften. Dass der Erscheinungstermin pünktlich zur Herbstsaison und damit zur trübsten aller Jahreszeiten erfolgt, ist vielleicht ein Verkaufsargument, auf jeden Fall könnte er Psychologen und Psychotherapeuten einen zusätzlichen Kick bei der Rekrutierung neuer Patienten verleihen. Denn insgesamt ist diese Geschichte trotz aller sprachlichen Güte eins: Depressionsfördernd.

Mein Fazit:
Die Geschichte einer vollumfänglichen Triggerwarnung

Veröffentlicht am 27.08.2025

Kein Glück im trauten Heim

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Zum Inhalt:
Ines und Marco ziehen gemeinsam mit ihrer Tochter Emilia in eine Neubausiedlung ins eigene Heim. Als im Nebenhaus eine ausgeblutete Leiche gefunden wird und sich seltsame Vorfälle häufen, zeigt ...

Zum Inhalt:
Ines und Marco ziehen gemeinsam mit ihrer Tochter Emilia in eine Neubausiedlung ins eigene Heim. Als im Nebenhaus eine ausgeblutete Leiche gefunden wird und sich seltsame Vorfälle häufen, zeigt sich, dass auch Schlösser nicht immer Sicherheit bedeuten.

Mein Eindruck:
Arno Strobel und Sascha Rotermund als Sprecher des Hörbuchs vermögen insbesondere die steigende Panik und Verzweiflung Marcos darzustellen. Leider macht der Autor das durch einige wirklich hanebüchene Entscheidungen seines Protagonisten und die unglaubwürdige Unfähigkeit der Polizei zunichte. Es gibt keine Hundertschaft, keine Spürhunde und trotz vieler Morde und Drohungen bleiben die meisten Einwohner vor Ort, anstatt wenigstens kurzfristig woanders Unterschlupf zu suchen. Dazu ist die Anzahl der Kriminellen, Menschen mit traumatischen Erlebnissen und derjenigen, die - Notwehr hin oder her - ohne Gewissensbisse Waffen anwenden einfach zu hoch. Bei aller zwischenzeitlichen Spannung wirkt dieses Zusammenspiel dann zu gewollt.

Mein Fazit:
Spannend, aber ohne einen Funken Glaubwürdigkeit

Veröffentlicht am 30.07.2025

Teenager-Liebe

Rubinrot
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Zum Inhalt:
Gwendolyn ist 16 und ein Rubin, kann durch die Zeiten springen und verliebt sich in Gideon (Diamant), der ebenfalls dazu fähig ist. Gemeinsam mit zehn anderen Vorfahren, welche ebenfalls Edelsteinen ...

Zum Inhalt:
Gwendolyn ist 16 und ein Rubin, kann durch die Zeiten springen und verliebt sich in Gideon (Diamant), der ebenfalls dazu fähig ist. Gemeinsam mit zehn anderen Vorfahren, welche ebenfalls Edelsteinen zugeordnet sind, könnten sie mit ihrem Blut einen Chronographen vervollständigen, der zu großer Macht verhilft.

Mein Eindruck:
Im Gegensatz zu der Vergissmeinnicht-Reihe kommt hier Kerstin Gier nicht wirklich in die Puschen. Die Zeitsprünge der beiden Protagonisten sind sehr kurz gehalten und von den jeweiligen Umständen dort erfährt man eher wenig. Im Großen und Ganzen geht es in "Rubinrot" hauptsächlich um Klamotten und die Liebe, wobei immer wieder gekreischt oder errötet wird (seitens der holden Weiblichkeit) und die Männer abgeklärt das Zepter schwingen (oder die Pistole). Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Charaktere in den weiteren Büchern nicht so Geschlechter-stereotyp verhalten und etwas mehr Spannung in die Geschichte kommt. So ist sie leider nur Fantasy-Durchschnitt.

Die Sprecher sind in Ordnung und vermögen die Figuren gut voneinander unterscheidbar zu machen, wenn man ihnen lauscht. Oliver Rohrbeck ragt jedoch heraus. Seine Interpretation der Rahmenhandlung gefällt durch Humor und Schwung, der dem großen Rest des Textes leider fehlt.

Mein Fazit:
Ein etwas holpriger Start in die Trilogie

Veröffentlicht am 14.06.2025

Reihenfolge beachten

Boom Boom Babuschka
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Zum Inhalt:
Europaweit scheinen Oligarchen Selbstmord zu begehen. Das ruft Agent Phil auf den Plan, der gemeinsam mit den beiden Erdmännchen Rufus und Ray diese Serie untersucht und bald selbst in das ...

Zum Inhalt:
Europaweit scheinen Oligarchen Selbstmord zu begehen. Das ruft Agent Phil auf den Plan, der gemeinsam mit den beiden Erdmännchen Rufus und Ray diese Serie untersucht und bald selbst in das Fadenkreuz eines Auftragskillers gerät.

Mein Eindruck:
Dieses Hörbuch ist Teil einer Reihe und man sollte unbedingt mit dem Beginn anfangen, da sich sonst ein Einstieg als schwer und mühevoll erweist. Die Episoden zu Beginn geraten dann nämlich langweilig und zäh, - trotz eines wirklich guten Hörerlebnisses durch die Stimme von Christoph Maria Herbst, der aus der Perspektive des Erdmännchens Ray die Story erzählt. Zum Glück startet irgendwann die Ermittlung und die gestaltet sich humorvoll und spannend mit boshaften Stereotypen und zum Teil fast zotenartigem Witz. Zwar erschließt sich nicht wirklich die Notwendigkeit von Ray in dem Trio, denn es gibt praktisch keine Erdmännchen-spezifische Herausforderung, die Rufus nicht alleine hätte lösen können, doch zwei coole Typen sind wohl immer besser als nur einer (altes Agenten-Gesetz). Die lakonische Art von Phil erinnert ein bisschen an James Bond und seine Vorgesetzte ist eine Persiflage auf übergriffige Männer in Machtpositionen, dass es auch schon wieder komisch ist.

Mein Fazit:
Ganz nett, aber auch nicht mehr

Veröffentlicht am 27.04.2025

Leider wenig Edelgard

Blumenlust
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Zum Inhalt:
Ein Serienmörder hat sich auf joggende Männer in Mannheim spezialisiert. Da Edelgard dort wieder auf einen Bücherladen aufpassen soll und zufällig auf ein späteres Opfer getroffen ist, gerät ...

Zum Inhalt:
Ein Serienmörder hat sich auf joggende Männer in Mannheim spezialisiert. Da Edelgard dort wieder auf einen Bücherladen aufpassen soll und zufällig auf ein späteres Opfer getroffen ist, gerät sie erneut in das Visier der Mannheimer Polizei. Und bei dieser Annäherung bleibt es nicht...

Mein Eindruck:
Claudia Schmid fängt das lokale Umfeld wirklich gut ein und die Sequenzen, die Edelgard und Norbert (Ehegatte der Hauptfigur) miteinander verbringen dürfen, beinhalten die gewohnte liebenswerte Vertrautheit und Genervtheit. Wie eben lange Beziehungen gerne einmal sind. Leider gönnt uns die Autorin diese Abschnitte meistens nur für kurze Zeit und befasst sich bedeutend mehr mit anderen Figuren, die sich teilweise sehr speziell verhalten (selbst, wenn man vom Mörder absieht). Einige davon bieten bestimmt noch Entwicklungsmöglichkeiten für weitere Krimis, die sich dann aber wieder gerne mehr mit Edelgard selbst beschäftigen dürfen.

Mein Fazit:
Macht Lust auf den Luisenpark, die Morde sind dabei eher Beiwerk