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Maria_12

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2025

Ava zwischen zwei Welten

Das zweite Leben
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Die Autorin Nina Pilckmann erzählt in ihrem neuen Roman „Das zweite Leben“ eine Geschichte über eine mystische Stadt voller Seligkeit, ein grausames Geheimnis aus den Tagen in Auschwitz und über eine Liebe, ...

Die Autorin Nina Pilckmann erzählt in ihrem neuen Roman „Das zweite Leben“ eine Geschichte über eine mystische Stadt voller Seligkeit, ein grausames Geheimnis aus den Tagen in Auschwitz und über eine Liebe, die beide Welten verbindet.

Die junge Journalistin Ava, Tochter ehemaliger Widerständler gegen das Nazi-Regime, reist voller Zuversicht für ihren nächsten Artikel nach Venedig um über die italienische Resistenza und den Faschismus zu recherchieren. Ava ist auf der Suche nach der Wahrheit und möchte mit ihrem Beitrag über Deutschlands dunkelste Vergangenheit, aufklären.

Venedig 1968: Bei einer zufälligen Begegnung zwischen Ava und Toma, dem ein Zauber innewohnt, wissen beide sofort, dass dieses Zusammentreffen etwas ganz besonderes ist. Sie haben nur diesen einen Tag und doch versucht Toma, ihr die Schönheiten seines geliebten Venedigs, zu zeigen. Ihre intensiven Gespräche zeigen eindringlich, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben sind.
Ava und Toma bleiben in Verbindung und tauschen sich nicht nur in Briefen aus, den Ava zieht es auch immer wieder nach Venedig …

München 1968: Zurück in München begegnen sich Ava und Rachel, einer Überlebenden von Birkenau. Erst Rachels erschütternde Erzählungen über die Vorgänge in Birkenau, machen für Ava die Schrecken des Holocaust auf erschütternde Weise, greifbar.

Als Ava realisiert, dass es eine Verbindung zwischen Venedig und Birkenau gibt, stellt sie sich die Frage, welchen Weg sie wählen möchte: den der belastenden Aufklärung, oder den des eigenen Glücks ...

Fazit:
Der Roman „Das zweite Leben“ verbindet historische Fakten mit einer fiktiven Handlung und thematisiert dabei die Entwicklung der jungen Journalistin Ava. Eigentlich ein sehr schönes und interessantes Thema, wären da nicht die vielen detailreichen und ausschweifenden Beschreibungen Venedigs und die vielen philosophischen Dialoge zwischen Ava und Toma. Ava ist mit sich nicht im Reinen, denn sie hinterfragt selbst ihre eigene Rolle und dreht sich ständig im Kreis. Während mich Rachels erschütternde Erlebnisse und Geständnisse, sehr fesseln konnten.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Magische Süßigkeiten

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Hiyoko Kurisus Roman „Der Laden in der Mondlichtgasse“ entführt in eine magische Confiserie, in der Mondlichtgasse, ein geheimnisvoller Ort am Rande der Stadt: Zwischen Vollmond und Neumond ist sie geöffnet ...

Hiyoko Kurisus Roman „Der Laden in der Mondlichtgasse“ entführt in eine magische Confiserie, in der Mondlichtgasse, ein geheimnisvoller Ort am Rande der Stadt: Zwischen Vollmond und Neumond ist sie geöffnet und nur Menschen, deren Leben aus dem Gleichgewicht geraten sind, können sie betreten.

Der rätselhafte Kogetsu ist ein Fuchsgeist, der in seiner Confiserie traditionelle japanische Süßigkeiten verkauft, die scheinbar die Probleme der Menschen lösen soll. Kogetsu will verstehen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. In fünf Kapiteln und mit fünf Geschichten über seine Kunden beobachtet Kogetsu sie ungesehen, er will ihre Emotionen und wie sich ihr Leben zum Besseren verändert, für seine eigenen Ziele, einfangen.

Im letzten Kapitel gibt Kogetsu ein Bild von sich und erzählt seine Geschichte, wie er auf die Idee der magischen Confiserie gekommen ist. Sein Schlußzitat, ist erstaunlich und hat mich letztendlich, doch überrascht.

Fazit:
Besonders schön finde ich das tolle Cover und die gelungene Gestaltung des Buches. Auch das Glossar mit den Beschreibungen der einzelnen Süßigkeiten, fand ich sehr bildhaft.
"Der Laden in der Mondlichtgasse" ist ein leiser von japanischen Mythen und Märchen durchwobener Roman. Wer ruhige Geschichten mit einem Hauch Magie und Einblick in die japanische Kultur schätzt, findet hier eine nette Lektüre für Zwischendurch.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Die Kraft der Liebe in dunklen Zeiten

Martha, Mon Amour. Eine verlorene Liebe
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In ihrem neuen Roman "Martha, Mon Amour - Eine verlorene Liebe -" erzählt die Autorin Thereza Vanek eine fiktive Liebesgeschichte, vor dem historischen Hintergrund zwischen dem Ende des Ersten und Zweiten ...

In ihrem neuen Roman "Martha, Mon Amour - Eine verlorene Liebe -" erzählt die Autorin Thereza Vanek eine fiktive Liebesgeschichte, vor dem historischen Hintergrund zwischen dem Ende des Ersten und Zweiten Weltkriegs bis in die Nachkriegszeit hinein.

Köln, 1918: das lang ersehnte Ende des ersten Weltkriegs bringt Martha statt Freude großen Kummer, denn ihr Verlobter ist gefallen. Martha ist eine junge Frau, die ihre Trauer und Sehnsucht nicht nach außen trägt, dafür aber ihre Stärke nutzt um allen zu helfen, die ihre Hilfe benötigen. Sie ist eine Frau, die anpackt und nicht den Kopf in den Sand steckt.

Der Einsatz afrikanischstämmiger Soldaten im französischen Besatzungsheer, löst in Köln bei den Menschen entsetzen und unbehagen, aus. Die Kolonialsoldaten werden von den Deutschen abgelehnt. Als Martha dem tunesischen Kolonialsoldaten Amir begegnet, weckt dieser leidenschaftliche Gefühle in ihr aus, doch Amirs Zeit in Köln ist schnell vorbei und er geht zurück nach Paris. Marthas Mutter, die sie immer wieder gegängelt hat, verstirbt plötzlich und da gibt es für sie nichts mehr zu überlegen. Martha wagt den mutigen Schritt und folgt Amir nach Paris.

In Paris ist das Leben nicht gerade einfach aber wie es scheint, macht Martha aus allem das Beste und heiratet Amir, trotz der Schwiegermutter, die sie nicht mag. Dann verdüstert sich die politische Lage und Hitlers Truppen marschieren auch nach Frankreich. Und plötzlich ist Marthas Liebe zu Amir wegen seiner Herkunft, verboten.

In Deutschland herrscht der Krieg und trotz aller Warnungen reist Martha nach Köln um nach ihren Freunden, zu sehen und steckt plötzlich selbst in Schwierigkeiten durch ihre unerwartete Schwangerschaft. Jetzt trifft es Martha sogar umso härter, denn sie muss nicht nur um das Leben ihres Mannes fürchten, sondern auch um das ihrer Tochter.

Besonders gut gefällt mir das Nachwort der Autorin zu Fakten und Fiktion, die den Roman hervorragend abrunden.

Fazit:
Das Cover ist wunderschön und passend zum Titel gestaltet, während durch die überwältigende Unbeschwertheit von Martha in schwierigen Zeiten, doch so einiges an Tiefe verloren geht aber durchaus lesenswert bleibt.
Von mir 4 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Anders wie erwartet

Weil es nicht anders sein kann
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Dieser Roman über "Weil es nicht anders sein kann" erzählt die Geschichte, von Addie und Sol, die sich in der Natur wohler fühlen als unter Menschen. Doch als die beiden sich auf der windgepeitschten Insel ...

Dieser Roman über "Weil es nicht anders sein kann" erzählt die Geschichte, von Addie und Sol, die sich in der Natur wohler fühlen als unter Menschen. Doch als die beiden sich auf der windgepeitschten Insel Rokesby vor der Küste Englands zum ersten Mal begegnen, scheint mitten im Sturm alles stillzustehen. Sofort spüren sie, dass sie füreinander geschaffen sind, und wagen eine zaghafte Annäherung.

Zu Beginn hatte ich meine Probleme in die Geschichte zu finden, denn Addie wirkt von Anfang an, von ihrem Wesen und ihren Gedanken her, nicht greifbar. Schnell stellt sich heraus, dass sie ein recht eingeschränktes Leben an der Seite ihrer Mutter auf der Insel Rokesby, lebt. Sie wurde früh von der Schule genommen und konnte keinen Schulabschluß machen, also hat sie auch keine Möglichkeiten um sich beruflich zu entwickeln und das nutzt ihre Mutter aus und lässt sie im Hotel nur für Frauen, arbeiten. Ihre Mutter kümmert sich um die Gäste und den Schriftverkehr, während Addie, Mädchen für alles andere ist und das ohne Bezahlung. Ihr Vater und Bruder leben nicht auf der Insel und kommen nur zwischendurch zu Besuch.

Sol wandelt auf den Spuren seiner verstorbenen Mutter und will all jene dünnen Orte aufsuchen, die ihr etwas bedeutet haben. Das Verhältnis zu seinem Vater gestaltet sich als schwierig, als dieser Sols Ex-Verlobte, heiratetn will. Sols Reise beginnt in Ora, eine Insel, auf dem es gerade mal ein Kloster und ein Retreat gibt und hier begegnet er Addie. Auf eine naive Art kommen sie sich langsam Näher und Addie sieht in Sol ihre einzige Chance, die Insel und die Tyrannei durch ihre Mutter hinter sich zu lassen. In einer stürmischen Nacht flieht sie von zu Hause und Sol rettet sie aus dem Meer und so beginnt ihr gemeinsamer Weg ...

Mit der Wucht die aus ihrer Vergangenheit über sie hereinbricht, haben sie nicht gerechnet um so härter müssen sie dafür kämpfen, zusammen sein zu können – nicht nur gegen äußere Umstände, sondern manchmal auch gegen sich selbst. Woran sie sich festhalten, ist der Pakt, den sie schließen: Sie wollen wie zwei Papageientaucher sein. Denn auch wenn die Vögel einen großen Teil des Jahres getrennt von ihrem Partner leben, bleiben sie einander treu und finden doch immer wieder zueinander.

Fazit:
"Weil es nicht anders sein kann" ist ein unvorhersehbares Buch über gewöhnliche und ungewöhnliche Figuren, mit einer Vielfalt von oft für mich nicht nachvollziehbaren Handlungen. Empfehlen kann ich diesen Roman von Joanna Glen Lesern, die offen sind, sich vorurteilsfrei auf die Handlung einzulassen, die oft überrascht, mit seiner Vielseitigkeit und seiner stetigen Wendungen.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Nichts ist so wie es scheint

Wohin du auch gehst
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Christina Fonthes, geboren in Kinshasa, Kongo, lebt heute in London als Autorin und als Gründerin von Rewrite, einer Schreibakademie für PoC-Autorinnen. In ihrem Debüt „Wohin du auch gehst“ erzählt sie ...

Christina Fonthes, geboren in Kinshasa, Kongo, lebt heute in London als Autorin und als Gründerin von Rewrite, einer Schreibakademie für PoC-Autorinnen. In ihrem Debüt „Wohin du auch gehst“ erzählt sie die Geschichte der beiden unterschiedlichen Frauen Mira und Bjoux und deren Leben zwischen dem Kongo und London.

Der Einstieg in die Geschichte mit den vielen afrikanischen Begriffen und der oft wechselnden Handelstränge, ist schon gewöhnungsbedürftig und verlangt eine Menge Aufmerksamkeit.

Kinshasa, 80er-Jahre: Mira und Ya Eugénies sind die Töchter einer aufstrebenden Familie. Während Mira sehr lebensfroh ist und gerne auch mal die Regeln bricht, wird ihre Schwester schon bald als Ärztin in einem Krankenhaus arbeiten. Als Mira sich in einen mittellosen Musiker verliebt, sind ihre Eltern davon gar nicht begeistert und verbieten ihr den Umgang mit ihm. Miras weiteres Leben gestaltet sich ziemlich kompliziert und auf Umwegen gelangt sie nach London, lebt ärmlich und wird zu einer sehr religiösen Frau. Selbst ihr Verhalten wird noch immer sehr stark von ihrer Herkunft geprägt.

Nach Unruhen in Kinshasa wird die 12jährige Bijoux aus ihrem Geburtsort nach London zu ihrer strengen, religiösen Tante Mirelle gebracht. In London fehlen ihr ihre Heimat und ihre Eltern; ihre Tante kennt sie überhaupt nicht. Das Leben ist geprägt von Armut, Einsamkeit und den strengen Regeln der evangelikalen Kirchengemeinde „The Mountain“, zu der ihre Tante sie ständig mitschleppt. Zwischen ihr und ihrer Tante Mirelle scheinen trotz gleicher Wurzeln Welten zu liegen.

2004 ist Bijoux ist Mitte zwanzig und verliebt sich zum ersten Mal - in eine Frau. Das darf ihre religiöse Tante unter keinen Umständen erfahren. Sie ahnt ja nicht, dass auch diese ein Geheimnis vor ihr hat: Den wahren Grund dafür, dass sie vor vielen Jahren von Afrika nach Europa kam, wo sie sich immer noch nicht zu Hause fühlt. So wie ihre Tante möchte Bioux nicht enden und trifft ihre eigene Entscheidung: „Wohin du auch gehst, dahin gehe ich auch“.

Fazit:
Auf zwei wechselnden Zeitebenen und aus den unterschiedlichen Perspektiven von Mira und Bijoux, erzählen sie ihre Lebensgeschichte und dabei rücken die Geheimnisse aus der Vergangenheit, immer mehr ins Licht. Die Figuren sind nahbar, ihre Handlungen nicht immer ganz nachvollziehbar, aber am Ende löst sich alles schlüssig auf. Dabei sind einige Überraschungen nicht ausgeschlossen!

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