„Herz gegen Schicksal – ein bittersüßer Abschluss voller Magie und Emotionen“
Legacy of Stars 2: Gefallene FinsternisWenn ich an „Gefallene Finsternis“ denke, den zweiten Band der Legacy of Stars-Reihe, bleibt mir vor allem eines im Gedächtnis: ein Auf und Ab der Gefühle. Dana Müller-Braun hat es geschafft, mich erneut ...
Wenn ich an „Gefallene Finsternis“ denke, den zweiten Band der Legacy of Stars-Reihe, bleibt mir vor allem eines im Gedächtnis: ein Auf und Ab der Gefühle. Dana Müller-Braun hat es geschafft, mich erneut in eine Welt zu entführen, die von Magie, düsteren Visionen und tiefen Herzensentscheidungen lebt – und mich dabei nicht nur einmal innerlich hin- und hergerissen zurückgelassen.
Die Geschichte beginnt direkt dramatisch: Shedir sieht in einer Vision, wie Lior – der Blutprinz, der ihr gerade seine Liebe gestanden hat – seinen eigenen Bruder töten wird. Um das zu verhindern, trifft sie eine Entscheidung, die alles verändert: Sie lässt ihn gefangen nehmen. Schon an diesem Punkt wusste ich, dass es emotional kein leichter Ritt werden würde. Der Konflikt zwischen Vertrauen und Verrat zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman – und das auf eine Weise, die mir oft das Herz schwer gemacht hat.
Shedir, die Protagonistin, war für mich dieses Mal eine echte Herausforderung. Ich konnte ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehen und habe mich oft gefragt, ob sie sich selbst eigentlich noch vertraut. Gleichzeitig fand ich es spannend, wie menschlich und verletzlich sie dadurch gewirkt hat – auch wenn ich mir manchmal mehr Klarheit und Entwicklung gewünscht hätte.
Ganz anders ging es mir mit Lior. Ich habe ihn im ersten Band schon interessant gefunden, aber hier hat er sich regelrecht in mein Herz geschlichen. Seine Mischung aus Härte, Loyalität und stiller Verletzlichkeit hat mich tief berührt. Er ist der stille Held der Geschichte – und ich hätte ihm wirklich gewünscht, dass man ihm öfter glaubt und nicht ständig misstraut. Lunas hingegen hat für mich in diesem Band viel von seiner Faszination eingebüßt. Ich mochte ihn zu Beginn der Reihe sehr, doch seine Rolle hier blieb für mich blass und teilweise enttäuschend.
Die Handlung an sich ist rasant und steckt voller überraschender Wendungen – manchmal fast zu viele auf einmal. Ich musste beim Lesen wirklich konzentriert bleiben, um nicht den Überblick zu verlieren. Gerade in der zweiten Hälfte hatte ich das Gefühl, dass sich die Ereignisse überschlagen. Das Ende kam für meinen Geschmack etwas zu schnell – ich hätte mir einen ausführlicheren Abschluss oder einen Epilog gewünscht, einfach um emotional richtig loslassen zu können.
Trotzdem: Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und mitgehofft. Die Magie, die Mondmächte, das uralte Erbe – all das hat der Geschichte eine ganz eigene, faszinierende Atmosphäre verliehen. Dana Müller-Brauns Schreibstil bleibt packend, bildhaft und voller Gefühl. Wer auf emotionale Romantasy mit royalen Intrigen, bittersüßer Liebe und einem Hauch dunkler Magie steht, wird in diesem Buch definitiv fündig.
Für mich war „Gefallene Finsternis“ kein perfekter, aber ein sehr emotionaler Abschluss dieser Reihe. Es war nicht immer einfach, nicht immer logisch – aber es hat mich berührt. Und am Ende zählt für mich genau das: dass ein Buch mir noch lange nach dem Zuschlagen im Kopf und im Herzen bleibt.