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Veröffentlicht am 14.09.2025

Vom Teufel besessene Kloschüsseln und andere ganz normale Nachrichten

The Stranger Times
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Dass C.K. McDonnell schreiben kann, dabei pointiert und witzig ist und immer wieder haarsträubende Einfälle in seine Bücher packt, ist nur einer der Gründe, warum seine Werke so genial sind. (Und ja, der ...

Dass C.K. McDonnell schreiben kann, dabei pointiert und witzig ist und immer wieder haarsträubende Einfälle in seine Bücher packt, ist nur einer der Gründe, warum seine Werke so genial sind. (Und ja, der Mann ist auch noch unglaublich sympathisch. Glaubt mir, ich durfte ihn treffen!)
Mit der Redaktion der Stranger Times hat er sich selbst übertroffen. Seine Figuren sind so liebevoll ausgearbeitet und gerade so überzogen, dass man fast glauben könnte, sie sitzen wirklich in einem Paralleluniversum und suchen nach den Nachrichten, über die sonst niemand berichten würde.
Ich jedenfalls hätte nie gedacht, dass ich einmal einen absolut cholerischen Chef nicht missen wollen würde.
Zusammen mit Hannah steigt man im ersten Band in die Welt der „verrückten“ Nachrichten ein und fühlt sich sofort zuhause. Die Geschichte fliegt nur so dahin, und von Seite zu Seite gibt es mehr zu entdecken: ob nun vom Teufel besessene Toilettenschüsseln oder das obligatorische Ufo am Himmel. Ein bisschen Wahnsinn sollte man als geneigte:r Leser:in also schon aushalten können. Schließlich müssen die Journalist:innen der Stranger Times das auch.
Dass die bunt zusammengewürfelte Truppe dann auch noch über ein echtes übernatürliches Ereignis stolpert, hätten allerdings selbst sie nicht gedacht. So bekommt die Geschichte genau die richtige Prise Spannung, die die schrägen Einfälle abrundet und das Ganze von einer reinen Gag-Parade zu einer richtig guten Story macht.
Fazit: The Stranger Times ist perfekt für alle, die schräge Charaktere, übernatürliche Ermittlungen (okay, sehr viel Übernatürliches!) und originelle Ideen lieben. Ein Buch, das sich nicht zu ernst nimmt. Und genauso sollte man es auch lesen.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Bodyguard gesucht? Hauptsache er sieht gut aus und ist gezeichnet von Andriyenko

Kiss Me Once: Die Graphic Novel (Kiss the Bodygard, 1)
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Eins Vorweg: Allein wegen dem unglaublich tollen Zeichenstil lohnt sich diese Graphic Novel absolut!

„Kiss me once“ ist eine Graphic Novel, gezeichnet von Olga Andriyenko, basierend auf dem gleichnamigen ...

Eins Vorweg: Allein wegen dem unglaublich tollen Zeichenstil lohnt sich diese Graphic Novel absolut!

„Kiss me once“ ist eine Graphic Novel, gezeichnet von Olga Andriyenko, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Stella Tack.
Den Roman kenne ich nicht, bin aber seit Jahren ein riesen Fan von Andriyenkos Kunst. Somit war auch klar, dass diese Graphic Novel ganz weit oben auf meiner „Muss ich bei Erscheinen haben“ Liste stand.

Und was soll ich sagen? Ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Jede Seite brachte mich entweder zum Staunen, wie man so wunderschön eine Geschichte in Szene setzen kann oder zum schmunzeln weil es einfach zu putzig aussieht, wie zb Ivy sich schnell was zu essen rein schaufelt.
Zudem habe ich den Kniff mit dem Schwarz/Weißen-Stil der durch Pinke Highlights, nicht nur in Ivys Haaren, einen ganz eigenen Charakter bekommt sehr geliebt.
Bei der Story muss ich zugeben, dass ich zunächst etwas skeptisch war, da ich doch ganz starken Kitsch erwartet habe.

Wenn man aber einfach mal die Tatsache außer acht lässt, dass Ivys Vater nicht sehr weit gedacht zu haben scheint seiner 18-jährigen Tochter einen 19-jährigen, sexy Traumtypen-Bodyguard zur Seite zu stellen, kann man sich vollkommen in sie fallen lassen.
Klar, manches ist einfach sehr Klischeehaft (die „hotten“ Girls, die über Ivys Statur lästern und finden, dass sie keinen so sexy Typen daten könnte; der sexy Typ in all seinen sexy Typ-Posen und seinem sexy Typ Gehabe an sich; die liebenswerte, tollpatschige Protagonistin), funktioniert hier aber ganz wunderbar. Und sind wir mal ehrlich, manchmal müssen es genau solche Geschichten sein, die uns aus unserem Alltag reißen.

Fazit: Allein der Ästhetik wegen ein absolutes Muss für jeden der Graphic Novels mag!
Und wer sich beeilt hat vielleicht das Glück noch eine der Erstauflagen zu erwischen, denn die hat zusätzlich noch einen absolut genialen Farbschnitt! Ich sage nur: Chibis!

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Veröffentlicht am 06.09.2025

RomCom mit Tiefe und Bestatter-Charme

Morbidly Yours
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Im ersten Teil der Love in Galway-Reihe erwartet uns eine „Grumpy meets Sunshine“- und „Slow Burn“-Geschichte, die sich um Verlust, Trauer und einen Neuanfang in Irland dreht.

Schon das Cover hat sofort ...

Im ersten Teil der Love in Galway-Reihe erwartet uns eine „Grumpy meets Sunshine“- und „Slow Burn“-Geschichte, die sich um Verlust, Trauer und einen Neuanfang in Irland dreht.

Schon das Cover hat sofort mein Interesse geweckt und der ungewöhnliche Umstand, dass Callum Bestatter ist, machte mich neugierig. Dazu eine quirlige Protagonistin aus Texas und das Setting in Irland, Galway: Perfekt! Und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht.

Die Liebesgeschichte zwischen Callum und Lark entwickelt sich langsam und nachvollziehbar. Es macht Spaß mit den beiden mitzufiebern und beide haben in ihren jeweiligen Kapiteln eine ganz eigene Art zu erzählen, wodurch mir beide schnell ans Herz gewachsen sind.
Und auch der Schauplatz enttäuscht nicht. Beim Hören hatte ich das Gefühl selbst mitten in Irland zu stehen, den Papageientauchern beim Papageientaucher sein zuzusehen und von Steilküsten aus das Meer zu betrachten.
Dazu noch die liebevoll ausgearbeiteten Nebencharaktere. Hach, Maeve. Ihre Geschichte ist mir besonders nahegegangen (Warum? Das müsst ihr schon selbst lesen/hören)
Was mir besonders gefallen hat: Die Figuren haben echte Leben mit eigenen Geschichten und Schwierigkeiten. Dadurch dreht sich das Buch nicht ausschließlich um die Anziehung zwischen Callum und Lark, sondern bietet genug Stoff, um spannend und abwechslungsreich zu bleiben.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Tiefe. Das Buch geht deutlich stärker auf Themen wie Trauer, Verlust, Akzeptanz und Heilung ein, als ich es von einer klassischen „RomCom“ erwartet hätte. Ivy Fairbanks schafft es, diese Themen mit Fingerspitzengefühl anzusprechen. Unerwartet, aber eindrücklich, waren auch die kurzen, detaillierten Beschreibungen von Callums Arbeit als Bestatter. An einigen Stellen musste ich schlucken, doch da es nur kurze Sequenzen sind, bleibt es gut verkraftbar und bildet einen spannenden Kontrast zu Larks Lebhaftigkeit und ihrer Arbeit an Zeichentrickfilmen.

Die Hörbuchversion ist ebenfalls sehr gelungen. Beide Sprecher passen hervorragend zu Callum und Lark, und Langeweile kommt nie auf. Ein kleiner Wermutstropfen: Die angekündigten Akzente hört man kaum heraus, obwohl sie mehrfach erwähnt werden. Zudem wirkte es manchmal unfreiwillig komisch, wenn der Sprecher Larks hohe Stimme nachahmt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fazit:
Eine wirklich authentische und schöne Liebesgeschichte mit tollen Charakteren und Morbidly Yours ist eine authentische und berührende Liebesgeschichte mit starken Charakteren, einem stimmungsvollen Setting und gelungenen Nebenhandlungen. Auch der Spice kommt nicht zu kurz, bleibt aber angenehm dosiert und ergänzt die Handlung, statt sie zu dominieren.
Eine klare Empfehlung für alle, die echte Liebesgeschichten mit Tiefgang und individuellen Figuren mögen.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Wie vielfältig und erstaunlich diese kleine, große Welt doch ist

Im Schatten von Giganten
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Jasmin Schreibers Bücher sind für mich immer wieder ein Highlight. Und da sie obendrein auch noch wundervolle Fotos macht, konnte dieses Sachbuch mit ihren eigenen Bildern ja nur großartig werden. Zum ...

Jasmin Schreibers Bücher sind für mich immer wieder ein Highlight. Und da sie obendrein auch noch wundervolle Fotos macht, konnte dieses Sachbuch mit ihren eigenen Bildern ja nur großartig werden. Zum einen natürlich wegen der bereits erwähnten Fotografien, zum anderen, weil man Schreibers Persönlichkeit auf jeder einzelnen Seite spürt. Mit Anekdoten und persönlichen Geschichten baut sie eine Beziehung zu uns Leser:innen auf und schlägt dann elegant den Bogen zu den eigentlichen Stars des Buches: den kleinen Lebewesen, die sich dieses wundervolle Fleckchen Erde mit uns teilen.
Unterteilt ist das ganze praktischer Weise in Kapitel nach Lebensraum. Und so erfahren wir eine Menge über Das Leben: -unter Steinen, -im Totholz, -im Kraut, -im Baum, -im Moospolster, -in der Blüte, -in der Pfütze und –in speziellen Mikrohabitaten.

Ich persönlich mochte Insekten, Pilze und Farne schon vorher und finde diesen ganzen Mikrokosmos einfach unglaublich spannend. Doch dieses Buch hat mir nochmal neu die Augen geöffnet für die Wunder, die direkt vor unserer Haustür liegen. Es macht richtig Lust, das Buch zur Seite zu legen und sofort nach draußen zu gehen. Einfach mal schauen, was es zu entdecken gibt.
Ich bin nach dem Lesen der einzelnen Kapitel mit neu entfachter Begeisterung durchs Umland gestreift, die Kamera im Anschlag, um ein paar eigene Fotos zu machen (natürlich nicht so gute wie die von Schreiber, dafür fehlt mir das Wissen und die Ausrüstung). Dabei habe ich die/denjenigen, die mich begleitet haben, jede Menge neues Wissen mitgeben können (ob sie wollten oder nicht …).
Und auch so blättere ich einfach gerne durch das Buch, schaue mir die vielen tollen Bilder an und freue mich mir damit ein bisschen mehr Welt um mich rum erschlossen zu haben.

Trotz aller Informationsfülle überfordert das Buch nicht. Es erschlägt einen nicht mit Fakten, sondern lädt mit seinem anekdotischen Ton und Schreibers sympathischer Erzählweise dazu ein, einfach neugierig zu sein. Somit eignet es sich wunderbar für Einsteiger:innen in die Insekten- und Naturwelt oder einfach für Menschen, die bisher dachten, Sachbücher seien einfach nur trocken und nichts für sie.
Einzig einen kleinen Teil am Ende hätte ich mir gewünscht, wo die direkt besprochenen Arten nochmal aufgeführt worden wären, evtl auch mit Foto. So eine Art kleines Glossar. Aber dafür kann man sich ja einen Insektenführer dazu holen.

Ein Buch für alle, die schon immer mal wissen wollten, was direkt vor ihrer Nase so alles lebt und wie wundervoll, vielfältig und erstaunlich diese kleine große Welt eigentlich ist.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Tränen, Tüll und Tiefgang

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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In Wedding People begleiten wir Phoebe Stone, Literaturprofessorin, die mit nichts weiter als einem grünen Seidenkleid, goldenen High Heels und dem festen Entschluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen, im ...

In Wedding People begleiten wir Phoebe Stone, Literaturprofessorin, die mit nichts weiter als einem grünen Seidenkleid, goldenen High Heels und dem festen Entschluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen, im Cornwall Inn eincheckt. Was sie nicht erwartet hat: Lila und ihre Hochzeitsgesellschaft und all die ungeplanten, zutiefst menschlichen Begegnungen, die dort auf sie warten.
Trotz des düsteren Ausgangspunkts hatte ich mit einem lockeren, vielleicht sogar chick-lit-artigen Roman gerechnet. So eine Geschichte, die man weg liest, weg legt, vergisst. Aber Wedding People hat mich überrascht. Und zwar mit einer Vielzahl an liebevoll gezeichneten, schrägen, schrulligen, warmherzigen Figuren, die sich nicht in Klischees pressen lassen und gerade dadurch sehr schnell mein Herz erobert haben.
Es wäre ein Leichtes gewesen, etwa bei Lila, der reichen, oft auch zickigen Braut, in stereotype Rollenbilder abzurutschen. Aber Espach schenkt selbst diesen Momenten Tiefe. Lila ist nicht „zickig“, weil das zur Rolle gehört, sondern weil sie ein echter Mensch ist, mit echten Emotionen und echten Ängsten. Auch wenn ihre Sorgen aus der Distanz vielleicht banal wirken (nicht jede*r kann sich mal eben eine 1 Millionen-Dollar-Hochzeit leisten), bleiben sie aus ihrer Perspektive nachvollziehbar.
Die Figuren tragen diese Geschichte.Sie bringen einen immer wieder zum Schmunzeln, zum Lachen, zum Nachdenken. Die Dialoge sind pointiert, voller kluger Beobachtungen über das Leben, die Liebe und, ja, auch über Gaumenreiniger (fragt nicht, lest es!) und haben mich mehr als nur das ein oder andere Mal zum Lachen gebracht.
Es passiert nicht häufig in Büchern, dass ich vergesse, dass diese Menschen so nicht existieren, aber hier bin ich fast überzeugt, dass ich nur in den Flieger steigen müsste um sie alle im Cornwall Inn zu treffen.

Einzig die Rückblenden in Phoebes Vergangenheit wirkten für meinen Geschmack etwas zu lang, ich hätte der Gegenwart gern noch mehr Raum gegeben. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Und, oh man Leute, es gab wirklich so viele kluge Betrachtungen in dem Buch, dass ich für mich sehr viel daraus mitnehmen konnte. Aus einem Roman!

Wedding People ist kein wirklicher Liebesroman. Und trotzdem steckt darin eine zarte, berührende Liebesgeschichte, zu anderen, zu all den Menschen die man trifft und für einen kurzen Moment in sein Leben lässt und zu sich selbst. Vor allem aber eine über Selbstakzeptanz. Darüber, wie es ist, sich selbst nach einem Zusammenbruch langsam wieder (oder überhaupt zum ersten Mal) Lieben zu lernen.

Ein perfektes Sommerbuch für alle die gerne ein bisschen mehr möchte als seichte Unterhaltung.

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