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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Vorweg: Nichts für Zartbesaitete.

Marry Me On Valentine
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Schon der Einstieg hat mich vollkommen zerstört zurückgelassen: heftig, schonungslos, gewaltsam.

Wir lernen Marissa kennen, die durch ihren gewalttätiger Vater eine Trauma erlitt. Am Tag der Liebe geschieht ...

Schon der Einstieg hat mich vollkommen zerstört zurückgelassen: heftig, schonungslos, gewaltsam.

Wir lernen Marissa kennen, die durch ihren gewalttätiger Vater eine Trauma erlitt. Am Tag der Liebe geschieht eine Tat, die ihr Leben für immer prägt. Jahre später scheint sie als Erwachsene in einer stabilen Beziehung angekommen zu sein. Doch als ihr Partner Lukas sich zunehmend verändert, kriecht das alte Trauma aus ihr hervor. Der Höhepunkt wird sein Antrag: „Marry me on Valentine.“

Ein kurzweiliger, eindringlicher Thriller über Gewalt in Beziehungen. Spannend, hart, erbarmungslos. Ich habe ihn verschlungen.

Aber: Wer sensibel auf solche Themen reagiert, sollte lieber die Finger davon lassen.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Auftakt der „Fühlen“-Reihe

Fühlen-Reihe / Nicht hören! Fühlen!
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In diesem Buch folgen wir der jungen Soley, die aufgrund ihrer Gehörlosigkeit oft Mobbing und Ausgrenzung erlebt hat. Sie trifft auf Damian, einen Jungen, für den Eroberungen bisher nur Striche auf einer ...

In diesem Buch folgen wir der jungen Soley, die aufgrund ihrer Gehörlosigkeit oft Mobbing und Ausgrenzung erlebt hat. Sie trifft auf Damian, einen Jungen, für den Eroberungen bisher nur Striche auf einer Liste sind. Durch einen Vorfall am ersten Schultag gerät Soley ins Visier von Michael, dem Anführer von Damians Clique. Sie soll Opfer eines gemeinen Plans werden und dafür muss Damian seine Rolle als „Player“ unter Beweis stellen.

Beide Protagonisten spiegeln gut die Realität und die zwei Seiten der Gesellschaft wider: Hörende und Gehörlose/Taube.
Damian ist anfangs unsicher im Umgang und muss viel lernen.
Eine hörende Person kann die Welt nie so wahrnehmen wie eine gehörlose – und umgekehrt genauso.
Dennoch haben beide Gruppen eine Schnittmenge: das Menschsein.
Genau hier müssen wir alle ansetzen, wenn wir ein gutes Miteinander schaffen wollen.

Aus einem anfänglich gemeinen Plan entwickelt sich eine zarte Liebe. Besonders gefällt mir, dass viele Figuren – wie Michael (Cliquenchef), Karla (Dolmetscherin in der Klasse) und im Verlauf auch Jessica (anfangs eher die Zicke) – an Tiefe gewinnen. Die beiden Hauptfiguren Soley und Damian harmonieren sehr gut und ergeben ein glaubwürdiges Paar.

Die Geschichte liest sich flüssig, und die Konflikte werden nicht unnötig in die Länge gezogen, was ich sehr erfrischend finde. Ein schöner Jugendroman und ein gelungener Auftakt einer interessanten Reihe.

Da die Dolmetscherin in manchen Rezensionen kritisiert wird, möchte ich betonen: Das Buch ist Fiktion, keine Dokumentation. Die Autorin versucht, Soley dadurch eine Stimme zu geben und das ist ihre Art der literarische Umsetzung.

Wichtig finde ich auch: Soleys Zurückhaltung entsteht nicht durch ihre Gehörlosigkeit, sondern aus den Traumata und negativen Erfahrungen an den vorherigen Schulen.



❗️❗️❗️Achtung, Spoiler zum Ende:❗️❗️❗️


Das Ende mit der Implantation eines Cochlea-Implantats (CI) ist für mich eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung. Soley war nicht von Geburt an gehörlos, sondern konnte in ihrer frühen Kindheit hören. Warum sollte sie diese Fähigkeit nicht zurückerlangen wollen?

Es gibt gehörlose Menschen, die sich für ein CI entscheiden – und andere, die es ablehnen, weil ihre Sprache bereits eine vollwertige Sprache ist und nicht als Behinderung verstanden werden will. Beide Wege sind legitim und Ausdruck persönlicher Entscheidung.

Dass die Autorin diesen Weg für ihre Figur gewählt hat, ist eine künstlerische Entscheidung und Teil ihrer Geschichte. Sie spricht damit nicht der Gehörlosengemeinschaft ihre Existenz ab, sondern zeigt einen möglichen individuellen Wegs.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ahoi, ihr Matrosen und Freibeuter! Setzt die Segel und hisst die Jolly Roger!

Yara's Hearts
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„Yara’s Heart“ entführt euch Landratten in die Zeit der klassischen Piraterie, wie wir sie kennen. In der Karibik ist Kapitänin Mary Fulfort auf dem Weg zu ihrem Traum vom Ruhestand. Doch obwohl sie nicht ...

„Yara’s Heart“ entführt euch Landratten in die Zeit der klassischen Piraterie, wie wir sie kennen. In der Karibik ist Kapitänin Mary Fulfort auf dem Weg zu ihrem Traum vom Ruhestand. Doch obwohl sie nicht an Seemannsgarn glaubt, werden ihr Schiff, ihre Mannschaft und ihre Beute Opfer eines Kraken – und seiner geheimnisvollen Herrin: einer Sirene.
Diese Sirene trägt eine tragische Vergangenheit mit sich und versucht, ihre Herkunft und ihren Fluch zu entschlüsseln.
Beide Gegnerinnen – Piratin und Sirene – müssen in dieser rauen, von Männern und Mythen beherrschten See ihren Weg gehen.

Seit ich klein bin, zieht es mich zu Piraten und ihren Abenteuern auf hoher See hin. Lange waren sie im Mainstream jedoch vergeblich zu suchen, bis Fluch der Karibik die Freibeuter neu belebte.
Dieses Buch hatte deshalb sofort meine Aufmerksamkeit, und ich habe mich sehr gefreut, bei der Leserunde auf LovelyBooks dabei sein zu dürfen.

Die beiden Hauptcharaktere sind in all ihren Facetten überzeugend dargestellt, und die Welt um sie herum wirkt sehr authentisch – das hat mir besonders gut gefallen. Die mystischen Elemente verweben sich perfekt mit dem harten Leben auf dem Meer.

Wer Abenteuer, Piraten, Nixen, epische Seeschlachten und eine Prise Romantik mag, ist bei „Yara’s Heart“ genau richtig.
Passt nur auf, dass eure Herzen an der richtigen Stelle bleiben!

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Ein Buch, zum Lachen, Weinen und Augen öffnen

»Mama, bitte lern Deutsch«
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Ich bin durch die Youtuberin Marie Joan auf dieses Buchaufmerksam geworden, und bin so dankbar dafür. Tashim Durgun kannte ich vorher nur als witzigen Influencer auf Instagram, der mit viel Charme seine ...

Ich bin durch die Youtuberin Marie Joan auf dieses Buchaufmerksam geworden, und bin so dankbar dafür. Tashim Durgun kannte ich vorher nur als witzigen Influencer auf Instagram, der mit viel Charme seine Mutter und Schwestern neckt. Aber hinter dem Humor steckt ein großes Herz und eine beeindruckend kluge Art, gegen Rechts, Ausgrenzung und Alltagsrassismus zu argumentieren.

Als deutsche Kartoffel mit Kindern, die zu 1/4 marokkanisch sind und (zum Glück) nie direkt mit der Ausländerbehörde oder rassistischen Strukturen konfrontiert waren, hat mich dieses Buch tief berührt. Es hat mir Einblicke in Realitäten gegeben, denen viele Familien mit Migrationsgeschichte tagtäglich ausgeliefert sind, und die wir als Mehrheitsgesellschaft oft gar nicht sehen (wollen).

Ich habe mit Tashim, seiner Mama und den Geschwistern gelacht, geweint, mitgelitten. Es ist eine sehr persönliche, liebevolle und gleichzeitig schmerzhafte Erzählung, die einem lange nachgeht, besonders in einer Zeit, in der ein bedrohlicher Rechtsruck unsere Gesellschaft spaltet und die Werte von Vielfalt, Toleranz und Freiheit ins Wanken geraten.

Dieses Buch ist keine Pflichtlektüre: es ist ein Geschenk. Danke, Tashim.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Für mich ein Highlight

Der Fluch der Schwestern (Die sechs Kraniche 0)
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Wieder einmal tauchte ich die letzten Tage in die Welt von Lor‘yan aus der Feder von Elizabeth Lim ein. Das Prequel zur Dilogie „Die sechs Kraniche“ und „Der Schwur des Drachens“ hatte mich sofort abgeholt.
Für ...

Wieder einmal tauchte ich die letzten Tage in die Welt von Lor‘yan aus der Feder von Elizabeth Lim ein. Das Prequel zur Dilogie „Die sechs Kraniche“ und „Der Schwur des Drachens“ hatte mich sofort abgeholt.
Für mich ein persönliches Highlight.

Das Buch erzählt die Geschichte von Channi,
die mit einem Schlangengesicht verflucht wurde, und von ihrer wunderschönen Schwester Vanna. Als Vanna mit siebzehn Jahren in einen Verlobungswettbewerb gezwungen wird, setzt Channi alles daran, sie zu retten – auch wenn das bedeutet, sich mächtigen Gegnern und am Ende sogar dem eigenen Fluch zu stellen.

Elizabeth Lim erschafft eine atmosphärische und bildgewaltige Welt, die an fernöstliche Märchen erinnert. Besonders beeindruckend ist die Charakterentwicklung von Channi: Sie ist mutig, entschlossen und voller Liebe für ihre Schwester. Die Dynamik zwischen den beiden ist das emotionale Herzstück der Geschichte. Auch die Nebenfiguren sind vielschichtig und tragen zur Spannung der Handlung bei.

Eine wundervolle Mischung aus Märchen, Abenteuer und Geschwisterliebe – in einem asiatischen, faszinierenden Fantasysetting mit einer erbarmungslosen Realität, die die Charaktere tragen müssen.
Das Ende hat mir eine emotionale Wunde zugefügt, die noch lange nachhallen wird.

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