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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2025

Perfekte Mischung

Schwarz wie Ebenholz. Grausige Märchen und Sagen
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In "Schwarz wie Ebenholz - Grausige Märchen und Sagen" versammelt Julian Auringer düstere Märchen aus Europa. Eines vorweg: Wem schon Grimms Märchen zu brutal sind, der sollte hier Abstand nehmen. Denn ...

In "Schwarz wie Ebenholz - Grausige Märchen und Sagen" versammelt Julian Auringer düstere Märchen aus Europa. Eines vorweg: Wem schon Grimms Märchen zu brutal sind, der sollte hier Abstand nehmen. Denn hier geht es um Tod, Verderben und Boshaftigkeit. Man begegnet eher unbekannten Märchen genau wie bekannten, die hier jedoch in Fassungen daherkommen, die wiederum neu sind. Manche ähneln den eigentlichen Geschichten, andere wiederum kommen einem völlig neu vor. Natürlich gefällt hier nicht jede Geschichte, zu mancher bekam ich keinen Bezug. Aber grundsätzlich ist jede Geschichte gut lesbar und lohnend. Ein absoluter Pluspunkt hier ist die Tatsache, daß die Sprache nicht modernisiert wurde, sondern altertümlich daherkommt. Dies wirkt für mich bei Märchen immer ganz besonders authentisch und paßt genau. Ein weiteres Highlight sind die wundervollen Zeichnungen, die ebenfalls alt gehalten wurden und so perfekt in das Buch passen. Hier erhält man ein Buch, das in jede Sammlung von Märchenbüchern gehört!

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Kleine Tiere ganz groß

Im Schatten von Giganten
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Die Biologin Jasmin Schreiber widmet ihr Buch "Im Schatten von Giganten" den Insekten. Sie beleuchtet das Leben in den Lebensräumen unter Steinen, im Totholz, im Kraut, im Baum, im Moospolster, in der ...

Die Biologin Jasmin Schreiber widmet ihr Buch "Im Schatten von Giganten" den Insekten. Sie beleuchtet das Leben in den Lebensräumen unter Steinen, im Totholz, im Kraut, im Baum, im Moospolster, in der Blüte, in der Pfütze sowie in Kadavern und Dung. Die Autorin beschreibt auf wunderbare Weise das Leben in diesen Habitaten, man bekommt einen Eindruck von der Vielfalt und dem Zusammenspiel dort. Es ist interessant zu sehen, wie die Zusammenhänge sind und lernt, daß eine Sache nur funktioniert, wenn rundum alles andere auch im Gleichgewicht ist. Das Leben greift dort ineinander wie Zahnräder und ist leider sehr störungsanfällig. Jasmin Schreiber vermittelt ihr wissenschaftliches Know-how auf leichte Art. Man hat nie das Gefühl, daß hier belehrt wird. Im Gegenteil! Es herrscht ein lockerer Ton, der humorvoll herüber kommt und aus dem mit jedem Wort eine Begeisterung strahlt, die auf den Leser herüberschwappt. Besonders auflockernd empfand ich die persönlichen Geschichten der Autorin, die bis in ihre Kindheit zurückreichen und klar machen, daß ihre Begeisterung schon lebenslang anhält. Die Fotografien in diesem Buch sind atemberaubend schön. Man erkennt bei den kleinen Tierchen Details, die sonst verborgen bleiben. Die Bilder sind allesamt in natürlicher Umgebung aufgenommen, nicht gestellt. Dies gefällt mir außerordentlich gut. Dieses Buch ist ein Sachbuch für jedermann, was sehr wichtig ist. Denn für viele sind Insekten leider immer noch lästige Ekeltiere - dieses Buch klärt vielleicht diejenigen auf, die so denken und hilft dadurch, daß die Welt für Insekten ein klein wenig freundlicher wird!

Veröffentlicht am 01.08.2025

Spannung der Extraklasse

Der dunkle Sommer
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Die deutsche Architektin Tilda kauft sich im italienischen Geisterdorf Botigalli eine verfallene Villa für einen Euro. Damit will sie ihrer eigenen Vergangenheit entfliehen. Das Dorf inmitten des sardischen ...

Die deutsche Architektin Tilda kauft sich im italienischen Geisterdorf Botigalli eine verfallene Villa für einen Euro. Damit will sie ihrer eigenen Vergangenheit entfliehen. Das Dorf inmitten des sardischen Hinterlandes scheint die perfekte Einöde dafür zu sein. Doch so verlassen, wie es scheint, ist das Dorf wohl nicht. Tilda findet eine tote Ratte vor der Tür, hört Kirchenglocken, die gar nicht läuten können und die Inselbewohner warnen sie vor dem Fluch, der auf dem Dorf liegt. Sie trifft auf den Journalisten Enzo, der die Vergangenheit des Dorfes erforschen will. Gemeinsam stoßen sie auf das Gehemnis eines Massakers im Jahr 1982.

Vera Buck hat mit "Der dunkle Sommer" ein wahres Glanzstück geschrieben. Diese Geschichte ist herrlich düster und atmosphärisch - und dies vermittelt sie perfekt. Der Funke springt hier direkt von der ersten Seite an auf den Leser über. Man spürt die Einsamkeit des Dorfes und bekommt bei den Geschichten, die sich darum ranken eine Gänsehaut. Die Charaktere werden ebenfalls von Geheimnissen umrankt und man weiß nie, wem man hier vertrauen kann. Ich habe mich jedenfalls in allen getäuscht. Tilda ist dabei extrem geheimnisumwittert. Ihre Vergangenheit kommt erst Stück für Stück ans Licht und man erlebt, wie sich die Vorstellung davon total ändert. Denn auch bei ihren ist nichts so, wie es zunächst scheint. Die Geschichte wird aus der Perspektive von drei Charakteren erzählt. Franca im Jahr 1982, Tilda und Enzo in der Gegenwart. Alle drei Handlungsstränge sind sehr spannend und man fiebert stets den anderen Stränge entgegen, gibt es doch in jedem einiges zu erfahren. Zum Ende hin fügt sich alles zu einem perfekten Ganzen mit schlüssigem Ende zusammen. Vera Buck hat mich hier sowohl mit ihrem tollen Schreibstil, als auch mit einer extrem spannenden Handlung gefesselt. Ich bin einfach nur begeistert von diesem Buch!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2025

Unglaublich, aber leider wahr

Am Meer ist es schön
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Die 8jährige Susanne soll in einem Kinderkurheim an der Nordsee ein paar schöne Wochen mit anderen Kindern verbringen. So hatten es ihre Eltern versprochen. Doch alles kommt anders. Das "Haus Morgentau" ...

Die 8jährige Susanne soll in einem Kinderkurheim an der Nordsee ein paar schöne Wochen mit anderen Kindern verbringen. So hatten es ihre Eltern versprochen. Doch alles kommt anders. Das "Haus Morgentau" wird für Susi zur Hölle. Bei dem kleinsten Vergehen, wie den Teller nicht leer essen, werden die Kinder sadistisch bestraft. Die Briefe an die Eltern werden von den "Tanten" kontrolliert, so daß kein Kind sich beschweren kann. Nur weil Susi, Matti und die anderen Kinder zusammenhalten, können sie die schlimme Zeit überstehen. Eines Tages jedoch eskaliert die Situation und es passiert etwas, daß Susi ihr ganzes Leben verfolgen wird. Erst am Sterbebett ihrer Mutter kann sie darüber sprechen.

Der Roman "Am Meer ist es schön" ist manchmal schwer zu ertragen. Die Autorin Barbara Leciejewski schildert darin das Schicksal vieler "Verschickungskinder", die in den 50er Jahren bis sogar zum Ende der 80er Jahre in ganz Deutschland zur Kur geschickt wurden. Man fragt sich dabei, was in den Menschen vorgeht, die sich solche sadistischen Dinge ausdenken und durchführen. Dabei wird die Handlung absolut nicht übertrieben dargestellt. Die Autorin hat diesen Skandal in eine warmherzige Rahmenhandlung verpackt. Ihr ist dabei eine gute Balance zwischen Tatsachen und einer erfundenen Geschichte gelungen. Sie beschreibt eine ganz normale Familie, die sich im Laufe der Zeit auseinander gelebt hat. Erst durch intensives Reden kommt man sich wieder näher.
Dieses Buch ist so verstörend und doch richtig gut!

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Ein Krimi we Schokolade

Bretonische Versuchungen
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Kommissar Dupin steht schon fast auf einem Boot, um seine Angst vor dem Meer zu überwinden, als er zu einem neuen Fall gerufen wird. Eine Frau ist in einem Bottich mit Schokolade ertrunken. Es handelt ...

Kommissar Dupin steht schon fast auf einem Boot, um seine Angst vor dem Meer zu überwinden, als er zu einem neuen Fall gerufen wird. Eine Frau ist in einem Bottich mit Schokolade ertrunken. Es handelt sich um die Inhaberin einer alteingesessenen Confiserie. Es ist klar, daß es sich um Mord handelt, doch wer steckt dahinter? Und warum? Kommissar Dupin und Nolwenn reisen bei ihren Ermittlungen quer durch die Bretagne bis ins Baskenland.

"Bretonische Versuchungen" ist der 14. Dupin-Krimi von Jean-Luc Bannalec. Dieser Fall hat es wieder in sich. Man erhält einen spannenden Mordfall und eine rasante Reise. Man lernt diese Region, ihre Bewohner und Eigenheiten inklusive Traditionen gut kennen. Dies ist fast wie ein kleiner Urlaub! Aber auch die in die Handlung eingeflossenen Informationen über Schokolade waren sehr interessant und ich habe einiges dazugelernt. Diese Beschreibungen nehmen dem Kriminalfall aber nicht allzu viel Platz weg. Ich empfinde diese Beschreibungen nicht als störend, eher bereichern sie das Buch und machen es zu etwas besonderem, denn diese Details sind ein Markenzeichen von Jean-Luc Bannalec. Die Krimihandlung ist wieder durchaus spannend, kommt aber wieder ohne viel Action aus. Dabei bekommt man es mit vielen Verdächtigen und falschen Fährten zu tun, so daß der Rätselspaß auch nicht zu kurz kommt. Der Schreibstil ist wie gewohnt locker und es sind einige humorvolle Szenen eingebunden. Auch dieser 14. Fall hat mich wieder sehr begeistert und ich bin gespannt, was mich in Band 15 erwartet!

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